Märkte

Märkte bleiben nervös

Der DAX stieg im April 2021 das erste Mal in seiner Geschichte über die Marke von 15.500 Punkten. Seit dem Tief aus dem Jahr 2020 bei knapp über 8.000 Punkten hat sich der Indexstand damit fast verdoppelt. Damals, im März 2020, kletterte dagegen die Volatilität auf neue Rekordstände. So stieg der VDAX-New das erste Mal überhaupt auf über 90 Prozentpunkte.

Wenn Aktienkurse unter Druck stehen, dann sprechen Experten häufig von »volatilen« Märkten. Das ist eine Anspielung auf die gestiegene Volatilität. Ganz grundsätzlich ist Volatilität ein statistisches Maß und kann auf Basis historischer Kurse bei Aktien oder Aktienindizes berechnet werden. Der Zusammenhang zwischen hoher Volatilität und fallenden Aktienkursen kann zum Beispiel am DAX und am dazugehörigen VDAX-New beobachtet werden (siehe Grafik 1). Der VDAX-New ist ein Volatilitätsindex für den DAX. Allerdings wird beim VDAX-New nicht die historische Volatilität des DAX berechnet, vielmehr stellt der Volatilitätsindex die zukünftig erwartete Volatilität dar. Sie wird als implizite Volatilität bezeichnet und anhand von Optionen berechnet.

Grafik 1: DAX und VDAX-New

Bei einem Vergleich von DAX und VDAX-New fällt sofort auf, dass es einen Zusammenhang gibt. Immer dann, wenn die Kurse des DAX fallen, steigt der VDAX-New, und umgekehrt. Ganz besonders deutlich wurde das im März 2020. Als der DAX in sehr kurzer Zeit auf unter 9.000 Punkte absackte, schoss zur gleichen Zeit die Volatilität nach oben. Das ist keine Überraschung, da die Volatilität in der Regel immer dann steigt, wenn die Kurse fallen. Für Investoren kann der VDAX-New somit ein Gradmesser für die momentane Lage sein. Je höher die Volatilität ist, desto größer ist die Nervosität an den Märkten. Es gibt allerdings nicht nur für den DAX einen Volatilitätsindex, auch für den EURO STOXX 50 oder den S&P 500 werden solche Indizes berechnet. So heißt das Pendant für den EURO STOXX 50 »VSTOXX« und für den S&P 500 »VIX«. Bei einer Betrachtung aller drei Volatilitätsindizes (siehe Grafik 2) fällt auf, dass die Abweichungen untereinander sehr gering erscheinen. Da die Aktienmärkte meist in eine ähnliche Richtung laufen, verändert sich die Volatilität häufig in etwa gleich.

Grafik 2: Volatilitätsindizes und Futures im Vergleich

Handeln Anleger zum Beispiel Optionsscheine auf Aktien oder Aktienindizes, werden sie häufig feststellen, dass die Preise dieser Wertpapiere auch dann schwanken, wenn der Basiswert sich nicht weiter bewegt. Das liegt meist an der Veränderung der impliziten Volatilität. So können sich Käufer von Standard-Optionsscheinen merken, dass ein Anstieg der impliziten Volatilität grundsätzlich einen positiven Einfluss auf den Preis des Optionsscheins hat. Es ist dabei unerheblich, ob es sich um einen Call oder einen Put Optionsschein handelt. Gleiches gilt, wenn die implizite Volatilität fällt. Dann geht der Preis von Standard-Optionsscheinen grundsätzlich zurück (siehe Tabelle 1).

Tabelle 1: Einfluss von Volatilitätsveränderungen auf den Preis

Preisveränderung von

Volatilität

steigt

fällt

Standard-Optionsschein

Call

+

Put

+

Inline-Optionsschein

+

Discount-Zertifikat

+

Stand: 11. Mai 2021; Quelle: Société Générale

Ganz anders verhält es sich bei Inline-Optionsscheinen oder Discount-Zertifikaten. Hier wirkt sich ein Anstieg der impliziten Volatilität preismindernd aus. Demgegenüber steigt der Preis der Wertpapiere, wenn die Volatilität fällt.

Anleger können ebenfalls direkt Produkte auf verschiedene Volatilitätsindizes erwerben. Bei Société Générale haben Investoren die Auswahl aus zwei Basiswerten, den VSTOXX Future und den VIX Future. Das Angebot umfasst Faktor- und Unlimited Turbo-Optionsscheine. Mehr Informationen zur Volatilität finden Sie in unserem Wissensarchiv. Dort finden Sie ebenfalls weitere Artikel zu Optionsscheinen und zur Optionspreistheorie.

Anlageidee: Optionsscheine auf Futures von Volatilitätsindizes

Unlimited Turbo-Optionsscheine mit unbegrenzter Laufzeit

WKN

Basiswert

Typ

Basispreis/Knock-Out-Barriere

Hebel

Geld-/Briefkurs

SD8 ZKL

VSTOXX Future

Call

14,9803/16,0500 EUR

3,1

6,98/7,08 EUR

SD7 SVZ

VSTOXX Future

Put

33,1329/24,9200 EUR

1,9

1,14/1,15 EUR

SD7 EF0

VIX Future

Call

14,1748/15,1800 USD

2,6

6,80/6,93 EUR

SD7 45P

VIX Future

Put

34,9756/26,2400 USD

1,7

1,06/1,07 EUR

Faktor-Optionsscheine mit unbegrenzter Laufzeit

WKN

Basiswert

Strategie

Faktor

Geld-/Briefkurs

SD0 B5L

VSTOXX Future

Long

1

6,88/6,95 EUR

SD4 TVQ

VSTOXX Future

Short

–1

3,98/4,02 EUR

SD4 TVC

VIX Future

Long

1

7,13/7,21 EUR

SD4 TVB

VIX Future

Short

–1

4,04/4,07 EUR

Stand: 20. Mai 2021; Quelle: Société Générale

Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform. Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.sg-zertifikate.de zur Verfügung. Da die von Société Générale angebotenen Produkte in Euro notieren, der Handelspreis des VIX in US-Dollar, besteht für den Investor ein Währungsrisiko. Ein steigender Euro/US-Dollar-Wechselkurs wirkt sich negativ auf den Wert des Produkts aus.

Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern, den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere, um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.