Märkte
Automobilmarkt: Premiumanbieter auf neuen Wegen
Was früher als verlässlicher Gewinnmotor deutscher Industrie galt, läuft derzeit nur noch im Krisengang: Die Rede ist von der Autobranche. Zölle, geopolitische Spannungen, der Ölpreisschock sowie ein schwacher chinesischer Automarkt setzen den Herstellern gleichzeitig zu. Hinzu kommt ein Strukturwandel, der Milliarden verschlingt: Elektromobilität, Software, neue Plattformen und der Kampf gegen günstigere chinesische Anbieter drücken auf die Margen. Besonders schmerzhaft ist, dass die heimischen Hersteller inzwischen auch auf der Gewinnseite ins Hintertreffen geraten. Während US-Konzerne zuletzt kräftig zulegen konnten, sanken die Gewinne der deutschen Pendants im ersten Quartal deutlich. Kein Wunder also, dass auch die Aktienkurse stottern.
Modelloffensiven
Deutliche Fehlzündungen zeigen sich derzeit bei BMW. Die Münchner präsentierten zwar für das erste Quartal rückläufige, aber immerhin besser als befürchtete Zahlen. So erreichte die operative Marge im Autogeschäft 5 Prozent und übertraf damit die Prognosen. Allerdings sorgten die Weiß-Blauen wenige Wochen später für eine kalte Dusche. Anstatt der für 2026 anvisierten EBIT-Marge von 4 bis 6 Prozent ruderte der neue BMW-Chef Milan Nedeljkovic auf nur noch 1 bis 3 Prozent zurück. Der CEO tritt zugleich auf die Kostenbremse und möchte die laufenden Maßnahmen nochmals deutlich intensivieren und beschleunigen: »Es geht um Geschwindigkeit und Effizienz«. Strategisch setzt BMW auf die »Neue Klasse«. Die innovative Fahrzeuggeneration soll zum technologischen Neustart werden, mit vollelektrischer 800-Volt-Architektur, höherer Effizienz und einer breiten Modelloffensive. Bis 2027 planen die Bayern mit mehr als 40 neuen oder überarbeiteten Modellen. Ab 2028 steht zudem mit dem iX5 Hydrogen das erste Serienfahrzeug mit Wasserstoffantrieb am Start. BMW versucht damit, die Transformation nicht nur über Elektroautos zu definieren, sondern sich technologisch breiter aufzustellen.
Auch Mercedes-Benz steht vor einer entscheidenden Modellphase. Die Stuttgarter wollen bis 2027 ebenfalls mehr als 40 neue Karossen über alle Segmente und Antriebsarten hinweg auf die Straße bringen. Nach einem schwachen Jahresauftakt mit einem operativen Gewinnrückgang um 17 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro ruhen die Hoffnungen auf der frischen Produktpipeline. Vom CLA bis zur erneuerten S-Klasse soll die Modelloffensive ab der zweiten Jahreshälfte Schwung bringen. Gleichzeitig sucht Mercedes zusätzliche Wachstumsfelder. Der Konzern ist soeben in die Drohnenabwehr eingestiegen und wird gemeinsam mit dem Münchner Start-up Tytan Technologies mobile Systeme auf Basis des Sprinters und einer Militärversion der G-Klasse entwickeln. Konzernchef Ola Källenius hat zwar klargemacht, dass das Rüstungsgeschäft eine Nischenaktivität bleiben dürfte. Dennoch zeigt der Schritt, wie breit die Suche nach neuen Ertragsquellen inzwischen geworden ist.
Hoffnungsvolle Neujustierung
Porsche wiederum geht einen anderen Weg. Der Sportwagenbauer korrigiert seine Strategie und rückt wieder stärker an das heran, was die Marke traditionell ausmacht: hohe Preise, hohe Individualisierung und margenstarke Baureihen. Nach dem Gewinneinbruch 2025 und weiteren Belastungen im ersten Quartal 2026 setzt der neue Vorstandschef Michael Leiters auf weniger Komplexität, eine ausgewogenere Antriebspolitik und mehr Fokus auf 911, 718 und Cayenne. Die Elektrostrategie wird nicht aufgegeben, aber weniger dogmatisch verfolgt. Diese Neujustierung kommt an der Börse an: Porsche ist in diesem Jahr der einzige deutsche Autokonzern, dessen Aktie im Plus liegt.
Auch wenn bei den Autobauern bereits viel Negatives in den Kursen eingepreist sein dürfte, bleibt der Sektor nichts für schwache Nerven. Gleichzeitig sprechen Zollrisiken, China-Schwäche und Ölpreisschwankungen für anhaltend hohe Volatilität. Gerade dieses Umfeld kann Discount-Zertifikate interessant machen. Sie ermöglichen attraktive Renditen bereits bei seitwärts laufenden Aktienkursen und bieten zugleich einen gewissen Risikopuffer. Gleichzeitig ist die mögliche Rendite durch den sogenannten Cap begrenzt. Wer nicht auf die schnelle Trendwende setzen möchte, sondern auf eine Stabilisierung der deutschen Premium- und Luxushersteller, findet hier ein passendes Instrument für einen Markt, der noch nicht rund läuft, aber allmählich wieder anspringen könnte.
Produktidee: DISCOUNT-ZERTIFIKATE AUF AUSGEWÄHLTE AUTOMOBILAKTIEN
Discount-Zertifikate
Stand: 23. Juni 2026; Quelle: Société Générale
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