Titelthema
Infrastruktur im Fokus – Zwischen Modernisierung und Nachhaltigkeit
Infrastrukturinvestitionen sind entscheidende Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum. Durch die Verbesserung von Transportwegen oder Kommunikationskanälen steigern Länder oder Regionen ihre Wettbewerbsfähigkeit und die Effizienz von Unternehmen und Wirtschaft. Ausreichende Kapazitäten und qualitativ hochwertige Infrastruktur führen so zu einer erhöhten Produktivität und besseren Lebensqualität. Von Ausbau und Modernisierung einer vielfach in die Jahre gekommenen und übernutzten Infrastruktur und Umbau in Richtung Nachhaltigkeit profitieren sowohl Wirtschaft als auch Gesellschaft. Durch die angespannte Haushaltslage vieler Staaten erschließen sich für Anleger neue Beteiligungsmöglichkeiten im stark wachsenden und attraktiven Feld der Bereitstellung von Infrastruktur. Auch Investoren können vom berechenbaren und tendenziell defensiven Charakter von Infrastrukturanlagen profitieren.
Brücken, Straßen und viel mehr …
Investitionen in die Infrastruktur sind Investitionen in das Fundament einer Gesellschaft. Brücken, Straßen, Häfen oder Schienen waren die ursprünglichen Formen. Mit dem wirtschaftlichen Fortschritt sind vielfältige Infrastrukturbereiche hinzugekommen, die heute eine Voraussetzung für eine nachhaltige wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung und Wohlstand bilden. Themen wie Energieversorgung, Hochgeschwindigkeitsinternet und Gesundheits- und Bildungswesen sind heute notwendige und unerlässliche Aspekte von Infrastruktur. Neben dem Aufbau der Infrastruktur mit passenden Kapazitäten und Reserven umfasst das Thema auch den reibungslosen Betrieb und zunehmend auch die Sicherheit dieser Infrastruktur. Der »Blackout« im Januar 2026 für zehntausende Haushalte in Berlin illustriert, wie schwierig und umfangreich das Thema ist und wie stark unser Alltag von einer funktionierenden Infrastruktur abhängt. Denn nur mit einer funktionierenden und lebendigen Infrastruktur läuft es wirklich rund in Wirtschaft und Gesellschaft. Verschiedene Trends erfordern einen kontinuierlichen Ausbau und Betrieb; Innovation und Schaffung neuer Kapazitäten sind hier Themen. Und dieses weite Feld bietet auch aussichtsreiche Perspektiven für Unternehmen und Anleger. Definitionen von Infrastruktur sind so zahlreich wie ihre vielen Facetten. Gemeinsam ist, dass die Einrichtungen oder Bauten eine grundlegende Versorgung von Gesellschaft und Wirtschaft gewährleisten sollen (siehe Grafik 1).
Infrastruktur – die Welt als Dauerbaustelle
Infrastruktur ist der größte Markt der Welt und eine Daueraufgabe. Nach Erstellung und Inbetriebnahme folgen die laufende Modernisierung und Anpassung an den neuesten Stand der Technik und veränderten Kapazitätsbedarf. Wichtige gesellschaftliche Trends bedingen einen erhöhten Bedarf an Infrastruktur. Der Trend zur Urbanisierung ist eine wichtige Triebfeder. Heute lebt etwa die Hälfte der Erdbevölkerung in Städten, Tendenz klar steigend. Bevölkerungswachstum kommt in vielen Ländern hinzu. In Städten und insbesondere in den stark wachsenden Mega-Städten mit hoher Bevölkerungsdichte steigt der Bedarf an Infrastruktur überproportional.
Ein weiterer struktureller Treiber ist der technische Fortschritt. Nutzungsbedingter Verschleiß einerseits und neue Technologien andererseits erfordern regelmäßige Wartung und Erneuerung von Infrastrukturen. In Europa oder den USA ist die Basisinfrastruktur dagegen vielfach in die Jahre gekommen. Brückeneinstürze zeigen die Dringlichkeit des Problems. Ersatzmaßnahmen können nur allmählich erfolgen. Technologische Revolutionen machen aber oft auch einen abrupten Neuaufbau erforderlich. Derzeit läuft eine solche schnelle Welle mit der Digitalisierung immer weiterer Infrastrukturbereiche. Die Ausrichtung auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz bedingt zudem eine Elektrifizierungswelle, die die ganze Kette von Stromerzeugung, Kapazitätserweiterungen (infolge neuer »Stromfresser« wie Rechenzentren oder E-Mobilität) und Übertragung umkrempelt. Sichere und leistungsfähige Stromnetze sind eine elementare Notwendigkeit. McKinsey schätzt den globalen Bedarf für neue und zu erneuernde Infrastruktur bis 2040 auf unvorstellbare 106 Billionen US-Dollar. Zur Einordnung dieser gigantischen Zahl hilft vielleicht das BIP der Welt, das für 2025 auf ca. 118 Billionen US-Dollar geschätzt wird. Es wird also ungeheure Anstrengungen und eine fast zwangsläufige Priorisierung erfordern angesichts technischen Fortschritts und Klimaherausforderungen. Hierbei entfällt der Löwenanteil auf Asien, aber auch in Europa und den USA sind die Erfordernisse gewaltig (siehe Grafik 2).
»Wer soll das bezahlen, wer hat so viel Geld?«
Mit staatlichen Programmen allein lässt sich diese Ausgabe angesichts der Verschuldungssituation vieler Länder kaum stemmen. In der Bundesrepublik Deutschland wurde 2025 die Bildung eines milliardenschweren Sondervermögens für eine moderne Infrastruktur verabschiedet. Dadurch können bis 2045 zusätzliche kreditfinanzierte Investitionen von 500 Milliarden Euro in Infrastruktur und zur Erreichung der Klimaneutralität investiert werden. Auch die EU hat viele Programme in diese Richtung aufgelegt. lnfrastrukturprojekte können im Rahmen des Programms NextGenerationEU (750 Milliarden Euro) oder gezielter in Projekten wie der 7-Milliarden-Fazilität »Connecting Europe« (CEF) hier speziell für Schienennetz, See- und Flughäfen oder Verkehrssysteme, gefördert werden. In den USA gibt es bis Ende 2026 für die Ertüchtigung der Infrastruktur den lnfrastructure Investment and Jobs Act (IIJA) im Volumen von 1,2 Billionen US-Dollar. Diese hohen Summen reichen in keiner Weise für die Größe dieser Ausgabe. Neben den klassischen öffentlichen lnfrastrukturfinanzierungen werden zunehmend mehr private Investoren direkt oder indirekt in lnfrastrukturprojekte investieren (müssen). Häufig liest man in diesem Zusammenhang von Public-Private-Partnerships (PPP). Dabei kooperieren staatliche Stellen mit privaten Geldgebern. Der private Sektor übernimmt dabei oft die Konzeption, den Bau und Betrieb von lnfrastrukturmaßnahmen, während der öffentliche Sektor sich um Regulierungsaspekte kümmert. Die Finanzierung erfolgt im Mix. Dieses Modell findet sich zum Beispiel oft bei Autobahnen oder Brücken. In der Vergangenheit waren dort schon viele Unternehmen aktiv, auch börsennotierte, üblicherweise aus dem Versorgungssektor. Weitere private Investitionen können direkt oder über andere Finanzinstrumente wie Fonds (zum Beispiel European Long-Term Investment Funds oder kurz ELTIFs) oder Anleihen erfolgen. Das Wachstum der vergangenen Jahrzehnte dieser privaten Investitionen ist beeindruckend. Laut Preqin, dem größten Datenanbieter im Bereich Private Marktes, haben sich solche privaten lnfrastrukturinvestitionen seit 2010 in Europa mehr als verzehnfacht, in Nordamerika ging es um den Faktor acht voran. Auch für die nächsten fünf Jahre sagt Preqin kräftiges Wachstum voraus (siehe Grafik 3).
Infrastruktur: robust, aber nicht ohne Risiken
Mit Infrastrukturinvestments sind auch Risiken verbunden. So unterliegen die Werte der enthaltenen Projekte Schwankungsrisiken. Diese sind typischerweise in Abhängigkeit von der Finanzierung mit einem steigenden Zinsniveau verbunden. Liegen Projekte in anderen Währungsräumen, kann in Abhängigkeit von vorgenommenen Währungssicherungen ein Währungsrisiko bestehen. Hinzu kommen politische Risiken im Investitionsland, die Eigentumsund Zugangsrechte wie auch Regulierungsbedingungen betreffen können. Bei neuen Projekten bestehen zudem Entwicklungsrisiken wie beispielsweise Preisveränderungen der Baukosten sowie technische Entwicklungsschübe, die bestehende Infrastruktur teilweise oder ganz entwerten können. Darum ist bei der konkreten Investition – üblicherweise in Fondsform (ELTIF) – auf die Erfahrung des Managements, die Strategie und gute Streuung eines Fonds zu achten. Für den Anleger kommt bei dieser Anlageform die meist gegebene eingeschränkte Handelbarkeit hinzu. Wird das Infrastrukturthema über Aktien oder Aktienfonds umgesetzt, wirken diese Risiken auf den Wert der Unternehmen und damit indirekt auf den Kurs. Hinzu kommen allgemeine Aktienmarktrisiken.
Partizipieren am Aufschwung der deutschen Wirtschaft
Der SGI German Bundes Index
Eine Möglichkeit, um gezielt an der Entwicklung einer Vielzahl von Unternehmen zu partizipieren, die vom Infrastrukturprogramm der deutschen Bundesregierung und einer weiteren Erholung der deutschen Wirtschaft profitieren, bieten beispielsweise Index-Zertifikate auf spezielle Indizes. So etwa der SGI German Bundes Index. Er bildet die Wertentwicklung von zurzeit 30 Unternehmen ab, die zum Aufschwung der deutschen Wirtschaft beitragen sollen.
Tabelle 1: Indexdetails
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Name |
SGI German Bundes Index NTR* |
|---|---|
|
ISIN |
FR 001 400 Z4L 3 |
|
Auflage |
28.03.2025 (Basislevel 1.000 Indexpunkte am 05.01.2015) |
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Währung |
EUR |
|
Index-Berechnungsstelle |
Solactive AG |
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Indexüberprüfung |
Es erfolgt quartalsweise (im Januar, April, Juli und Oktober) eine Indexüberprüfung sowie eine Neugewichtung des Index. |
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Anzahl Indexmitglieder |
Derzeit 30 |
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Dividendenbehandlung |
Net Total Return Index/Netto-Performanceindex (= Ein Netto-Performanceindex bezieht im Gegensatz zum Kursindex Dividenden und Kapitalveränderungen nach Abzug von Steuern mit ein.) |
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Weitere Informationen |
Stand: 22. April 2026; Quelle: Société Générale
*Der Index enthält Transaktionskosten in Höhe von 0,10 %, die jeweils bei einer Neugewichtung des Index anfallen.
Die Indexmethodik
Als Basis für die Selektion der einzelnen Aktien liegt ein Universum von Unternehmen zugrunde, die von der Abteilung Equity Strategy Research der Société Générale analysiert werden. Um die Indexbestandteile zu ermitteln, untersucht das SG Equity Strategy Research-Team europäische Unternehmen, die strategisch ausgewählt wurden, da sie von einer Erholung der deutschen Konjunktur, sinkenden Energiepreisen und den steigenden öffentlichen Ausgaben profitieren können.
Tabelle 2: Top-15-Indexbestandteile des SGI German Bundes Index NTR
|
Unternehmen |
Branche |
Land |
Indexgewichtung |
|---|---|---|---|
|
Infineon Technologies |
IT |
Deutschland |
3,93 % |
|
Aurubis |
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe |
Deutschland |
3,92 % |
|
Siemens Energy |
Industrie |
Deutschland |
3,66 % |
|
DEUTZ |
Industrie |
Deutschland |
3,65 % |
|
Siemens |
Industrie |
Deutschland |
3,61 % |
|
thyssenkrupp |
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe |
Deutschland |
3,53 % |
|
Commerzbank |
Banken und Finanzdienstleistungen |
Deutschland |
3,45 % |
|
NKT |
Industrie |
Dänemark |
3,44 % |
|
DHL Group |
Industrie |
Deutschland |
3,37 % |
|
Nemetschek |
IT |
Deutschland |
3,36 % |
|
Buzzi |
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe |
Italien |
3,36 % |
|
Deutsche Bank |
Banken und Finanzdienstleistungen |
Deutschland |
3,36 % |
|
SPIE |
Industrie |
Frankreich |
3,36 % |
|
Elia Group |
Versorgungsbetriebe |
Belgien |
3,33 % |
|
Bilfinger |
Industrie |
Deutschland |
3,29 % |
Stand: 22. April 2026; Quelle: Société Générale
Die Darstellung der Indexkomponenten ist jeweils stichtagsbezogen und ist Änderungen unterworfen. Die gegenwärtige Gewichtung und Allokation sind keine verlässlichen Indikatoren für künftige Gewichtungen und Allokationen.
Für die Aufnahme in das Indexuniversum des SGI German Bundes Index qualifizieren sich lediglich Unternehmen, die an einer regulierten Börse in den folgenden Ländern gelistet sind:
Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, der Schweiz, Spanien, der Tschechischen Republik, der Türkei, Ungarn und dem Vereinigten Königreich.
Ausgehend von diesem Anlageuniversum erfolgt die Auswahl der Indexbestandteile nach bestimmten Kriterien. So werden für die Aufnahme in den Index nur Wertpapiere berücksichtigt, die an einem Neugewichtungstag die folgenden Voraussetzungen erfüllen:
– eine Free-Float-Marktkapitalisierung von mindestens 500 Millionen Euro
– ein durchschnittlich tägliches Handelsvolumen von mindestens 2 Millionen Euro über drei Monate
Es erfolgt quartalsweise (im Januar, April, Juli und Oktober) eine Indexüberprüfung sowie eine Neugewichtung des Index.
Grafik 4: Branchenverteilung im SGI German Bundes Index NTR
WEITERE INFORMATIONEN ZUM DEUTSCHLAND INFRASTRUKTUR Index-Zertifikat
Das Unlimited Index-Zertifikat auf den SGI German Bundes Index NTR bildet die Wertentwicklung des zugrunde liegenden Index, der eventuelle Netto-Dividenden der Indexmitglieder reinvestiert, nach Abzug der entstehenden Kosten ohne Laufzeitbegrenzung eins zu eins ab. Somit bietet das Index-Zertifikat die Möglichkeit, mit nur einem Wertpapier an der Entwicklung einer Vielzahl an Unternehmen und Segmenten zu partizipieren. Da das Zertifikat keinen Kapitalschutz hat, trägt der Anleger das Risiko, sein eingesetztes Kapital zu verlieren, wenn sich der Kurs des Index und damit der Kurs des Zertifikats verschlechtert.
Partizipations-Zertifikat
|
WKN |
Basiswert |
Laufzeit |
Berechnungsgebühr* |
Geld-/Briefkurs |
|---|---|---|---|---|
|
SGI German Bundes Index NTR |
Unbegrenzt |
0,50 % p.a. |
11,61/11,67 EUR |
Stand: 23. April 2026; Quelle: Société Générale
*Bitte beachten Sie, dass neben der Berechnungsgebühr noch weitere Gebühren, Provisionen und andere Entgelte (wie zum Beispiel Orderentgelte und Depotkosten) anfallen können, die ebenfalls die Wertentwicklung des Zertifikats mindern. Genaue Informationen zu Ihren individuellen Kosten erhalten Sie von der depotführenden Sparkasse/Bank, über die Sie die Wertpapiere erwerben.
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt zu Informationszwecken lediglich in Kurzform und stellt einen Auszug aus dem Gesamtangebot von Société Générale sowie keine Anlageempfehlung dar. Nicht währungsgesicherte Produkte unterliegen einem Wechselkursrisiko. Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN. Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern, den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere, um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.





