Titelthema

Start in die Dividendensaison – DAX-Dividenden überraschend gut

Vor einem Jahr, Mitte März 2020, trat der erste Lockdown infolge der Coronapandemie in Deutschland in Kraft. Dies war nicht nur ein noch nie da gewesener Einschnitt in unser aller Alltag, sondern brachte auch die Dividendensaison, die damals vor der Tür stand, komplett durcheinander. Denn an Hauptversammlungen war wegen der Ansteckungsgefahr nicht zu denken. Bis zu diesem Zeitpunkt waren Hauptversammlungen als Präsenzveranstaltungen vorgesehen. Zwar gab es auch in der Vergangenheit immer wieder Vorstöße, digitale Hauptversammlungen durchzuführen, allerdings setzten sie sich nicht durch.

Nun, ein Jahr später, ist die Pandemie zwar noch lange nicht besiegt. Doch ist es inzwischen möglich, dass Aktionäre ihre Rechte auch bei digitalen Hauptversammlungen ausüben. So fanden in diesem Jahr beispielsweise schon die ordentlichen Hauptversammlungen von Siemens und Infineon virtuell statt und Aktionäre konnten sich über ihre Ausschüttung freuen.

Die Dividendensaison wurde also erfolgreich eingeläutet. Bei der Mehrzahl der 30 DAX-Unternehmen steht allerdings die Hauptversammlung noch aus. Aber so viel sei schon einmal verraten: Die DAX-Dividendensumme kann im Vergleich zu der für das Geschäftsjahr 2019 sogar etwas ansteigen, auf 34,0 Milliarden Euro. Das bedeutet eine DAX-Dividendenrendite von 2,4 Prozent.

2,4 Prozent, das ist eine Rendite, von der Investoren in Bundesanleihen, Sparbuch und Festgeld nur träumen können. So wird es immer deutlicher, dass in Zeiten, in denen viele Banken sogar Verwahrentgelte für Spareinlagen verlangen, am Aktienmarkt kaum ein Weg vorbeiführt, um Vermögen aufzubauen, geschweige denn der Geldentwertung durch Inflation entgegenzuwirken.

Und tatsächlich hat das Coronajahr 2020 laut einer Studie des Deutschen Aktieninstituts viele Menschen an die Börse gebracht. So stieg die Zahl der Personen in Deutschland, die sich am Aktienmarkt engagieren, um rund 2,7 Millionen auf knapp 12,4 Millionen. Dabei ist zu beobachten, dass es vor allem bei jungen Erwachsenen eine Steigerung von fast 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gab. Hierbei spielte sicherlich auch das vermehrt digitale Angebot eine große Rolle.

Trotzdem hat die Aktienkultur in Deutschland gewiss noch Nachholbedarf. Denn letztendlich ist es doch die Anlageklasse Aktie, die in der Vergangenheit auf lange Sicht die besten Renditen erwirtschaftet hat – auch wegen attraktiver Dividenden.

Kurz bevor die Dividendensaison jetzt richtig Fahrt aufnimmt, gibt Ihnen der Aktienmarktspezialist Andreas Hürkamp auf den folgenden Seiten einen Ausblick auf die Dividendensaison für das Geschäftsjahr 2020. So viel vorneweg: Auch in den kommenden Monaten sollte die Dividendenrendite die Aktienmärkte stützen. Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen.

DAX-DIVIDENDENSUMME STEIGT TROTZ CORONAPANDEMIE

Die DAX-Dividendensaison für das Geschäftsjahr 2020 läuft deutlich besser, als wir es erwartet hatten. Entgegen unserer Prognose in unserem Jahresausblick, dass die Coronakrise zu einem weiteren Rückgang der DAX-Dividendensumme um 4 Prozent führen werde, werden die DAX-Unternehmen mit 34,0 Milliarden Euro sogar etwas mehr auszahlen als für das Geschäftsjahr 2019. Die starke Erholung der chinesischen Konjunktur im zweiten Halbjahr 2020 und überraschend starke Kosteneinsparungen sind entscheidende Gründe, warum 16 DAX-Unternehmen ihre Dividende anheben, während nur 5 ihre Dividende reduzieren werden. 34,0 Milliarden Euro bedeuten eine DAX-Dividendenrendite von 2,4 Prozent für das Geschäftsjahr 2020. Die Rendite liegt damit weiterhin mehr als 250 Basispunkte (2,5 Prozent) über der Rendite für 10-jährige Bundesanleihen, was die Aktienmärkte auch in den kommenden Monaten weiter stützen sollte.

In unserem DAX-Jahresausblick in der Januar-Ausgabe 2021 hatten wir einen eingetrübten Ausblick auf die Dividendensaison gegeben. Wir prognostizierten damals 14 Dividendenerhöhungen und 8 Dividendensenkungen mit einem Rückgang der DAX-Dividendensumme um 4 Prozent von 33,5 Milliarden Euro auf 32,2 Milliarden Euro.

Doch mittlerweile haben 26 der DAX-Unternehmen ihren Dividendenvorschlag veröffentlicht, und die Trends laufen deutlich besser als erwartet. Zum einen werden nicht 14, sondern 16 Unternehmen ihre Dividende anheben. Und zum anderen werden nicht 8, sondern nur 5 DAX-Unternehmen eine sinkende Dividende zahlen. Die DAX-Dividendensumme wird mit 34,0 Milliarden Euro wahrscheinlich sogar über dem Niveau von 33,5 Milliarden Euro für das Geschäftsjahr 2019 liegen. Vor dem Hintergrund des scharfen Einbruchs der deutschen Konjunktur um 5 Prozent im Jahr 2020 ist die DAX-Dividendensaison eine große Überraschung.

Viele DAX-Unternehmen haben im zweiten Halbjahr 2020 einen unerwartet kräftigen Rückenwind aus China erhalten. So haben sich die Autokäufe dort rasant erholt, wovon insbesondere die deutschen Autobauer, aber auch die Chemieindustrie, profitiert haben. Zudem haben die Unternehmen auf dem coronabedingten Stillstand der Konjunktur schnell mit kräftigen Kostensenkungen reagiert, sodass die Gewinnmargen erstaunlich hoch geblieben sind.

Von den 26 DAX-Unternehmen, die bis Mitte März ihren Dividendenvorschlag veröffentlichten, haben 13 Unternehmen positiv überrascht. Vor allem adidas überzeugt mit einer Dividende von 3,00 Euro, während der Markt nur 1,65 Euro erwartet hatte. Und auch Volkswagen stellte völlig unerwartet eine unveränderte Dividende von 4,86 Euro je Vorzugsaktie in Aussicht, während die Mehrzahl der Analysten von einer weiteren kräftigen Dividendenkürzung ausgegangen war.

Die größte Enttäuschung präsentierte Continental, die statt einer erwarteten Dividendenkürzung ihre Dividende komplett gestrichen hat. Und auch Bayer kürzte die Dividende unerwartet stark auf 2,00 Euro je Aktie (siehe Tabelle 1).

Tabelle 1: 13 positive und 5 negative DAX-Dividendenüberraschungen

Markterwartungen in Euro

Angekündigte Dividende in Euro

13 Unternehmen über den Erwartungen

adidas

1,65

3,00

BASF

3,00

3,30

BMW

1,80

1,90

Daimler

1,10

1,35

Deutsche Post

1,25

1,35

Fresenius Medical Care

1,23

1,34

Fresenius

0,81

0,88

Henkel Vz.

1,78

1,85

Linde (GJ 2021)

4,16 USD

4,24 USD

MTU

0,90

1,25

SAP

1,75

1,85

Volkswagen Vz.

3,56

4,86

Vonovia

1,66

1,69

8 Unternehmen innerhalb der Erwartungen

Allianz

9,60

9,60

Beiersdorf

0,70

0,70

Covestro

1,30

1,30

Deutsche Bank

0,00

0,00

Deutsche Telekom

0,60

0,60

Merck

1,40

1,40

Münchener Rück

9,60

9,60

RWE

0,85

0,85

5 Unternehmen unter den Erwartungen

Bayer

2,15

2,00

Continental

2,20

0,00

Deutsche Börse

3,10

3,00

Infineon

0,26

0,22

Siemens

3,70

3,50

Stand: 12. März 2021; Quelle: FactSet Markterwartungen, Commerzbank Research
Prognosen sind kein Indikator für die künftige Entwicklung.

Wir gehen davon aus, dass schließlich 16 der 30 DAX-Unternehmen ihre Dividende für das Geschäftsjahr 2020 anheben werden. Im Vorjahr hatten wir 13 Dividendenerhöhungen. Und 5 DAX-Unternehmen werden wahrscheinlich ihre Dividende reduzieren, während es im Vorjahr noch 11 Kürzungen gab. 9 DAX-Unternehmen zahlen eine unveränderte Dividende (siehe Tabelle 2).

Tabelle 2: 16 Dividendenerhöhungen im DAX und nur fünfmal niedrigere Dividende

Kurs in Euro

Dividende in Euro

GJ 2020e

HV-Termin 2021

GJ 2014

GJ 2015

GJ 2016

GJ 2017

GJ 2018

GJ 2019

in Euro

Rendite in %

adidas

298,90

1,50

1,60

2,00

2,60

3,35

0,00

3,00

1,00

12. Mai

Allianz

213,90

6,85

7,30

7,60

8,00

9,00

9,60

9,60

4,49

5. Mai

BASF

72,60

2,80

2,90

3,00

3,10

3,20

3,30

3,30

4,55

29. April

BMW

77,50

2,90

3,20

3,50

4,00

3,50

2,50

1,90

2,45

12. Mai

Bayer

53,00

2,25

2,50

2,70

2,80

2,80

2,80

2,00

3,78

29. April

Beiersdorf

87,10

0,70

0,70

0,70

0,70

0,70

0,70

0,70

0,80

1. April

Continental

114,20

3,25

3,75

4,25

4,50

4,75

3,00

0,00

0,00

29. April

Covestro

59,10

NA

0,70

1,35

2,20

2,40

1,20

1,30

2,20

16. April

Daimler

70,70

2,45

3,25

3,25

3,65

3,25

0,90

1,35

1,91

31. März

Delivery Hero

103,80

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

16. Juni

Deutsche Bank

10,70

0,75

0,00

0,19

0,11

0,11

0,00

0,00

0,00

27. Mai

Deutsche Börse

139,20

2,10

2,25

2,35

2,45

2,70

2,90

3,00

2,16

19. Mai

Deutsche Post

45,10

0,85

0,85

1,05

1,15

1,15

1,15

1,35

3,00

6. Mai

Deutsche Telekom

16,50

0,50

0,55

0,60

0,65

0,70

0,60

0,60

3,64

7. April

Deutsche Wohnen

38,80

0,44

0,54

0,74

0,80

0,87

0,90

1,00

2,58

1. Juni

E.ON

8,80

0,50

0,50

0,21

0,30

0,43

0,46

0,47

5,33

19. Mai

Fresenius Medical Care

60,90

0,78

0,80

0,96

1,06

1,17

1,20

1,34

2,20

20. Mai

Fresenius

36,20

0,44

0,55

0,62

0,75

0,80

0,84

0,88

2,43

21. Mai

HeidelbergCement

73,90

0,75

1,30

1,60

1,90

2,10

0,60

1,50

2,03

6. Mai

Henkel Vz.

87,90

1,31

1,47

1,62

1,79

1,85

1,85

1,85

2,10

16. April

Infineon

33,70

0,18

0,20

0,22

0,25

0,27

0,27

0,22

0,65

25. Februar

Linde

223,30

3,15

3,45

3,70

3,90/3,10

3,30 USD

3,50 USD

3,86 USD

1,50

Juli

Merck

133,20

1,00

1,05

1,20

1,25

1,25

1,30

1,40

1,05

23. April

MTU

201,40

1,45

1,70

1,90

2,30

2,85

0,04

1,25

0,62

21. April

Münchener Rück

265,90

7,75

8,25

8,60

8,60

9,25

9,80

9,80

3,69

28. April

RWE

32,50

1,00

0,00

0,00

0,50/1,00

0,70

0,80

0,85

2,62

28. April

SAP

103,00

1,10

1,15

1,25

1,40

1,50

1,58

1,85

1,80

12. Mai

Siemens

135,40

3,30

3,50

3,60

3,70

3,80

3,90

3,50

2,59

3. Februar

Volkswagen Vz.

190,20

4,86

0,17

2,06

3,96

4,86

4,86

4,86

2,55

NA

Vonovia

54,40

0,78

0,94

1,12

1,32

1,44

1,57

1,69

3,11

16. April

Stand: 12. März 2021; Quelle: DAX-Geschäftsberichte, Datastream, Commerzbank Schätzungen. e = erwartet. Prognosen sind kein Indikator für die künftige Entwicklung.
Fett: Unternehmen, die bis zum 15. März 2021 die Dividende für das Geschäftsjahr 2020 angekündigt haben.

Die DAX-Dividendensumme für das Geschäftsjahr 2019 lag mit 33,5 Milliarden Euro 12 Prozent unter dem bisherigen Spitzenjahrgang 2018, in dem 38,2 Milliarden Euro ausgeschüttet wurden. Für das Geschäftsjahr 2020 waren wir in unseren ersten Prognosen Mitte 2020 davon ausgegangen, dass die DAX-Dividendensumme wegen der Corona-Lockdowns um weitere 10 Prozent fallen könnte.

Doch im zweiten Halbjahr haben sich die Dividendenperspektiven der DAX-Unternehmen dank der starken Erholung des sehr wichtigen Exportmarkts China und dank erfolgreicher Kostensenkungen Monat für Monat verbessert.

Mittlerweile gehen wir mit dem Rückenwind von 16 erwarteten Dividendenerhöhungen davon aus, dass die DAX-Dividendensumme um 1 Prozent auf 34,0 Milliarden Euro steigen wird. Diese Robustheit der DAX-Dividenden ist eine große Überraschung für ein Geschäftsjahr, in dem die Konjunktur in Deutschland um 5 Prozent eingebrochen ist.

Vor allem kräftige Dividendenerhöhungen von adidas (600 Millionen Euro), Daimler (500 Millionen Euro), SAP (300 Millionen Euro) und Deutsche Post (250 Millionen Euro) sind für den Anstieg der DAX-Dividendensumme verantwortlich. Dagegen bremsen deutliche Dividendensenkungen von Bayer (800 Millionen Euro), Continental (600 Millionen Euro), BMW (400 Millionen Euro) und Siemens (300 Millionen Euro) das Wachstum der DAX-Dividendensumme (siehe Grafik 1).

Grafik 1: DAX-Dividendensumme für die Geschäftsjahre 2000 bis 2020

Der Autosektor hat uns im Geschäftsjahr 2020 am stärksten positiv überrascht, obwohl die Streichung der Dividende durch Continental eine der größten negativen Trends in der Dividendensaison ist. Jedoch schüttet Daimler nun doch eine Dividende von 1.400 Millionen Euro aus, nachdem wir zwischenzeitlich keine Dividende erwartet hatten. Und Volkswagen hat völlig überraschend eine unveränderte Dividendenausschüttung von 2.400 Millionen Euro anvisiert, während wir eine Halbierung der Dividendenzahlung erwartet hatten. Der Anteil der Autodividenden im DAX sinkt daher nur leicht von 17 Prozent auf 15 Prozent.

Der Versicherungssektor ist erstmals der größte Dividendenzahler im DAX. Allianz und Münchener Rück zahlen voraussichtlich 16 Prozent der DAX-Dividenden. Und der Versorgersektor, der für das Geschäftsjahr 2009 noch mit 24 Prozent Anteil der größte Dividendenzahler war, erholt sich wieder stetig und zahlt für 2020 5 Prozent der DAX-Dividendensumme. Für das Geschäftsjahr 2016 war der Anteil der Versorgerdividenden noch auf 1 Prozent eingebrochen (siehe Tabelle 3).

Tabelle 3: Versicherungssektor hat größten Anteil an den DAX-Dividenden

Dividendensumme in Millionen Euro

GJ 09

GJ 10

GJ 11

GJ 12

GJ 13

GJ 14

GJ 15

GJ 16

GJ 17

GJ 18

GJ 19

GJ 20e

DAX-Dividendensumme in Millionen Euro

20.030

25.928

27.507

27.661

26.859

29.481

29.227

31.684

37.049

38.180

33.553

33.963

DAX-Automobil (BMW, Conti, Daimler, VW)

Dividendensumme in Millionen Euro

951

3.857

5.260

6.078

6.485

7.469

6.397

7.642

9.402

9.149

5.628

5.114

Anteil in Prozent

4,7

14,9

19,1

22,0

24,1

25,3

21,9

24,1

25,4

24,0

16,8

15,1

DAX-Versicherungen (Allianz, Münchener Rück)

Dividendensumme in Millionen Euro

2.922

3.142

3.147

3.294

3.659

4.405

4.649

4.743

4.714

5.153

5.374

5.336

Anteil in Prozent

14,6

12,1

11,4

11,9

13,6

14,9

15,9

15,0

12,7

13,5

16,0

15,7

DAX-Energieversorger (E.ON, RWE)

Dividendensumme in Millionen Euro

4.725

4.725

3.134

3.326

1.760

1.581

981

415

1.572

1.362

1.691

1.800

Anteil in Prozent

23,6

18,2

11,4

12,0

6,6

5,4

3,4

1,3

4,2

3,6

5,0

5,3

Stand: 12. März 2021; Quelle: Commerzbank Schätzungen. e = erwartet. Prognosen sind kein Indikator für die künftige Entwicklung.

Nach der fulminanten DAX-Kurserholung der vergangenen Monate beträgt die Marktkapitalisierung der 30 DAX-Unternehmen derzeit knapp 1.400 Milliarden Euro. Die Dividenden von 34,0 Milliarden Euro bedeuten demnach eine DAX-Dividendenrendite von 2,4 Prozent für das Geschäftsjahr 2020. Die Rendite der DAX-Dividenden liegt damit weiterhin deutlich über der Rendite von 0,5 Prozent für europäische Unternehmensanleihen mit einem BBB-Rating und einer Laufzeit von vier bis sechs Jahren. Und vor dem Hintergrund der negativen Renditen für Anlagen am Geldmarkt und am deutschen Bondmarkt ist die DAX-Dividendenrendite immer noch sehr attraktiv (siehe Grafik 2).

Grafik 2: DAX-Dividendenrendite von über 2 Prozent attraktiv im Niedrigzinsumfeld

Diese Attraktivität von Aktien wird auch auf Einzeltitelebene deutlich. So bietet die BASF-Aktie auch nach den jüngsten deutlichen Kursgewinnen immer noch eine Dividendenrendite von 4,6 Prozent. Dagegen muss sich der Käufer der knapp dreijährigen Unternehmensanleihe mit 0,04 Prozent begnügen (siehe Tabelle 4).

Tabelle 4: Deutsche Telekom und E.ON mit negativen Renditen für Unternehmensanleihen

Unternehmen

Kurs in Euro

Dividende in Euro

GJ 2020e

Anleihe

GJ 2017

GJ 2018

GJ 2019

in Euro

Rendite in %

Rendite in %

Laufzeit

BASF

72,60

3,10

3,20

3,30

3,30

4,55

0,04

22.01.2024

BMW

77,50

4,00

3,50

2,50

1,90

2,45

0,02

21.01.2025

Daimler

70,70

3,65

3,25

0,90

1,35

1,91

0,03

08.07.2024

Deutsche Post

45,10

1,15

1,15

1,15

1,35

3,00

–0,09

11.12.2024

Deutsche Telekom

16,50

0,65

0,70

0,60

0,60

3,64

–0,10

22.04.2025

E.ON

8,80

0,30

0,43

0,46

0,47

5,33

–0,08

21.02.2023

Siemens

135,40

3,70

3,80

3,90

3,50

2,59

–0,06

10.03.2028

Volkswagen Vz.

190,20

3,96

4,86

4,86

4,86

2,55

0,04

04.04.2022

Stand: 12. März 2021; Quelle: FactSet, Commerzbank Research, Datastream. e = erwartet. Prognosen sind kein Indikator für die künftige Entwicklung.

Bei Unternehmen wie der Deutschen Telekom und E.ON liegen die Renditen für kurzlaufende Unternehmensanleihen sogar im negativen Bereich, während die Aktionäre Dividendenrenditen von 3,9 Prozent bei der Deutschen Telekom und sogar 5,4 Prozent bei E.ON entgegensehen können.

Im Vergleich zum DAX mit einer Marktkapitalisierung von 1.400 Milliarden Euro bringt der EURO STOXX 50 3.600 Milliarden Euro auf die Waage. Laut aktuellen Markterwartungen sollen die 50 Unternehmen 80 Milliarden Euro an Dividenden für das Geschäftsjahr 2020 ausschütten. Damit liegt die für den EURO STOXX 50 erwartete Dividendenrendite mit 2,2 Prozent leicht unter der Rendite von 2,4 Prozent für den DAX. Jedoch wird für 19 der 50 Unternehmen derzeit eine Dividendenrendite von mehr als 3 Prozent erwartet, sodass Dividendenjäger auch im EURO STOXX 50 noch Anlagechancen finden (siehe Tabelle 5).

Tabelle 5: 19 Unternehmen im EURO STOXX 50 bieten Dividendenrendite von mehr als 3 Prozent

Aktie

Kurs in Euro

Dividende in Euro

Rendite 2020 in %

GJ 17

GJ 18

GJ 19

GJ 20e

AXA

22,90

1,26

1,34

1,43

1,43

6,2

Total

42,20

2,31

2,65

2,73

2,49

5,9

BASF

72,60

3,10

3,20

3,30

3,30

4,5

Allianz

213,90

8,00

9,00

9,60

9,60

4,5

ENGIE

12,20

0,70

0,75

0,00

0,53

4,3

Enel

8,30

0,24

0,28

0,33

0,35

4,2

Sanofi

79,90

3,03

3,07

3,15

3,20

4,0

Ahold

23,00

0,63

0,70

0,76

0,90

3,9

Iberdrola

10,80

0,32

0,35

0,40

0,42

3,9

Bayer

53,00

2,80

2,80

2,80

2,00

3,8

Münchener Rück

265,90

8,60

9,25

9,80

9,80

3,7

Intesa

2,30

0,20

0,20

0,19

0,08

3,7

Deutsche Telekom

16,50

0,65

0,70

0,60

0,60

3,6

Unilever

46,00

1,43

1,56

1,64

1,66

3,6

Eni

10,40

0,80

0,83

0,86

0,36

3,5

Kone

67,00

1,65

1,65

1,70

2,25

3,4

Danone

58,10

1,90

1,94

2,10

1,94

3,3

Vonovia

54,40

1,32

1,44

1,57

1,69

3,1

Deutsche Post

45,10

1,15

1,15

1,15

1,35

3,0

Siemens

135,40

3,70

3,80

3,90

3,50

2,6

Volkswagen Vz.

190,20

3,96

4,86

4,86

4,86

2,6

BMW

77,50

4,00

3,50

2,50

1,90

2,5

CRH

40,40

0,66

0,71

0,83

0,96

2,4

Inditex

30,10

0,75

0,88

0,35

0,70

2,3

VINCI

91,10

2,45

2,67

3,05

2,04

2,2

Vivendi

27,70

0,45

0,50

0,60

0,60

2,2

Deutsche Börse

139,20

2,45

2,70

2,90

3,00

2,2

BNP Paribas

53,10

3,02

3,02

0,00

1,11

2,1

Air Liquide

133,00

2,40

2,40

2,70

2,75

2,1

Schneider Electric

126,50

2,20

2,40

2,55

2,60

2,1

Daimler

70,70

3,65

3,25

0,90

1,35

1,9

Philips

47,00

0,78

0,83

0,83

0,85

1,8

Pernod Ricard

160,80

2,02

2,36

3,12

2,66

1,7

SAP

103,00

1,40

1,50

1,58

1,67

1,6

Linde

223,30

2,53

2,77

3,22

3,19

1,4

Kering

596,40

6,00

10,50

11,50

8,00

1,3

L’Oréal

322,60

3,55

3,85

4,25

4,00

1,2

ING

10,10

0,67

0,68

0,69

0,12

1,2

LVMH

563,40

5,00

6,00

4,80

6,00

1,1

Banco Santander

3,00

0,21

0,22

0,10

0,03

1,0

adidas

298,90

2,60

3,35

0,00

3,00

1,0

Anheuser-Busch

52,40

3,34

1,80

1,81

0,48

0,9

Essilor

139,80

1,53

2,04

2,23

0,98

0,7

Infineon

33,70

0,25

0,27

0,27

0,22

0,7

ASML

446,90

1,40

1,51

2,40

2,75

0,6

Safran

120,50

1,60

1,82

2,38

0,43

0,4

Prosus

94,50

NA

NA

0,00

0,00

0,0

Adyen

1.935,00

NA

0,00

0,00

0,00

0,0

Airbus

100,00

1,50

1,65

1,80

0,00

0,0

Amadeus IT

63,50

1,14

1,17

1,29

0,00

0,0

Stand: 12. März 2021; Quelle: FactSet Markterwartungen, Commerzbank Research. e = erwartet. Prognosen sind kein Indikator für die künftige Entwicklung.

Anlageidee: VON HOHEN DIVIDENDENRENDITEN PROFITIEREN MIT DISCOUNT- UND BONUS-ZERTIFIKATEN

Für Zertifikate-Investoren ergeben sich interessante Möglichkeiten, von hohen Dividendenzahlungen zu profitieren. Da Anleger bei Zertifikaten grundsätzlich auf die Ausschüttung der Dividende der zugrunde liegenden Basiswerte verzichten, können die Konditionen und Ausgestaltungsmerkmale bestimmter Zertifikatstypen umso attraktiver gestaltet werden, je höher die zu erwartende Dividendenrendite ist.

Discount-Zertifikate: Attraktivere Seitwärtsrendite
Bei Discount-Zertifikaten trägt neben der Gewinnbegrenzung des Zertifikats vor allem die gezahlte Dividende dazu bei, den Preisabschlag zu finanzieren. Dies wird besonders deutlich, wenn man Discount-Zertifikate dividendenstarker Aktientitel mit dividendenschwachen Titeln vergleicht. Durch die höhere Dividende kann ein höherer Discount erzielt werden, was dem Anleger im Vergleich zum Direktinvestment einen höheren Puffer im Falle rückläufiger Aktienkurse verschafft bzw. eine attraktivere Seitwärtsrendite bietet, die besonders im Fall stagnierender Aktienkursentwicklung von Vorteil ist.

Bonus-Zertifikate: Komfortabler Sicherheitspuffer
Bei einem Bonus-Zertifikat kann eine hohe Dividende zur Finanzierung eines zusätzlichen Risikopuffers verwendet werden. Denn die zugrunde liegende Barriere des Bonus-Zertifikats kann deutlich niedriger gewählt werden als bei einem Titel mit deutlich niedrigerer Dividendenrendite. Bei der klassischen Variante des Bonus-Zertifikats verzichtet der Anleger zudem noch nicht einmal auf eine unbegrenzte Kurs-Gewinn-Chance, wenn der betreffende Basiswert über den jeweiligen Bonuslevel steigt.

Aber Achtung: Hohe Dividendenzahlungen können für Zertifikateanleger jedoch nicht immer nur von Vorteil sein. Denn am Tag nach der Dividendenzahlung – dem sogenannten Ex-Tag – fällt der Aktienkurs in der Regel um den Betrag der Dividendenausschüttung. Dieser Aktienkursrückgang kann bei Produkten mit Barriere eine Gefahr darstellen. Denn durch den Kursrückgang kann die Barriere des Zertifikats verletzt werden. Daher ist bei der Auswahl von Bonus-Zertifikaten der Abstand zwischen Aktienkurs und Barriere immer so zu wählen, dass auch nach Dividendenausschüttungen – also einem Aktienkursrückgang in Höhe der Dividende – die Barriere noch intakt ist.

Discount-Zertifikate

WKN

Basiswert

Cap

Discount

Max. Rendite p.a.

Bewertungstag

Geld-/Briefkurs

SD1 BR9

E.ON

8,80 EUR

9,56 %

12,68 %

17.12.2021

8,02/8,03 EUR

SD2 SMR

BASF

74,00 EUR

7,90 %

22,13 %

17.12.2021

63,34/63,36 EUR

SD1 XPU

Allianz

220,00 EUR

7,45 %

16,67 %

17.12.2021

195,31/135,38 EUR

SD2 SMV

Bayer

56,00 EUR

10,04 %

21,34 %

17.12.2021

48,20/48,22 EUR

SD1 BXM

Münchener Rück

260,00 EUR

9,07 %

14,34 %

17.12.2021

4,46/4,60 EUR

SD4 KDU

Deutsche Telekom

17,00 EUR

6,81 %

12,80 %

17.12.2021

15,49/15,50 EUR

Bonus-Zertifikate

WKN

Basiswert

Bonuslevel

Barriere

Bonusrendite p.a.

Abstand zur Barriere

Bewertungstag

Geld-/Briefkurs

SD2 4UK

E.ON

9,80 EUR

7,00 EUR

9,70 %

21,18 %

17.12.2021

9,12/9,13 EUR

SD2 SYM

BASF

84,00 EUR

58,00 EUR

25,23 %

15,66 %

17.12.2021

70,51/70,54 EUR

SD2 SXF

Allianz

242,00 EUR

170,00 EUR

13,13 %

19,69 %

17.12.2021

220,16/220,27 EUR

SD2 SY0

Bayer

68,00 EUR

44,00 EUR

27,00 %

18,22 %

17.12.2021

56,42/56,45 EUR

SD2 S21

Münchener Rück

310,00 EUR

210,00 EUR

18,01 %

18,54 %

17.12.2021

272,15/272,30 EUR

SD3 FWA

Deutsche Telekom

18,40 EUR

13,00 EUR

5,62 %

21,99 %

17.12.2021

17,64/17,65 EUR

Stand: 23. März 2021; Quelle: Société Générale

Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform. Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.

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