Was ist CO2?

Was ist CO2?

Steigende Meeresspiegel, schmelzende Gletscher und drohende Hitzewellen: Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Die Diskussion über die globale Erderwärmung führt dabei immer wieder auf einen Hauptverursacher zurück: Kohlenstoffdioxid (CO2).

Das farblose Gas, das bei jeglicher Verbrennung entsteht, verursacht den sogenannten Treibhauseffekt, indem es sich in der Atmosphäre wie eine Glasglocke über die Erde legt. Die von der Erde abgestrahlte Wärme wird von den Klimagasen in der Atmosphäre verstärkt, abgefangen und wieder zurückgeworfen. Die Folge: steigende Temperaturen.

Da CO2-Emissionen meistens nicht sichtbar und nicht unmittelbar spürbar sind, ist den meisten Bürgern oft nicht bewusst, dass im Durchschnitt jeder Deutsche für rund 8,4 Tonnen CO2-Ausstoß im Jahr verantwortlich ist. Davon ist ein Großteil auf Bereiche wie Verkehr, Dienstleistungen sowie Stromerzeugung und Heizen zurückzuführen. Bei den Bemühungen, Treibhausgasemissionen zu senken, spielt der Handel mit sogenannten Emissionsrechten eine zunehmend große Rolle. Der Emissionsrechtehandel gilt als Motor für die Schaffung eines globalen CO2-Markts.

So funktioniert der Emissionshandel
Der Emissionshandel ist ein marktwirtschaftliches Instrument, mit dem die Emissionen von Kohlenstoffdioxid (CO2) und anderen Treibhausgasen gesenkt und so das Klima geschützt werden soll. Im Folgenden stellen wir Ihnen die wesentlichen Grundzüge des CO2-Emissionsrechtehandels sowie dessen preisbeeinflussende Faktoren vor.

Der Ursprung des Handels mit Emissionsrechten in der EU ist auf das Kyoto-Protokoll aus dem Jahr 1997 zurückzuführen. Dabei handelt es sich um ein Zusatzabkommen der Klimakonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC), bei dem rechtlich verbindliche Grenzwerte für Treibhausgasemissionen festgelegt wurden. Um das im Kyoto-Protokoll festgelegte Klimaschutzziel zu erreichen, wurde 2003 vom Europäischen Parlament und dem EU-Rat der EU-Emissionshandel beschlossen und im Januar 2005 das EU-ETS (European Union Emissions Trading System) eingeführt. Beim EU-ETS handelt es sich um das erste grenzüberschreitende und weltweit größte System zum Handel mit Emissionsrechten.

Das Emissionshandelssystem der EU zielt darauf ab, die CO2-Emissionen der Industrie zu reduzieren, indem Unternehmen dazu verpflichtet werden, für jede emittierte Tonne CO2 eine Berechtigung (in Form von Emissionszertifikaten) zu besitzen. Das EU-ETS ist in allen EU-Ländern sowie in Großbritannien, Island, Liechtenstein und Norwegen tätig und begrenzt die Emissionen von mehr als 11.000 Anlagen mit hohem Energieverbrauch (Kraftwerke und Industrieanlagen) und Fluggesellschaften, die zwischen diesen Ländern operieren. Das System deckt rund 45 Prozent der CO2-Emissionen der EU ab. Es operiert mit Handelsphasen. Der Rahmen für das EU-ETS, das sich mittlerweile in seiner vierten Handelsphase (2021 bis 2030) befindet, wurde mehrfach überarbeitet, damit das System weiterhin mit den übergeordneten klimapolitischen Zielen der EU im Einklang steht.

Der Emissionshandel funktioniert nach dem Prinzip »Cap and Trade«. Mit der staatlich festgelegten Obergrenze (Cap) wird politisch entschieden, wie viel CO2 insgesamt höchstens emittiert werden darf. Ein klimapolitisch anspruchsvolles Cap sorgt dafür, dass CO2 ein knappes Gut wird und sich durch den Handel (Trade) am Markt ein Preis für CO2 bildet, der einen Anreiz setzt, in mehr Klimaschutz zu investieren.

Der EUA-Preis bildet im Prinzip die CO2-Vermeidungskosten ab, das heißt die Kosten, die anfallen, um eine zusätzliche CO2-Emissionseinheit zu verhindern. Sofern es für ein Unternehmen günstiger ist, CO2-Emissionen zu vermindern, wird es eigene Anstrengungen zur CO2-Reduzierung dem Zukauf von Emissionsberechtigungen vorziehen.

Emissionshandel: Grundprinzip einfach erklärt

Das Grundprinzip ist eigentlich recht einfach: Die Politik legt fest, wie viele Tonnen CO2 von einer Gruppe (zum Beispiel Unternehmen eines bestimmten Industriezweigs) insgesamt ausgestoßen werden dürfen. Wer zu der Gruppe gehört und das Klima mit CO2-Emissionen anheizt, benötigt nun für jede ausgestoßene Tonne CO2 eine Emissionsberechtigung. Diese Berechtigungen können die Gruppenmitglieder kaufen. Wird ohne Berechtigung CO2 emittiert, sind Strafzahlungen fällig. Wer wenig CO2 emittiert, muss entsprechend wenig für Berechtigungen ausgeben. Klimaschutz lohnt sich damit auch finanziell.

Erfahren Sie hier, wie Experten die weitere Entwicklung des CO2-Preises einschätzen.