Märkte

Saisonale DAX-Verschnaufpause noch nicht vorbei

Hohe Öl-, Benzin- und Gaspreise, steigende Leitzinsen und höhere Anleiherenditen haben in den vergangenen Wochen die Stimmung am deutschen Aktienmarkt getrübt. Die saisonale DAX-Verschnaufpause wird sich wahrscheinlich auch wegen der anstehenden US-Zwischenwahlen fortsetzen. Mittelfristig dürften jedoch die Kurse am deutschen Aktienmarkt dank wachsender Unternehmensgewinne wieder steigen, da wir für die Notenbanken im Euroraum und in den USA nur moderat steigende Leitzinsen prognostizieren.

In den vergangenen Wochen sahen sich DAX-Investoren mit einer Vielzahl von Belastungsfaktoren konfrontiert. So kletterte der Brent-Ölpreis wegen des anhaltenden Iran-Kriegs wieder über die Marke von 100 US-Dollar je Barrel, und die Benzin- und Gaspreise stiegen deutlich. Aufgrund der zunehmenden Inflationsrisiken hat die Europäische Zentralbank ihren Einlagensatz von 2,25 auf 2,50 Prozent erhöht, und in den USA hat die Notenbank die Obergrenze ihrer Leitzinsspanne von 3,75 auf 4,00 Prozent angehoben. An den Terminmärkten sind für beide Notenbanken für die kommenden Quartale jeweils mindestens drei weitere Leitzinserhöhungen eingepreist. In diesem Umfeld kamen die Anleihemärkte unter Druck, und 10-jährige Staatsanleihen bieten mittlerweile in Deutschland eine Rendite von 3,5 Prozent und in den USA von 5,2 Prozent (Stand: 14. Oktober 2026).

Die derzeitige saisonale DAX-Verschnaufpause dürfte sich zunächst fortsetzen. So wird die Lage im Nahen Osten wohl sehr unsicher bleiben, sodass sich Öl, Benzin und Gas kurzfristig voraussichtlich nicht signifikant verbilligen werden. In diesem Umfeld dürften die Leitzinserwartungen für die Notenbanken und die Renditen für Staatsanleihen auf den erreichten hohen Niveaus verharren. Inflations- und Zinssorgen werden damit womöglich die wahrscheinlich positiven Impulse der Berichtssaison für das dritte Quartal 2026 überlagern. Zudem steht mit den US-Zwischenwahlen am 3. November 2026 ein politischer Unsicherheitsfaktor ins Haus. An den Wettbörsen liegt die Wahrscheinlichkeit, dass die Demokraten die Mehrheit im Repräsentantenhaus gewinnen, zurzeit bei 91 Prozent – doch dieser Wahlsieg wird schon seit Langem erwartet. Für viele Investoren wäre es dagegen eine unerwartete Wendung, wenn die Demokraten auch den Senat auf ihre Seite ziehen würden. Momentan wird an den Wettmärkten eine Wahrscheinlichkeit von 64 Prozent für dieses Wahlszenario gepreist – vor einem Jahr lag die Wahrscheinlichkeit noch unter 30 Prozent (siehe Grafik 1).

Grafik 1: Die Wettbörsen sehen Wahrscheinlichkeit von 64 Prozent, dass die Demokraten auch den Senat holen

Wahrscheinlichkeiten an der Polymarkets-Wettbörse für einen Wahlsieg der Demokraten

Manche Investoren befürchten deutliche Kursrückgänge am US-Aktienmarkt, falls die Demokraten die Wahlen für beide Kammern gewinnen sollten. So dürfte bei diesem Wahlausgang die derzeitige Protestbewegung von US-Bürgerinitiativen, den dynamischen Ausbau von KI-Rechenzentren wegen der Gefahr steigender Stromkosten, eines großen Wasserbedarfs und starken Lärms zu bremsen oder zu verhindern, dank der Unterstützung durch die Demokraten deutlich an Kraft gewinnen. Da der Ausbau der KI-Infrastruktur derzeit weltweit ein starker Treiber für die Unternehmensgewinne ist, würde ein Wahlsieg der Demokraten in beiden Kammern und ein damit drohendes gebremstes Tempo beim KI-Infrastrukturaufbau in den USA den Ausblick für die Aktienmärkte zwischenzeitlich eintrüben. Die ausgeprägte politische Unsicherheit in den USA dürfte zwischenzeitlich auch auf den deutschen und den europäischen Aktienmarkt abstrahlen. Zudem ist auch in Europa die politische Unsicherheit zuletzt gestiegen, insbesondere mit Blick auf Frankreich und die Wahlen dort im kommenden Jahr. Die Rendite 10-jähriger französischer Staatsanleihen liegt mittlerweile 140 Basispunkte über der Rendite deutscher Anleihen (Stand: 14. Oktober 2026).

Auf mittel- bis langfristige Sicht sind wir überzeugt, dass die genannten politischen Risikofaktoren das robuste Wachstum der Weltwirtschaft nicht aufhalten werden. In unserem Konjunkturszenario wird die Weltwirtschaft auch in den kommenden Quartalen weiter wachsen und nominal mit einer Rate von 6 bis 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr zulegen. So ist unserer Meinung nach die Geldpolitik sowohl im Euroraum mit einem Einlagensatz von 2,50 Prozent als auch in den USA mit einem Leitzins (Obergrenze) von 4,00 Prozent derzeit von einem restriktiven Leitzinsniveau entfernt.

Auch die KI-Sonderkonjunktur mit dem Ausbau der KI-Infrastruktur dürfte die Weltwirtschaft in den kommenden Quartalen weiter anschieben. Zudem werden in China die Regierung und die Notenbank wahrscheinlich Maßnahmen ergreifen, um die zuletzt schwache Inlandskonjunktur anzukurbeln. Uns stimmt zudem zuversichtlich, dass das Gewinnrevisionsmomentum für die 40 DAX-Unternehmen weiter positiv ist. Im vergangenen Quartal haben die Analysten für 26 DAX-Unternehmen ihre Prognosen für den Gewinn je Aktie im Jahr 2026 erhöht, während nur 14 Unternehmen sinkende Gewinnerwartungen hatten (siehe Tabelle 1). Mögliche DAX-Konsolidierungen von 5 bis 10 Prozent im Herbst 2026 stufen wir daher weiterhin als Gelegenheiten ein, Positionen in deutschen Aktien nochmals leicht aufzustocken.

Stand: 14. Oktober 2026; Quelle: FactSet-Markterwartungen, Commerzbank Research. KGV = Kurs-Gewinn-Verhältnis. Prognosen sind kein Indikator für die künftige Entwicklung.

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WKN

Basiswert

Cap

Discount

Max. Rendite p.a.

Bewertungstag

Geld-/Briefkurs

FG4 HPD

DAX

25.300,00 Pkt.

9,14 %

8,43 %

17.12.2027

230,23/230,24 EUR

FG1 F62

RWE

60,00 EUR

10,50 %

14,64 %

17.12.2027

51,18/51,21 EUR

FG1 AGY

BASF

53,00 EUR

11,76 %

13,77 %

17.12.2027

45,60/45,63 EUR

FG1 D4V

Daimler Truck

42,00 EUR

12,43 %

15,33 %

17.12.2027

35,58/35,60 EUR

FG8 9WJ

Brenntag

60,00 EUR

14,37 %

11,54 %

17.12.2027

52,81/52,85 EUR

FG1 ND8

Siemens Healthineers

42,00 EUR

11,30 %

11,37 %

17.12.2027

37,04/37,06 EUR

FG1 F0U

Merck KGaA

140,00 EUR

13,92 %

10,86 %

17.12.2027

124,11/124,18 EUR

Faktor-Optionsscheine

WKN

Basiswert

Strategie

Faktor

Laufzeit

Geld-/Briefkurs

SD1 XA0

DAX

Long

4

Unbegrenzt

2,66/2,67 EUR

SJ6 VKB

DAX

Short

–4

Unbegrenzt

2,66/2,67 EUR

SB0 CE3

RWE

Long

4

Unbegrenzt

7,52/7,55 EUR

FE2 BBN

RWE

Short

–4

Unbegrenzt

6,61/6,63 EUR

SN4 MAG

BASF

Long

4

Unbegrenzt

4,02/4,03 EUR

FD9 0CU

BASF

Short

–4

Unbegrenzt

4,32/4,33 EUR

SN2 U0L

Daimler Truck

Long

4

Unbegrenzt

2,82/2,83 EUR

FA7 MAW

Daimler Truck

Short

–4

Unbegrenzt

3,85/3,86 EUR

SB0 CDM

Brenntag

Long

4

Unbegrenzt

1,52/1,53 EUR

FE2 692

Brenntag

Short

–4

Unbegrenzt

4,77/4,81 EUR

FA7 0GM

Siemens Healthineers

Long

4

Unbegrenzt

3,82/3,84 EUR

SV4 R4D

Siemens Healthineers

Short

–4

Unbegrenzt

4,37/4,39 EUR

SU6 AMJ

Merck KGaA

Long

4

Unbegrenzt

2,30/2,31 EUR

SY6 KUZ

Merck KGaA

Short

–4

Unbegrenzt

2,66/2,67 EUR

Stand: 22. Oktober 2026; Quelle: Société Générale

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