Interview
Quant4you: Copilot für selbstbestimmte Anleger – Ein Gespräch mit Dr. Michael Geke, Gründer von Quant4you, über KI-basierte Handelssignale, systematisches Investieren und Quant-Modelle für private Anleger
ideas: Herr Dr. Geke, was macht Quant4you?
Dr. Michael Geke: Quant4you ist das Onlineportal mit KI-generierten Handelssignalen für Selbstanleger: Trader und Investoren, die ihr Kapital aktiv und eigenständig verwalten möchten, sind hier richtig. Wir stellen Handelssignale und Anlageideen bereit, die Nutzer selbst in ihrem Depot umsetzen können. Wir verwalten kein Kundengeld, sondern unterstützen Anleger dabei, datenbasierter und systematischer zu investieren.
Und was unterscheidet Quant4you von klassischen Börsendiensten?
Der Unterschied liegt in der Methodik. Quant4you arbeitet KI-basiert und nutzt maschinelles Lernen. Unsere Signale entstehen nicht aus Bauchgefühl, Marktmeinung oder einfachen fundamentalen Bewertungen, sondern auf Basis mathematischer und statistischer Logiken. Wir analysieren Kursmuster über lange Zeiträume und fragen uns: Wann fällt eine Aktie? Wann stabilisiert sie sich? Und wann steigt die Wahrscheinlichkeit für eine neue Aufwärtsbewegung? Unsere Modelle sollen solche Übergänge früher erkennen als klassische Indikatoren.
Können Sie das einfacher erklären?
Eine Aktie bewegt sich im Wesentlichen aufwärts, abwärts oder seitwärts. Aber selbst in einem Abwärtstrend schwankt sie um ihren Trend mit teilweise starken Bounces. Diese Schwankungen dauern häufig fünf bis fünfzehn Handelstage. Man kann für die Abfolge von Wellenbewegungen Wahrscheinlichkeiten berechnen. Bei ausreichend hohen Prognosen entsteht ein Kaufsignal, das wir dann kommunizieren. Das kann je nach System variieren.
Reicht dafür nicht auch ChatGPT?
Nein. Handelssysteme brauchen Verlässlichkeit, statistische Prüfung und eine lange Historie getesteter Trades. Unsere Systeme wurden seit 2010 getestet. Je nach Modell liegen Statistiken mit etwa 1.000 bis 7.000 Trades vor. Zusätzlich führen wir Stresstests durch, um die Robustheit zu prüfen.
Welche Modelle gibt es denn?
Wir unterscheiden zwischen kurzfristigen Tradern und längerfristigen Anlegern. Für Swing-Trader bieten wir MOUNT, ARROW und SOLID an. Diese Modelle arbeiten meist mit einem Anlagefenster von fünf bis fünfzehn Tagen. MOUNT ist offensiver, ARROW ausgewogener und SOLID defensiver. Für längerfristige Anleger gibt es BAND, ein progressiveres Modell für Aktienportfolios in Europa und den USA. Für fast alle Anleger ist somit etwas dabei.
Aber ist das nicht kompliziert in der Umsetzung?
Eigentlich nicht. Die Signale für den nächsten Handelstag werden nachts berechnet und morgens veröffentlicht. Der Nutzer sieht neue Kaufsignale bzw. Verkaufssignale für bestehende Positionen und die passenden Orderdaten. Diese Informationen überträgt er in sein Depot. Mit etwas Übung dauert das nur wenige Minuten. Er muss so auch nicht den ganzen Tag vor dem Bildschirm sitzen. Die Orders sind meist tagesgültig.
Und wie komme ich jetzt an die ganzen Signale?
Früher konnte man einzelne Modelle abonnieren. Heute bieten wir Pakete an. Im ULTIMATE-Paket sind 17 Quant-Modelle enthalten. Das senkt den Preis pro Modell und erhöht die Flexibilität. Der Anleger kann Märkte, Strategien und Risikoprofile beobachten, auswählen und traden, so wie es zu ihm passt.
Handeln die Modelle auch short?
Unsere Aktienmodelle wie MOUNT, ARROW, SOLID und BAND handeln derzeit nur long. Daneben haben wir mit PROTON ein Long-Short-System auf den DAX entwickelt. PROTON handelt kurzfristige Bewegungen mit maximal fünf Tagen Haltedauer. Die Handelsstatistik zeigt in der Simulation attraktive Profitfaktoren von ca. 2 bei ca. 100 Trades pro Jahr.
Interessant, und wie setzt ein Anleger DAX-Signale um?
Der DAX ist ein Index und kann nicht direkt wie eine Aktie gehandelt werden. Deshalb haben wir Hebelprodukte integriert, unter anderem Open-End-Produkte von Société Générale. Zu jedem Signal können passende Produkte angezeigt werden. Die Kaufpreise werden auf das jeweilige Produkt übertragen. Der Anleger muss nicht selbst umrechnen.
Wäre es nicht einfacher, einfach einen ETF auf den DAX zu kaufen?
Ein ETF auf den DAX oder S&P 500 kann langfristig sinnvoll sein, ist aber mit deutlichen Schwankungen verbunden. Quant4you richtet sich an Anleger, die aktiv ihr Depot managen möchten. Wir sehen Quant4you als Copilot für das Depot. Unser Anspruch ist es, das Risiko zu senken, Rendite zu steigern oder idealerweise beides zu erreichen. Unser MOUNT Germany 40-System handelt beispielsweise auch die Einzelaktien aus dem DAX. Im Vergleich liegt die mittlere Rendite höher als beim DAX und die Volatilität niedriger.
Muss man dann immer aktiv sein?
Unsere Modelle arbeiten mit Wahrscheinlichkeiten. Wenn eine Strategie 100 bis 200 Trades pro Jahr erzeugt und ein Anleger viele davon auslässt, können gerade einige der besten Trades fehlen. Einzelne verpasste Signale sind kein Drama, aber Investieren ist ein Marathon und kein Sprint. Damit sich der statistische Vorteil entfalten kann, sollte man die Modelle längerfristig konsequent anwenden.
Kann man die Signale direkt zu den Brokern selbst übertragen?
Wir haben eine Schnittstelle zu Interactive Brokers und Anbindungen an comdirect, flatex, Consors sowie Neobroker wie justTRADE, finanzen.net zero oder Smartbroker. So können die Signale vom Anleger selbst einfach und selbstbestimmt übermittelt werden.
Wenn ich jetzt starten möchte, gibt es ein Onboarding für Kunden?
Aber natürlich. Der Support unserer Nutzer liegt uns am Herzen. Wir bieten Support per E-Mail, Chatbot und persönlicher Hotline, Webinare, Live-Sessions und jeden Montag sogar einen Marktrückblick und Marktausblick.
Vielen Dank für das Gespräch.
Das Interview führte Laura Schwierzeck.
Hinweis: Alle Kennzahlen beruhen auf historischen Auswertungen, Simulationen oder Backtests. Sie sind keine Garantie für zukünftige Ergebnisse und keine Anlageberatung.

