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Siemens Energy – ein Profiteur der Energiewende?

Im Zusammenhang mit der Klimapolitik kommt zukünftig Stromnetzen, Back-up-Kapazitäten durch kleine Gaskraftwerke für ausbleibenden Sonnenschein oder Wind und auch der Wasserstofferzeugung mehr Bedeutung zu. Der interne Umbau von Siemens Energy ist noch nicht abgeschlossen und sollte weitere Ergebniseffekte bringen. Die vielen Gewinnwarnungen der börsennotierten Windturbinentochter Gamesa sollten nun verarbeitet sein. Die herausragenden strukturellen Chancen im Windbereich bleiben und werden sich sogar verbessern.

Siemens-Fokussierung bringt Abspaltung der Energie-Aktivitäten
Die ehemalige Konzernmutter Siemens will sich zukünftig auf weniger Aktivitäten fokussieren. Das soll die Steuerung des Konzerns erleichtern und den Konglomeratsabschlag in der Bewertung vermindern. Eine der historischen Wurzeln von Siemens, das Geschäft mit der Stromerzeugung und -übertragung, gehört nicht mehr zu diesen definierten Zukunftsgeschäftsfeldern. Diese Aktivitäten wurden deshalb zunächst in eine neue Gesellschaft eingebracht, von deren Aktienmehrheit sich Siemens anschließend trennte. Dazu erhielt jeder Siemens-Aktionär je zwei Siemens-Aktien eine Siemens Energy-Aktie. Siemens (inklusive eines Pensionsfonds) hält noch 45 Prozent der Anteile. Ein weiterer Abbau der Beteiligung ist geplant.

Fokus auf Strom sowie Öl und Gas
Siemens Energy ist ausgerichtet auf Kunden aus der Stromwirtschaft und der Öl- und Gasindustrie. Das Geschäft mit neuen Ausrüstungen unterliegt Konjunkturrisiken, das zugehörige Dienstleistungsgeschäft ist dagegen konjunkturstabiler und gleichzeitig wesentlich margenstärker. In der Zukunft wird insbesondere hier ein überdurchschnittliches Wachstum angestrebt.

Grafik 1: Wertentwicklung Siemens Energy

Seit Börsengang am 28. September 2020

Stand: 18. Februar 2022; Quelle: Reuters
Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung. Weitere Informationen zu der hier dargestellten Wertentwicklung entnehmen Sie bitte den Angaben in den Rechtlichen Hinweisen.

Großes Kostenprogramm noch nicht abgeschlossen
Zur Steigerung der Rentabilität nach Jahren mit insgesamt dramatisch rückläufigen, unbefriedigenden Margen hat der Vorstand ein weitgreifendes Kostenprogramm eingeleitet, das in einiger Zeit wieder zufriedenstellende Geschäftserfolge bewirken soll. Mittlerweile kündigte das Unternehmen einen zusätzlichen spürbaren Stellenabbau an, der mittelfristig eine weitere deutliche Margensteigerung bringen soll. Eine komplette Zielerreichung hat der Markt noch nicht in seine Konsensschätzungen eingepreist.

Klimadiskussion birgt Risiken und Chancen
Die weltweite Diskussion um die Verminderung des CO₂-Ausstoßes bewirkt strukturellen Druck auf den Strommix. Gas und vor allem Kohle spielen eine kleinere Rolle. Auch die Nuklearenergie ist politisch schwierig. In der Konsequenz steht das Geschäft mit Dampfturbinen, befeuert mit fossilen Brennstoffen oder Atomkraft, nicht mehr im strategischen Fokus. Aber auch die Nachfrage nach Gasturbinen, dem Kerngeschäft der Sparte Stromerzeugung, war global eingebrochen. In diesem Geschäftsfeld stehen scharfe Kostenmaßnahmen an. Zur Kompensation der ungünstigen Chancen will das Unternehmen massiv in das Geschäft mit grünem Wasserstoff einsteigen.

Chancen in China als Notfallkapazitäten für erneuerbare Energien
Immerhin zeichnet sich im wichtigen chinesischen Markt eine spürbare Markterholung ab. Auch die Konkurrenz reagiert mit einer hohen Kapazitäts- und Preisdisziplin. Das wichtige Servicegeschäft sorgt für eine gewisse Stabilisierung. Wir rechnen zumindest bei den kleinen Gasturbinen – hier ist das Unternehmen Weltmarktführer – mittelfristig wieder mit Nachfragewachstum. Diese Turbinen werden als Notfallkapazitäten für den nicht immer verfügbaren Strom aus erneuerbaren Energien gebraucht.

Attraktives Netzausrüstungsgeschäft belastet von Regulatorik
Auch wegen des immer höheren Anteils der erneuerbaren Energien am Strommix kommt dem Geschäft mit den Ausrüstungen für Stromnetze eine immer wichtigere Bedeutung zu. Die Transportwege werden immer weiter, die Lastwechsel immer größer. Siemens Energy ist Weltmarktführer in diesem Geschäftsfeld. Dem strukturellen Wachstum steht aber eine scharfe Regulatorik der Kunden aus dem entsprechenden Netzbetrieb gegenüber, der oftmals deren Investitionen erschwert. Dazu ist hier der Dienstleistungsanteil gering. Der Stabilisierungseffekt ist damit nur unterdurchschnittlich.

Öl- und Gasgeschäft unter erheblichem Druck
Die Aktivitäten in der Öl- und Gasindustrie, die wesentlich aus der Übernahme von Dresser Rand vor einigen Jahren resultieren und nie richtig erfolgreich waren, litten unter der tiefen Konjunkturkrise und den dramatisch eingebrochenen Ölpreisen. Die wichtigen Kunden aus der US-Fracking-Industrie hatten damit erheblich an Konkurrenzfähigkeit eingebüßt. Betroffen ist neben dem Neugeschäft auch das wichtige Servicegeschäft. Der Vorstand will auch in diesem Geschäftsfeld Kostenmaßnahmen umsetzen. Mittlerweile haben sich die Ölpreise aber wieder erholt. Das Schlimmste ist vorbei, Aufholeffekte insbesondere durch unterlassene Anlagewartungen dürften kommen.

Windgeschäft gut positioniert …
Die börsennotierte Tochter Siemens Gamesa, an der Siemens Energy mit 67 Prozent beteiligt ist, besitzt herausragende Perspektiven. Der Windturbinenhersteller ist Weltmarktführer im Offshore-Bereich und gehört zu den Top 3 an Land. Auch wenn das Geschäft unter Umstellungen der Regulatorik litt, sind vor dem Hintergrund des Klimawandels die langfristigen Perspektiven global herausragend. Unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten stehen kleine Aktivitäten in der politisch schwierigen Region Westsahara unter kritischer Beobachtung.

… aber mit momentanen Problemen
Durch den Abschied des Minderheitsaktionärs Iberdrola konnte das Management zwar unbeeinflusster von Sonderinteressen konsequenter seine Strategie umsetzen. Minderheitsaktionäre machen die Steuerung aber weiter komplex. Gamesa hat zurzeit unter massiven Kostensteigerungen zu leiden. Die zusätzlichen Störungen in den Lieferketten ziehen sich voraussichtlich noch weit in das neue Geschäftsjahr hinein. Laut Presse plant Siemens Energy eine noch stärkere Integration. Möglicherweise sollen die ausstehenden Aktionäre abgefunden werden, was die Konzernstruktur vereinfachen würde. Vorteile einer solchen Integration hängen vom zu entrichtenden Kaufpreis ab.

Gewinnwarnungen bei Gamesa – eigenes Geschäft über den Erwartungen
Die börsennotierte Windturbinentochter Gamesa hatte diverse Warnungen präsentiert und für das Auftaktquartal folgte eine weitere. Diese schlechten Nachrichten überlagern die guten Zahlen für das Auftaktquartal aus dem Gas- und Turbinengeschäft. Der Umsatz war zwar marginal schlechter als gedacht, das operative Ergebnis dagegen sehr deutlich besser. Hier zeigen sich die Erfolge der Restrukturierungen. Der Cashflow lag deutlich über den Annahmen. Wir rechnen mittelfristig mit einer grundsätzlichen Konjunkturerholung im Gas- und Turbinengeschäft, günstigen Megatrends im Windgeschäft und weiteren Restrukturierungserfolgen.

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Discount-Zertifikate

WKN

Basiswert

Cap

Discount

Max. Rendite p.a.

Bewertungstag

Geld-/Briefkurs

SH1 8K5

Siemens Energy

15,00 EUR

24,43 %

5,61 %

16.12.2022

14,31/14,32 EUR

SF4 GZY

Siemens Energy

18,00 EUR

13,90 %

14,13 %

16.12.2022

16,10/16,11 EUR

SF4 GZ1

Siemens Energy

21,00 EUR

7,25 %

24,60 %

16.12.2022

17,38/17,39 EUR

Capped-Bonus-Zertifikate

WKN

Basiswert

Bonuslevel/Cap

Barriere

Bonus-rendite p.a.

Abstand zur Barriere

Bewertungstag

Geld-/Briefkurs

SH2 HDG

Siemens Energy

21,00 EUR

11,00 EUR

10,11 %

41,51 %

16.12.2022

19,35/19,36 EUR

SH2 HDH

Siemens Energy

22,00 EUR

12,00 EUR

12,84 %

36,39 %

16.12.2022

19,86/19,88 EUR

SF4 JP1

Siemens Energy

25,00 EUR

15,00 EUR

28,45 %

20,57 %

16.12.2022

20,11/20,13 EUR

Faktor-Optionsscheine

WKN

Basiswert

Strategie

Faktor

Laufzeit

Geld-/Briefkurs

SD2 YAU

Siemens Energy

Long

2

Unbegrenzt

2,50/2,51 EUR

SH1 80F

Siemens Energy

Long

5

Unbegrenzt

7,57/7,68 EUR

SH1 80K

Siemens Energy

Long

9

Unbegrenzt

5,77/5,94 EUR

SD2 3TD

Siemens Energy

Short

–2

Unbegrenzt

15,89/15,98 EUR

SD2 3TA

Siemens Energy

Short

–5

Unbegrenzt

11,18/11,34 EUR

SF5 6TF

Siemens Energy

Short

–9

Unbegrenzt

9,30/9,54 EUR

Stand: 18. Februar 2022; Quelle: Société Générale

Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform. Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.

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