Märkte

Wie schnell kann sich das Angebot in der Golfregion normalisieren?

Die Unterzeichnung eines Rahmenabkommens zwischen den USA und dem Iran zur Beendigung des Krieges hat die Ölpreise deutlich fallen lassen (siehe Grafik 1). Ein Barrel Brent-Öl kostete Mitte Juni erstmals seit Anfang März wieder weniger als 80 US-Dollar. Doch wie gerechtfertigt ist die scharfe Korrektur am Ölmarkt?

Tatsächlich scheint sich Donald Trump laut dem in den Medien zirkulierenden Vertragstext sehr weit auf den Iran zubewegt zu haben. Angesichts dieser Zugeständnisse der USA hätte das iranische Regime bei einer Fortsetzung des Konflikts viel zu verlieren, was gegen ein Wiederaufflackern des Krieges und eine erneute Schließung der Straße von Hormus spricht. Dennoch dürfte es einige Zeit dauern, bis das Exportangebot aus der für den Ölmarkt so wichtigen Golfregion wieder voll hochgefahren sein wird.

Im Wesentlichen dürften drei Faktoren das Tempo der Erholung bestimmen:

  • Die Entfernung der Seeminen könnte laut Medienberichten, die sich auf eine vertrauliche Unterrichtung des US-Kongresses durch Vertreter des Pentagons bezogen, mehr Zeit in Anspruch nehmen, als das Rahmenabkommen mit nur 30 Tagen vorsieht. Erst nach einer vollständigen Räumung dürften Versicherer bereit sein, die Schiffspassagen zu vergleichsweisen normalen Konditionen zu versichern. Bis dahin dürften nur wenige Konvois die Meerenge in einer schmalen Fahrrinne passieren – so wie zuletzt bereits einigen wenigen Schiffen die Durchfahrt möglich war. Nach der Räumung könnte es laut Schätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) weitere zwei bis drei Monate dauern, bis sich die Exporttätigkeit normalisiert.
  • Die Lieferkettenprobleme in der Region sind laut IEA unterschiedlich: Starke Engpässe in den Häfen und wenig Speicherkapazitäten hat insbesondere der Irak. Hinzu kommt hier ebenso wie in Kuwait, dass die beiden Länder stark auf Materialzulieferungen angewiesen sind, was wiederum Reparaturen an beschädigten Anlagen verzögern könnte. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) verfügen dagegen über effiziente Hafenabläufe, größere Lagerbestände in den Lieferketten und mehr eigene Reparaturkapazitäten, sodass hier ein schnelleres Wiederhochfahren der Exporttätigkeit möglich zu sein scheint.
  • Dritter Hemmschuh sind die Schäden an Infrastruktur und Produktionsanlagen, die aber noch nicht klar ersichtlich sind. Gezielte Angriffe auf Anlagen im Bereich der Raffinerieverarbeitung zum Beispiel könnten laut IEA Produktionsausfälle von bis zu drei Jahren bedeuten.

Wie schnell das Angebot wieder hochgefahren werden kann, hängt also auch davon ab, in welchen Ländern welche Produktionseinschnitte zu verzeichnen waren. Im Mai beliefen sich die Ausfälle in der Rohölproduktion in der Golfregion insgesamt auf gut 13 Millionen Barrel pro Tag, verglichen mit Februar dieses Jahres, also vor der Sperrung der Straße von Hormus (siehe Grafik 1).

Grafik 1: Aussicht auf einen Deal zwischen den USA und dem Iran lässt Ölpreise rutschen

Für eine schnelle Erholung spricht, dass Saudi-Arabien, das trotz Ausweichkapazitäten über die Ost-West-Pipeline die absolut höchsten Produktionseinbußen verbucht, zusammen mit den VAE zu den Ländern gehört, die ihre Förderung am schnellsten wieder hochfahren können. Die VAE verfügen zudem über hohe freie Produktionskapazitäten, die sie mit ihrem Austritt aus der OPEC sicherlich planen, weitgehend auszuschöpfen. Hinzu kommt, dass Saudi-Arabien einiges an Öl gelagert hat: Laut JODI (Joint Organizations Data Initiative) beliefen sich die Vorräte Ende Februar auf um die 170 Millionen Barrel Rohöl und weitere 70 Millionen Barrel an Ölprodukten. Diese Bestände könnten theoretisch auch direkt freigegeben werden.

Das gilt im Übrigen auch für das Rohöl, das laut Datenanbieter Kayrros in der Region insgesamt eingelagert ist: Die Experten bezifferten die Rohölvorräte von fünf arabischen Ölproduzenten Anfang März auf 175 Millionen Barrel. Die Speicherkapazitäten für Rohöl in der Region würden sich sogar auf 350 Millionen Barrel belaufen, wovon ca. 80 Prozent nutzbar seien. Insofern wäre zwar noch Spielraum für einen weiteren Lageraufbau gegeben, aber im März bezifferte Kayrros die Einspeicherung laut IEA »nur« auf knapp 18 Millionen Barrel. Weitere 7,4 Millionen Barrel folgten dann im April im Iran, die aber fast gänzlich durch Entnahmen durch den Irak im April in Höhe von 7 Millionen Barrel kompensiert wurden.Im Mai waren dann sogar Lagerabflüsse zu verzeichnen, weil es einigen Golfstaaten gelungen war, Schiffe aus der Straße von Hormus zum Golf von Oman zu bringen, um dort einen Transfer von Schiff zu Schiff zu organisieren.

Grafik 2: Massive Produktionsverluste in der Golfregion

Mai 2026 (*April 2026) verglichen mit Februar 2026

Ein weiterer Punkt ist nach der Öffnung der Straße von Hormus nicht zu vernachlässigen: Das in der Region verfügbare Öl muss schließlich auch transportiert werden (siehe Grafik 3). Die Kapazitäten der globalen Tankerflotte werden somit nicht zuletzt darüber entscheiden, wann die Mengen auf den Markt kommen und der Rohölmarkt wieder ausreichend versorgt ist. Laut IEA wird der Markt erst im Schlussquartal 2026 wieder ins Gleichgewicht finden. Das spricht dafür, dass der Ölpreis trotz des starken Rückgangs nach der Öffnung der Straße von Hormus zunächst auf höheren Niveaus als vor dem Krieg verharren wird. Wir rechnen zum Jahresende mit einem Brent-Ölpreis von immer noch 80 US-Dollar je Barrel.

Grafik 3: Wann erreicht der Schiffsverkehr wieder sein Normalniveau?

Anzahl der Öltanker, die die Straße von Hormus passieren

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ETCs mit unbegrenzter Laufzeit

WKN

Basiswert

Berechnungsgebühr*

Quanto

Geld-/Briefkurs

ETC 069

Brent-Öl-Future

0,50 % p.a.

Nein

12,94/12,96 EUR

ETC 077

WTI-Öl-Future

0,40 % p.a.

Nein

13,65/13,67 EUR

Discount-Zertifikate

WKN

Basiswert

Cap

Discount

Max. Rendite p.a.

Quanto

Bewertungstag

Geld-/Briefkurs

FE4 B44

Brent-Öl-Future

60,00 USD

22,48 %

7,71 %

Ja

26.01.2027

57,25/57,29 EUR

FE4 B65

Brent-Öl-Future

80,00 USD

8,45 %

29,57 %

Nein

26.01.2027

59,47/59,51 EUR

FA8 994

WTI-Öl-Future

60,00 USD

20,87 %

8,74 %

Ja

16.11.2027

53,35/53,39 EUR

FE5 579

WTI-Öl-Future

80,00 USD

10,35 %

22,71 %

Nein

16.11.2027

53,15/53,19 EUR

BEST Turbo-Optionsscheine mit unbegrenzter Laufzeit

WKN

Basiswert

Typ

Basispreis/Knock-Out-Barriere

Hebel

Quanto

Geld-/Briefkurs

FC6 KNU

Brent-Öl-Future

Call

67,7175 USD

8,0

Nein

8,44/8,46 EUR

FC5 7SQ

Brent-Öl-Future

Call

72,3015 USD

15,3

Nein

4,38/4,39 EUR

FE6 2WK

Brent-Öl-Future

Put

86,2838 USD

8,0

Nein

8,50/8,52 EUR

FC9 B6Z

Brent-Öl-Future

Put

81,5411 USD

15,3

Nein

4,39/4,41 EUR

FE1 E6A

WTI-Öl-Future

Call

64,5484 USD

8,5

Nein

7,56/7,57 EUR

FC6 KQ9

WTI-Öl-Future

Call

68,4550 USD

15,3

Nein

4,17/4,19 EUR

FE6 5JR

WTI-Öl-Future

Put

82,1659 USD

7,7

Nein

8,29/8,31 EUR

FC9 B7P

WTI-Öl-Future

Put

77,5615 USD

15,1

Nein

4,22/4,24 EUR

Stand: 23. Juni 2026; Quelle: Société Générale

*Bitte beachten Sie, dass neben der Berechnungsgebühr noch weitere Gebühren, Provisionen und andere Entgelte (wie zum Beispiel Orderentgelte und Depotkosten) anfallen können, die ebenfalls die Wertentwicklung des Zertifikats mindern. Genaue Informationen zu Ihren individuellen Kosten erhalten Sie von der depotführenden Sparkasse/Bank, über die Sie die Wertpapiere erwerben. Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt zu Informationszwecken lediglich in Kurzform und stellt einen Auszug aus dem Gesamtangebot von Société Générale sowie keine Anlageempfehlung dar. Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN. Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern, den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere, um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.