Märkte

Welchen Einfluss haben Wahlen auf Aktienkurse?

Die Bundestagswahl liegt – wenn Sie diese Ausgabe lesen – hinter uns und jetzt geht es um die Regierungsbildung. Viele Börsianer blicken gespannt auf die Reaktionen des Aktienmarkts. Doch wie lange wird es dauern, bis es einen neuen Kanzler oder eine neue Kanzlerin geben wird? Eigentlich hat es in der Vergangenheit im Durchschnitt rund 50 Tage gedauert, bis das neue Kabinett vereidigt wurde. Doch der Trend zeigt in eine andere Richtung: Brauchten die Parteien nach der Wahl im Jahr 2009 noch 31 Tage bis zur Regierungsbildung, so waren es 2013 schon 86 Tage und nach der vorigen Wahl im Jahr 2017 sogar 172 Tage. Es bleibt spannend, wie lange es dieses Mal dauern wird.

Für den Aktienmarkt ist Unsicherheit meist kein unterstützender Faktor, sondern führt vielmehr zu höherer Schwankung (Volatilität). Bezogen auf die gesamte Wahlperiode hat sich das deutsche Leitbarometer jedoch zumeist recht gut geschlagen. Allerdings war nicht jede Wahlperiode an der Börse ein Erfolg.

Schaut man sich die DAX-Entwicklung in den verschiedenen Wahlperioden seit 1990 an, so stellt man fest, dass sich das deutsche Leitbarometer in der Regel ganz gut geschlagen hat. So rutschte der Index zwar innerhalb des ersten Jahres immer mal wieder ins Minus, doch spätestens im Verlauf der folgenden Monate und Jahre erholte er sich wieder. Nur in der Wahlperiode ab 1998 verzeichnete der DAX ein Minus von 34 Prozent. In den restlichen Perioden lag die Performance zwischen 13 und 118 Prozent. Eine berühmte Börsenweisheit sagt »Politische Börsen haben kurze Beine«. Übersetzt bedeutet das, dass die Börse zwar auf politische Veränderungen reagiert, aber in der Regel dieser Einfluss von nur kurzer Dauer ist. So ist der Erfolg der Wahlperiode ab 1994 vor allem auf den Börsenboom im Rahmen des Neuen Marktes zurückzuführen, der DAX schloss sie mit einem Plus von 118 Prozent ab.

Auch im Zertifikatebereich bei Société Générale spielt der DAX eine wichtige Rolle. Er ist seit langem der beliebteste Basiswert bei selbstentscheidenden Privatanlegern. Vor allem im Bereich der Hebelprodukte ist der DAX beliebt. Turbo-Optionsscheine, oder auch kurz »Knock-Outs« genannt, werden häufig eingesetzt. Diese Wertpapiere verändern sich um rund 1 Euro im Preis, wenn sich der DAX um 100 Punkte bewegt. Bei einem Call steigt der Preis des Turbo-Optionsscheins um 1 Euro, wenn der DAX um 100 Punkte steigt. Bei einem Put dagegen fällt er um 1 Euro, wenn der DAX um 100 Punkte steigt. Somit können Anleger, die von einem steigenden DAX ausgehen, mit Turbo-Optionsscheinen Call daran partizipieren. Diejenigen, die von fallenden Notierungen ausgehen, können Turbo-Optionsscheine Put wählen. Fällt der DAX zum Beispiel um 100 Punkte, dann steigt der Wert des Puts um 1 Euro.

Grafik 1: DAX-Entwicklung während der jeweiligen Wahlperiode (WP) in Prozent

Stand: 20. September 2021; Quelle: Bloomberg
Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung. Weitere Informationen zu der hier dargestellten Wertentwicklung entnehmen Sie bitte den Angaben in Rechtliche Hinweise.

Außerdem sind Turbo-Optionsscheine mit einem Hebel ausgestattet. Dieser Hebel entsteht, weil der Kapitaleinsatz geringer ist als bei einem Direktinvestment in den DAX. Wenn der Leitindex zum Beispiel bei 15.500 Punkten notiert, kostet ein Turbo-Optionsschein nicht etwa 155 Euro, sondern weniger. Da aber die Bewegung von 100 Punkten im DAX immer auch zu einer Bewegung von 1 Euro im Turbo-Optionsschein führt, steigt der prozentuale Gewinn oder Verlust bei Turbo-Optionsscheinen überproportional. Liegt der Preis eines Turbo-Optionsscheins zum Beispiel bei nur 10 Euro, dann bedeutet eine Preissteigerung von 1 Euro einen Zuwachs von 10 Prozent. In diesem Beispiel ist der DAX aber nur um 0,6 Prozent gestiegen, da die Veränderung von 15.500 auf 15.600 Punkte nur einem Plus von 0,6 Prozent entspricht.

Wer mit einem Anstieg von 1.000 Punkten beim DAX rechnet, kann mit einem Plus von 10 Euro oder 100 Prozent rechnen, wenn der Preis des Turbo-Optionsscheins zum Kaufzeitpunkt bei 10 Euro lag. Demgegenüber ist das Risiko des Totalverlusts bei Turbo-Optionsscheinen deutlich höher. Wenn der DAX bei dem genannten Beispiel um 1.000 Punkte fällt, dann verringert sich der Preis des Turbo-Optionsscheins um 10 Euro und ist folglich wertlos. Der Anleger erleidet einen Totalverlust. Der DAX ist allerdings nur um 1.000 Punkte oder um 6,5 Prozent gefallen. Damit Anleger nicht mehr als ihren Kapitaleinsatz verlieren, sind Turbo-Optionsscheine mit einer Knock-Out-Barriere ausgestattet. Sobald der DAX sie berührt oder unterschreitet (Call, bei Put überschreitet), ist das Knock-Out-Ereignis erreicht. In dem Beispiel würde die Knock-Out-Barriere bei 14.500 Punkten liegen. Darüber hinaus wurden in diesem Beispiel die Kosten nicht berücksichtigt, die jedoch bei Turbo-Optionsscheinen anfallen und in der Regel über die Anpassung von Basispreis und Knock-Out-Barriere an den Anleger weitergegeben werden.

Risiko und Chance sind bei Turbo-Optionsscheinen somit höher als bei einem Direktinvestment. Anleger sollten sich bereits vor der ersten Investition gründlich über die Funktionsweise von Turbo-Optionsscheinen informieren. Wer den Einsatz dieser oder weiterer Zertifikate und Optionsscheine ohne Risiko austesten möchte, kann sich auch jetzt noch für das gerade laufende große Online-Börsenspiel Trader 2021 anmelden. Die Registrierung ist kostenlos und jederzeit unter www.trader21.de möglich. Neben Erfahrung können Teilnehmer auch echte Preise gewinnen. Der Hauptpreis ist in diesem Jahr ein Jaguar I-PACE im Wert von mehr als 80.000 Euro.

Anzahl der Tage nach der Wahl bis zur Regierungsbildung

Jahr

Tage

2017

172

2013

86

2009

31

2005

65

2002

30

1998

30

1994

32

1990

47

Quelle: Deutscher Bundestag

Ausführliche Informationen zu Turbo-Optionsscheinen finden Sie in unserer Broschüre »Knock-Out-Produkte«. Sie ist unter www.sg-zertifikate.de abrufbar.

Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine bezogen auf den DAX

WKN

Typ

Basispreis

Knock-Out-Barriere

Hebel

Laufzeit

Geld-/Briefkurs

SD8 VYQ

Call

14.522,14 Pkt.

14.522,14 Pkt.

13,2

Unbegrenzt

11,84/11,85 EUR

SF3 YWA

Put

16.537,42 Pkt.

16.537,42 Pkt.

17,5

Unbegrenzt

8,92/8,93 EUR

Stand: 23. September 2021; Quelle: Société Générale

Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform. Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.

Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern, den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere, um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.