Märkte
KI-Sorgen um Geschäftsmodelle bremsen auch deutsche Aktien
Nach einem starken Start in das Börsenjahr 2026 haben zuletzt geopolitische Risiken und Ängste vor einem möglicherweise negativen Einfluss von KI-Tools auf die Geschäftsmodelle von Unternehmen die Aktienmärkte ausgebremst. Wir bleiben aber vorsichtig optimistisch für das Börsenjahr 2026, da DAX-Unternehmensgewinne und DAX-Buchwerte dank einer wieder besseren Weltkonjunktur wachsen dürften.
Bei den Gewinnerwartungen der Analysten für das Geschäftsjahr 2026 hat sich seit Jahresbeginn nicht viel getan. Sie bewegen sich derzeit seitwärts bei 1.662 Indexpunkten für den DAX (Kurs-Gewinn-Verhältnis KGV 14,9) und bei 306 Indexpunkten für den S&P 500 (KGV 22,8). Die Stimmungsdämpfer kamen seit Mitte Januar vielmehr aus der Geopolitik. So stellte die Grönland-Krise zwischenzeitlich die Zukunft des Bündnisses der USA mit Europa infrage, und im Nahen Osten drohte ein Militärschlag der USA gegen den Iran. Im Februar kam zudem über den Softwaresektor Unruhe auf den Aktienmarkt. In den USA veröffentlichte das KI-Unternehmen Anthropic ein KI-Produktivitätstool für interne Rechtsabteilungen von Unternehmen, das von Experten teilweise als bahnbrechend eingestuft wurde. Investoren stellten sich direkt die Frage, wie die Entwicklung und zunehmende Einführung solcher Künstliche-Intelligenz-Tools die Geschäftsmodelle von Unternehmen treffen und verändern könnten. Vor allem Anbieter von Software, Datenbanken und Datenanalyse-Tools wurden in einer ersten Reaktion als mögliche Verlierer ausgemacht, und die Aktienkurse fielen in diesen Bereichen teilweise deutlich.
Wir werden vor dem Hintergrund der drohenden KI-Risiken in den kommenden Monaten genau beobachten, wie sich die Erwartungen der Analysten für die Unternehmensgewinne entwickeln werden. So ist das Gewinnrevisionsmomentum für den EURO STOXX 50 derzeit noch negativ: Die Analysten haben in den vergangenen drei Monaten für 16 Unternehmen ihre 2026er-Gewinnprognose angehoben und für 34 Unternehmen reduziert. Wir gehen derzeit davon aus, dass sich das Momentum im Jahresverlauf dank einer verbesserten Weltkonjunktur deutlich verbessern wird. Jedoch dürften einige Unternehmen unter KI-Gegenwind leiden (siehe Tabelle 1).
Stand: 12. Februar 2026; Quelle: FactSet-Markterwartungen, Commerzbank Research. KGV = Kurs-Gewinn-Verhältnis. Prognosen sind kein Indikator für die künftige Entwicklung.
Wir hatten mit Blick auf das DAX-Börsenjahr 2026 nur von einem »vorsichtigen Optimismus« gesprochen, da der DAX mit einer hohen Bewertung in das Aktienjahr gestartet ist. So liegt das Kurs-Buchwert-Verhältnis mit 1,8 auf einem Niveau, das in den vergangenen 20 Jahren nur selten übertroffen wurde. Unserer Meinung nach haben die DAX-Investoren damit bereits ein wieder stärkeres globales Wachstum eingepreist. Aufgrund des hohen Bewertungsniveaus ist der DAX damit anfällig für negative Überraschungen. Geopolitische Risikofaktoren wie die Sorgen vor einem militärischen Eingreifen der USA im Iran haben damit das Potenzial, den deutschen Aktienmarkt über eine fallende Bewertung – zumindest kurzzeitig – nach unten zu drücken. Auch die Sorgen um die möglichen negativen Auswirkungen neuer KI-Produktivitätstools auf Geschäftsmodelle bremsen den hoch bewerteten DAX. Investoren sollten aber trotz der momentanen Unsicherheit nicht vergessen, dass sich beim erwarteten stärkeren globalen Wachstum fundamentale Kenngrößen wie Unternehmensgewinne und Buchwerte 2026 weiter nach oben bewegen dürften. So gehen die Markterwartungen derzeit davon aus, dass die DAX-Unternehmen ihre Gewinne 2026 um 11 Prozent steigern werden, und für die S&P 500-Unternehmen sollen die Gewinne sogar um 15 Prozent steigen.
Wir sind etwas vorsichtiger, rechnen aber durchaus damit, dass die DAX-Gewinne in diesem Jahr um 6 bis 8 Prozent steigen. Die DAX-Unternehmen schütten regelmäßig durchschnittlich 40 Prozent ihres Nettogewinns als Dividende aus, während 60 Prozent als Gewinnrücklagen in das Eigenkapital bzw. den Buchwert wandern. Damit dürfte der aggregierte Buchwert der DAX-Unternehmen, der zurzeit mit 13.564 Indexpunkten bereits auf einem Allzeithoch liegt (FactSet-Analystenerwartungen für die kommenden zwölf Monate, siehe Grafik 1), seinen beeindruckenden Aufwärtstrend in den kommenden Quartalen fortsetzen.
Grafik 1: DAX-Buchwert liegt mit 13.564 Punkten auf einem Allzeithoch
Daher bleiben wir weiterhin »vorsichtig« optimistisch für den DAX für das Börsenjahr 2026. Geopolitische Risikofaktoren wie ein drohender Militärschlag der USA gegen den Iran könnten über einen höheren Ölpreis das Gewinnwachstum durchaus bremsen. Auch dürften Investoren in den kommenden Quartalen weiter hinterfragen, welche Unternehmen von der Entwicklung und dem zunehmenden Einsatz von KI-Tools profitieren oder verlieren. Doch unserer Meinung nach wird das Wachstum der Weltwirtschaft in diesem Jahr unter anderem aufgrund der weltweit vorgenommenen umfangreichen Leitzinssenkungen stark genug sein, um diese bremsenden Faktoren zu kompensieren.
Produktidee: Partizipieren Sie an der Entwicklung des DAX, des EURO STOXX 50 und ausgewählter Einzelaktien
Nutzen Sie die Einschätzungen unserer Experten und partizipieren Sie an der Entwicklung des DAX, des EURO STOXX 50 und ausgewählter Einzeltitel. Ein Überblick über das gesamte Produktspektrum an Zertifikaten und Optionsscheinen steht Ihnen im Internet unter www.sg-zertifikate.de zur Verfügung.
Discount-Zertifikate
|
WKN |
Basiswert |
Cap |
Discount |
Max. Rendite p.a. |
Bewertungstag |
Geld-/Briefkurs |
|---|---|---|---|---|---|---|
|
DAX |
24.900,00 Pkt. |
7,43 % |
8,00 % |
18.12.2026 |
233,04/233,05 EUR |
|
|
EURO STOXX 50 |
6.000,00 Pkt. |
8,39 % |
9,19 % |
18.12.2026 |
55,62/55,63 EUR |
|
|
Siemens Energy |
152,00 EUR |
21,70 % |
20,43 % |
18.12.2026 |
129,34/129,40 EUR |
|
|
ASML |
1.090,00 EUR |
22,05 % |
15,32 % |
18.12.2026 |
963,26/963,69 EUR |
|
|
Banco Santander |
9,00 EUR |
21,81 % |
8,66 % |
18.12.2026 |
8,37/8,38 EUR |
|
|
Inditex |
55,00 EUR |
13,15 % |
10,45 % |
18.12.2026 |
50,48/50,51 EUR |
|
|
BNP Paribas |
80,00 EUR |
21,29 % |
8,75 % |
18.12.2026 |
74,58/74,61 EUR |
Faktor-Optionsscheine
|
WKN |
Basiswert |
Strategie |
Faktor |
Laufzeit |
Geld-/Briefkurs |
|---|---|---|---|---|---|
|
DAX |
Long |
4 |
Unbegrenzt |
6,95/6,96 EUR |
|
|
DAX |
Short |
–4 |
Unbegrenzt |
6,55/6,56 EUR |
|
|
EURO STOXX 50 |
Long |
4 |
Unbegrenzt |
54,55/54,67 EUR |
|
|
EURO STOXX 50 |
Short |
–4 |
Unbegrenzt |
1,41/1,42 EUR |
|
|
Siemens Energy |
Long |
4 |
Unbegrenzt |
23,84/23,92 EUR |
|
|
Siemens Energy |
Short |
–4 |
Unbegrenzt |
3,86/3,87 EUR |
|
|
ASML |
Long |
4 |
Unbegrenzt |
11,90/11,93 EUR |
|
|
ASML |
Short |
–4 |
Unbegrenzt |
6,71/6,73 EUR |
|
|
Banco Santander |
Long |
4 |
Unbegrenzt |
23,53/23,59 EUR |
|
|
Banco Santander |
Short |
–4 |
Unbegrenzt |
8,48/8,50 EUR |
|
|
Inditex |
Long |
4 |
Unbegrenzt |
23,05/23,12 EUR |
|
|
Inditex |
Short |
–4 |
Unbegrenzt |
8,56/8,59 EUR |
|
|
BNP Paribas |
Long |
4 |
Unbegrenzt |
32,09/32,18 EUR |
|
|
BNP Paribas |
Short |
–4 |
Unbegrenzt |
2,06/2,07 EUR |
Stand: 19. Februar 2026; Quelle: Société Générale
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt zu Informationszwecken lediglich in Kurzform und stellt einen Auszug aus dem Gesamtangebot von Société Générale sowie keine Anlageempfehlung dar. Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN. Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern, den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere, um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.



