Titelthema

DIVIDENDENFEUERWERK BEIM DAX

Frühlingszeit ist traditionell auch Dividendenzeit. Viele deutsche Unternehmen halten ihre Hauptversammlungen ab und beschließen, wie hoch die Ausschüttungen an die Aktionäre sein werden. Der Begriff Dividende kommt vom lateinischen »dividendus« und bedeutet so viel wie »das zu Verteilende«. Auch in diesem Jahr sieht es danach aus, als ob sich die Anteilseigner vieler deutscher Unternehmen wieder über Rekordausschüttungen freuen können.

So werden aktuellen Einschätzungen zufolge 32 der 40 DAX-Unternehmen ihre Dividenden im Vergleich zum vergangenen Jahr erhöhen. Dies ist insofern beachtlich, da das Geschäftsjahr 2021 aufgrund von Lieferkettenproblemen und hohen Rohstoffpreisen nicht leicht war. Allerdings konnte auch schon für das Coronakrisenjahr 2020 die Dividendensumme der DAX-Unternehmen erstaunlich stabil gehalten werden.

Unterm Strich wird für diese Dividendensaison eine Rendite von 3,4 Prozent erwartet. Das bedeutet, dass Aktienanleger – wieder einmal – die Nase deutlich vor Anleiheinvestoren haben. Denn die Rendite für europäische Unternehmensanleihen mit einem BBB-Rating und einer Laufzeit von vier bis sechs Jahren beträgt derzeit 1,7 Prozent. Noch deutlicher gestaltet sich der Unterschied im Vergleich zu 10-jährigen Bundesanleihen. Hier ist die Rendite zwar wegen der sich abzeichnenden Zinswende nicht mehr negativ, doch mit 0,2 Prozent kaum über der Nulllinie und nicht einmal annähernd hoch genug, um die immer weiter anziehende Inflation auszugleichen.

Zum Start der heißen Phase der Dividendensaison gibt Ihnen der Aktienmarktspezialist Andreas Hürkamp einen Ausblick zur DAX- und EURO STOXX 50-Dividendensaison für das Geschäftsjahr 2021. Erfahren Sie, welche Unternehmen mit ihren Dividendenankündigungen überrascht haben und wo mutige Dividendenjäger Anlagechancen finden. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen und erfolgreiche Investmententscheidungen.

Übrigens: Wie Sie neben einem reinen Aktieninvestment Dividendenzahlungen für sich nutzen können und was Sie bei der Dividendenjagd beachten sollten, erfahren Sie in unserer Produktidee. Hier stellen wir Ihnen interessante Alternativinvestments aus der Welt der Zertifikate vor. Denn die Konditionen und Ausstattungsmerkmale von Zertifikaten werden maßgeblich von der von den Unternehmen ausgeschütteten Dividende beeinflusst. Es gilt: Je höher die zu erwartende Dividende, desto attraktiver kann das Chance-Risiko-Profil eines Zertifikats abgebildet werden.

Dividendensumme steigt um beeindruckende 48 Prozent

Anhaltende Coronabeschränkungen, stetig steigende Rohstoffpreise und hartnäckige Lieferkettenprobleme prägten das Geschäftsjahr 2021. Vor dem Hintergrund dieses herausfordernden Konjunkturumfelds stufen wir es als Sensation ein, dass die DAX-Dividendensumme wahrscheinlich um 48 Prozent auf 50,2 Milliarden Euro steigen wird. 32 der 40 DAX-Unternehmen dürften ihre Dividende anheben. Dank der stark gestiegenen Ausschüttungen liegt die DAX-Dividendenrendite mit 3,4 Prozent wieder deutlich über der Marke von 3 Prozent. Die Dividendenrendite notiert weiterhin mehr als 300 Basispunkte über der Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe.

Negative Trends wie beispielsweise die wegen hartnäckig hoher Inflationszahlen anstehenden Leitzinswenden sowohl der Europäischen Zentralbank als auch der US-Notenbank und hohe geopolitische Risiken haben die beeindruckend starke DAX-Dividendensaison für das Geschäftsjahr 2021 im ersten Quartal komplett überschattet. Von den 37 DAX-Unternehmen, die bis Mitte März ihren Dividendenvorschlag für das Geschäftsjahr 2021 angekündigt haben, konnten 17 Unternehmen eine höher als erwartete Dividende ankündigen (Stand 11. März 2022).

Vor allem Mercedes-Benz überzeugte mit einem Dividendenvorschlag von 5,00 Euro je Aktie, während die durchschnittlichen Erwartungen der Analysten nur bei einer Dividende von 4,13 Euro lagen. Die Versicherungen Allianz (10,80 Euro je Aktie) und Münchener Rück (11,00 Euro je Aktie) haben die bereits recht optimistischen Markterwartungen jeweils leicht übertroffen. Auch das DAX-Schwergewicht Siemens, das bereits im Februar eine Dividende ausgeschüttet hat, zahlte mit 4,00 Euro je Aktie eine Dividende, die über den prognostizierten 3,60 Euro lag.

Eine große Enttäuschung gab es bislang nicht in der DAX-Dividendensaison. Bei Deutsche Bank, Hannover Rück, Sartorius, Siemens Healthineers und Symrise lagen die Dividendenvorschläge jeweils nur leicht unter den Markterwartungen (siehe Tabelle 1).

Tabelle 1: DAX – bereits angekündigte Dividenden für Geschäftsjahr 2021

Markterwartungen in Euro

Dividendenankündigung in Euro

Über den Erwartungen: 17

adidas

3,20

3,30

Airbus

0,92

1,50

Allianz

10,70

10,80

BMW

5,60

5,80

Continental

1,75

2,25

Covestro

3,20

3,40

Mercedes-Benz

4,13

5,00

Deutsche Telekom

0,60

0,64

Fresenius Medical Care

1,12

1,35

Fresenius

0,90

0,92

Infineon

0,26

0,27

Merck

1,55

1,85

MTU

1,98

2,10

Münchener Rück

10,40

11,00

Puma

0,67

0,72

SAP

1,89

1,95 + 0,50

Siemens

3,60

4,00

Innerhalb der Erwartungen: 15

BASF

3,40

3,40

Bayer

2,00

2,00

Daimler Truck

0,00

0,00

Brenntag

1,45

1,45

Delivery Hero

0,00

0,00

Deutsche Börse

3,20

3,20

Deutsche Post

1,80

1,80

E.ON

0,49

0,49

HelloFresh

0,00

0,00

Henkel Vz.

1,85

1,85

Linde (GJ 2022)

USD 4,66

USD 4,68

RWE

0,90

0,90

Qiagen

0,00

0,00

Vonovia

1,69

1,69

Zalando

0,00

0,00

Unter den Erwartungen: 5

Deutsche Bank

0,25

0,20

Hannover Rück

6,00

4,50 + 1,25

Sartorius Vz.

1,33

1,26

Siemens Healthineers

0,89

0,85

Symrise

1,10

1,02

Stand: 11. März 2022; Quelle: FactSet-Markterwartungen, Commerzbank Research
Prognosen sind kein Indikator für die künftige Entwicklung.

Wir gehen davon aus, dass schließlich 32 der 40 DAX-Unternehmen ihre Dividende für das Geschäftsjahr 2021 anheben werden. Im Vorjahr gab es ebenfalls 32 Dividendenerhöhungen. Es wird wahrscheinlich kein DAX-Unternehmen seine Dividende reduzieren, während es im Vorjahr noch eine Kürzung gab. Acht DAX-Unternehmen dürften ihre Dividende unverändert lassen (siehe Tabelle 2).

Tabelle 2: 32 Dividendenerhöhungen im DAX und keine Dividendenkürzung

Kurs in Euro

Dividende in Euro

GJ 2021e

Ausschüttung in Mio. Euro

HV-Termin 2022

GJ 2017

GJ 2018

GJ 2019

GJ 2020

Dividende

Prozent

adidas

197,10

2,60

3,35

0,00

3,00

3,30

1,67

621

12. Mai

Airbus

99,70

1,50

1,65

0,00

0,00

1,50

1,50

1.179

12. April

Allianz

198,10

8,00

9,00

9,60

9,60

10,80

5,45

4.411

4. Mai

BASF

53,20

3,10

3,20

3,30

3,30

3,40

6,39

3.119

29. April

Bayer

53,80

2,80

2,80

2,80

2,00

2,00

3,72

1.965

29. April

BMW

72,00

4,00

3,50

2,50

1,90

5,80

8,06

3.827

11. Mai

Brenntag

67,00

1,10

1,20

1,25

1,35

1,45

2,17

224

9. Juni

Continental

62,60

4,50

4,75

3,00

0,00

2,20

3,51

440

29. April

Covestro

45,30

2,20

2,40

1,20

1,30

3,40

7,51

657

21. April

Daimler Truck

23,10

NA

NA

NA

NA

0,00

0,00

22. Juni

Delivery Hero

41,10

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

16. Juni

Deutsche Bank

9,70

0,11

0,11

0,00

0,00

0,20

2,05

408

19. Mai

Deutsche Börse

144,10

2,45

2,70

2,90

3,00

3,20

2,22

587

18. Mai

Deutsche Post

42,40

1,15

1,15

1,15

1,35

1,80

4,24

2.194

6. Mai

Deutsche Telekom

15,80

0,65

0,70

0,60

0,60

0,64

4,05

3.180

7. April

E.ON

10,30

0,30

0,43

0,46

0,47

0,49

4,76

1.277

12. Mai

Fresenius Medical Care

57,20

1,06

1,17

1,20

1,34

1,35

2,36

396

12. Mai

Fresenius

30,10

0,75

0,80

0,84

0,88

0,92

3,05

514

13. Mai

Hannover Rück

143,10

3,50/1,50

3,75/1,50

4,00/1,50

4,50

5,75

4,02

693

4. Mai

HeidelbergCement

54,80

1,90

2,10

0,60

2,20

2,42

4,42

443

12. Mai

HelloFresh

37,40

NA

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

12. Mai

Henkel Vz.

64,00

1,79

1,85

1,85

1,85

1,85

2,89

786

4. April

Infineon

27,50

0,25

0,27

0,27

0,22

0,27

0,98

351

17. Februar

Linde

256,70

3,90/3,10

USD 3,30

USD 3,50

USD 3,85

USD 4,24

1,43

2.030

25. Juli

Mercedes-Benz

59,10

3,65

3,25

0,90

1,35

5,00

8,46

5.349

29. April

Merck

171,70

1,25

1,25

1,30

1,40

1,85

1,08

239

22. April

MTU

195,20

2,30

2,85

0,04

1,25

2,10

1,08

112

5. Mai

Münchener Rück

234,70

8,60

9,25

9,80

9,80

11,00

4,69

1.541

28. April

Porsche Vz.

72,50

1,76

2,21

2,21

2,21

3,58

4,93

547

13. Mai

Puma

69,90

1,25

0,35

0,00

0,16

0,72

1,03

109

11. Mai

Qiagen

39,90

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

28. Juni

RWE

37,70

0,50/1,00

0,70

0,80

0,85

0,90

2,39

609

28. April

SAP

98,00

1,40

1,50

1,58

1,85

2,45

2,50

2.890

18. Mai

Sartorius Vz.

357,00

0,51

0,62

0,36

0,71

1,26

0,35

86

25. März

Siemens

123,10

3,70

3,80

3,90

3,50

4,00

3,25

3.185

10. Februar

Siemens Healthineers

52,80

0,00

0,70

0,80

0,80

0,85

1,61

913

15. Februar

Symrise

98,60

0,88

0,90

0,95

0,97

1,02

1,03

138

11. Mai

Vonovia

44,90

1,32

1,44

1,57

1,69

1,69

3,76

1.312

29. April

Volkswagen Vz.

143,80

3,96

4,86

4,86

4,86

7,56

5,26

3.772

12. Mai

Zalando

47,30

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

18. Mai

Erwartete DAX-Dividendensumme für das Geschäftsjahr 2021 in Mio. Euro:

50.179

Stand: 11. März 2022; Quelle: DAX-Geschäftsberichte, FactSet-Markterwartungen, Börsenzeitung (HV-Termine), Commerzbank Research
e = erwartet. Prognosen sind kein Indikator für die künftige Entwicklung. Fett: Unternehmen, die bis zum 11. März 2022 die Dividende für das Geschäftsjahr 2021 angekündigt haben.

Die DAX-Dividendensumme für das vom Corona-Ausbruch geprägten Geschäftsjahr 2020 war mit 34 Milliarden Euro überraschend stabil geblieben. Das folgende Geschäftsjahr 2021 war von anhaltenden Coronabeschränkungen, stetig steigenden Rohstoffpreisen und anhaltenden Lieferkettenproblemen – insbesondere im Autosektor mit dem hartnäckigen Chip-Mangel – geprägt.

Vor dem Hintergrund dieses herausfordernden Konjunkturumfelds halten wir es für eine Sensation, dass die DAX-Dividendensumme für das Geschäftsjahr 2021 wahrscheinlich um 48 Prozent auf 50,2 Milliarden Euro steigen wird (siehe Grafik 1). Zwar profitiert der DAX auch davon, dass mittlerweile 40 statt 30 Unternehmen im Index enthalten sind. Doch auch für den »alten« DAX würde die DAX-Dividendensumme um 36 Prozent steigen.

Grafik 1: DAX-Dividendensumme für die Geschäftsjahre 2000 bis 2021e

Das dynamische Wachstum der DAX-Dividendensumme um fast 17 Milliarden Euro wird vor allem von drei DAX-Autobauern angetrieben: Mercedes-Benz dürfte seine Ausschüttung um 3,9 Milliarden Euro erhöhen, BMW um 2,6 Milliarden Euro und Volkswagen um 1,4 Milliarden Euro. Zudem sind mit Airbus (1,2 Milliarden Euro) und Siemens Healthineers (0,9 Milliarden Euro) zwei Unternehmen in den DAX eingezogen, die eine recht hohe Dividendensumme zahlen.

Aber auch SAP (+0,7 Milliarden Euro), Deutsche Post (+0,5 Milliarden Euro), Allianz (+0,5 Milliarden Euro) und Deutsche Bank (+0,4 Milliarden Euro) stehen hinter dem bemerkenswert guten DAX-Dividendenjahrgang für das Geschäftsjahr 2021.

Auf Sektorebene ist der Autosektor die größte positive Überraschung in der DAX-Dividendensaison. Die Dividendensumme von BMW, Continental, Mercedes-Benz, Porsche und Volkswagen dürfte von 5,1 Milliarden Euro auf 13,9 Milliarden Euro steigen. Der Anteil der Autodividenden an den gesamten DAX-Dividenden springt damit von 15 Prozent auf 28 Prozent. Dies verdeutlicht, welche überragende Bedeutung die Entwicklung der Autobranche für den deutschen Aktienmarkt – und für die deutsche Konjunktur – hat (siehe Tabelle 3).

Tabelle 3: DAX-Autoaktien zahlen 28 Prozent der DAX-Dividendensumme

Dividendensumme in Millionen Euro

GJ 2009

GJ 2015

GJ 2020

GJ 2021e

DAX-Dividendensumme in Millionen Euro

20.015

29.227

33.984

50.179

DAX-Automobil (BMW, Continental, Mercedes-Benz, Porsche, VW)

Dividendensumme Autoaktien in Millionen Euro

951

6.397

5.116

13.936

Anteil Autoaktien in Prozent

4,8

21,9

15,1

27,8

DAX-Versicherungen (Allianz, Hannover Rück, Münchener Rück)

Dividendensumme Versicherungsaktien in Millionen Euro

2.922

4.649

5.329

6.646

Anteil Versicherungsaktien in Prozent

14,6

15,9

15,7

13,2

DAX-Energieversorger (E.ON, RWE)

Dividendensumme Versorgeraktien in Millionen Euro

4.725

981

1.800

1.886

Anteil Versorgeraktien in Prozent

23,6

3,4

5,3

3,8

Stand: 11. März 2022; Quelle: FactSet-Markterwartungen, Commerzbank Research
e = erwartet. Prognosen sind kein Indikator für die künftige Entwicklung.

Die DAX-Versicherungsaktien Allianz, Hannover Rück und Münchener Rück bleiben für das Geschäftsjahr 2021 ein sicherer Hafen mit attraktiven Dividendenrenditen. Alle drei Unternehmen haben eine Erhöhung ihrer Dividende angekündigt, und die Dividendensumme der DAX-Versicherer steigt von 5,3 Milliarden Euro auf 6,6 Milliarden Euro. Ihr Anteil an den gesamten DAX-Dividenden wird jedoch von 16 Prozent auf 13 Prozent fallen, da in den konjunkturabhängigen DAX-Sektoren die Dividendenausschüttungen deutlich dynamischer steigen.

Auch der DAX-Versorgersektor, der für das Geschäftsjahr 2009 noch 23 Prozent der DAX-Dividenden gezahlt hatte, stabilisiert sich weiter. Die Dividendensumme von E.ON und RWE dürfte von 1,8 Milliarden Euro auf 1,9 Milliarden Euro steigen. Damit zahlen die DAX-Versorger 4 Prozent der DAX-Dividendensumme.

Die 40 DAX-Unternehmen haben derzeit eine Marktkapitalisierung von gut 1.500 Milliarden Euro. Die Dividendensumme von 50,2 Milliarden Euro entspricht daher einer DAX-Dividendenrendite von 3,4 Prozent für das Geschäftsjahr 2021. Die Dividendenrendite notiert damit weiterhin deutlich über der Rendite von 1,7 Prozent für europäische Unternehmensanleihen mit einem BBB-Rating und einer Laufzeit von vier bis sechs Jahren (siehe Grafik 2).

Grafik 2: DAX-Dividendenrendite mehr als 300 Basispunkte über Bondrendite

Stand: 7. März 2022; Quelle: FactSet-Markterwartungen, Bloomberg, Refinitiv-Datastream, Commerzbank Research
Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung. Weitere Informationen zu der hier dargestellten Wertentwicklung entnehmen Sie bitte den Angaben in Rechtliche Hinweise.

Der EZB-Leitzins liegt derzeit immer noch bei –0,5 Prozent, sodass Anlagen am Geldmarkt weiterhin keine bzw. sogar eine negative Rendite bringen. Und auch die deutsche Bondrendite ist zwar zuletzt vor dem Hintergrund der sich anbahnenden Leitzinswende der EZB von –0,4 Prozent auf +0,2 Prozent gestiegen. Die Bondrendite liegt damit aber weiterhin mehr als 300 Basispunkte unter der DAX-Dividendenrendite.

Die relative Attraktivität von Aktien wird auch bei den DAX-Einzeltiteln sichtbar. So hat BASF auf Basis der angekündigten Dividende von 3,40 Euro je Aktie derzeit eine Dividendenrendite von 6,4 Prozent (Stand 10. März 2022). Der Käufer der 2-jährigen Unternehmensanleihe bekommt dagegen nur 0,2 Prozent pro Jahr. In der hohen Dividendenrendite von BASF kommt jedoch auch zum Ausdruck, dass manche Anleger daran zweifeln, ob das Unternehmen vor dem Hintergrund der hohen geopolitischen Unsicherheit auch für das Geschäftsjahr 2022 eine unverändert hohe Dividende zahlen kann.

Für BMW-Aktionäre, die eine Dividende von 5,80 Euro je Aktie bekommen werden, beträgt die Dividendenrendite 8,1 Prozent, während die 3-jährige Unternehmensanleihe rund 0,3 Prozent bietet. Auch bei Mercedes-Benz beträgt der Unterschied zwischen den Renditen von Dividenden und Unternehmensanleihen mehr als 8 Prozentpunkte. Nach der sehr starken Entwicklung der Unternehmensgewinne im Automobilsektor im Geschäftsjahr 2021 scheinen viele Investoren davon auszugehen, dass die DAX-Autoaktien diese gute Gewinnentwicklung nicht im herausfordernden Geschäftsjahr 2022 fortsetzen können (siehe Tabelle 4).

Tabelle 4: BASF-Aktie mit 6,4 Prozent Rendite, während Unternehmensanleihe 0,2 Prozent bietet

Aktie

Kurs in Euro

Dividende in Euro

Rendite in Prozent

Unternehmensanleihe in Prozent

Rating Moody’s

Laufzeit

GJ 16

GJ 17

GJ 18

GJ 19

GJ 20

GJ 21e

GJ 20

GJ 21e

BASF

53,20

3,00

3,10

3,20

3,30

3,30

3,40

6,20

6,39

0,16

A3

22.01.2024

BMW

72,00

3,50

4,00

3,50

2,50

1,90

5,80

2,64

8,06

0,28

A2

21.01.2025

Deutsche Post

42,40

1,05

1,15

1,15

1,15

1,35

1,80

3,18

4,24

0,11

A3

11.12.2024

Deutsche Telekom

15,80

0,60

0,65

0,70

0,60

0,60

0,64

3,80

4,05

0,44

Baa1

22.04.2025

E.ON

10,30

0,21

0,30

0,43

0,46

0,47

0,49

4,57

4,76

–0,15

Baa2

21.02.2023

Fresenius

30,10

0,62

0,75

0,80

0,84

0,88

0,92

2,92

3,05

0,22

Baa3

01.02.2024

HeidelbergCement

54,80

1,60

1,90

2,10

0,60

2,20

2,42

4,02

4,42

0,52

Baa2

03.06.2024

Infineon

27,50

0,22

0,25

0,27

0,27

0,22

0,27

0,80

0,98

0,14

NA

10.03.2022

Mercedes-Benz

59,10

3,25

3,65

3,25

0,90

1,35

5,00

2,28

8,46

0,14

A3

08.07.2024

SAP

98,00

1,25

1,40

1,50

1,58

1,85

2,45

1,89

2,50

0,14

A2

20.02.2023

Siemens

123,10

3,60

3,70

3,80

3,90

3,50

4,00

2,84

3,25

0,83

A1

10.03.2028

Vonovia

44,90

1,12

1,32

1,44

1,57

1,69

1,69

3,76

3,76

–0,08

NA

09.07.2022

Volkswagen Vz.

143,80

2,06

3,96

4,86

4,86

4,86

7,56

3,38

5,26

0,10

A3

16.01.2023

Stand: 11. März 2022; Quelle: FactSet-Markterwartungen, Commerzbank Research
e = erwartet. Prognosen sind kein Indikator für die künftige Entwicklung.

Nicht nur die Dividenden der DAX-Unternehmen wachsen um beeindruckende 48 Prozent, sondern auch die Aktienrückkäufe nehmen stark zu. So haben in den vergangenen Wochen 15 der 40 DAX-Unternehmen ein Aktienrückkaufprogramm angekündigt. Wir schätzen, dass die DAX-Unternehmen im Jahr 2022 im Volumen von 13 Milliarden Euro eigene Aktien zurückkaufen werden. Damit wird nun auch in Deutschland der Rückenwind durch Aktienrückkäufe stärker, während in den vergangenen Jahren vor allem die US-Aktienmärkte regelmäßig von Rückkäufen der US-Unternehmen profitiert haben (siehe Tabelle 5).

Tabelle 5: 15 DAX-Unternehmen mit Aktienrückkäufen

Unternehmen

Aktienrückkauf

adidas

5,5 Mrd. Euro für 2022–2025

Allianz

750 Mio. Euro für 2022

BASF

1 Mrd. Euro für 2022/2023

BMW

770 Mio. Euro für 2022

Covestro

0,5 Mrd. Euro für 2022

Deutsche Bank

300 Mio. Euro für 2022

Deutsche Post

2 Mrd. Euro für 2022/2023

HeidelbergCement

1 Mrd. Euro für 2022/2023

HelloFresh

250 Mio. Euro für 2022

Henkel Vz.

1 Mrd. Euro für 2022/2023

Linde

10 Mrd. US-Dollar für 2022–2024

Münchener Rück

1 Mrd. Euro für 2022

SAP

1 Mrd. Euro für 2022

Siemens

3 Mrd. Euro für 2022–2026

Zalando

200 Mio. Euro für 2022

Stand: 10. März 2022
Quelle: Unternehmensberichte, Commerzbank Research

Im Vergleich zum DAX mit einer Marktkapitalisierung von 1.500 Milliarden Euro bringt der EURO STOXX 50 3.400 Milliarden Euro auf die Waage. Laut aktuellen FactSet-Markterwartungen sollen die 50 Unternehmen 108 Milliarden Euro an Dividenden für das Geschäftsjahr 2021 ausschütten. Damit liegt die für den EURO STOXX 50 erwartete Dividendenrendite mit 3,2 Prozent leicht unter der Rendite von 3,4 Prozent für den DAX. Jedoch bieten derzeit 30 der 50 Unternehmen eine erwartete Dividendenrendite von mehr als 3 Prozent, sodass mutige Dividendenjäger nach dem recht enttäuschenden Jahresauftakt an den Aktienmärkten auch im EURO STOXX 50 viele Anlagechancen finden (siehe Tabelle 6).

Tabelle 6: EURO STOXX 50 – Markterwartungen für die Dividenden für das Geschäftsjahr 2021

Aktie

Kurs in Euro

Dividende in Euro

Rendite 21e in %

Summe in Mrd. Euro

GJ 17

GJ 18

GJ 19

GJ 20

GJ21e

adidas

197,1

2,60

3,35

0,00

3,00

3,30

1,7

0,7

Adyen

1.533,0

NA

0,00

0,00

0,00

0,00

0,0

0,0

Ahold

27,6

0,63

0,70

0,76

0,90

0,95

3,4

1,0

Air Liquide

142,0

2,40

2,40

2,70

2,75

2,90

2,0

1,4

Airbus

99,8

1,50

1,65

1,80

0,00

1,50

1,5

1,2

Allianz

198,1

8,00

9,00

9,60

9,60

10,80

5,5

4,4

Anheuser-Busch

50,8

3,34

1,80

1,81

0,47

0,50

1,0

0,9

ASML

545,4

1,40

1,51

2,40

2,75

5,00

0,9

2,0

AXA

23,6

1,26

1,34

1,43

1,43

1,54

6,5

3,7

Banco Santander

2,9

0,21

0,22

0,10

0,03

0,10

3,5

1,7

BASF

53,2

3,10

3,20

3,30

3,30

3,40

6,4

3,1

Bayer

53,8

2,80

2,80

2,80

2,00

2,00

3,7

2,0

BBVA

5,0

0,24

0,26

0,26

0,06

0,31

6,2

2,1

BMW

72,0

4,00

3,50

2,50

1,90

5,80

8,1

3,5

BNP Paribas

49,3

3,02

3,02

0,00

1,11

3,67

7,4

4,5

CRH

35,8

0,66

0,71

0,83

0,96

1,09

3,1

0,8

Danone

50,5

1,90

1,94

2,10

1,94

1,94

3,8

1,3

Deutsche Börse

144,1

2,45

2,70

2,90

3,00

3,20

2,2

0,6

Deutsche Post

42,4

1,15

1,15

1,15

1,35

1,80

4,2

2,2

Deutsche Telekom

15,8

0,65

0,70

0,60

0,60

0,64

4,1

3,2

Enel

5,7

0,24

0,28

0,33

0,36

0,38

6,6

3,9

Eni

13,1

0,80

0,83

0,86

0,36

0,86

6,6

3,1

Essilor

147,9

1,53

2,04

2,23

1,08

2,54

1,7

1,1

Flutter

85,4

1,97

1,97

1,97

0,00

0,00

0,0

0,0

Iberdrola

9,7

0,32

0,35

0,40

0,42

0,44

4,6

2,8

Inditex

21,6

0,75

0,88

0,35

0,70

1,01

4,7

3,1

Infineon

27,5

0,25

0,27

0,27

0,22

0,27

1,0

0,4

ING

9,0

0,67

0,68

0,69

0,12

0,62

6,9

2,4

Intesa

1,9

0,20

0,20

0,19

0,06

0,15

7,9

2,9

Kering

551,8

6,00

10,50

11,50

8,00

12,00

2,2

1,5

Kone

49,5

1,65

1,65

1,70

2,25

2,10

4,2

1,0

Linde

256,7

2,53

2,77

3,22

3,20

3,72

1,4

1,9

L’Oréal

338,8

3,55

3,85

4,25

4,00

4,80

1,4

2,6

LVMH

587,9

5,00

6,00

4,80

6,00

10,00

1,7

5,0

Mercedes-Benz

59,1

3,06

2,72

0,75

1,13

5,00

8,5

5,3

Münchener Rück

234,7

8,60

9,25

9,80

9,80

11,00

4,7

1,5

Pernod Ricard

178,7

2,02

2,36

3,12

2,66

3,12

1,7

0,8

Philips

28,1

0,78

0,83

0,83

0,85

0,85

3,0

0,8

Prosus

51,3

NA

NA

0,00

0,00

0,13

0,3

0,3

Safran

101,3

1,60

1,82

2,38

0,43

0,50

0,5

0,2

Sanofi

93,1

3,03

3,07

3,15

3,20

3,33

3,6

4,2

SAP

98,0

1,40

1,50

1,58

1,85

2,45

2,5

3,0

Schneider Electric

139,4

2,20

2,35

2,55

2,60

2,90

2,1

1,7

Siemens

123,1

3,70

3,80

3,90

3,50

4,00

3,2

3,4

Stellantis

13,5

0,00

0,35

0,58

0,30

1,06

7,9

3,3

TotalEnergies

45,7

2,31

2,65

2,73

2,49

2,68

5,9

7,0

VINCI

87,9

2,45

2,67

3,05

2,04

2,90

3,3

1,7

Vivendi

11,4

0,09

0,10

0,12

0,12

0,25

2,2

0,3

Volkswagen Vz.

143,8

3,96

4,86

4,86

4,86

7,56

5,3

1,6

Vonovia

44,9

1,24

1,35

1,47

1,58

1,69

3,8

1,3

EURO STOXX 50

Marktwert Mrd. Euro: 3.373

Dividendensumme GJ 2021 Mrd. Euro: 108,5

GJ 2021 Rendite: 3,2 %

Stand: 10. März 2022; Quelle: FactSet-Markterwartungen, Commerzbank Research
e = erwartet. Prognosen sind kein Indikator für die künftige Entwicklung.

Produktidee: VON HOHEN DIVIDENDENRENDITEN PROFITIEREN MIT DISCOUNT- UND BONUS-ZERTIFIKATEN

Für Zertifikate-Investoren ergeben sich interessante Möglichkeiten, von hohen Dividendenzahlungen zu profitieren. Da Anleger bei Zertifikaten grundsätzlich auf die Ausschüttung der Dividende der zugrunde liegenden Basiswerte verzichten, können die Konditionen und Ausgestaltungsmerkmale bestimmter Zertifikatstypen umso attraktiver gestaltet werden, je höher die zu erwartende Dividendenrendite ist.

Discount-Zertifikate: Attraktivere Seitwärtsrendite
Bei Discount-Zertifikaten trägt neben der Gewinnbegrenzung des Zertifikats vor allem die gezahlte Dividende dazu bei, den Preisabschlag zu finanzieren. Dies wird besonders deutlich, wenn man Discount-Zertifikate dividendenstarker Aktientitel mit dividendenschwachen Titeln vergleicht. Durch die höhere Dividende kann ein höherer Discount erzielt werden, was dem Anleger im Vergleich zum Direktinvestment einen höheren Puffer im Falle rückläufiger Aktienkurse verschafft bzw. eine attraktivere Seitwärtsrendite bietet, die besonders bei stagnierender Aktienkursentwicklung von Vorteil ist.

Bonus-Zertifikate: Komfortabler Sicherheitspuffer
Bei einem Bonus-Zertifikat kann eine hohe Dividende zur Finanzierung eines zusätzlichen Risikopuffers verwendet werden. Denn die zugrunde liegende Barriere des Bonus-Zertifikats kann deutlich niedriger gewählt werden als bei einem Titel mit deutlich niedrigerer Dividendenrendite. Bei der klassischen Variante des Bonus-Zertifikats verzichtet der Anleger zudem noch nicht einmal auf eine unbegrenzte Kurs-Gewinn-Chance, wenn der betreffende Basiswert über den jeweiligen Bonuslevel steigt.

Aber Achtung: Hohe Dividendenzahlungen können für Zertifikateanleger jedoch nicht immer nur von Vorteil sein. Denn am Tag nach der Dividendenzahlung – dem sogenannten Ex-Tag – fällt der Aktienkurs in der Regel um den Betrag der Dividendenausschüttung. Dieser Aktienkursrückgang kann bei Produkten mit Barriere eine Gefahr darstellen, weil durch den Kursrückgang die Barriere des Zertifikats verletzt werden kann. Daher ist bei der Auswahl von Bonus-Zertifikaten der Abstand zwischen Aktienkurs und Barriere immer so zu wählen, dass auch nach Dividendenausschüttungen – also einem Aktienkursrückgang in Höhe der Dividende – die Barriere noch intakt ist. Beide Produkttypen haben keinen Kapitalschutz und Anleger tragen das Risiko, ihr eingesetztes Kapital zu verlieren, wenn sich der Kurs des Basiswerts und damit der Kurs des Zertifikats verschlechtert.

Discount-Zertifikate

WKN

Basiswert

Cap

Discount

Max. Rendite p.a.

Bewertungstag

Geld-/Briefkurs

SH7 BXN

Mercedes-Benz

46,00 EUR

31,67 %

8,14 %

16.12.2022

43,34/43,36 EUR

SH7 F6C

BMW

56,00 EUR

31,22 %

6,12 %

16.12.2022

53,52/53,54 EUR

SH7 BP1

Covestro

35,00 EUR

28,99 %

5,18 %

16.12.2022

33,68/33,69 EUR

SH7 BM9

BASF

42,00 EUR

25,25 %

7,68 %

16.12.2022

39,70/39,72 EUR

SF4 FDS

Allianz

180,00 EUR

19,61 %

6,63 %

16.12.2022

171,41/171,48 EUR

SH7 B1C

Volkswagen Vz.

120,00 EUR

25,71 %

8,45 %

16.12.2022

112,80/112,81 EUR

Bonus-Zertifikate

WKN

Basiswert

Bonuslevel

Barriere

Bonusrendite p.a.

Abstand zur Barriere

Bewertungstag

Geld-/Briefkurs

SH7 JEG

Mercedes-Benz

72,00 EUR

34,00 EUR

13,44 %

46,68 %

16.12.2022

65,39/65,43 EUR

SH7 H8G

BMW

86,00 EUR

42,00 EUR

10,33 %

46,30 %

16.12.2022

79,77/79,81 EUR

SH7 H84

Covestro

53,00 EUR

28,00 EUR

41,21 %

9,85 %

16.12.2022

49,32/49,35 EUR

SH7 H7M

BASF

62,00 EUR

29,00 EUR

10,65 %

45,51 %

16.12.2022

57,40/57,43 EUR

SF4 JB8

Allianz

224,00 EUR

144,00 EUR

9,57 %

32,43 %

16.12.2022

208,79/208,90 EUR

SH7 JJ6

Volkswagen Vz.

172,00 EUR

81,00 EUR

10,42 %

46,76 %

16.12.2022

159,39/159,48 EUR

Stand: 24. März 2022; Quelle: Société Générale

Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform. Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.

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