Märkte
Iran-Krieg wird zum Risiko für die DAX-Gewinnperspektiven
Der deutsche Aktienmarkt kam mit dem Beginn des Iran-Kriegs unter Druck, da die hohen Energiepreise den bislang optimistischen 2026er-Ausblick für die DAX-Unternehmensgewinne trüben. Wir gehen in unserem Basisszenario von einem nur mehrere Wochen sich hinziehenden Iran-Krieg aus, sodass wir mögliche DAX-Konsolidierungen von 10 Prozent in den derzeit wahrscheinlich turbulenten Wochen als Nachkaufgelegenheiten einstufen.
Seit dem Angriff Israels und der USA auf den Iran Ende Februar stehen die Aktienmärkte in Europa unter Druck. So verlor der DAX in der ersten Märzhälfte 7 Prozent, und auch der EURO STOXX 50 korrigierte um 6 Prozent. Die Indizes gaben damit ihre bisherigen 2026er-Kursgewinne wieder ab. Der europäische Aktienmarkt litt stark unter den Sorgen der Anleger, der Iran-Krieg könne zu einer langanhaltenden Energiekrise mit hohen Öl- und Gaspreisen führen. In den ersten Kriegswochen zeichnete sich keine schnelle Lösung ab, wie der für den globalen Energiehandel wichtige Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus wieder Fahrt aufnehmen könnte.
Die US-Aktienmärkte reagierten etwas robuster auf den Kriegsbeginn. Der S&P 500 verlor in den ersten zwei Märzwochen 3 Prozent. Die etwas widerstandsfähigere Entwicklung der US-Märkte liegt zum einen wohl daran, dass der S&P 500 – im Gegensatz zu den europäischen Aktienmärkten – recht schwach in das Börsenjahr 2026 gestartet war. Zum anderen haben sich die USA von einem großen Ölimporteur zu einem Ölexporteur entwickelt. Vor 20 Jahren mussten sie noch täglich 14 Millionen Barrel Öl pro Tag importieren. Die US-Konjunktur ist damit bei Weitem nicht mehr so anfällig für Krisen auf den globalen Energiemärkten. Der Iran-Krieg und die steigenden Energiepreise sind neue Risikofaktoren, die die optimistischen Analystenerwartungen für die DAX-Unternehmensgewinne bedrohen. So gehen sie derzeit davon aus, dass die DAX-Unternehmen im Geschäftsjahr 2026 zusammen einen Gewinn von umgerechnet 1.657 Indexpunkten erzielen. Damit wären die Gewinne 9,1 Prozent höher als im Geschäftsjahr 2025 (siehe Grafik 1). Bei ihren Gewinnprognosen gehen die Analysten davon aus, dass die DAX-Unternehmen 2026 ihre Umsätze um 3,1 Prozent steigern und sich die Nachsteuer-Gewinnmarge von 6,9 auf 7,3 Prozent verbessert.
Grafik 1: Iran-Krieg gefährdet Analystenprognosen, dass DAX-Unternehmensgewinne 9,1 Prozent wachsen
Bei einem länger anhaltenden Iran-Krieg mit hartnäckig hohen Energiepreisen werden die Unternehmensanalysten wohl bald ihre Prognose eines DAX-Umsatzwachstums von 3,1 Prozent nach unten revidieren müssen. So gehen unsere Volkswirte davon aus, dass die Konjunktur im Euroraum im Sommer um bis zu 0,4 Prozentpunkte schwächer wachsen dürfte als bisher prognostiziert, sollte der Ölpreis nun für längere Zeit im Bereich von 100 US-Dollar verharren. In diesem Risikoszenario halten wir es für wahrscheinlich, dass die Prognose der DAX-Unternehmensanalysten für das DAX-Umsatzwachstum schrittweise Richtung 0 Prozent fallen dürfte. Zudem dürften hohe Energiepreise mittelfristig für viele DAX-Unternehmen die Input-Kosten erhöhen, beispielsweise in der deutschen Chemieindustrie. Bei einer längeren Kriegsdauer müssen die Analysten wohl schon bald beginnen, ihre optimistische Prognose einer von 6,9 auf 7,3 Prozent wachsenden DAX-Nachsteuer-Gewinnmarge schrittweise nach unten anzupassen. Wir werden daher in den kommenden Wochen die Gewinnrevisionen der Analysten für die DAX-Unternehmen genau beobachten. Zuletzt haben die Analysten nur für zehn DAX-Unternehmen ihre Gewinnerwartungen für 2026 nach oben revidiert, während 30 Unternehmen fallende Gewinnerwartungen hatten (siehe Tabelle 1). Wir sind mit einem vorsichtigen Optimismus ins DAX-Jahr 2026 gegangen, und wir erwarten ein moderates Wachstum der DAX-Unternehmensgewinne von 4 bis 6 Prozent. Mit dem Iran-Krieg und den stark steigenden Energiepreisen sind nun Risikofaktoren aufgetaucht, die unser leicht optimistisches Bild gefährden.

Stand: 12. März 2026; Quelle: FactSet-Markterwartungen, Commerzbank Research. KGV = Kurs-Gewinn-Verhältnis. Prognosen sind kein Indikator für die künftige Entwicklung.
In unserem Basisszenario gehen wir jedoch davon aus, dass der Iran-Krieg doch nur wenige Wochen dauern wird. So ist der Iran wohl mittelfristig wieder auf die Deviseneinnahmen durch Ölexporte durch die Straße von Hormus angewiesen, da er bislang täglich durchschnittlich 1,7 Millionen Barrel Öl vor allem Richtung Asien geliefert hat. Auch China, das ungefähr 40 Prozent der durch die Straße von Hormus verschifften Öllieferungen bekommt, dürfte auf einen kurzen Krieg drängen. Und US-Präsident Donald Trump wird mit Blick auf die US-Zwischenwahlen im November bestrebt sein, dass der Iran-Krieg und die Phase hoher Öl- und Gaspreise nur von kurzer Dauer sind. Daher bleiben wir bei unserer Einschätzung für das Börsenjahr 2026, dass in den kommenden wahrscheinlich turbulenten Wochen mögliche DAX-Konsolidierungen von 10 Prozent Nachkaufgelegenheiten für DAX-Investoren sind.
In einem Risikoszenario mit einem unerwartet lange anhaltenden Iran-Krieg und hartnäckig hohen Ölpreisen im Bereich von 100 US-Dollar und mehr sehen wir die Gefahr, dass die DAX-Unternehmensgewinne 2026 trotz XXL-Fiskalpaket der deutschen Regierung nicht steigen und damit erneut enttäuschen werden. In diesem Risikoszenario würde sich eine DAX-Korrektur wohl über mehrere Monate hinziehen, und der DAX könnte nach unserer Einschätzung zwischenzeitlich bis zu 20 Prozent seines Allzeithochs verlieren.
Produktidee: Partizipieren Sie an der Entwicklung des DAX und ausgewählter Einzelaktien
Nutzen Sie die Einschätzungen unserer Experten und partizipieren Sie an der Entwicklung des DAX und ausgewählter Einzeltitel. Ein Überblick über das gesamte Produktspektrum an Zertifikaten und Optionsscheinen steht Ihnen im Internet unter www.sg-zertifikate.de zur Verfügung.
Discount-Zertifikate
|
WKN |
Basiswert |
Cap |
Discount |
Max. Rendite p.a. |
Bewertungstag |
Geld-/Briefkurs |
|---|---|---|---|---|---|---|
|
DAX |
22.200,00 Pkt. |
9,24 % |
11,42 % |
19.03.2027 |
199,07/199,08 EUR |
|
|
Siemens Energy |
126,00 EUR |
8,84 % |
19,17 % |
19.03.2027 |
105,55/105,61 EUR |
|
|
RWE |
54,00 EUR |
14,51 % |
13,17 % |
19.03.2027 |
47,63/47,66 EUR |
|
|
Deutsche Börse |
235,00 EUR |
12,63 % |
10,65 % |
19.03.2027 |
212,12/212,13 EUR |
|
|
Infineon |
35,00 EUR |
22,15 % |
17,11 % |
19.03.2027 |
29,83/29,85 EUR |
|
|
MTU |
295,00 EUR |
16,27 % |
13,92 % |
19.03.2027 |
258,54/258,68 EUR |
|
|
GEA Group |
60,00 EUR |
10,26 % |
11,39 % |
19.03.2027 |
53,78/53,81 EUR |
Faktor-Optionsscheine
|
WKN |
Basiswert |
Strategie |
Faktor |
Laufzeit |
Geld-/Briefkurs |
|---|---|---|---|---|---|
|
DAX |
Long |
4 |
Unbegrenzt |
4,53/4,54 EUR |
|
|
DAX |
Short |
–4 |
Unbegrenzt |
9,14/9,15 EUR |
|
|
Siemens Energy |
Long |
4 |
Unbegrenzt |
13,38/13,42 EUR |
|
|
Siemens Energy |
Short |
–4 |
Unbegrenzt |
4,45/4,47 EUR |
|
|
RWE |
Long |
4 |
Unbegrenzt |
8,92/8,95 EUR |
|
|
RWE |
Short |
–4 |
Unbegrenzt |
1,80/1,81 EUR |
|
|
Deutsche Börse |
Long |
4 |
Unbegrenzt |
4,09/4,10 EUR |
|
|
Deutsche Börse |
Short |
–4 |
Unbegrenzt |
6,72/6,74 EUR |
|
|
Infineon |
Long |
4 |
Unbegrenzt |
4,04/4,05 EUR |
|
|
Infineon |
Short |
–4 |
Unbegrenzt |
4,82/4,83 EUR |
|
|
MTU |
Long |
4 |
Unbegrenzt |
3,71/3,73 EUR |
|
|
MTU |
Short |
–4 |
Unbegrenzt |
5,10/5,12 EUR |
|
|
GEA Group |
Long |
4 |
Unbegrenzt |
25,33/25,50 EUR |
|
|
GEA Group |
Short |
–4 |
Unbegrenzt |
5,51/5,55 EUR |
Stand: 23. März 2026; Quelle: Société Générale
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt zu Informationszwecken lediglich in Kurzform und stellt einen Auszug aus dem Gesamtangebot von Société Générale sowie keine Anlageempfehlung dar. Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN. Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern, den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere, um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.


