Märkte

Microsoft – Milliardenschwere Investitionen in Künstliche Intelligenz

Microsoft bleibt führender Software-Anbieter mit weltweit hohen Marktanteilen bei Betriebssystemen und Anwendungsprogrammen. Der Konzern setzt verstärkt auf die Cloud in Kombination mit einer Vielzahl an Software- und Hardwareprodukten. Integrierte Anwendungen unter KI-Einbindung unterstützen die hohen Wachstumsambitionen. Das breit aufgestellte Geschäftsportfolio hilft dem IT-Allrounder auch in konjunkturell schwierigen Zeiten. Das Chance-Risiko-Profil bleibt sehr aussichtsreich.

Zentraler Player auf dem weltweiten Computermarkt
Der PC-Markt war und ist für Microsoft über einen langen Zeitraum hinweg eine überaus beeindruckende Cash-Maschine. Bei PC-Betriebssystemen (»Windows«) und bei den vielfältigen Büroanwendungen (»Microsoft 365«, vormals »Office«) ist Microsoft marktführend. Allerdings zeigten die weltweiten Absatzzahlen für Desktop-PCs und Notebooks bzw. die einhergehenden Softwareumsätze in ihrer Gesamtheit viele Jahre hinweg nur noch wenig Dynamik, was sich dann aber spätestens mit Beginn der Coronapandemie schlagartig änderte.

Hohe Investitionen im Cloud-Computing
Wie sich der Trend zum Cloud-Computing mit zentral vorgehaltenen Programmen auf Microsoft langfristig auswirkt, wird dank intensiver Investitionen des Unternehmens in diese Aktivitäten zunehmend sichtbar. Mit dem Produkt »Azure« kann Microsoft in einem zunehmend nachgefragten Umfang Kunden Hardware bzw. Plattformen oder auch Software und Services über die »Datenwolke« bereitstellen.

Kooperationen, wie zum Beispiel mit Oracle, sollen zusätzlich helfen. Microsoft geht neue Wege, Cloud- und Mobile-Anwendungen werden auch mehr und mehr für externe Programmierer und Produktentwickler geöffnet. Damit ergeben sich weitere große Potenziale. Bereits jetzt zeigt sich, dass Microsoft in diesem sich rasant wandelnden Technologieumfeld ganz vorn dabei ist. Die weltweite Nachfrage nach sogenannten Public-Cloud-Angeboten steigt inzwischen rasant an. Daher errichtet Microsoft ständig neue Rechenzentren, um dem Kapazitätsausbau Rechnung zu tragen.

Microsoft erwarb den Karriere-Netzwerkbetreiber LinkedIn
Microsoft nutzte eine deutliche Kursschwäche bei LinkedIn und verschaffte sich 2016 im Rahmen einer 26-Milliarden-US-Dollar schweren Übernahme den Zugriff auf über 430 Millionen Nutzer des Business-Netzwerks. Im Zuge der Integration setzt Microsoft seitdem auf hohe Kosteneinsparpotenziale und Synergieeffekte durch den verstärkten Einsatz seiner Cloud- und Datacenterprodukte. Skype, das Sprachassistenzsystem Cortana oder auch Anwendungen für Künstliche Intelligenz können in neuer Qualität besser vernetzt werden. Inzwischen wird LinkedIn bei einer hohen Anzahl von Geschäftskunden als ideale Werbeplattform (vor allem für Softwareprodukte wie zum Beispiel Office 365) genutzt.

Grafik 1: Wertentwicklung Microsoft

Windows 11 wird das gängige Betriebssystem
Sechs Jahre nach der Vorgängerversion stellte Microsoft im Jahr 2021 das überarbeitete PC-Betriebssystem Windows 11 offiziell vor. Während der Coronapandemie ist die Nutzung von Videokonferenzen und Computerspielen stark gestiegen. Eine der zentralen Neuerungen war dabei, dass die Teams-Software für Videokonferenzen und Zusammenarbeit im Büro zentral integriert und damit spürbar aufgewertet wurde.

Über eine neue Xbox-App wird gleichzeitig das hauseigene Spiele-Abo Games Pass einbezogen. Ebenfalls wurden diverse Bedienelemente neu entworfen. Hierzu zählen der Start-Button und die diesbezüglichen Menüs, die jetzt standardmäßig in der Mitte der Taskleiste und nicht mehr am Rand zu finden sind. Das neue Windows wird damit auch das hybride Arbeiten zwischen Büro und Homeoffice weiter vereinfachen.

Milliardenschwere Investitionen für den Ausbau der Anwendungen im Bereich Künstliche Intelligenz
Microsoft hatte Anfang 2023 im Rahmen einer frühen Finanzierungsrunde rund 10 Milliarden US-Dollar in die Forschung und den Ausbau neuer KI-Technologien investiert, was erstmals auf dem Kapitalmarkt für viel Aufmerksamkeit sorgte. Die Beteiligung bezog sich auf OpenAI, das Unternehmen kam damit zunächst auf eine noch vergleichsweise moderate Bewertung von ca. 29 Milliarden US-Dollar. Microsoft hatte im Zuge der Transaktion einen 49-prozentigen Anteil erhalten und soll seitdem überproportional an künftigen Gewinnen beteiligt sein.

Microsoft hatte früh das Potenzial des Projekts erkannt und war schon 2019 (mit ca. 1 Milliarde US-Dollar) und 2021 (ca. 2 Milliarden US-Dollar) beim Start-up eingestiegen. Inzwischen hat das Unternehmen – neben anderen Kapitalgebern – längst viele weitere Milliarden US-Dollar investiert. Im Sommer/Herbst 2024 lag die Bewertung von OpenAI bereits bei deutlich über 100 Milliarden US-Dollar, zurzeit liegt der geschätzte Wert schon bei rund 500 Milliarden US-Dollar. OpenAI sieht sich eigenen Angaben zufolge als ein KI-Forschungs- und Entwicklungsunternehmen, das die Mission verfolgt, die allgemeine künstliche Intelligenz »der gesamten Menschheit« zugutekommen zu lassen. Microsoft wird im Rahmen dieser Zukunftsinvestition aber vor allem die eigenen wirtschaftlichen Interessen verfolgen. Unterstützt wird OpenAI mit Rechenkapazitäten bzw. Cloud-Diensten, Microsoft hat sich im Gegenzug exklusive Nutzungsrechte an einer Vielzahl an OpenAI-Applikationen – unter anderem ChatGPT – gesichert. Schnell wurde damit begonnen, die KI-Funktionalitäten in erste verschiedene Microsoft-Anwendungen zu integrieren.

Der Copilot als zentrales Element der bislang erfolgreichen KI-Strategie
Der Copilot ist bei Microsoft inzwischen zum zentralen Leuchtturmprojekt innerhalb der gesamten KI-Strategie und damit zu einem Basis-Anwenderprodukt entwickelt worden. Vereinfacht gesagt sind die unterschiedlichen Copilot-Assistenzfunktionen zu endnutzergeeigneten KI-Lösungen mit Chat-Oberfläche (auf Basis natürlicher Spracheingabe) mit jeweils unterlegtem Sprachmodell (Large Language Model, LLM) geworden. Eine Vielzahl bereits integrierter Copiloten findet sich übergreifend in der Produktpalette wieder und reicht von Installationen bei Bing, Edge, Windows 11 über Dynamics 365 bzw. Microsoft 365 bis hin zu den Security-Lösungen. Nachfolgend ein Überblick über die wichtigsten von Microsoft bereits erschlossenen Anwendungsgebiete bzw. die diesbezüglichen Möglichkeiten:

Copilot für den Einsatz im Internet (Web), in Windows und Microsoft 365
Anfang 2023 startete Microsoft zunächst mit der neuen Version der KI-unterstützten Internetsuchmaschine Bing. Für die komplexeren Aufgaben wurde Bing Chat entwickelt, die Anwendung basierte auf den Sprachprogrammen ChatGPT bzw. GPT-4. Nach einer erfolgreichen mehrmonatigen Einführungsphase wurde Bing Chat bzw. die für Firmenkunden aufgesetzte Version Bing Chat Enterprise in die Copiloten-Versionen umbenannt. Erhält der Copilot eine Fragestellung, durchsucht er das Internet nach Ergebnissen und liefert eine adäquate Antwort, zum Beispiel in Textform. Auch sind unter anderem Lösungen in Bild- oder Videogestaltung oder fertige Programmiercodes möglich.

Microsoft hat den Einsatz des Copiloten längst für das Betriebsprogramm Windows freigegeben. Damit ergeben sich unter Windows 11 viele neue Interaktionsmöglichkeiten mit KI-Unterstützung. Über die Funktionen des Copiloten der Web-Version hinaus werden in den Anwendungen, Programmen und Fenstern Arbeitsvorgänge und Aufgabenstellungen am PC vereinfacht. Der Zugriff erfolgt zunächst (noch) über eine Tastenkombination, die Einführung einer eigenen »Copilot-Taste« auf der Tastatur steht jedoch unmittelbar bevor. Flächendeckend eingeführt wurde der Copilot für Microsoft 365 Ende 2023. Die diesbezüglichen Leistungen basieren auf der Kombination der großen KI-Sprachmodelle, Microsoft-Datenquellen und der Einbindung der Microsoft-365-Apps. Der Copilot verarbeitet Sprach- und Textbefehle insbesondere für die Anwendungen Word, Excel, PowerPoint, Teams und Outlook. Beispielsweise ist der PowerPoint-Copilot in der Lage, Präsentationen auf Basis einer einfachen Anfrage selbstständig zu erstellen, und Inhalte anderer Dokumente und Quellen könnten automatisch hinzugeführt werden. Der Copilot für Outlook bzw. Teams hilft, Besprechungen vorzubereiten, abzuhalten und nachträgliche Aufgaben zu erledigen. Microsoft Chat 365 ist ein für den Nutzer umfassend begleitender Assistent, der bei unterschiedlichen Büroarbeiten hilft, bis hin zur Organisation von Geschäftsreisen.

Copilot für Enterprise (vormals Bing Chat Enterprise) – Lösungen für Microsoft Dynamics, Microsoft Viva und im Bereich Security
Die KI-Funktionen und damit auch der Copilot sind inzwischen fester Bestandteil in den neueren Versionen, die Firmenkunden im Bereich Microsoft 365 (zum Beispiel Business Standard/Business Premium) verwenden. Microsoft garantiert den Kunden cloud-basierte Zugriffslösungen (in der Regel auf Azure) unter Einbindung generativer KI, während weiterhin die Sicherheit sensibler Geschäftsdaten gesichert wird. Abfragen werden nicht gespeichert und die Daten und Informationen setzt Microsoft nicht für weitere Trainings der KI-Grundlagenmodelle ein.

Für die Dynamics-365-Programmwelt hat Microsoft ebenfalls den Copiloten weiterentwickelt. Die Funktionen unterstützen die klassischen CRM- und ERP-Anwendungsprogramme und helfen, Aufgaben und Prozesse in Vertrieb, Service, Marketing, Personalwesen sowie die allgemeine Organisation des Unternehmensbetriebs und der Lieferketten zu verbessern. Eine weitere Funktion kombiniert generative KI und »Mixed Reality«-Dateninput. Ein Anwender in der Produktion erhält Unterstützung durch Sprachanweisungen und Hologramme, um komplexe Aufgabenstellungen zu lösen.

Die Applikation Viva, basierend auf der Kombination von Microsoft 365 und den Viva-Apps, kann beispielsweise Führungskräften bei der Vorbereitung und der anschließenden Kommunikation von Themen im Dialog mit den Mitarbeitern helfen. Der Copilot schlägt zum Beispiel objektivierte Kernresultate bzw. Aufgaben vor, die auf Basis eines Geschäftsplans und/oder eines Strategiepapiers erstellt worden sind. Auch spätere automatisierte Überwachungsmechanismen und -funktionen sind verfügbar.

Viva Learning stellt spezifische Lernsammlungen und -programmabläufe bereit, die auf die individuellen Entwicklungsbedürfnisse der Mitarbeiter zugeschnitten sind. Der Security-Copilot soll den Sicherheitsbeauftragten bzw. den in den Unternehmen verantwortlichen Mitarbeitern als schneller und zeitsparender KI-Assistent Problemlösungsvorschläge anbieten. Komplexe Abfragen bzw. Sicherheitsvorfälle werden unter Berücksichtigung global verfügbarer Informationen und der Security-Datenbank von Microsoft analysiert und hilfreiche Cyber-Abwehrmaßnahmen lassen sich zeitoptimiert generieren.

Microsoft 365 mit und ohne Teams, um drohende Auflagen bzw. Strafzahlungen zu verhindern
Microsoft hat auf ein Untersuchungsverfahren der EU-Kommission reagiert und entkoppelt die Video-App Teams vom erfolgreichen Office-Programm Microsoft 365. Unternehmenskunden können entsprechend ab Oktober im EU-Raum und in der Schweiz ein kostengünstigeres Abonnement ohne die App abschließen, Teams kostenpflichtig behalten oder zu einem anderen Anbieter wechseln. Außerdem teilte Microsoft mit, das Zusammenwirken von Microsoft 365 mit anderen Diensten künftig deutlich verbessern zu wollen. Damit sollen Wettbewerber, die Microsoft-Lösungen in ihre eigenen Programme und Dienste integrieren bzw. damit kombinieren wollen, bald mehr Möglichkeiten an die Hand gegeben werden.

Das angekündigte Maßnahmenpaket soll proaktiv den Vorwürfen wegen wettbewerbsschädigenden Verhaltens entgegenwirken und mögliche Auflagen und/oder sogar hohe Strafzahlungen verhindern. Kurios, am Ende könnte die Angelegenheit für Microsoft sogar so ausgehen, dass für Teams ein Preis verlangt werden muss/kann, der sich an den Angeboten konkurrierender Messaging-Dienste (unter anderem Slack/Zoom) orientieren müsste. Damit könnten die Kartellwächter Microsoft indirekt dazu verhelfen, letztendlich sogar mehr Geld verdienen zu können.

Teams hat sich im Zusammenspiel mit Office längst zur erfolgreichen Standardanwendung bei Telefon- und Videokonferenzübertragungen entwickelt, und Kunden sind wahrscheinlich sogar bereit, (etwas) mehr zu zahlen, als zu einem anderen Anbieter zu wechseln. Unabhängig davon, auch ohne Teams bleibt Microsoft 365 das beliebteste (bzw. unvermindert stark nachgefragte) Programm für den Einsatz bei allgemeinen Büroanwendungen in Unternehmen. Zuletzt wurden auch hier KI-Funktionalitäten eingebaut, die die Gesamtattraktivität nochmals erhöht haben. Ob der Vorstoß von Microsoft ausreicht, Teams zu separieren, um die Bedenken der Aufsicht (sowie der Wettbewerber) zu entkräften, bleibt jedoch sehr fraglich.

Streit mit OpenAI über die gemeinsame Zukunft ist beendet
Lange Zeit herrschte Uneinigkeit zwischen Microsoft und OpenAI, wie künftig der gemeinsame Weg der bestehenden Partnerschaft ausgestaltet werden soll. Unklarheit – auch mit Blick auf aufkommende wettbewerbsrechtliche Bedenken – bestand darüber, wie stark kommerziell OpenAI langfristig aufgestellt werden soll und welche Beteiligungshöhe von Microsoft am Ende sinnvoll für beide Partner ist. Microsoft hat sein Beziehungsgeflecht mit der KI-Tochter OpenAI nun neu sortiert und die vorhandenen bzw. monatelangen Unsicherheiten mit einem positiven Verhandlungsergebnis beenden können. Der den Microsoft-Aktienkurs belastende Überhang dürfte damit auch vom Tisch sein. Im Kern sichert sich Microsoft notwendige IP-Rechte sowohl für OpenAI-Modelle als auch für sonstige KI-Produkte bis zum Jahr 2032. Microsoft verliert aber gleichzeitig das ausschließliche Vorvertrags- bzw. Vorverkaufsrecht, erster Anbieter für Rechen- bzw. Computing-Dienstleistungen des KI-Unternehmens zu sein.

OpenAI hat sich im Gegenzug allerdings bereits verpflichtet, sehr umfangreiche Cloud-Kapazitäten auf der Microsoft-Azure-Plattform im Gesamtwert von 250 Milliarden US-Dollar abzunehmen. OpenAI wird eine Neuaufstellung bzw. Rekapitalisierung erhalten. Microsoft plant, sich künftig in einer Größenordnung von 135 Milliarden US-Dollar zu beteiligen, und langfristig könnte auch ein Börsengang anstehen. An der gewinnorientierten OpenAI (OpenAI Group PBC) hält Microsoft zunächst 32,5 Prozent. Neu entsteht die gemeinnützige Organisation (OpenAI Foundation). Es ist vorgesehen, dass Microsoft durchgerechnet ca. 27 Prozent der Anteile halten wird.

Microsoft bleibt somit mit OpenAI »in einem gemeinsamen Boot« mit nun langfristig geklärten neuen Beteiligungs- und Vertragsverhältnissen zum gegenseitigen Nutzen. Das Unternehmen dürfte sich damit weiterhin die Position als führender Cloud-Anbieter für KI-Workloads gesichert haben.

Investitionszusage in Anthropic und Milliardenauftrag für KI-Rechenleistung
Microsoft und NVIDIA planen, im Rahmen einer neuen Zusammenarbeit in das KI-Unternehmen Anthropic (Kernprodukt: »Claude AI-Model«) zu investieren. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte zuerst berichtet, dass NVIDIA bis zu 10 Milliarden US-Dollar und Microsoft bis zu 5 Milliarden US-Dollar im Rahmen der nächsten Finanzierungsrunde bei Anthropic bereitstellen wollen. Damit würde auch das Ziel verfolgt, vorhandene Abhängigkeiten von OpenAI/ChatGPT zu reduzieren. Im Gegenzug soll Microsoft eine Zusage von Anthropic in Höhe von mindestens 30 Milliarden US-Dollar (plus Erweiterungsoption) erhalten haben, um künftig Microsofts Cloud-Dienste (Azure) bzw. umfangreiche Rechenkapazitäten nutzen zu dürfen.

Die anstehende Transaktion verbindet Microsoft – das immer noch eng mit OpenAI verbunden sein wird – und NVIDIA, das mit der Bereitstellung der fortschrittlichen GPU-Architektur in den benötigten Datacentern der wichtigste KI-Halbleiterausrüster ist, nun auch eng mit einem weiteren großen Wettbewerber des (noch) KI-Marktführers OpenAI. Zu den namhaften Investoren von Anthropic zählen bereits Amazon (8 Milliarden US-Dollar 2024) und Alphabet (2 Milliarden US-Dollar 2025) sowie Asset-Management- und Venture-Capital-Unternehmen. Die KI-Story, die wir als weiterhin intakt ansehen, befindet sich unverändert in einem frühen Stadium. Sie erhält fast wöchentlich mit milliardenschweren Investitionsankündigungen neue Nahrung.

Solides Quartal – nachlassende Wachstumsdynamik bei der Cloud und die hohen Ausgaben verstimmen
Mit einem Umsatz in Höhe von 81,27 Milliarden US-Dollar (erwartet 80,31 Milliarden US-Dollar; währungsbereinigt +15 Prozent gegenüber dem Vorjahr) und einem Ergebnis je Aktie (EPS) von 4,14 US-Dollar (erwartet 3,91 US-Dollar) hat Microsoft im Ende Dezember abgeschlossenen zweiten Quartal des Geschäftsjahrs 2026 die Erwartungen übertroffen. Microsofts Cloud-Erlöse legten bei einer sich allerdings im Quartal gezeigten abgeschwächten Wachstumsdynamik auf 51,5 Milliarden US-Dollar zu (währungsbereinigt +24 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Das viel beachtete Kernprodukt, das Azure-Cloud-Geschäft, zeigte erneut robustes Wachstum (+39 Prozent gegenüber dem Vorjahr) und entsprach damit den Schätzungen des Marktes (+38,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr).

Allerdings hatte Microsoft im Quartal auch rekordhohe Ausgaben für den Ausbau der Infrastruktur bzw. der Data Center und für die notwendigen KI-Investitionen. Die Investitionsausgaben stiegen massiv auf 37,5 Milliarden US-Dollar (+66 Prozent gegenüber dem Vorjahr) und lagen damit noch mal höher als im Vorfeld bereits vermutet (34,3 Milliarden US-Dollar). Im dritten Quartal erwartet das Management ein Umsatzwachstum in der Größenordnung von 15 bis 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr bei gleichzeitig und erneut spürbar anziehenden Kosten, was zumindest im Quartal temporär Margendruck auslösen wird. Die operative Marge soll auf Gesamtjahressicht (Geschäftsjahr 2026) aber weiterhin leicht gegenüber dem Vorjahr zulegen.

Unabhängig von der zurzeit erfreulichen Margenentwicklung zeigt sich der Markt besorgt über das weiterhin expansive Investitionsniveau bei Microsoft, während in Teilen des Geschäftsportfolios (zumindest temporär) die Wachstumsdynamik nachlässt. Unverändert haben Investoren (derzeit nicht eindeutig zu widerlegende) Bedenken, dass KI sich am Ende disruptiv auf den gesamten (Software-)Sektor auswirken könnte. Wir teilen diese Meinung jedoch nur bedingt bei Microsoft, da wir durch die Einführung von KI in das Geschäftsmodell deutlich mehr Chancen als Risiken sehen. Microsoft bleibt führend, auch was eine bereits sichtbare Monetarisierung von KI angeht.

Die Aktie litt nach der Zahlenvorlage jedoch unter deutlichem Abgabedruck. Wir halten die negative Reaktion des Marktes für überzogen und rechnen im weiteren Jahresverlauf mit neuen Microsoft-Erfolgsmeldungen unter anderem rund um weiter monetarisierbare KI und bestätigen unsere positive Sicht auf den Wert. Die Bewertung ist deutlich zurückgekommen und das derzeitige Kursniveau dürfte eine attraktive Einstiegsgelegenheit bieten.

Hinweis:
Offenlegung möglicher Interessenkonflikte:
Die Commerzbank hat innerhalb der vergangenen zwölf Monate Investmentbanking-Dienstleistungen für Microsoft Corp. erbracht oder vereinbart, solche zu erbringen, für die sie Einkünfte erhalten hat bzw. wird.

Produktidee: PARTIZIPIEREN SIE AN DER ENTWICKLUNG DER MICROSOFT-AKTIE

Nutzen Sie die Experteneinschätzungen und partizipieren Sie an der Entwicklung der Microsoft-Aktie. Ein Überblick über das gesamte Produktspektrum an Optionsscheinen und Zertifikaten steht Ihnen im Internet unter www.sg-zertifikate.de zur Verfügung.

Aber Achtung: Da die von Société Générale angebotenen Produkte in Euro notieren, der Handelspreis der Microsoft-Aktie allerdings in US-Dollar, besteht für den Anleger ein Währungsrisiko, wenn der Euro/US-Dollar-Wechselkurs steigen sollte.

Discount-Zertifikate

WKN

Basiswert

Cap

Discount

Max. Rendite p.a.

Quanto

Bewertungstag

Geld-/Briefkurs

FE0 EQQ

Microsoft

250,00 USD

41,01 %

5,19 %

Nein

19.03.2027

200,98/201,02 EUR

FE0 EQR

Microsoft

300,00 USD

30,67 %

7,17 %

Nein

19.03.2027

236,34/236,41 EUR

FE0 EQT

Microsoft

400,00 USD

14,51 %

15,12 %

Nein

19.03.2027

291,50/291,62 EUR

FE0 EQV

Microsoft

500,00 USD

5,67 %

29,34 %

Nein

19.03.2027

321,46/321,58 EUR

BEST Turbo-Optionsscheine

WKN

Basiswert

Typ

Basispreis/Knock-Out-Barriere

Hebel

Quanto

Laufzeit

Geld-/Briefkurs

SQ2 Z5G

Microsoft

Call

289,3027 USD

3,6

Nein

Unbegrenzt

9,57/9,58 EUR

SV1 8MD

Microsoft

Call

342,5764 USD

6,7

Nein

Unbegrenzt

5,03/5,04 EUR

SV3 9C6

Microsoft

Call

364,0488 USD

10,5

Nein

Unbegrenzt

3,23/3,24 EUR

FD3 VVE

Microsoft

Put

514,8327 USD

3,5

Nein

Unbegrenzt

9,74/9,75 EUR

FC4 9RL

Microsoft

Put

462,8980 USD

6,4

Nein

Unbegrenzt

5,33/5,34 EUR

FC5 BP2

Microsoft

Put

440,9142 USD

9,8

Nein

Unbegrenzt

3,47/3,48 EUR

Faktor-Optionsscheine

WKN

Basiswert

Strategie

Faktor

Laufzeit

Geld-/Briefkurs

SN3 KDP

Microsoft

Long

2

Unbegrenzt

8,30/8,31 EUR

SH3 V1V

Microsoft

Long

4

Unbegrenzt

1,97/1,98 EUR

SQ7 XMN

Microsoft

Long

6

Unbegrenzt

8,49/8,51 EUR

SF3 20H

Microsoft

Short

–2

Unbegrenzt

6,65/6,66 EUR

SW8 KGF

Microsoft

Short

–4

Unbegrenzt

8,12/8,13 EUR

FA0 CSQ

Microsoft

Short

–6

Unbegrenzt

7,71/7,73 EUR

Stand: 19. Februar 2026; Quelle: Société Générale

Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt zu Informationszwecken lediglich in Kurzform und stellt einen Auszug aus dem Gesamtangebot von Société Générale sowie keine Anlageempfehlung dar. Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN. Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern, den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere, um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.