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Ausblick 2022 – Hoffnung auf bessere Zeiten am Goldmarkt

Der Goldpreis dürfte das Jahr 2021 mit einem Minus abschließen. Für 2022 sehen wir wieder Aufwärtspotenzial. Zwar dürfte die US-Notenbank die Zinsen anheben. Am für Gold günstigen Umfeld negativer Realzinsen wird das allerdings nichts ändern. Dies spricht für eine wieder stärkere Investmentnachfrage.

Der Goldpreis blickt auf ein durchwachsenes Jahr 2021 zurück. Bereits in der ersten Januarwoche wurde mit 1.950 US-Dollar je Feinunze das noch immer geltende Hoch für das gesamte Jahr erreicht (siehe Grafik 1). Von dort aus ging es zwei Monate lang nahezu ununterbrochen bergab, bis im März bei rund 1.680 US-Dollar das Jahrestief verzeichnet wurde. Nach einem Anstieg bis Anfang Juni auf gut 1.900 US-Dollar fiel der Preis im August fast wieder auf das März-Tief zurück. Seither schwankt der Preis zumeist in einer Spanne zwischen 1.750 US-Dollar und 1.830 US-Dollar. Mitte Dezember notierte Gold knapp 6 Prozent unter dem Jahreseinstandsniveau. Damit dürfte Gold mit großer Wahrscheinlichkeit das Jahr 2021 mit einem Minus abschließen. Der Blick auf Gold in US-Dollar allein verdeckt allerdings einen Teil der zugrunde liegenden Preisentwicklung. Denn der Goldpreis in Euro erreichte im November zwischenzeitlich ein 14-Monats-Hoch und liegt seit Jahresbeginn 2021 leicht im Plus. Auch in anderen Währungen wie Schweizer Franken und japanische Yen erreichte Gold im November zwischenzeitlich das höchste Niveau seit mehr als einem Jahr, auch wenn dieses Niveau nicht gehalten werden konnte und der Preis in Schweizer Franken seit Anfang 2021 wieder leicht im Minus liegt. Denn im Gegensatz zu den Papierwährungen gibt es bei Gold keine Zentralbank, die durch »Gelddrucken« das Angebot beliebig ausweiten und den Wert damit verwässern kann. Die Ausweitung des Goldangebots ist durch die Minenproduktion definiert, die pro Jahr um durchschnittlich 3 bis 4 Prozent steigt. Gold sah sich in diesem Jahr zahlreichen Einflussfaktoren ausgesetzt, die eine bessere Preisentwicklung verhinderten. Zu nennen ist insbesondere die deutliche Aufwertung des US-Dollar, der im November auf handelsgewichteter Basis das höchste Niveau seit Juli 2020 erreichte und 7 Prozent fester notiert als zu Jahresbeginn 2021.

Grafik 1: Gold mit durchwachsener Preisentwicklung

Zudem kam es 2021 im Jahresverlauf wiederholt zu kräftigen Anstiegen der nominalen Anleiherenditen. Lag die Rendite für 10-jährige US-Staatsanleihen Anfang 2021 noch bei weniger als 1 Prozent, so waren es im März fast 1,8 Prozent. Im Oktober und im November 2021 erreichte die US-10-Jahresrendite nochmals jeweils 1,7 Prozent. Höhere Renditen machen Gold für Anleger weniger attraktiv, da es keine Zinsen abwirft. Auch der anhaltende Höhenflug der Aktienmärkte von Rekordhoch zu Rekordhoch dürfte die Attraktivität von Gold geschmälert haben. So hat sich der S&P 500 seit dem Tief im März 2020 mehr als verdoppelt. Seit Anfang 2021 beläuft sich dessen Zuwachs auf 25 Prozent. Im Zuge dessen verzeichneten die Gold-ETFs über weite Strecken des Jahres 2021 Abflüsse. Sie summierten sich in den ersten elf Monaten laut Daten des World Gold Council auf 185 Tonnen (siehe Grafik 2). Damit stehen die Gold-ETFs vor dem ersten Jahr mit Netto-Abflüssen seit 2015.

Grafik 2: Beträchtliche Abflüsse aus Gold-ETFs

Die Nachfrage nach Goldschmuck hat sich dagegen nach ihrem Einbruch im Jahr 2020 deutlich erholt. Nach drei Quartalen lag sie nur 5 Prozent niedriger als im gesamten Jahr 2020, allerdings noch immer etwas niedriger als im vergleichbaren Zeitraum 2019 (siehe Grafik 3). Die Nachfrage stieg dabei sowohl in den großen asiatischen Goldnachfrageländern China und Indien als auch in den westlichen Ländern. Entsprechend deutlich sind die Goldimporte Chinas und Indiens gestiegen. Die Schmucknachfrage profitierte dabei von den gestiegenen Einkommen der privaten Haushalte, aufgestauter Nachfrage beispielsweise durch während der Pandemie verschobene Hochzeiten und dem Wiederaufbau der im Vorjahr stark gesunkenen Lagerbestände. Eine weitere Rolle spielten die im Jahresverlauf von 2021 gesunkenen Preise, da die Schmucknachfrage preissensitiv ist. Der erstgenannte Faktor dürfte auch 2022 noch gelten, die anderen hingegen an Bedeutung verlieren. Daher dürfte die Dynamik der Schmucknachfrage nachlassen.

Grafik 3: Schmucknachfrage deutlich erholt

2022 dürfte von der Frage dominiert werden, wie die Zentralbanken auf die deutlich gestiegenen Inflationsraten reagieren. In den USA liegt die Inflationsrate zurzeit bei fast 7 Prozent auf einem 39-Jahres-Hoch, in Deutschland mit mehr als 5 Prozent auf dem höchsten Stand seit 29 Jahren und in der Eurozone mit 4,9 Prozent so hoch wie noch nie seit dem Start der Währungsunion 1999. Die Fed und die meisten anderen Zentralbanken stuften den starken Inflationsanstieg bislang als vorübergehend ein und wollten sich mit dem Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik Zeit lassen. Allerdings sind die marktbasierten Inflationserwartungen in den USA im November nach der Veröffentlichung der unerwartet hohen Inflationsrate auf rund 2,7 Prozent gestiegen. Da s heißt, die Marktteilnehmer gehen nicht davon aus, dass die Inflation mittel- bis langfristig auf das Inflationsziel der Fed von 2 Prozent zurückkehrt. Sollte sich die höhere Inflation verfestigen und die Zentralbanken darauf nicht angemessen reagieren, würde Gold davon als Inflationsschutz wohl profitieren. Laut einer Studie des World Gold Council sticht Gold in Hochinflationsphasen (Inflation >5 Prozent) mit seiner Preisentwicklung besonders hervor. Aber auch bei Inflationsraten zwischen 2 Prozent und 5 Prozent ist die Performance von Gold noch immer signifikant positiv.

Hinsichtlich der Inflation hat bei der Fed inzwischen ein Umdenken eingesetzt. Fed-Chef Jerome Powell, der von US-Präsident Joe Biden für eine zweite Amtszeit nominiert worden ist, bezeichnete die hohe Inflation zuletzt nicht mehr als vorübergehend. Zudem hat er sich dafür ausgesprochen, die Anleihekäufe schneller als bisher geplant zurückzuführen. Ähnlich äußerten sich mehrere weitere Fed-Offizielle. Mit dem Meinungsumschwung der Fed hin zu einer früheren Straffung der Geldpolitik fielen die Inflationserwartungen zwar wieder auf 2,4 Prozent, bleiben damit aber noch immer erhöht. Zudem liegen sie weiterhin deutlich höher als die nominalen Anleiherenditen, die als Folge der Erwartung von Fed-Zinserhöhungen und deren bremsende Wirkung auf die Konjunkturentwicklung ebenfalls erheblich gefallen sind. Die Realrenditen sind also weiterhin deutlich negativ. Daran dürfte sich auch 2022 nichts ändern. Davon sollte die Nachfrage nach Münzen und Barren profitieren, die 2021 nach drei Quartalen bereits fast so hoch war wie im gesamten vorangegangenen Jahr und die alleinige Stütze der Investmentnachfrage gewesen ist (siehe Grafik 4).

Grafik 4: Bislang sehr robuste Nachfrage nach Barren und Münzen

Auch bei der Goldnachfrage spielen die Zentralbanken weiterhin eine aktive Rolle. Nachdem die Zentralbankgoldkäufe 2020 auf ein 10-Jahres-Tief von 255 Tonnen gesunken waren, nahm das Kaufinteresse 2021 wieder spürbar zu. Nach drei Quartalen lag das Kaufvolumen bereits bei knapp 400 Tonnen (siehe Grafik 5). Der WGC erwartet für 2021 mindestens 450 Tonnen. Während die vormals wichtigsten Käufer Russland, China und die Türkei kein Gold (mehr) kauften, sprangen andere Zentralbanken dafür in die Bresche. Zu nennen sind dabei insbesondere Brasilien, Indien, Thailand, Usbekistan und Ungarn. Die polnische Zentralbank hat zudem angekündigt, 100 Tonnen Gold kaufen zu wollen. Ähnliches dürfte für viele andere Zentralbanken gelten. Denn wegen seiner geringen Korrelation zu anderen Assetklassen eignet sich Gold hervorragend zur Diversifikation. Zudem dürften viele Zentralbanken bestrebt sein, den US-Dollar-Anteil in den Währungsreserven nicht zu groß werden zu lassen. So ist der US-Dollar bereits deutlich überbewertet, was das Risiko von Währungsverlusten impliziert. Zudem besteht ein latentes Risiko, dass die US-Regierung den US-Dollar als politisches Druckmittel für Sanktionen verwenden könnte. Dieses Risiko besteht insbesondere für größere Schwellenländer, die in politischer und wirtschaftlicher Konkurrenz zu den USA stehen. Gold kennt ein derartiges Sanktionsrisiko nicht.

Grafik 5: Zentralbanken kaufen wieder deutlich mehr Gold

Die entscheidende Frage ist aber, wann auch die Gold-ETFs wieder Zuflüsse verzeichnen. Denn die sind für die Preisentwicklung von Gold maßgeblich, wie die Jahre 2019 und 2020 eindrucksvoll zeigten. Zwischen Mai 2019 und Oktober 2020 gab es laut WGC Zuflüsse von 1.450 Tonnen, was den Goldpreis zeitweise um mehr als 60 Prozent auf ein Rekordhoch von 2.075 US-Dollar je Feinunze steigen ließ. Für eine Rückkehr der ETF-Anleger müsste wohl der Höhenflug an den US-Aktienmärkten enden. Wie bereits erwähnt erfolgten die ETF-Abflüsse in erster Linie in den US-gelisteten ETFs, während die ETF-Bestände außerhalb der USA weitgehend stabil blieben. Angesichts der hohen Bewertungen und der Aussicht auf eine spürbare Straffung der US-Geldpolitik ist eine Fortsetzung der Rally an den Aktienmärkten unseres Erachtens keineswegs sicher. Rückschläge werden zunehmend wahrscheinlich. Dann dürften taktische Anleger wieder von Aktien zurück in Gold umschichten, das gegenüber Aktien deutlich unterbewertet ist. So liegt das Verhältnis zwischen S&P 500 und Gold mit 2,64 derzeit auf dem höchsten Stand seit 2005. Die dauerhaft negativen Realzinsen sprechen ohnehin für Gold als alternative Anlage.

Gegenwind für Gold könnte zunächst von der bereits erwähnten Richtungsänderung der US-Notenbank Fed kommen. Sie hat im November 2021 damit begonnen, ihre Anleihekäufe von monatlich 120 Milliarden US-Dollar schrittweise zu reduzieren. Mit Blick auf die hohe Inflation könnten die Anleihekäufe schon recht schnell beendet werden, nämlich im Frühjahr 2022, um danach die Zinsen erhöhen zu können. Unsere Volkswirte erwarten eine erste Fed-Zinserhöhung zur Jahresmitte und zwei weitere Zinsschritte im Jahresverlauf. Der Markt hat dies mit Blick auf die Fed Fund Futures aber bereits eingepreist, sodass Gold davon nicht mehr zusätzlich belastet werden sollte. Bei den vorherigen Zinserhöhungszyklen war es so, dass Gold im Vorfeld der ersten Zinserhöhung zur Schwäche neigte. Nach dem Beginn des Zinserhöhungszyklus begann der Preis aber zu steigen, sofern die Markterwartungen für die Zinserhöhungen nicht weiter angepasst werden mussten, die Fed also auf dem angekündigten Pfad blieb. Wir halten ein derartiges Verhaltensmuster auch diesmal für wahrscheinlich. Dies spricht für eine eher verhaltene Preisentwicklung in der ersten Jahreshälfte und einen stärkeren Preisanstieg in der zweiten Jahreshälfte. Wir erwarten daher einen Goldpreis von 1.900 US-Dollar je Feinunze am Jahresende 2022.

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Aber Achtung: Da die von Société Générale angebotenen Produkte in Euro notieren, der Handelspreis von Gold allerdings in US-Dollar, besteht für den Investor ein Währungsrisiko, wenn der Euro/US-Dollar-Wechselkurs steigen sollte. Um das Wechselkursrisiko für den Anleger auszuschalten, bietet Société Générale in der Regel neben einer nicht währungsgesicherten Variante (Non-Quanto) auch eine währungsgesicherte bzw. währungsoptimierte (Quanto) Variante an.

Partizipations-Zertifikate mit unbegrenzter Laufzeit

WKN

Basiswert

Bezugsverhältnis

Quanto

Geld-/Briefkurs

CU0 V6T

Gold

10:1

Ja

165,31/165,36 EUR

CU0 QXV

Gold

10:1

Nein

153,84/153,87 EUR

Discount-Zertifikate

WKN

Basiswert

Cap

Discount

Max. Rendite p.a.

Quanto

Bewertungstag

Geld-/Briefkurs

SF5 Q3M

Gold

1.750,00 USD

6,23 %

3,82 %

Ja

16.12.2022

168,45/168,52 EUR

SF5 Q2W

Gold

1.750,00 USD

7,26 %

4,99 %

Nein

16.12.2022

147,46/147,52 EUR

SF5 Q3Q

Gold

1.900,00 USD

2,66 %

8,59 %

Ja

16.12.2022

174,84/174,91 EUR

SF5 Q2Z

Gold

1.900,00 USD

3,82 %

9,89 %

Nein

16.12.2022

152,91/152,97 EUR

BEST Turbo-Optionsscheine

WKN

Basiswert

Typ

Basispreis/Knock-Out-Barriere

Hebel

Quanto

Laufzeit

Geld-/Briefkurs

CJ1 767

Gold

Call

1.547,409 USD

7,2

Ja

Unbegrenzt

25,07/25,10 EUR

CU9 XLW

Gold

Call

1.546,979 USD

7,1

Nein

Unbegrenzt

22,29/22,30 EUR

SD8 A2C

Gold

Put

1.987,876 USD

9,3

Ja

Unbegrenzt

19,28/19,30 EUR

SD9 91J

Gold

Put

1.991,279 USD

9,2

Nein

Unbegrenzt

17,34/17,36 EUR

Faktor-Optionsscheine mit unbegrenzter Laufzeit

WKN

Basiswert

Strategie

Faktor

Geld-/Briefkurs

SB3 T5U

Gold-Future

Long

3

5,51/5,52 EUR

SB3 T61

Gold-Future

Long

6

2,41/2,42 EUR

SB3 T9S

Gold-Future

Short

–3

9,40/9,41 EUR

SB3 T6T

Gold-Future

Short

–6

7,36/7,37 EUR

Stand: 21. Dezember 2021; Quelle: Société Générale

Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform. Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.

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