Editorial
Liebe Leser,
künstliche Intelligenz gilt als die prägende Technologie unseres Jahrzehnts. In der öffentlichen Wahrnehmung dreht sich dabei vieles um große Sprachmodelle, Chips und Softwareplattformen. Doch wer genauer hinschaut, erkennt: Die eigentliche Revolution entsteht eine Ebene darunter – dort, wo Beton gegossen, Kabel verlegt und Stromnetze ausgebaut werden. Denn ohne diese physische Basis bleibt auch die fortschrittlichste KI nur Theorie.
Unser Titelthema wirft deshalb einen gezielten Blick auf diese oft unterschätzte Dimension. Der globale Wettlauf um künstliche Intelligenz ist längst zu einem Infrastruktur-Superzyklus geworden. Milliarden fließen nicht nur in Rechenleistung, sondern in Rechenzentren, Energieversorgung, Kühlung und Netzwerke. Es ist die physische Grundlage der digitalen Welt – und sie wächst in einem rasanten Tempo, das neue Märkte entstehen lässt und bestehende Industrien grundlegend verändert.
Während Halbleiter- und Softwareunternehmen im Rampenlicht stehen, agieren im Hintergrund zahlreiche Akteure, die die entscheidenden Voraussetzungen schaffen. Sie liefern gewissermaßen die »Schaufeln« für den KI-Goldrausch – und profitieren davon, dass sich die Wertschöpfung zunehmend in die Infrastruktur verschiebt.
Wer zu dieser zweiten Reihe gehört, welche Rolle klassische Industrieunternehmen dabei spielen und vor welchen Herausforderungen sie stehen, lesen Sie hier.
Wir wünschen Ihnen eine interessante Lektüre.
