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Versorger: Ein Sektor unter Strom

Der jüngste Ölpreisschock macht einmal mehr die Fragilität der globalen Energieströme deutlich. Damit sich Wirtschaft und Privathaushalte auf die verlässliche und bezahlbare Lieferung von Strom, Gas und Wärme verlassen können, sind hohe Investitionen – unter anderem in die Stromnetze – erforderlich. Bei dieser Herkulesaufgabe spielen die Versorger eine zentrale Rolle.

Nachdem die USA und Israel Ende Februar gemeinsame Angriffe auf den Iran gestartet haben, schlitterte die Welt in die bereits zweite Energiekrise des laufenden Jahrzehnts. 2022 hatte die russische Invasion in die Ukraine für enorme Probleme gesorgt. Die jüngste Eskalation im Mittleren Osten samt der faktischen Blockade der Straße von Hormus hat diese Ereignisse noch einmal getoppt. Nach Ansicht der Internationalen Energieagentur (IEA) führte sie zur größten Gefährdung der weltweiten Energiesicherheit in der Geschichte.

Stattliche Outperformance
Diese Situation rückt die Versorger in den Fokus. Sie sind dafür verantwortlich, dass Unternehmen und Privathaushalte über ausreichend Gas, Wärme und Strom verfügen. Folgerichtig waren die Aktien des Sektors relativ immun gegen die mit dem Iran-Krieg einhergehende Börsenkorrektur. Während der marktbreite STOXX Europe 600 im März 2026 um annähernd 8 Prozent nachgab, schlug für den STOXX Europe 600 Utilities Index im selben Zeitraum nur ein Abschlag von 3,3 Prozent zu Buche. Kurzfristig könnten den Unternehmen die gestiegenen Rohstoff- und Strompreise in die Hände spielen. Hinzu kommt das verstärkte Bemühen vieler Länder, die Energieversorgung auf eigene, von Lieferungen aus den Ölregionen unabhängige Beine zu stellen.

Grafik 1: STOXX Europe 600 Utilities Index

Schon jetzt sind die regenerativen Energieträger unaufhaltsam auf dem Vormarsch. Im ersten Quartal 2026 deckte Ökostrom, neben Fotovoltaik zählen dazu Wind- und Wasserkraft sowie Biomasse, mehr als die Hälfte des Stromverbrauchs in Deutschland ab. »In Zeiten internationaler Krisen zeigt sich noch einmal sehr deutlich: Erneuerbare leisten einen wichtigen Beitrag gegenüber fossilen Importabhängigkeiten«, kommentierte Kerstin Andreae, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung im Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), die jüngsten Zahlen.

Enorme Investitionen
Deutschland muss viel Geld in die Hand nehmen, um die Energiewende tatsächlich zu schaffen. Laut dem EY-Fortschrittsmonitor 2025 sind bis 2030 mehr als 720 Milliarden Euro für den Netzausbau, Speicher und andere Infrastrukturen erforderlich. Diese Summe entspricht 3,2 Prozent des jährlichen Bruttoinlandsprodukts. Solche Zahlen sind kein deutsches Phänomen. Weltweit verlangt der wachsende Energiebedarf hohe Investitionen. Durch den Boom auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz (KI) wird der Druck erhöht. Die Internationale Energieagentur IEA geht davon aus, dass sich der Stromverbrauch von Rechenzentren innerhalb von zehn Jahren verdreifachen könnte.

Starkes Duo
In Deutschland und darüber hinaus stellt sich E.ON den skizzierten Herausforderungen. Der in Essen beheimatete Versorger möchte bis 2030 europaweit 48 Milliarden Euro investieren. Neben dem Ausbau und der Digitalisierung der Stromnetze stehen kundenspezifische Energielösungen, Ladeinfrastruktur, Dekarbonisierungsprojekte sowie lokale Speicher- und Heizsysteme im Fokus. Auch der Rivale RWE denkt groß. Bis 2031 möchte der zweite Versorger aus Essen 35 Milliarden Euro in die Hand nehmen, um das Portfolio für erneuerbare Stromerzeugung, Batteriespeicher und flexible Erzeugung um 25 auf rund 65 Gigawatt auszubauen. Mit dem auch für den Gewinn geltenden Wachstumshunger sowie attraktiven Dividenden punktet das heimische Duo schon jetzt bei Investoren: Im bisherigen Jahresverlauf belegen RWE und E.ON im Performance-Ranking für den DAX die Plätze 2 und 3.

Alternative Anlagelösungen
Natürlich ist die historische Entwicklung kein Garant für zukünftige Gewinne. Trotz des Momentums sind auch bei den Versorgern Rückschläge möglich. Für Anleger, die noch nicht investiert sind, könnte daher eine alternative Positionierung Sinn ergeben. Beispiel Discount-Zertifikate: Diese Derivate bringen einen vergünstigten Einstieg mit der Chance auf eine attraktive Seitwärts- respektive Maximalrendite zusammen.

Produktidee: DISCOUNT-ZERTIFIKATE AUF VERSORGER-AKTIEN

Discount-Zertifikate

WKN

Basiswert

Cap

Discount

Max. Rendite p.a.

Bewertungstag

Geld-/Briefkurs

FD1 6UU

E.ON

18,00 EUR

13,48 %

9,77 %

19.03.2027

16,50/16,51 EUR

FD6 0U6

E.ON

20,00 EUR

8,35 %

15,47 %

19.03.2027

17,48/17,49 EUR

FD6 A6L

RWE

58,00 EUR

13,03 %

12,38 %

19.03.2027

52,02/52,05 EUR

FD6 R8W

RWE

60,00 EUR

11,33 %

14,17 %

19.03.2027

53,03/53,06 EUR

Stand: 23. April 2026; Quelle: Société Générale

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