Interview

herausforderndes und spannendes Aktienjahr – Interview mit Lars Brennholt, Abteilungsmanager Brokerage & Digital Wealth Management Solutions bei der TARGOBANK

ideas: Herr Brennholt, viele kennen wahrscheinlich den Targobank-Fernsehwerbespot zum »Wie-für-mich-gemacht-Kredit« mit der Option der Ratenpause. Verleihen Sie auch beim Wertpapiergeschäft »Rückenwind«?
Lars Brennholt: Aber ja doch! Wir haben in diesem Jahr einiges in der Pipeline für das Brokerage-Geschäft, was unseren Kunden ordentlich Rückenwind geben wird. So werden wir für unsere App-Nutzer neue, hilfreiche Funktionen hinzufügen: Beispielsweise werden wir unseren Kunden neben den völlig neu gestalteten Markt- und Börseninformationen auch eine smarte Orderfunktion über die App zur Verfügung stellen. Damit folgen wir unserem Anspruch, die selbsterklärenden und von der Kundschaft sehr gut angenommenen Funktionen unserer Web-Anwendung auch in die App zu übertragen. Darüber hinaus werden wir auch neue Orderfeatures für den Desktop wie auch für die App einführen – um mit neuen, intelligenten Ordertypen für noch mehr Sicherheit im Wertpapierhandel zu sorgen.

Wie man hört, hatte die Coronakrise zumindest den positiven Effekt, dass sich mehr Menschen mit dem Thema Börse, Geldanlage und Altersvorsorge beschäftigt haben. Konnten Sie das auch bei der Targobank feststellen?
Ja, absolut. Und dieser Trend hält weiter an. Wir beobachten einerseits, dass unsere Bestandskunden deutlich aktiver im Markt unterwegs sind als noch 2019 und davor. Andererseits sehen wir auf der Neukundenseite Kundengruppen, die sich vor der Pandemie eher weniger bis gar nicht für Wertpapiere erwärmen konnten. Das hat sich gewandelt. Entsprechend wurden auch unsere Kampagnenangebote wie die 4,90-Euro-Flat-Fee-Aktion mit Société Générale sehr gut angenommen, was sich auch in einer deutlichen Zunahme der Trading-Zahlen im Vergleich zu den Vorjahren widergespiegelt hat.

Gerade das online-affine Angebot vieler Neo-Broker hat auch bei jüngeren Leuten das Interesse für die Aktienmärkte geweckt. Haben Sie ein spezielles Angebot, um diese neue Zielgruppe anzusprechen?
In der Tat, die Zahl der jüngeren Anleger wächst. Für diese Zielgruppe bis 27 Jahre bieten wir mit unserem Starter-Depot nicht nur günstige Orderkonditionen, sondern auf Wunsch auch ein professionelles Beratungsangebot. Wir können eben auch Beratung und sind deutschlandweit vor Ort in den Filialen präsent. Das sucht man bei den Neo-Brokern oder bei den Direktbanken dann doch vergeblich. Apropos Neo-Broker: Mit unserem Direkt-Depot und einem Transaktionspreis von 4,90 Euro flat bieten wir ein mehr als konkurrenzfähiges Angebot und müssen uns hinter den bekannten Neo-Brokern am Markt nicht verstecken. Zudem ermöglichen wir den Wertpapierhandel an deutlich mehr Handelsplätzen als alle Neo-Broker, die mir bekannt sind. Auch unser Wertpapierspektrum ist deutlich breiter als bei der reinen Online-Konkurrenz.

Das Thema Nachhaltigkeit, oft auch unter ESG (Environment, Social und Governance) bekannt, ist eines der Trendthemen bei der Geldanlage. Dies zeigt sich unter anderem an der wachsenden Anzahl an Finanzprodukten auf Nachhaltigkeitsindizes. Inwiefern steht das Thema Nachhaltigkeit auch bei der Targobank im Fokus?
Am Thema Nachhaltigkeit führt auch im Wertpapiergeschäft kein Weg mehr vorbei – und das nicht nur, weil der Gesetzgeber den Banken eine entsprechende Richtlinie auferlegt hat. Wir merken seit einigen Jahren auch eine stetig wachsende Nachfrage der Kundschaft nach nachhaltigen Investmentmöglichkeiten. Entsprechend haben wir im Rahmen unserer 0-Euro-Free-Trade-Aktion mit Société Générale ein Zertifikat auf den CO2-Emissonshandel näher beleuchtet. Darüber hinaus haben wir aber auch diverse nachhaltige Investmentfonds ohne Ausgabeaufschlag im Angebot. Wer sich für das Thema ESG-Produkte interessiert, findet weiterführende Informationen zu unserem Nachhaltigkeitsengagement unter www.targobank.de.

Auf der Targobank-Website finden Interessierte spannende Research-Berichte und Analysen. Können Sie uns verraten, wie der Ausblick der Targobank für die Aktienmärkte 2022 ist?
Wir erwarten in jedem Fall ein herausforderndes, aber auch spannendes Aktienjahr. Aufgrund der weltweit anhaltend hohen Inflation haben die Notenbanken eine Wende in der Geldpolitik in den USA und Europa angekündigt. Zinserhöhungen rücken also in greifbare Nähe. In den USA wird für dieses Jahr mit mindestens vier Zinsanhebungen gerechnet. Und auch in Europa rechnen wir gegen Ende des Jahres mit moderat höheren Zinsen. Entsprechend erwarten wir im Jahresverlauf gemäßigt steigende Renditen, die insbesondere in den langen Laufzeiten zu Kursverlusten führen. Mit Blick auf den Rentenmarkt werden daher vorerst kurze Laufzeiten angezeigt sein. An den Aktienmärkten dürften die Growth-Titel, vor allem die Technologiewerte, zunächst am stärksten leiden, weil die erwarteten hohen Gewinnspannen unter dem hartnäckigen Preisauftrieb unter Druck geraten dürften. In unserem Musterportfolio reduzieren wir daher auf der Aktienseite unseren Tech-Anteil und erhöhen stattdessen die Value-Gewichtung. Value-Werte bieten in der Regel auch eine höhere Dividendenausschüttung.

Vielen Dank für das Gespräch.
Das Interview führte Anja Schneider.