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Kapitalmaßnahmen von A bis Z – Teil 5: Börsenabgang (Delisting)
Nach der finanziellen Restrukturierung des Batterieherstellers Varta ist die Aktie im März 2025 infolge einer Kapitalherabsetzung von der Börse verschwunden. Im April desselben Jahres wurde der Großhandelskonzern Metro durch ein Delisting-Übernahmeangebot seines Hauptaktionärs EP Global Commerce von der Börse genommen und anschließend stärker privatisiert. Bereits 2022 erfolgte die Übernahme des Kurznachrichtendienstes Twitter durch Elon Musk, in deren Zuge sämtliche Aktien aufgekauft und das Unternehmen ebenfalls von der Börse genommen wurde.
Börsenabgang, auch als Delisting bezeichnet, bedeutet die dauerhafte Einstellung der Börsennotierung einer Aktie bzw. Aktiengesellschaft. Der Börsenabgang stellt eine Kapitalmaßnahme (auf Englisch »corporate action«) im weiteren Sinne dar, da es zu keiner Veränderung des Grundkapitals kommt. Es handelt sich um einen verwaltungsrechtlichen Vorgang, mit dem die Aktie dauerhaft aus dem Börsenhandel herausgenommen wird.
Wieso wird eine Aktie von der Börse bzw. aus dem Börsenhandel entfernt?
Für solch eine Entscheidung gibt es verschiedene Gründe. Die jeweilige Börsenaufsicht oder Finanzdienstleistungsbehörde (beispielsweise die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht [Bafin] in Deutschland oder die Securities and Exchange Commission [SEC] in den USA) können ein Delisting veranlassen, wenn ein ordnungsgemäßer Handel in dem Wertpapier nicht mehr gewährleistet werden kann. Dies kann nach einem Squeeze-out der Fall sein, wenn der Mehrheitsaktionär die restlichen Kleinaktionäre per Barabfindung hinausdrängt. Erfüllt ein Unternehmen nicht mehr die Börsennotierungspflichten oder wird es insolvent, kann dies auch zum Delisting der entsprechenden Aktien führen.
Weitere Gründe für einen Börsenabgang können eine finanzielle Restrukturierung oder ein Goingprivate im Rahmen einer Übernahme sein. Im Fall des Batterieherstellers Varta führte eine schwere Krise dazu, dass im Zuge eines StaRUGVerfahrens (Gesetz über den Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen für Unternehmen) das Grundkapital auf null gesetzt wurde und die Aktien im März 2025 von der Börse verschwanden. Der Großhandelskonzern Metro wurde hingegen im April 2025 durch ein DelistingÜbernahmeangebot seines Hauptaktionärs EP Global Commerce von der Börse genommen, um das Unternehmen stärker unter privater Kontrolle weiterzuführen.
Auch beim Kurznachrichtendienst Twitter führte die Übernahme durch Elon Musk im Jahr 2022 dazu, dass sämtliche Aktien aufgekauft und das Unternehmen von der Börse genommen wurde. Ziel war es, das Unternehmen ohne den Druck von Quartalszahlen und öffentlichen Investoren strategisch umzubauen und neu auszurichten.
Welche Folgen hat das Delisting einer Aktie für die Inhaber von Optionsscheinen und Zertifikaten?
Wenn es zur Einstellung der Börsennotierung einer Aktie an der maßgeblichen Börse kommt, kann Société Générale die Optionsscheine bzw. Zertifikate außerordentlich kündigen. Die Börsennotierung einer Aktie einzustellen, stellt laut Verkaufsprospekt ein außergewöhnliches Ereignis dar. Die Emittentin kann durch Bekanntmachung zum außerordentlichen Kündigungstermin die Produkte kündigen. An solch einem Kündigungstermin werden die Zertifikate zum außerordentlichen Kündigungsbetrag je Zertifikat eingelöst. Der Betrag wird von der Emittentin nach billigem Ermessen unter Berücksichtigung des Marktumfelds sowie etwaiger Erlöse aus Geschäften festgelegt, die die Emittentin zur Absicherung der Übernahme und Erfüllung ihrer Verpflichtungen aus den Zertifikaten vorgenommen hat.
Aufgrund der Ankündigung eines möglichen Börsenabgangs der Aktie stellt Société Générale alle Optionsscheine und Zertifikate auf die betroffene Aktie auf Sold-out, das heißt, es werden nur Geldkurse quotiert, sodass Kunden jederzeit ihre Stücke verkaufen können. Société Générale hat auch die Möglichkeit, Produkte, in die kein Anleger investiert hat, sofort zu delisten.
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