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Turbo-Optionsscheine – Varianten im Überblick

Wie in der letzten ideas-Ausgabe dargestellt, können Anleger mit Turbo-Optionsscheinen überproportional an Schwankungen eines Basiswerts partizipieren. Neben den vorgestellten Unlimited Turbo-Optionsscheinen bietet die Commerzbank weitere Varianten an, deren Unterschiede und Gemeinsamkeiten wir im Folgenden erläutern.

Kurzer Rückblick
Beim Kauf eines Turbo-Optionsscheins können Anleger mit einem geringeren Kapitaleinsatz gegenüber einem Direktinvestment in einen Basiswert (beispielsweise einer Aktie) sowohl überproportionale Gewinne als auch überproportionale Verluste erzielen (Hebelwirkung). Der Unlimited Turbo-Optionsschein besitzt eine unbegrenzte Laufzeit und ist mit einem Basispreis und einer Knock-Out-Barriere ausgestattet. Mit einem Call Turbo-Optionsschein setzt man dabei auf steigende Kurse, mit einem Put Turbo-Optionsschein auf fallende. Wenn sich der Basiswert entgegen den Erwartungen des Anlegers in die falsche Richtung entwickelt und die Knock-Out-Barriere berührt wird, wird der Turbo-Optionsschein direkt fällig und mit einem geringen Restwert zurückgezahlt. Der Preis eines Unlimited Turbo-Optionsscheins wird unter Berücksichtigung des Bezugsverhältnisses aus der Differenz des Basiswertkurses und des Basispreises errechnet.

Die Commerzbank bietet neben den Unlimited Turbo-Optionsscheinen folgende Varianten an:

  • Classic
  • BEST
  • Smart

Was unterscheidet die einzelnen Varianten?
Vom Grundprinzip ähneln sich alle Turbo-Optionsscheine. Doch Achtung: Der Unterschied liegt im Detail. So haben sich in den vergangenen Jahren verschiedene Arten von Turbo-Optionsscheinen etabliert – Turbos mit befristeter Laufzeit, unbegrenzter Laufzeit, konstanten Basispreisen und Barrieren oder Turbos, bei denen sich diese in regelmäßigen Abständen anpassen. In Tabelle 1 finden Sie eine Aufstellung der von der Commerzbank angebotenen Arten von Turbo-Optionsscheinen im Vergleich.

Der Classic Turbo-Optionsschein
Die Classic-Variante gehört zur ersten Generation der Turbo-Optionsscheine. Im Gegensatz zur Unlimited-Variante besitzen diese Turbos eine feste Laufzeit, und die Knock-Out-Barriere des Turbos entspricht dem Basispreis. Für den Anleger bedeutet das Folgendes:

  • Falls zu keinem Zeitpunkt bis zum jeweiligen Bewertungstag der Kurs des Basiswerts die Knock-Out-Barriere erreicht oder durchbrochen hat, wird der Optionsschein automatisch zu einem Auszahlungsbetrag in Euro eingelöst, der nach der folgenden Formel berechnet wird:
    Turbo Call: Auszahlungsbetrag = (Schlusskurs des Basiswerts am Bewertungstag – Basispreis) x Bezugsverhältnis
    Turbo Put: Auszahlungsbetrag = (Basispreis – Schlusskurs des Basiswerts am Bewertungstag) x Bezugsverhältnis
  • Wird die Barriere hingegen während der Laufzeit erreicht, wird der Turbo-Optionsschein vorzeitig fällig und mit 0,001 Euro automatisch abgerechnet

Ein weiterer Punkt, in dem sich die Classic Turbo-Optionsscheine von der Unlimited-Variante unterscheiden, liegt in der Art der Weitergabe der Finanzierungskosten. Während die Finanzierungskosten bei Unlimited Turbo-Optionsscheinen über eine tägliche Anpassung des Basispreises an den Anleger weitergegeben werden, werden diese Kosten bei Classic Turbo-Optionsscheinen in Form eines Auf- bzw. Abgelds weitergegeben, das sich im Preis des Optionsscheins widerspiegelt. Das bedeutet, dass bei Classic Turbos keine Anpassung des Basispreises bzw. der Knock-Out-Barriere erfolgt, sondern beide Parameter bis zum Ende der Laufzeit konstant bleiben.

Das Auf- bzw. Abgeld kann dazu führen, dass der tatsächliche Preis eines Classic Turbo-Optionsscheins unter Berücksichtigung des Bezugsverhältnisses über (Call) bzw. unter (Put) der Differenz des aktuellen Basiswertkurses und des Basispreises liegen kann. Das jeweilige Auf- bzw. Abgeld baut sich über die Laufzeit des Turbo-Optionsscheins kontinuierlich ab. Für den Anleger bedeutet das, dass er bei einem Verkauf des Optionsscheins vor Fälligkeit einen Teil des beim Kauf erbrachten Aufgelds zurückerhält. Je nach Konditionen und Marktlage liegt das Aufgeld in der Regel zwischen 1 und 5 Prozent des zu finanzierenden Basispreises.

Der Smart Turbo-Optionsschein
Die Smart Turbo-Optionsscheine sind der Unlimited-Variante am ähnlichsten. Allerdings gibt es einen kleinen, aber entscheidenden Unterschied: Das maßgebliche Unterscheidungskriterium liegt in den für das Knock-Out-Ereignis relevanten Kursen des Basiswerts. Während Unlimited Turbo-Optionsscheine beispielsweise auf den DAX jederzeit zwischen 9.00 und 17.30 Uhr (also in der offiziellen Handelszeit des DAX) ausknocken können, ist ein Knock-Out-Ereignis bei Smart Turbos nur zur Schlussauktion möglich. Das bedeutet, dass ein Smart Turbo-Optionsschein nur dann ausknocken kann, wenn der Schlusskurs des DAX die Knock-Out-Barriere erreicht oder durchschritten hat. Eine Ausnahme besteht allerdings dann, wenn die Kursausschläge während der Handelszeit so groß sind, dass nicht nur die Knock-Out-Barriere, sondern auch der Basispreis erreicht oder durchschritten wird. In diesem Fall wird auch der Smart Turbo-Optionsschein vorzeitig fällig und – genau wie der Unlimited Turbo-Optionsschein – gegebenenfalls mit einem geringen Restwert zurückgezahlt.

Intraday Turbo-Optionsscheine

Neben den genannten Arten von Turbo-Optionsscheinen befinden sich auch sogenannte Intraday Turbo-Optionsscheine im Angebot der Commerzbank. Diese werden während eines Handelstages (Intraday) mehrmals von der Commerzbank emittiert. So werden Anleger fortlaufend mit aktuellen Emissionen, topaktuellen Basispreisen und deutlich höheren Hebeln versorgt.

Für Anleger, die beim Thema Produktangebot immer auf dem neuesten Stand bleiben möchten, bietet die Commerzbank einen »Intraday Turbo-Optionsscheine-Newsletter« an. Diesen können Sie kostenlos abonnieren und sind so immer über die neuesten Turbo-Optionsschein-Emissionen informiert.

Der BEST Turbo-Optionsschein
BEST Turbo-Optionsscheine kombinieren sowohl Eigenschaften der Unlimited- als auch der Classic-Variante. Sie besitzen wie Unlimited Turbo-Optionsscheine eine unbegrenzte Laufzeit, und ihre Knock-Out-Barriere ist wie bei Classic Turbo-Optionsscheinen identisch mit dem Basispreis (Strike). Daher auch ihr Name »BEST« (Barrier equals Strike). Mit dieser Turbo-Variante können im Vergleich zu den anderen höhere Hebel realisiert werden. Doch was bedeutet das für den Anleger?

Berührt bei einem Unlimited Turbo-Optionsschein der Kurs des Basiswerts die Knock-Out-Barriere, verfällt der Optionsschein sofort wertlos und wird in der Regel zu einem geringen Restwert zurückgezahlt. Dieser Restwert entspricht im besten Fall der Differenz zwischen Knock-Out-Barriere und Basispreis.

Da es bei BEST Turbo-Optionsscheinen keinen Puffer (Differenz zwischen Barriere und Basispreis) gibt, erfolgt bei einem Knock-Out die automatische Abrechnung zu einem Wert von 0,001 Euro, was für den Anleger quasi einem Totalverlust gleichkommt. Ein Anspruch auf einen höheren Rückzahlungswert gibt es nicht. Im direkten Vergleich sind daher BEST Turbo-Optionsscheine günstiger als vergleichbare Unlimited Turbos, was entsprechend den höheren Hebeleffekt erklärt.

Die Weitergabe der Finanzierungskosten an den Anleger erfolgt bei BEST Turbos analog zur Unlimited-Variante. Das heißt, der Basispreis wird täglich angepasst. Ein kleiner Unterschied besteht allerdings, denn die Knock-Out-Barriere entspricht immer dem Basispreis, daher muss auch diese entsprechend täglich angepasst werden.

Bei BEST Turbo-Optionsscheinen gibt es zudem einen weiteren Punkt zu beachten: das sogenannte Gap-Risiko. Wenn Märkte sich sehr schnell bewegen oder kursbeeinflussende Nachrichten veröffentlicht werden, kann es zu Sprüngen in den Notierungen der zugrunde liegenden Basiswerte kommen, die dazu führen, dass eine Kurslücke, ein sogenanntes Gap, entsteht. Als Gap-Risiko bezeichnet der Emittent daher das Risiko, seine Absicherung, die er für Optionsscheine gebildet hat, nicht auf der Höhe des Basispreises auflösen zu können, sondern erst mehrere Punkte darüber oder darunter. Diese Kurslücken stellen ein Risiko für die Emittenten dar. Um das Risiko steuern zu können, wird genau für den Fall eines Gap-Risikos bei BEST Turbo-Optionsscheinen kurz vor dem Knock-Out ein Risikoaufschlag in Form eines Aufgelds im Preis der Optionsscheine eingerechnet.

Informationen zu den Funktionsweisen sowie ein Überblick über das gesamte Spektrum an Turbo-Optionsscheinen der Commerzbank stehen Ihnen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung.

Noch einen Gang höherschalten: X-Best und X-Classic auf den DAX

Mit den X-BEST bzw. X-Classic Turbo-Optionsscheinen haben Anleger die Möglichkeit, noch einen Gang höherzuschalten und den Hebeleffekt zu erhöhen. Dies gelingt durch die Ausweitung der Knock-Out-Zeit. Während die bisher bekannten BEST und Classic Turbo-Optionsscheine auf den DAX nur während der XetraHandelszeit von 9.00 bis ca. 17.30 Uhr ausknocken können, besteht bei X-BEST bzw. X-Classic Turbo-Optionsscheinen auf den DAX die Möglichkeit eines Knock-Outs während der kompletten Handelszeit des Optionsscheins von 8.00 bis 22.00 Uhr. Dies ist möglich, da für die Ermittlung des Knock-Outs neben den Notierungen des DAX auch die Notierungen des X-DAX herangezogen werden.

Aufgrund der ausgeweiteten Knock-Out-Zeit erhöht sich das Risiko für den Anleger, einen Totalverlust zu erleiden. Daher sind X-BEST Turbo-Optionsscheine im Vergleich zu den bisher bekannten BEST Turbo-Optionsscheinen günstiger, was wiederum zu einem erhöhten Hebeleffekt führt.