Märkte

Walmart: Intakter Wachstumskurs

Im Umfeld anhaltendender Corona-Einschränkungen sowie steigender Preise dürfte Walmart auch weiterhin im Sektorvergleich relativ gut abschneiden. Das verbesserte E-Commerce-Geschäft, die gute Resonanz für Walmart+ sowie die Neuausrichtung der internationalen Einheiten sind wichtige mittelfristige Wachstumsimpulse im hart umkämpften Einzelhandel. Zudem wird in eine höhere Automatisierung investiert. Der strategische Wachstumskurs ist somit intakt, zumal Walmart derzeit bei Marktanteilen zulegen kann.

Hart umkämpftes Wettbewerbsumfeld im Einzelhandel
Das Wettbewerbsumfeld im Einzelhandel ist sehr intensiv und wird immer anspruchsvoller, da Amazon aufgrund steigender Skaleneffekte den Druck auf die etablierten Handelsunternehmen weiter erhöht. Quasi alle Wettbewerber setzen mittlerweile auch auf ein Omnichannel-Einkaufserlebnis, was bei Walmart ebenfalls deutlich zunimmt. Strategisch setzt das Management auf Vorteile im Kerngeschäft mit frischen und gesünderen Lebensmitteln sowie auf den zunehmenden Erfolg der E-Commerce-Handelsplattform.

Der Wettbewerb auf dem US-Heimatmarkt verschärft sich zudem seit Jahren durch den Vormarsch von Discountern (Aldi, Lidl etc.) und kleineren Supermarktketten. Mit dem Fokus auf Lebensmittel und Produkte des täglichen Bedarfs verzeichnet Walmart zwar einen vergleichsweise stabilen Umsatzstrom. Dennoch sind Faktoren wie Arbeitslosigkeit und Konsumentenvertrauen wichtig für die Gewinndynamik von Walmart. Höhere Einfuhrzölle in die USA verteuern außerdem viele Waren für die Verbraucher.

In der US-Lebensmittellandschaft legten seit 2015 sowohl Walmart als auch Discounter/Großhändler wie beispielsweise Costco bei Marktanteilen zulasten konventioneller Lebensmittelhändler deutlich zu. Dieser Trend wird sich – trotz Amazon – weiter fortsetzen: Walmart baute seine Vertriebskanäle (klassische Supermärkte, mitgliederbasierter Großhandel, kleinere lokale Märkte sowie Walmart+) weiter aus und hat sie untereinander besser verzahnt. Zum anderen verfügt der Konzern über erhebliche Vorteile in der Preis- und Sortimentsgestaltung dank der hohen Einkaufsmacht sowie der überdurchschnittlichen Logistik.

Wachstumschance: »Walmart+«
Der Umsatz per E-Commerce in Form von Abholung in den Läden bzw. durch Nach-Hause-Lieferungen wächst rapide. Zwar wird Walmart (Nummer 2 bei Onlinehandel) im Vergleich zu Amazon diesen Rückstand kaum einholen können. Allerdings ist das Unternehmen im Vergleich zu vielen klassischen Einzelhandelswettbewerbern überdurchschnittlich gut aufgestellt. Der Ausbau des E-Commerce in Kombination mit einer höheren Automatisierung in der Liefer- und Lagerlogistik ist für das Management der wichtigste strategische Wachstumstreiber in den kommenden Jahren.

Grafik 1: Wertentwicklung der Walmart-Aktie

Stand: 22. September 2021; Quelle: Reuters
Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung. Weitere Informationen zu der hier dargestellten Wertentwicklung entnehmen Sie bitte den Angaben in Rechtliche Hinweise.

Die von Amazon ausgerufene flächendeckende Tagesbelieferung konterte Walmart mit dem Premium-Programm »Walmart+«. Dafür erhalten die Kunden eine kostenlose taggleiche Belieferung von Onlinebestellungen sowie diverse Rabatte vor Ort (zum Beispiel Tanken, Apotheke, Brillen). Mit über 13 Millionen Kunden verlief der Auftakt nicht nur vielversprechend, sondern könnte sich mittelfristig als ein echter Wachstumstreiber herausstellen. Der Konsens rechnet derzeit mit rund 20 Millionen Kunden bei Walmart+, was wir im momentanen Umfeld für sehr konservativ halten.

Dies wird ergänzt durch den Aufbau eines lokalen Lieferdienstes (»Walmart Connect«), an dem sich auch lokale Händler/Unternehmen (beispielsweise Handwerksbetriebe/Bäcker) beteiligen können.

Wachstumschance: Internationale Expansion
Am zweitgrößten chinesischen Marktplatz JD.com besitzt Walmart einen 10-Prozent-Anteil. Eine Partnerschaft soll weiter ausgebaut werden, wovon Walmart mit dem verbleibenden Onlinegeschäft der eigenen chinesischen Supermärkte längerfristig profitieren könnte. China macht bei Walmart bisher aber noch weniger als 10 Prozent des Umsatzes aus. Die derzeitigen Aktivitäten entwickeln sich dennoch positiv, vor allem lieben Chinesen Formate wie Sam’s Club (mitgliederbasierte Riesenwarenhäuser).

Gegen den Widerstand vieler Händler und Politiker übernahm Walmart im August 2018 in Indien die Mehrheit von Flipkart (77 Prozent für 16 Milliarden US-Dollar). Flipkart besitzt als Marktführer bisher einen hohen Marktanteil am vergleichsweise noch kleinen, jedoch stark wachsenden indischen Onlinemarkt. Im Juli 2021 erhöhte Flipkart sein Eigenkapital um 3,6 Milliarden US-Dollar, was gemäß Marktteilnehmern auf einem Unternehmenswert von knapp 38 Milliarden US-Dollar basiert. Damit wäre die Bewertung des stark wachsenden Unternehmens rund 50 Prozent über dem Vorjahr und somit höher als erwartet. Mit dieser Maßnahme dürfte aber das von einigen Marktteilnehmern erhoffte IPO von Flipkart frühestens 2023 erfolgen.

Verkauf der britischen Tochter sorgt für mehr finanziellen Freiraum
Die seit Längerem zum Verkauf stehende britische Tochter Asda wurde erfolgreich für einen Preis von 6,8 Milliarden britische Pfund (knapp 9 Milliarden US-Dollar) an den Finanzinvestor Issa Brothers verkauft. Walmart wird logistisch weiter eingebunden sein und behält einen kleinen Aktienanteil. Durch die Veräußerung dürfte das internationale Geschäft eine deutlich geringe Volatilität an den Tag legen. Der Buchverlust durch die Transaktion beträgt ca. 2,5 Milliarden US-Dollar, was einer Gewinnbelastung von rund 0,25 US-Dollar je Aktie entspricht. Alles in allem sehen wir die Abgabe positiv, da sich Walmart nun stärker auf aussichtsreichere Märkte (zum Beispiel China, Mexiko, Indien) fokussieren kann.

Neues Fintech-Start-up in Kooperation mit Ribbit Capital
In Kooperation mit einer der führenden Fintech-Investmentfirmen Ribbit Capital (unter anderem Investmentplattform Robinhood) gründet Walmart ein neues Fintech-Start-up, um moderne, innovative sowie günstige Finanzlösungen für Kunden zu entwickeln. Das Unternehmen wird sich mehrheitlich im Besitz von Walmart befinden, wobei genaue Details noch nicht bekannt gegeben wurden. Dieses Joint Venture ergänzt die bestehenden Finanzdienstleistungsplattformen (zum Beispiel Walmart Payments, Walmart Credit Card & Money Card, Krankenversicherung, Haustierversicherung) und passt gut in die strategische Ausrichtung, im wachsenden Markt des Onlinezahlungsverkehrs weitere Monetarisierungsoptionen anbieten zu können.

Anklage des US-Justizministeriums wird konkreter
Gemäß Presseberichten wird Walmart von der derzeitigen US-Regierung verklagt wegen des Verdachts, die Opioid-Krise in den USA verschärft zu haben. Das Unternehmen soll, trotz wiederholter Warnungen, fragwürdige und ungültige Rezepte für Schmerzmittel ausgestellt haben. Walmart weist den Vorwurf als absurd zurück, da faktische Ungenauigkeiten sowie aus dem Zusammenhang gerissene Details in der Klage aufgeführt wurden. Bereits Ende Oktober 2020 leitete Walmart juristische Schritte gegen die US-Regierung ein, um die Verantwortung von Arzneimittelhändlern beim Verkauf von Schmerzmitteln klären zu lassen. Wir rechnen derzeit nicht mit größeren Strafzahlungen.

Vergleichsweise hohe Nachhaltigkeitsrisiken
Walmart sieht sich – trotz neuerer Maßnahmenpakete zur Verbesserung der Geschäftsethik – weiterhin mit zahlreichen Nachhaltigkeits-Kontroversen konfrontiert (zum Beispiel Preisabsprachen und Kartellrechtsverstöße). Insgesamt mangelt es an Überwachungssystemen im Konzern (zum Beispiel Audits). Es sind zahlreiche Klagen wegen angeblicher gewerkschaftsfeindlicher Praktiken, illegaler Kündigungen sowie Diskriminierung am Arbeitsplatz zu verzeichnen. Außerdem liegt der Durchschnittslohn seiner Vollzeitbeschäftigten weiterhin unter dem existenzsichernden Lohn in den USA.

Beim ökologischen Fußabdruck ist dagegen eine Verbesserung beispielsweise durch die Reduktion von schadhaften CO2-Gasen zu verzeichnen. Walmart investiert in eine stärkere ökologische Nachhaltigkeit bei seiner landwirtschaftlichen Lieferkette (momentan besser als der Durchschnitt). Positiv ist auch, dass zunehmend gesündere Produkte zu relativ günstigen Preisen angeboten werden (das heißt zucker-/fettreduzierte Lebensmittel). Insgesamt sind die Risiken hinsichtlich der Einhaltung von Nachhaltigkeitsstandards aber vergleichsweise hoch.

Operativ: Erneut über Erwartung
Walmart erzielte im zweiten Quartal (per Ende Juli) einen flächenbereinigten Umsatzanstieg von 5,2 Prozent, was über dem Konsens (3,1 Prozent) ausfiel. Hintergrund sind über Erwartung liegende Umsatzentwicklungen in allen Sparten und insbesondere der Zugewinn von Marktanteilen im wichtigen US-Lebensmittelgeschäft. Einzig die Zuwachsrate bei E-Commerce in den USA enttäuschte leicht (starke +97 Prozent im Vorjahresquartal; zurzeit +6 Prozent). Die operative Marge stieg auf gute 5,1 Prozent; dies ist auch zu vorherigen Quartalen überdurchschnittlich. Unter dem Strich war der Gewinn je Aktie in Höhe von 1,78 US-Dollar signifikant über der Markterwartung von 1,57 US-Dollar.

Perspektive/Bewertung
Konsequent erhöhte deshalb das Management den Ausblick für das kommende Quartal bzw. laufende Geschäftsjahr und erwartet nun einen organischen Umsatzanstieg von 5 bis 6 Prozent für 2021/2022. Dies würde bedeuten, dass das zweite Halbjahr stärker ausfallen dürfte, als dies bisher angenommen wurde. Auch für den Gewinn je Aktie wird das Management optimistischer (neu 6,20 bis 6,35 US-Dollar), was positive Gewinnrevisionen von durchschnittlich 5 Prozent nach sich ziehen dürfte.

Ein neues Investitionsprogramm in Höhe von rund 14 Milliarden US-Dollar mit dem Schwerpunkt auf Optimierung der Wertschöpfungskette sowie Automatisierung/Technologie kam im Februar 2021 bei Investoren nicht gut an. Wir sehen dies jedoch positiv, da Walmart den starken finanziellen Rückenwind von 2020 nutzt, um seine Wettbewerbsvorteile mittelfristig auszubauen. Die noch relativ neuen Liefer- und Abholdienste (Walmart+) werden von den Kunden sehr gut angenommen. Für diesen Bereich sehen wir weiteres Potenzial. Zudem gehen wir davon aus, dass der Marktanteil gegenüber anderen Onlinewettbewerbern weiter erhöht werden kann.

Walmart profitierte in den vergangenen Quartalen von der Coronakrise und gewann Marktanteile hinzu. Wir erwarten einen Anstieg des frei verfügbaren Cashflows sowie eine verbesserte Marge 2021, da hohe Einmalkosten im Rahmen der Coronapandemie (zum Beispiel Hygienekonzepte) geringer bzw. operative Profitabilitätsmaßnamen sich auszahlen werden. Die Bewertung der Aktie liegt im Rahmen des Durchschnitts im Subsektor.

Insgesamt ist Walmart jedoch sehr gut auf die Digitalisierung vorbereitet, investiert sinnvoll und bleibt auf einem Wachstumskurs, weshalb nach unserer Einschätzung – trotz der Nachhaltigkeitsrisiken – eine Bewertungsprämie gerechtfertigt wäre. Das mittelfristige Chance-Risiko-Profil der Aktie werten wir positiv.

Produktidee: PARTIZIPIEREN SIE AN DER ENTWICKLUNG VON WALMART

Nutzen Sie die Experten-Einschätzungen und partizipieren Sie an der Entwicklung der Walmart-Aktie. Ganz gleich, ob Sie mit Hebelprodukten auf kurzfristige Marktveränderungen setzen möchten oder mit Anlageprodukten eine Alternative zum reinen Aktieninvestment suchen, bei Société Générale werden Sie fündig. Ein Überblick über das gesamte Produktspektrum an Zertifikaten und Optionsscheinen steht Ihnen im Internet unter www.sg-zertifikate.de zur Verfügung.

Aber Achtung: Da die von Société Générale angebotenen Produkte in Euro notieren, der Handelspreis von Walmart in US-Dollar, besteht für den Investor ein Währungsrisiko. Ein steigender Euro/US-Dollar-Wechselkurs wirkt sich negativ auf den Wert des Produkts aus. Um das Wechselkursrisiko für den Anleger auszuschalten, bietet Société Générale in der Regel neben einer nicht währungsgesicherten Variante (Non-Quanto) auch eine währungsgesicherte bzw. währungsoptimierte (Quanto) Variante an. Allerdings ist hier zu beachten, dass für die Währungssicherung Kosten anfallen können, die den Wert des Produkts mindern. Anleger haben also die Wahl, sollten aber bedenken, dass bei der währungsgesicherten Variante neben dem Risiko natürlich auch die Chance entfällt, mit einem fallenden Euro/US-Dollar-Wechselkurs eine höhere Rendite zu erzielen.

Capped Bonus-Zertifikate

WKN

Basiswert

Bonuslevel/ Cap

Barriere

Bonusrendite p.a.

Abstand zur Barriere

Quan- to

Bewertungstag

Geld-/Briefkurs

SF4 RQQ

Walmart

150,00 USD

100,00 USD

5,00 %

30,00 %

Ja

17.06.2022

144,51/ 144,59 EUR

SF4 RQR

Walmart

150,00 USD

120,00 USD

10,32 %

16,01 %

Ja

17.06.2022

139,07/ 139,14 EUR

SF4 RQS

Walmart

160,00 USD

100,00 USD

5,44 %

30,18 %

Ja

17.06.2022

153,62/ 153,71 EUR

SF4 RQU

Walmart

170,00 USD

100,00 USD

6,00 %

30,20 %

Ja

17.06.2022

162,55/ 162,64 EUR

BEST Turbo-Optionsscheine

WKN

Basiswert

Typ

Basispreis/Knock- Out-Barriere

Hebel

Quanto

Laufzeit

Geld-/Briefkurs

CJ5 K99

Walmart

Call

85,74 USD

2,5

Nein

Unbegrenzt

4,88/4,93 EUR

CU1 758

Walmart

Call

106,62 USD

3,9

Nein

Unbegrenzt

3,10/3,11 EUR

SB2 RMY

Walmart

Call

126,65 USD

8,6

Nein

Unbegrenzt

1,41/1,42 EUR

SF7 VAT

Walmart

Put

197,66 USD

2,6

Nein

Unbegrenzt

4,67/4,72 EUR

SB8 PKN

Walmart

Put

177,65 USD

4,1

Nein

Unbegrenzt

2,97/2,98 EUR

CU9 YL1

Walmart

Put

157,71 USD

9,4

Nein

Unbegrenzt

1,28/1,29 EUR

Stand: 22. September 2021; Quelle: Société Générale

Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform. Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.

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