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Gestiegene Inflation: Kommt jetzt die Zinswende?

Vielen Anlegern wird die gestiegene Inflation nicht verborgen geblieben sein. Vor allem im Baugewerbe sind nicht nur die Rohstoffe knapp, auch die Preise sind enorm gestiegen. Außerdem sorgt der anhaltende Chipmangel für lange Wartezeiten und Engpässe auf vielen Ebenen. Noch reagieren die Notenbanken nicht auf die gestiegene Inflation. Viele Experten gehen davon aus, dass es sich hierbei nur um einen einmaligen Sonderanstieg handelt. Der sogenannte Post-Corona-Effekt sorgt für eine sprunghaft angestiegene Nachfrage, die zwar kurzfristig nicht vollständig bedient werden kann, sich jedoch mittel- bis langfristig wieder harmonisiert.

An der Börse findet das Thema Inflation viel Gehör. Vor allem für Anleger erhöht es den Druck auf die Rendite der Geldanlage. An Nullzinsen oder negative Zinsen haben sich die meisten mittlerweile gewöhnt. Doch der Schmerz dieser renditelosen Anlage war bisher nicht groß, solange die Inflation sehr niedrig war. Das ändert sich momentan gewaltig, da eine hohe Inflation zwar nicht direkt den Kontostand verringert, der zinslos angelegte Geldbetrag jedoch immer stärker an Kaufkraft verliert, je höher die Inflation steigt.

Insbesondere, wenn die Inflation über die Marke von 2 Prozent steigt, wird der Ruf nach den Notenbanken schnell laut. Die Europäische Zentralbank (EZB) verfolgt unter anderem das Ziel der Preisstabilität. Das sieht sie als erfüllt an, wenn die Inflationsrate in der EU bei etwa 2 Prozent liegt. Sollte die EZB versuchen, gegenzusteuern, dann bliebe ihr wahrscheinlich nur die Möglichkeit, die lockere Geldpolitik zu beenden und die Zinsen wieder zu erhöhen. Sollten die Zinsen wieder steigen, ist das in der Theorie erst einmal negativ für Anlageklassen wie Aktien, da angenommen wird, dass Investoren zugunsten von Anleihen Aktien abstoßen. Gleichzeitig würden steigende Zinsen die Kurse von Anleihen unter Druck setzen. Vor allem langlaufende Papiere wären von einem Zi0nsanstieg besonders schwer getroffen.

Ein Gradmesser für diese Entwicklung kann der Euro-Bund-Future sein, oft einfach nur Bund-Future genannt. Der Bund-Future ist ein börsengehandeltes Termingeschäft und besteht in der Theorie aus einer fiktiven 10-jährigen Bundesanleihe mit einem Zinskupon in Höhe von 6 Prozent. Diese theoretische Anleihe wird zu einem bestimmten Kurs gehandelt. Angenommen, der Kurs des Bund-Futures liegt bei 100, dann entspräche das einem Renditeniveau in Deutschland von 6 Prozent pro Jahr. Anleihen werden am Laufzeitende in der Regel zu 100 Prozent zurückgezahlt, und wenn der Kupon der Anleihe bei 6 Prozent liegt, entspricht das genau der Rendite. Notiert der Kurs des Bund-Futures über 100, dann liegt die Rendite unterhalb von 6 Prozent und umgekehrt.

Grafik 1: Euro-Bund-Future und Rendite 10-jähriger Bundesanleihen

Da die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen jedoch im negativen Bereich liegt, notiert der Bund-Future zurzeit bei rund 170 Prozent. Im Zertifikatebereich von Société Générale werden viele verschiedene Wertpapiere angeboten, die sich auf den Bund-Future als Basiswert beziehen. Es ist zum Beispiel möglich, über den Kauf von Turbo-Optionsscheinen auf einen Anstieg oder einen Rückgang des Bund-Futures zu setzen. Da der Kurs des Bund-Futures immer auch im Zusammenhang mit der Rendite steht, können Anleger so indirekt auf steigende oder auf fallende Zinsen setzen. Wer zum Beispiel von steigenden Renditen bei 10-jährigen Bundesanleihen ausgeht, kann Turbo-Optionsscheine Put auf den Bund-Future kaufen. Für den Fall, dass die Rendite steigt, wird der Anleihekurs und damit der Bund-Future nach unten gehen. Wer demgegenüber von weiter sinkenden Zinsen ausgeht, kann mit Turbo-Optionsscheinen Call auf einen weiteren Anstieg des Bund-Futures setzen.

Ganz grundsätzlich zählen Turbo-Optionsscheine zur Gruppe der Hebelprodukte und weisen ein deutlich erhöhtes Totalverlustrisiko auf. Sie sind mit einer Knock-Out-Barriere ausgestattet. Wird diese erreicht, tritt das Knock-Out-Ereignis ein und der Anleger erleidet in der Regel einen Totalverlust. Société Générale bietet umfangreiche Informationsmaterialien rund um Hebelprodukte an. Die Broschüre ist auf der Website www.sg-zertifikate.de abrufbar oder kann bequem frei Haus per Post auf Seite 50 dieses Magazins bestellt werden.

Tabelle 1: BEST Unlimited Turbo-Optionsscheine auf den Euro-Bund-Future

WKN

CJ4 QT5

CU4 2RV

Typ

Call

Put

Basispreis/Knock-Out-Barriere

154,37

187,94

Hebel

10

10

Geldkurs

17,90 EUR

15,76 EUR

Briefkurs

17,91 EUR

15,77 EUR

Bund-Future

172,21

172,21

Stand: 22. November 2021; Quelle: Société Générale

Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform. Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.

Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern, den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere, um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.