Märkte

Unsicherheit stützt Schweizer Franken

Die Coronabeschränkungen dürften in den nächsten Monaten weiter gelockert werden, was die Weltwirtschaft kräftig anschieben wird. In diesem Umfeld dürfte der Schweizer Franken weniger als sicherer Hafen nachgefragt werden.

Schweizer Franken sollte wieder schwächer tendieren
Der Schweizer Franken wertet seit März zum Euro kontinuierlich auf. Grund dürfte wohl die nach wie vor recht hohe Unsicherheit im Zusammenhang mit der Coronapandemie sein. Die Ausbreitung der Delta-Variante schürte außerdem zuletzt die Sorge, dass die Pandemie die Welt länger im Griff habe, als bisher gedacht.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) dürfte die Entwicklung des Schweizer Franken mit Sorge beobachten. Ihrer Meinung nach ist er hoch bewertet und sie signalisierte bis zuletzt ihre Bereitschaft zu handeln, sollte er zu stark aufwerten.

Wann die Schmerzgrenze der SNB erreicht ist, lässt sich schwer sagen. Im vergangenen Jahr wertete der Schweizer Franken im Zuge der Coronapandemie deutlich auf. Typischerweise wird er in Krisenzeiten als sicherer Hafen stark nachgefragt. Die SNB sah sich gezwungen, massiv am Devisenmarkt zu intervenieren. Die Marke von 1,05, die die SNB erfolgreich verteidigen konnte, fungierte offenbar als Untergrenze des Euro/Schweizer Franken-Wechselkurses.

Von diesen Niveaus ist der Euro/Schweizer Franken-Wechselkurs noch ein gutes Stück entfernt. Hinzu kommt, dass die Inflation in der Schweiz wieder im positiven Bereich liegt, nachdem sie im letzten Jahr zeitweise deutlich negativ war, und sich die Wirtschaft erholt. Devisenmarktinterventionen der Notenbank sind daher wahrscheinlich noch kein Thema.

Ohnehin gehen wir davon aus, dass der Schweizer Franken in den nächsten Quartalen zum Euro wieder nachgeben wird. Wir sind zuversichtlich, dass dank der Impfkampagnen die Coronapandemie mehr oder weniger überwunden werden kann, und erwarten weiterhin eine kräftige Erholung der Weltwirtschaft. In einem solchen Umfeld sollte die Stimmung an den Finanzmärkten positiv sein und der Schweizer Franken als Krisenwährung weniger nachgefragt werden. Interventionen der SNB dürften daher nicht notwendig sein.

Grafik 1: Inflation in der Schweiz wieder positiv

Verbraucherpreisindex, Veränderung gegenüber Vorjahr

Preisdruck in der Schweiz bleibt moderat
Zwar sind auch in der Schweiz die Preise zuletzt stärker gestiegen. Nachdem die Verbraucherpreisinflation im vergangenen Jahr überwiegend im negativen Bereich lag, ist sie dieses Jahr ins Positive gedreht. Im Juni lag die Inflationsrate bei moderaten 0,6 Prozent. In den nächsten Quartalen dürfte sie etwas weiter steigen, aber unter 1 Prozent verharren.

Grund zur Sorge besteht also für die SNB nicht und somit besteht auch kein Anlass, an ihrer expansiven geldpolitischen Ausrichtung etwas zu ändern. In ihrer letzten geldpolitischen Lagebeurteilung Mitte Juni hat sie die Inflationsprognosen nur moderat angepasst. Vor allem auf kurze Sicht erwartet sie etwas höhere Inflationsdaten. Die mittel- bis langfristige Sicht bleibt aber nahezu unverändert.

Auch betonte sie erneut, dass der Schweizer Franken hoch bewertet sei und dass die expansive Geldpolitik unter anderem dem Aufwertungsdruck auf den Schweizer Franken entgegenwirke. Gerade im Hinblick auf den wieder etwas erstarkten Schweizer Franken wird sie ihre ultrataubenhafte Haltung beibehalten.

Schlusslicht SNB
Während viele andere Notenbanken aufgrund der steigenden Inflation und der sich erholenden Wirtschaft bereits einen ersten Schritt aus der expansiven Geldpolitik vollzogen haben oder zumindest einen solchen Schritt signalisieren, dürfte es lange dauern, bis die SNB von ihren negativen Leitzinsen abrückt.

Vor allem wird sie vermeiden wollen, dass der ohnehin schon hoch bewertete Schweizer Franken unter Aufwertungsdruck gerät. Daher wird sie sich hüten, irgendwelche falkenhaften Signale auszusenden.

Dies und unsere Erwartung, dass sich die Pandemielage zunehmend entspannt und Sichere-Hafen-Währungen wie der Schweizer Franken weniger nachgefragt werden, spricht unserer Meinung nach für eine Abwertung des Schweizer Franken zum Euro in den nächsten Quartalen.

Allerdings rechnen wir damit, dass das Tempo der Schweizer-Franken-Abwertung zum Euro moderat ausfallen wird. Denn auch die EZB dürfte weiterhin sehr bedacht sein, jegliche Spekulationen über einen baldigen Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik zu dämpfen, und dies dürfte den Euro belasten. Alte Niveaus bei 1,20 im Euro/Schweizer Franken-Wechselkurs dürften daher erst einmal außer Reichweite sein.

Zum US-Dollar rechnen wir mit einem etwas stärkeren Schweizer Franken, was aber vor allem unserer Prognose eines schwächeren US-Dollar in den nächsten Quartalen geschuldet ist. Hier dürfte die neue Strategie der Fed, das Average Inflation Targeting, den US-Dollar belasten.

Sollte sich die Pandemielage wieder verschärfen und die Risikoaversion deutlich steigen, dürfte der Schweizer Franken weiter aufwerten. In diesem Falle dürfte die SNB mit Interventionen wieder in den Markt eingreifen, um einer zu starken Schweizer-Franken-Abwertung entgegenzuwirken. Dies ist aber nicht unser Basisszenario.

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Laufzeit

Geld-/Briefkurs

SD6 WPP

EUR/CHF

Call

0,8697 CHF

5,0

Unbegrenzt

19,79/19,83 EUR

CU9 VVF

EUR/CHF

Call

0,9416 CHF

7,6

Unbegrenzt

13,16/13,19 EUR

CJ1 GQK

EUR/CHF

Call

0,9777 CHF

10,1

Unbegrenzt

9,83/9,86 EUR

CJ4 QG3

EUR/CHF

Call

1,0075 CHF

14,1

Unbegrenzt

7,08/7,11 EUR

CJ4 QG6

EUR/CHF

Call

1,0226 CHF

17,5

Unbegrenzt

5,69/5,72 EUR

CJ4 QG8

EUR/CHF

Call

1,0325 CHF

20,8

Unbegrenzt

4,77/4,80 EUR

SD9 2C4

EUR/CHF

Put

1,3143 CHF

4,7

Unbegrenzt

21,33/21,36 EUR

CJ4 QJ5

EUR/CHF

Put

1,2348 CHF

7,1

Unbegrenzt

13,99/14,02 EUR

CU1 SNL

EUR/CHF

Put

1,1789 CHF

11,3

Unbegrenzt

8,84/8,87 EUR

CJ4 QJN

EUR/CHF

Put

1,1499 CHF

16,1

Unbegrenzt

6,16/6,19 EUR

CJ4 QJJ

EUR/CHF

Put

1,1299 CHF

22,9

Unbegrenzt

4,32/4,35 EUR

CJ4 QJH

EUR/CHF

Put

1,1242 CHF

26,1

Unbegrenzt

3,79/3,83 EUR

Stand: 23. Juli 2021; Quelle: Société Générale

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