Märkte

Gold – zu niedrig, zu günstig

Anfang August 2020 markierte der Goldpreis sein bisheriges Rekordhoch. Seitdem ist er um 15 Prozent gefallen. Andere Anlageklassen wie Aktien und Immobilien oder auch Bitcoin haben Gold den Rang abgelaufen. Dies dürfte sich im weiteren Jahresverlauf ändern. Denn die vergleichsweise günstige Bewertung und die rekordniedrigen Realrenditen werden unseres Erachtens das Interesse an Gold wieder wecken und den Preis nach oben schieben.

Am 7. August 2020 erreichte der Goldpreis mit 2.075 US-Dollar je Feinunze sein bisheriges Rekordhoch. Seitdem ist er deutlich gefallen. Im Frühjahr rutschte er mehrfach unter die Marke von 1.700 US-Dollar je Feinunze. Nach einer zwischenzeitlichen Erholung bis auf gut 1.900 US-Dollar Anfang Juni 2021 geriet er abermals unter Druck und fiel fast am Jahrestag des Rekordhochs nochmals kurzzeitig nahezu auf das März-Tief zurück. Gegenwind erhielt der Goldpreis vom phasenweise merklich aufwertenden US-Dollar sowie von bis ins Frühjahr hinein steigenden Anleiherenditen – die Rendite 10-jähriger US-Anleihen war in der Spitze im März auf fast 1,8 Prozent p.a. geklettert. Gleichzeitig sind die Aktienkurse deutlich gestiegen. So verzeichnete der MSCI Welt-Index seit dem Rekordhoch von Gold ein Plus von mehr als 30 Prozent. Viele Aktienindizes eilten von einem Allzeithoch zum nächsten. Nach einer kurzen Verschnaufpause hatten vor allem die US-Indizes im August ihre Rekordhochs erneuert. Auch die Immobilienpreise haben in diesem Zeitraum weiter zugelegt (siehe Grafik 1). Bitcoin, von einigen Marktbeobachtern als Konkurrenz zu Gold angesehen, hatte sich zwischenzeitlich sogar versechsfacht. Dies alles hat Gold als Anlagealternative weniger attraktiv gemacht. Entsprechend schwach zeigte sich die Investmentnachfrage und die Gold-ETFs verzeichneten starke Abflüsse: Die Bestände der von Bloomberg erfassten Gold-ETFs wurden seit August vergangenen Jahres um 270 Tonnen abgebaut. Dies entspricht fast der weltweiten Goldminenproduktion eines Monats. Die spekulativen Finanzinvestoren hatten sich phasenweise ebenfalls stark aus Gold zurückgezogen. Neben der geringeren Attraktivität von Gold im Vergleich zu anderen Anlageklassen kommt hinzu, dass die US-Notenbank Fed spätestens seit Juni immer lauter über eine Abkehr von ihrer ultralockeren Geldpolitik nachdenkt. Mehr und mehr Fed-Vertreter sprechen sich für eine baldige und teils schnellere Rückführung der Anleihekäufe als in früheren Runden aus (sogenanntes Tapering). Auch wenn die erste Zinserhöhung in den USA noch auf sich warten lässt und ein nennenswerter Zinserhöhungszyklus nicht in Sicht ist, hat dies dem Goldpreis zusätzlich zugesetzt. Nicht umsonst geriet er Mitte Juni stark unter Druck, als die Fed einen früheren Zeitpunkt für die erste Zinserhöhung signalisierte. Der zweite starke Preisrückgang erfolgte dann nach dem unerwartet starken Arbeitsmarktbericht Anfang August, der die Spekulationen über einen Ausstieg der Fed aus den Anleihekäufen weiter anheizte.

Grafik 1: Gold hinkt deutlich hinterher

Gold, Aktien (MSCI Welt), Immobilien (FTSE REIT), jeweils Total Return-Index

Unseres Erachtens notiert Gold derzeit auf einem ungerechtfertigt niedrigen Niveau und ist im Vergleich zu anderen Anlageklassen zu günstig: So entspricht eine Feinunze Gold nur noch knapp 5 Prozent des Dow Jones Industrial Average. Im Mittel der vergangenen zehn Jahre waren es 7,6 Prozent gewesen, in der Spitze sogar über 17 Prozent. Für Gold sprechen auch die infolge der kräftig gestiegenen US-Inflation und seit April gefallenen Nominalrenditen auf ein Rekordtief abgerutschten Realrenditen (siehe Grafik 2). Anfang August betrug das Volumen von Anleihen, die eine negative Nominalrendite aufwiesen, fast 17 Billionen US-Dollar. Während man mit einer Anlage in Staatsanleihen in vielen Regionen sogar Geld zu verlieren droht, schützt eine Investition in Gold vor diesem Wertverlust. Denn Gold wirft zwar keine Zinsen ab, es kostet aber auch keine. In den USA wurden wohl auch deshalb im ersten Halbjahr gemäß Daten des World Gold Council doppelt so viele Goldmünzen und Barren (fast 62 Tonnen) gekauft wie im Vorjahr. In Deutschland war die Nachfrage mit gut 90 Tonnen sogar noch höher.

Grafik 2: Gold profitiert von negativer Realrendite

US-Realrendite (10-Jahres-Rendite minus marktbasierte Inflationserwartung)

Insgesamt betrachtet war die globale Goldnachfrage im ersten Halbjahr gemäß Daten des World Gold Council (WGC) mit 1.833 Tonnen aber noch relativ verhalten. Sie lag damit unter ihrem vergleichbaren Vorjahresniveau. Im zweiten Quartal hat sie sich von ihren schwachen Vorquartalen immerhin erholt (auf 955 Tonnen, siehe Grafik 3). Die Schmucknachfrage als größte Nachfragekomponente wies zwar im Vergleich zum Vorjahr ein beeindruckendes Plus von 60 Prozent auf und hat sich damit von ihren Coronatiefs im vergangenen Jahr gelöst. Sie blieb laut WGC aber klar unter den üblichen Niveaus, die vor der Pandemie zu beobachten waren. Der WGC erwartet, dass die Schmucknachfrage auch im Gesamtjahr unter dem Vorkrisenniveau bleibt, was maßgeblich an der Schwäche der beiden größten Goldkonsumenten, China und Indien, liegt. Ein Lichtblick waren die Goldkäufe der Zentralbanken, die im vergangenen Quartal mehr als dreimal so viel Gold gekauft haben wie vor einem Jahr. Hierzu trugen große Einmalkäufe der Zentralbanken aus Thailand, Ungarn und Brasilien bei. Die Industrienachfrage hat zwar ebenfalls angezogen, spielt insgesamt betrachtet aber nur eine untergeordnete Rolle. Das auf Edelmetalle spezialisierte Research-Unternehmen Metals Focus sieht aber in den kommenden Jahren einen höheren industriellen Bedarf an Gold, insbesondere in Zukunftsthemen wie Elektromobilität, autonomes Fahren und der 5G-Mobilfunktechnologie. Die Investmentnachfrage zeigte sich deutlich schwächer als vor einem Jahr, was mit den genannten Gründen zusammenhängt. Die Schwäche war dabei ausschließlich auf die Gold-ETFs zurückzuführen. Die physische Investmentnachfrage nach Münzen und Barren war dagegen robust. Der WGC erwartet allerdings, dass sich die Investmentnachfrage im weiteren Jahresverlauf deutlich erholt und auf ein Niveau steigt, das in etwa dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre entspricht. Vor allem hiervon sollte der Goldpreis profitieren.

Grafik 3: Globale Goldnachfrage hat noch Luft nach oben

Goldnachfrage pro Quartal

Die Goldminenproduktion hat sich von ihrem coronabedingten Einbruch im vergangenen Jahr kräftig erholt und lag im ersten Halbjahr mit 1.783 Tonnen über ihrem Vorjahresniveau. Vor allem das zweite Quartal stach mit einem Plus von 16 Prozent positiv hervor, was allerdings auch darauf zurückzuführen war, dass die Goldproduktion im Vorjahresquartal aufgrund von zeitweiligen Minenschließungen stark beeinträchtigt war. Zwar stand, wohl in Folge des niedrigeren Preises, weniger Angebot an Altgold zur Verfügung, unter dem Strich war der globale Goldmarkt aber im zweiten Quartal weiter überversorgt. Dies ist bei Gold jedoch nichts Ungewöhnliches, denn das vergangene Quartal war bereits das zehnte in Folge mit einem Angebotsüberschuss. Der Überschuss hat sich im Vergleich zu den Vorquartalen zudem deutlich reduziert. Diese Betrachtung spielt für den Goldpreis für gewöhnlich auch keine Rolle, da Gold kein klassischer Rohstoff ist, sondern ein Anlagemetall mit Währungscharakter. Zum Vergleich: Der Angebotsüberschuss im ersten Halbjahr hat bei derzeitigen Preisen einen Wert von ca. 24 Milliarden US-Dollar. Das klingt zwar nach viel, ist aber weniger, als die US-Notenbank Fed derzeit pro Woche an Wertpapieren kauft.

Wir erwarten im weiteren Jahresverlauf nach wie vor eine Erholung des Goldpreises. Er sollte unseres Erachtens von der vergleichsweise günstigen Bewertung von Gold und den (rekord-)niedrigen Realrenditen profitieren. Insbesondere Letztere sollten sich in einer höheren Goldnachfrage vor allem seitens der Investoren niederschlagen. Sobald die US-Notenbank Fed angekündigt hat, mit der Rückführung ihrer Anleihekäufe zu beginnen, sollte ein wichtiges Hindernis für den Goldpreis aus dem Weg geräumt sein.

Anlageidee: Zertifikate und Optionsscheine auf Gold

Sie möchten von der künftigen Wertentwicklung von Gold profitieren? Mit Zertifikaten und Optionsscheinen von Société Générale haben Sie die Möglichkeit, an steigenden oder fallenden Notierungen zu partizipieren. Ein Überblick über das gesamte Produktspektrum steht Ihnen im Internet unter www.sg-zertifikate.de zur Verfügung.

Aber Achtung: Da die von Société Générale angebotenen Produkte in Euro notieren, der Handelspreis von Gold allerdings in US-Dollar, besteht für den Investor ein Währungsrisiko, wenn der Euro/US-Dollar-Wechselkurs steigen sollte. Um das Wechselkursrisiko für den Anleger auszuschalten, bietet Société Générale in der Regel neben einer nicht währungsgesicherten Variante (Non-Quanto) auch eine währungsgesicherte bzw. währungsoptimierte (Quanto) Variante an.

Partizipations-Zertifikate mit unbegrenzter Laufzeit

WKN

Basiswert

Bezugsverhältnis

Quanto

Geld-/Briefkurs

CU0 V6T

Gold

10:1

Ja

166,00/166,05 EUR

CU0 QXV

Gold

10:1

Nein

148,37/148,40 EUR

Discount-Zertifikate

WKN

Basiswert

Cap

Discount

Max. Rendite p.a.

Bewertungstag

Quanto

Geld-/Briefkurs

SF3 DJD

Gold

1.725,00 USD

7,00 %

4,60 %

17.06.2022

Nein

142,12/142,18 EUR

SF3 DHZ

Gold

1.725,00 USD

6,25 %

3,63 %

17.06.2022

Ja

167,30/167,37 EUR

SD5 BQQ

Gold

1.850,00 USD

3,80 %

9,08 %

17.06.2022

Nein

147,04/147,09 EUR

SD5 BQG

Gold

1.850,00 USD

2,96 %

7,99 %

17.06.2022

Ja

173,24/173,31 EUR

BEST Turbo-Optionsscheine

WKN

Basiswert

Typ

Basispreis/Knock- Out-Barriere

Hebel

Laufzeit

Quanto

Geld-/Briefkurs

CL7 A43

Gold

Call

1.568,156 USD

8,1

Unbegrenzt

Nein

18,80/18,81 EUR

CU8 LNM

Gold

Call

1.556,072 USD

7,7

Unbegrenzt

Ja

23,23/23,25 EUR

SD9 91K

Gold

Put

2.002,058 USD

8,2

Unbegrenzt

Nein

18,64/18,66 EUR

SD8 A2C

Gold

Put

2.005,179 USD

8,1

Unbegrenzt

Ja

22,10/22,12 EUR

Faktor-Optionsscheine mit unbegrenzter Laufzeit

WKN

Basiswert

Strategie

Faktor

FXopt

Geld-/Briefkurs

SB3 T5U

Gold Future

Long

3

Nein

5,42/5,43 EUR

SB3 T61

Gold Future

Long

6

Nein

2,55/2,56 EUR

SB3 T9S

Gold Future

Short

–3

Nein

9,63/9,64 EUR

SB3 T6T

Gold Future

Short

–6

Nein

8,43/8,44 EUR

Stand: 20. August 2021; Quelle: Société Générale

Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform. Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.

Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern, den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere, um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.