Titelthema

Technologiewerte im Fokus – Pandemie schiebt Digitalisierungstrend an

Die Branche ist vor allem langfristig attraktiv. Hohe Cashflows, solide Bilanzrelationen sowie die Akzentuierung von Shareholder Value charakterisieren den Sektor ebenso wie die Ausrichtung auf Trends, die die Gesellschaft in den nächsten Jahrzehnten bestimmen werden (Cloud, Netzwerkausbau, Digitalisierung von Haushalten und Verkehr, Sicherheit). Durch die Pandemie hat der allgemeine Digitalisierungstrend einen weiteren Schub erhalten, was IT noch stärker in den Fokus rückt.

Dauerhafte Relative Stärke
Nach viereinhalb Jahren klarer Outperformance an den internationalen Aktienbörsen waren die mit satten Kursgewinnen ausgestatteten IT-Konzerne im letzten Quartal 2018 angesichts des radikalen Stimmungswechsels an den Märkten besonders stark unter die Räder geraten. Doch bereits mit dem Jahresbeginn 2019 fing sich die Branche nicht nur, sondern konnte erneut deutliche neue Höchststände erreichen. Seither gewinnt sie sukzessive Relative Stärke zum Gesamtmarkt. Auch im von Corona gezeichneten Börsenjahr 2020 konnte sich der IT-Sektor hervorragend halten und verzeichnete letztendlich eine Outperformance von knapp 30 Prozent gegenüber dem MSCI Welt-Index.

Auch wenn zum Jahresauftakt bisher deutlich zurückgebliebene zyklische Branchen angesichts des gestiegenen Konjunkturoptimismus stärker in den Fokus gerückt sind, kann von Gewinnmitnahmen bei Informationstechnologie kaum eine Rede sein. Auch in diesem Umfeld bleiben IT-Werte gefragt und gehören zu den Outperformern. Parallel zur Informationstechnologie entwickelte sich ein ähnlicher Kursverlauf bei den Segmenten Online-Handel (Gebrauchsgüter: Amazon) und interaktive Medien (Kommunikationsdienste: Facebook, Alphabet).

Unverändert bleiben wir von den langfristigen Wachstumsqualitäten der Branche überzeugt. Nachholinvestitionen im verbesserten Umfeld, Akzentuierung des Shareholder-Value-Gedankens, neue Innovationskraft und hervorragende qualitative Merkmale der IT-Konzerne sind die Hauptargumente für ein Engagement. Dazu addiert sich nun nach der Steuerreform auch der Rücklauf der Auslandsreserve, die inzwischen gleichermaßen in attraktive Ausschüttungen, Rückkäufe oder Investitionen mündet. Auch wenn die Rezession nicht spurlos am IT-Sektor vorbeigegangen ist, so profitiert er doch langfristig gesehen davon, dass der weltweite Lockdown den Digitalisierungstrend sogar noch weiter verstärkt.

Trendsetter Apple
Ein Synonym für den Wiederaufschwung seit 2013 dürfte Apple sein. Der iMac-Entwickler hatte sich mit seiner Vorreiterrolle bei mobilen IT-Geräten wie iPhone, iPad und iPod zum erfolgreichsten Konzern der Welt entwickelt, musste aber zu Beginn der Dekade dem nachrückenden Wettbewerb Tribut zollen. Nachdem Apple seinen lange Zeit uneinholbar anmutenden Vorsprung verloren hatte, ist es längst gelungen, sich mit Produktanpassungen der nachziehenden Konkurrenz zu stellen und vielmehr sogar in den Angriffsmodus überzugehen.

Grafik 1: Wertentwicklung der Apple-Aktie

Inzwischen startete der Marktführer eine neue Offensive im Bereich Services und Dienstleistungen mit dem Smartphone-Bezahlsystem Apple Pay, Apple Music und der Apple Watch. Zurzeit gewinnt auch das Zukunftsprojekt Apple Car Konturen. Der Markt diskutiert derzeit darüber, dass die Hyundai-Tochter Kia der Produzent der Apple Cars werden könne. In einer Produktionsstätte in Georgia sollen angeblich bis 2024 die ersten 100.000 Automobile mit Apple-Logo vom Band laufen. Inzwischen hat Hyundai dies dementiert, allerdings bleiben viele andere mögliche Kandidaten für eine vielversprechende Automobilpartnerschaft im Rennen.

Der Wandel in Apples Produktmix wird sich weiter fortsetzen. Als Beispiele hierfür können die Einführung von Apple TV+ und Apple News+ aufgeführt werden. Neue Dienste, die sich die bereits existierenden Endgeräte zunutze machen und den Konzern weiter vom einstig reinen Hardware-Produzenten hin zum Anbieter von Services und Dienstleistungen mutieren lassen. Zuletzt wurde auch das Thema Fitness über die Apple Watch thematisiert.

Nachdem Apple zwischenzeitlich in der Börsenkapitalisierung hinter Microsoft zurückgefallen war, nimmt der Konzern in dieser Beziehung wieder eindeutig die erste Stelle ein. Ein Meilenstein dürfte die Aufnahme in den Dow Jones Industrial gewesen sein. Ein Attraktivitätssprung war der im vergangenen Jahr durchgeführte Aktiensplit (vier für eins), der die Titel des iPhone-Giganten optisch wesentlich günstiger erscheinen lässt.

Branche im Wandel
Die rasante Entwicklung der Branche setzt sich weiter fort. Die Unterscheidung zwischen Software- und Hardwarespezialisten ist quasi aufgehoben, man erkennt nur noch die ursprünglichen Domänen im neu angepassten Produktmix, der sich auf margenstarke Produkte und Dienstleistungen konzentriert. Der zunehmende Wettbewerb sorgt aber auch für einen massiven Innovationsschub. Nachdem der Markt für mobile Anwendungen soweit aufgeteilt ist, geht es jetzt um die Positionierung in der Cloud. Themen, die immer stärker in den Fokus rücken, sind soziale Netzwerke, die Netze für Verarbeitung immer größerer Datenmengen (und damit auch das Thema Sicherheit), die Digitalisierung der Haushalte, die Vernetzung von Automobilen sowie als umspannendes Thema das »Internet der Dinge«.

Im Hardwarebereich findet eine immer stärkere Konzentration auf den Absatz mobiler Geräte statt. War der reine PC-Absatz bereits seit Jahren deutlich rückläufig, so verschiebt sich auch der Trend vor allem Richtung Smartphones und mit Abstrichen auch Tablets. Laut Analysehaus Gartner sollen in diesem Jahr weltweit 81,5 Milliarden US-Dollar für mobile Technologien ausgegeben werden.

Coronabedingt gab es im ersten Quartal 2020 bei PCs einen Einbruch um 12,3 Prozent, allerdings konnte bereits im zweiten Quartal ein Turnaround geschafft werden und der Absatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 2,8 Prozent. Nach einem starken Schlussquartal (+10,7 Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2019) wurde vor allem durch den weiter steigenden Erfolg bei mobilen Geräten im Krisenjahr ein Plus von 4,8 Prozent erzielt, der stärkste Anstieg seit zehn Jahren. (Alle Zahlen von Gartner.)

Aufkommen und Ausgliederung der Internet-Service-Spezialisten
Waren lange Zeit die mobilen Computer-Anwendungen wesentliche Treiber der Branche, so hatte sich in den vergangenen Jahren Internet-Services immer stärker in den Vordergrund gedrängt. Ein Synonym für dieses Segment ist im weiteren Sinn der Begriff FANG, unter dem die Highflyer des Segments (Facebook, Amazon, Netflix und Google (Alphabet)) zusammengefasst sind. Sie gehören zurzeit zu den bekanntesten und sich am besten entwickelnden Titeln überhaupt. Auch Twitter als wesentlich geringer kapitalisiertes Unternehmen ist zu diesem Kreis zu zählen. Amazon und Netflix waren allerdings bereits damals einer anderen Branche zugeordnet, sie gehörten zu dem Segment Internethandel der Branche Gebrauchsgüter.

Mit der neu entstandenen Branche Kommunikationsdienstleistungen wurde das Branchensegment Internet Services komplett ausgegliedert und in diesen Sektor überführt. Die neuen Highflyer Alphabet und Facebook gehören nun neben Netflix zu dessen Flaggschiffen. Somit stehen Großkonzerne wie Apple, Microsoft und mit Abstrichen IBM und Intel wieder verstärkt im Fokus der Informationstechnologie und ziehen entsprechende Aufmerksamkeit auf sich.

Besondere Eigenschaften
Trotz des intensiven Wettbewerbs verfügen die großen Flaggschiffe unverändert über gewaltige »Cashcows«, die sie in die Lage versetzen, sowohl die Entwicklung von Produktinnovationen als auch die offensive Ausschüttungspolitik weiter zu forcieren. Auch M&A bleibt ein großes Thema in der Informationstechnologie, wobei weniger eine Branchenkonsolidierung unter den Branchenriesen zu erwarten ist, sondern eher strategische Ergänzungen im Bereich attraktiver neuer Subsegmente, bedingt durch die stetige Innovation und den dadurch initiierten Wandel der Nachfrage.

Wichtige Entwicklungen der vergangenen Jahre
2016 wurde die bisher größte Übernahme im IT-Sektor realisiert. Der PC-Hersteller Dell übernahm den Speicher-Spezialisten EMC für 67 Milliarden US-Dollar. Mit EMC konnte Dell sein Geschäft um Speicherdienste erweitern und damit besser mit Wettbewerbern wie Hewlett Packard konkurrieren. Mit diesem Deal wurde Dell der größte IT-Anbieter in privater Hand, plant jetzt allerdings wieder die Rückkehr an die Börse.

Im Jahr 2015 stand nach dem überraschenden Konzernumbau von Google sowie der Paypal-Abspaltung von eBay die Aufspaltung von Hewlett Packard im Fokus. Der klassische Computerproduzent trägt dem Wandel in der Branche Rechnung und führt nun das originäre Geschäft mit PCs und Druckern unter dem Namen HP Inc. Das ehemals wachstumsstärkere Segment Dienstleistungen wurde unter dem Siegel HP Enterprises ausgegliedert und neu an der Börse eingeführt.

Noch radikaler war der Wandel bzw. die letztendliche Konzernauflösung bei Yahoo. So verschwand mit der Umbenennung in Altaba nicht nur der Traditionsname, sondern im Endeffekt fungiert das Unternehmen nach der Veräußerung des Kerngeschäfts an Verizon im Wesentlichen nur noch als Beteiligungs- und Investmentholding für die noch gehaltenen Anteile an Alibaba und Yahoo Japan.

Vor Ausbruch der Pandemie war die Erwartungshaltung groß, dass eine Fusion zwischen den Hardware-Spezialisten HP Inc. und Xerox (Druckerhersteller) anstehen würde. Inzwischen aber hat Xerox die Übernahmeofferte in Höhe von ca. 30 Milliarden US-Dollar zurückgezogen.

Branchenkonsolidierung: Nvidia will Chip-Designer Arm übernehmen
Ein Thema, das die Branche seit September 2020 beschäftigt, ist der beabsichtigte Kauf des Chip-Designers Arm durch Nvidia. Von Arm stammt die Grundarchitektur für die Chips, die in Smartphones und den meisten Tablets verwendet werden. Auf Basis des Arm-Designs entwickeln Apple, Samsung und Qualcomm ihre Prozessoren für die genannten mobilen Geräte. Künftig steht diese Technologie auch vor dem Sprung in den PC-Markt.

Grafik 2: Wertentwicklung der Nvidia-Aktie

Unter dem bisherigen Besitzer Softbank war Arm ein neutraler Technologie-Anbieter. Ob Nvidia als neuer Besitzer die Neutralität wahren und sich ebenfalls aus den Konflikten zwischen den einzelnen Playern der Branche heraushalten wird, ist momentan ein zentrales Marktthema. Vorerst müssen noch die Wettbewerbshüter aus den USA, China, der EU und Großbritannien entscheiden, ob sie dem Deal zustimmen. Allerdings scheinen die kartellrechtlichen und nationalen Hürden sehr hoch zu sein.

Ein weiterer Beweis dafür, dass sich die Übernahmefantasien derzeit insbesondere in das Halbleitersegment verlagert haben, ist das kolportierte Interesse des Infineon-Konkurrenten Renesas Electronics an Dialog Semiconductor. Der japanische Konzern will für rund 4,7 Milliarden Euro insbesondere zusätzliches Know-how in der Leistungselektronik für den Automobilbereich erwerben und gleichzeitig die Bluetooth-, WiFi- und Internet-of-Things-Aktivitäten des Spezial-Halbleiterproduzenten übernehmen.

Microsoft hat verpasste Entwicklungsschritte längst wieder aufgeholt
Microsoft hatte es trotz der riesigen Reserven lange Zeit geschafft, jeden erfolgreichen Trend zunächst einmal zu verpassen, um dann verspätet nachzulegen. So entstanden die großen Totalabschreibungen Nokia und aQuantive mit insgesamt über 13 Milliarden US-Dollar. CEO Satya Nadella hatte daraufhin seinem Konzern einen radikalen Umbau und eine neue Philosophie verordnet und mit Erfolg umgesetzt. Der Fokus liegt dabei auf Personal Computing, der Cloud und Software für Geschäftskunden.

Grafik 3: Wertentwicklung der Microsoft-Aktie

Windows 10 war zeitweise für Privatkunden gratis, was einerseits eine Revolution gegenüber früheren Versionen darstellt, zu deren Kauf die Kunden gezwungen waren. Im Umkehrschluss bedeutete dies eine deutliche Steigerung im Sympathieranking, was gleichzeitig eine Investition für die Zukunft darstellt. Da PC-Hersteller eine Lizenz für Windows entrichten müssen, war der Verzicht auch nur partiell. Seit dem Gewinnbericht des zweiten Quartals 2016 zeigt sich der Erfolg. Das Cloud-Geschäft kann die weiter schwierige Sparte mit Hardwareprodukten immer besser kompensieren. Der Umbau ist inzwischen weitgehend abgeschlossen.

Ende 2018 stand Microsoft mit der Übernahme von GitHub, einer Plattform zur Entwicklung sogenannter Open-Source-Software, im Fokus. Der Zukauf war Microsoft 7,5 Milliarden US-Dollar wert und stellte damit gleichzeitig den größten Deal seit LinkedIn (2016) dar. Über GitHub bekam man indirekt Zugriff auf rund 85 Millionen Softwareprojekte, die von 28 Millionen Entwicklern aus aller Welt betreut werden. Mehr als 1,8 Millionen Unternehmen und Organisationen nutzen bereits GitHub, darunter auch Alphabet, SAP, IBM und Facebook. Viele Microsoft-Mitarbeiter haben bereits auf der Plattform gearbeitet. Microsoft verfügt zwar über eine üppige Liquiditätssituation, zahlte die Übernahme jedoch komplett in eigenen Aktien.

Letzte Übernahme war der Kauf von ZeniMax Media (7,5 Milliarden US-Dollar), der Mutter des Videospieleverlegers Bethesda Softworks, womit sich die Microsoft-Gaming-Sparte deutlich verstärkt hat. Mit dem erfolgreichen Verlauf der vergangenen Jahre konnte der Konzern zwischenzeitlich sogar Apple in der Marktkapitalisierung überholen. Die beiden Branchenriesen rangierten lange Zeit Kopf an Kopf, im Moment hat wieder Apple die Nase deutlich vorn.

Blick auf die Berichtssaison
Der Jahresauftakt vor dem Hintergrund der ausbrechenden Coronapandemie ging auch an der IT-Branche nicht spurlos vorbei. Allerdings konnten insbesondere die US-Konzerne dank sehr guter Zahlen von Microsoft und Intel sowie stabiler Ergebnisse von Apple, IBM und Cisco die Vorjahresergebnisse noch übertreffen. Auch die IT-Branche bereitete sich aber auf das zu erwartend schwierige zweite Quartal mit Prognosesenkungen, Produktionskürzungen, dem Einkassieren von Ausblicken sowie dem Einstellen von Aktienrückkaufprogrammen vor.

In der laufenden Berichtssaison zum Schlussquartal zeigt sich nun die wahre Stärke der IT-Konzerne in einem von der Pandemie geprägten Umfeld. In den USA liegen die ausgewiesenen Gewinne zurzeit durchschnittlich um 19 Prozent über den Prognosen (im Euroraum sogar um 25 Prozent). Viel aussagekräftiger war aber die Tatsache, dass die US-Konzerne in diesem extrem schwierigen Geschäftszeitraum die Gewinne gegenüber dem Vorjahr um 17 Prozent steigern konnten (im Euroraum um 13 Prozent). Die Umsätze lagen um 14 Prozent über den Vorjahreszahlen.

Während die Unternehmen anderer Branchen sich weiterhin bedeckt halten müssen und nur zögerlich Ausblicke gewähren, warten viele IT-Konzerne mit angehobenen Geschäftserwartungen auf. Darüber hinaus werden die Aktionäre bei einigen Playern des Sektors auch bereits wieder mit höheren Ausschüttungen wie angehobenen Dividenden bzw. neuen oder wieder aufgenommenen Aktienrückkaufprogrammen beschert.

Datensicherheit
In den vergangenen Jahren wurde die Branche und hier insbesondere das ehemalige Segment Internet-Services zunehmend durch das Thema Datensicherheit belastet. Nach dem Aufdecken der Sicherheitslücken bei Mikroprozessoren von Intel sowie einem Hackerangriff auf die deutsche Bundesregierung und wohl auch andere Staaten stand der inzwischen aus der Branche ausgegliederte Konzern Facebook mit einem aus einer ganzen Reihe von Datenskandalen im Fokus.

Nachdem bekannt wurde, dass das britische Unternehmen Cambridge Analytica Millionen von Kundendaten des sozialen Netzwerks abgezogen und illegal für den US-Wahlkampf eingesetzt hatte, geriet die Facebook-Aktie deutlich unter Druck und zog damit das gesamte Segment und mit Abstrichen die gesamte Branche mit nach unten.

In einer Zeit der voranschreitenden Digitalisierung und der immer intensiveren Cloud-Nutzung wird Datensicherheit eines der zentralen Themen bleiben und stetige Anpassungen an die steigenden Risiken erfordern.

SEGMENTGEWICHTUNG
Software

Die Innovationskraft des Softwaresegments (knapp 51 Prozent Branchenanteil) ist und bleibt die wesentliche Triebkraft des Sektors. Im Fokus standen in den vergangenen Jahren die Schwergewichte Microsoft und Alphabet (Google, seit November 2018 im Sektor Kommunikationsdienstleistungen) mit ihrer erstaunlichen Anpassungsfähigkeit an die allerneusten Entwicklungen.

Spätestens seit dem Kursschub im ersten Halbjahr 2017 entwickelten Software-Unternehmen einen klaren Bewertungsabstand zum Gesamtmarkt, aber auch zur Branche, der sich allerdings immer wieder als nachhaltig begründet erwiesen hat. Er hat sich in den vergangenen 18 Monaten sogar noch einmal deutlich ausgeweitet. Auch wenn das Segment bereits allein dadurch, dass es als einer von wenigen Bereichen in diesem Jahr keine Gewinneinbußen erleiden sollte, einen deutlichen Bewertungsaufschlag rechtfertigt, sehen wir diesen gerade in den vergangenen Monaten doch als zu deutlich geworden an und votieren Software nach dem fulminanten Anstieg gegenüber den anderen Segmenten lediglich neutral.

Die hochvolatilen Investments Facebook, Alphabet, Twitter und eBay haben das Segment verlassen und sind nun in der Kommunikationsbranche angesiedelt. Software ist somit zu seiner Basis zurückgekehrt. Diese beinhaltet angesichts der weltweiten umfassenden Digitalisierung vor allem langfristig ein immenses Entwicklungspotenzial.

Hardware
Seit 2015 konnten Halbleiter und Hardware nach einer langen Problemphase Performance aufholen. Neben Nachholeffekten sorgte die fortschreitende Umstellung auf mobile Geräte bzw. spezialisierte Chips für steigende Absätze. Der laufende Anpassungsprozess erwies sich lange Zeit wegen der schwachen Konjunkturdynamik, der Belastung durch den US-Dollar sowie wegen der partiellen Sättigungseffekte vor allem im Hardwarebereich als schwierig und verlief trotz des zwischenzeitlich deutlich verbesserten Umfelds selten ohne weitere Rückschläge.

Positiv bewerten wir die Effekte der Umstellung auf Microsoft 10, die die Unternehmen lange Zeit vor sich hergeschoben haben und die deswegen, trotz des markant verschlechterten konjunkturellen Umfelds, weiter andauern sollten. Das Analysehaus Gartner rechnet damit, dass dieser Prozess erst in diesem Jahr abgeschlossen sein sollte. Er könnte sich angesichts der Pandemiewirren auch noch länger hinauszögern. Darüber hinaus sind wir überzeugt, dass insbesondere die Nachfrage bei Apple-Produkten lange Zeit zu negativ eingeschätzt wurde.

Der schwächere Absatz bei Personal Computern lag 2018 insbesondere an den Lieferengpässen bei Komponenten, die Nachfrage hatte weiter angezogen und diese Problematik sollte laut Gartner weit über 2019 hinaus eine Rolle spielen. Das Engpassproblem wurde unter anderem mit dem Wechsel zu Anbietern wie AMD und Qualcomm deutlich verringert. Insgesamt konnte der PC-Absatz aber in einem schwierigen Jahr um 0,6 Prozent gesteigert werden, und das nach sieben Jahren Rückgang.

Der wegen Corona eingebrochene PC-Absatz im ersten Quartal um 12,3 Prozent erwies sich letztendlich als ein Verschieben und nicht als ein Ausfall der Käufe, was sich bereits im extrem schwierigen zweiten Quartal zeigte. Zum Jahresschluss konnte man sogar einen rekordhohen Absatzanstieg konstatieren … und das im globalen Krisenjahr.

Semiconductor
Bereits seit 2016 zeigte sich bei Halbleitern Licht am Horizont. Dieser Eindruck wurde in den folgenden Berichtsrunden bestätigt. Auch wenn besonders in Bezug auf spezialisiertes Chip-Design für die zahlreichen neuen IT-Trends weiterhin hoher Bedarf besteht, war allerdings die globale Konjunkturabschwächung nicht unbemerkt an dem Segment vorbeigezogen, das im Produktionsprozess an erster Stelle steht.

Bei einem Wiederanfahren der Konjunktur und einem zu erwartenden Nachholen der Nachfrage in allen Bereichen der digitalen Welt (von mobilen Endgeräten bis zu Rechenzentren) sind die alten Engpassprobleme bei entsprechenden Chips wieder zutage getreten. Die Halbleiterindustrie steht somit auf der ersten Stufe einer sich wieder stabilisierenden zyklischen Nachfrage. Wie beschrieben konzentriert sich der Konsolidierungsprozess innerhalb der Branche zurzeit speziell auf dieses IT-Segment, was ihm eine zusätzliche Attraktivität verschafft. Wir bestätigen unser »Übergewichten«-Votum.

Grundsätzliche Einstufung
Die IT-Branche stellt das zentrale Element bei allen aktuellen Megatrends dar, die sich letztendlich in den geänderten Lebensgewohnheiten widerspiegeln. Ohne entsprechende Ausrüstung, Aufstockung und Aktualisierung von Hard- und Software sind künftig wichtige Segmente wie Zahlungsverkehr, Mobilität, Gesundheit, Haustechnik, Kommunikation und Unterhaltung nicht mehr zu realisieren. Die entsprechende digitale Umstellung, die wesentlich über die Cloud funktionieren wird, bedingt auf der anderen Seite massiven Aufwand für digitale Sicherheit. In diesem Zuge werden viele Unternehmen aus anderen Branchen mit IT-Konzernen kooperieren müssen, wenn nicht sogar verschmelzen.

Angesichts der weiter verbesserten Konjunkturperspektiven für dieses Jahr haben wir uns bereits seit Monaten etwas zyklischer ausgerichtet und den Halbleiterbereich auf »Übergewichten« angehoben. Trotz der zwischenzeitlichen Gewinnmitnahmen, die zumeist schnell wieder durch Schnäppchenkäufer gekontert werden, bleiben wir wegen der langfristig überproportionalen Potenziale für den Gesamtsektor weiterhin übergewichtet.

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Da die von Société Générale angebotenen Produkte in Euro notieren, der Handelspreis von US-Unternehmen in US-Dollar, besteht für den Investor ein Währungsrisiko. Ein steigender Euro/US-Dollar-Wechselkurs wirkt sich negativ auf den Wert des Produkts aus. Um das Wechselkursrisiko für den Anleger auszuschalten, bietet Société Générale in der Regel neben einer nicht währungsgesicherten Variante (Non-Quanto) auch eine währungsgesicherte bzw. währungsoptimierte (Quanto) Variante an. Allerdings ist hier zu beachten, dass für die Währungssicherung Kosten anfallen können, die den Wert des Produkts mindern. Anleger haben also die Wahl, sollten aber bedenken, dass bei der währungsgesicherten Variante neben dem Risiko natürlich auch die Chance entfällt, mit einem fallenden Euro/US-Dollar-Wechselkurs eine höhere Rendite zu erzielen.

Discount-Zertifikate

WKN

Basiswert

Cap

Discount

Max. Rendite p.a.

Bewertungstag

Quanto

Geld-/Briefkurs

SD1 2A3

Alphabet

2.100,00 USD

11,40 %

14 ,46 %

17.12.2021

Nein

154,82/154,89 EUR

SD1 17C

Alphabet

2.100,00 USD

10,65 %

13,31 %

17.12.2021

Ja

188,66/188,75 EUR

SD1 NZB

Amazon

3.200,00 USD

13,69 %

14,74 %

17.12.2021

Nein

235,42/235,53 EUR

SD1 NTU

Amazon

3.200,00 USD

13,01 %

13,80 %

17.12.2021

Ja

286,56/286,69 EUR

SD1 NZH

Apple

120,00 USD

16,45 %

13,94 %

17.12.2021

Nein

88,88/88,93 EUR

SD1 NT0

Apple

120,00 USD

15,97 %

13,05 %

17.12.2021

Ja

108,00/108,05 EUR

SD1 N09

Facebook

260,00 USD

14,45 %

16,36 %

17.12.2021

Nein

188,90/188,99 EUR

SD1 NU2

Facebook

260,00 USD

13,66 %

15,42 %

17.12.2021

Ja

229,88/229,99 EUR

SD1 N2C

Microsoft

240,00 USD

11,56 %

14,57 %

17.12.2021

Nein

176,83/176,91 EUR

SD1 NV8

Microsoft

240,00 USD

10,96 %

13,65 %

17.12.2021

Ja

215,02/215,12 EUR

SD1 N25

Nvidia

600,00 USD

16,36 %

25,95 %

17.12.2021

Nein

407,14/407,33 EUR

SD3 XJT

Nvidia

600,00 USD

15,85 %

25,22 %

17.12.2021

Ja

494,18/494,41 EUR

BEST Turbo-Optionsscheine

WKN

Basiswert

Typ

Basispreis/Knock-Out-Barriere

Hebel

Laufzeit

Quanto

Geld-/Briefkurs

SD9 9U0

Alphabet

Call

1.841,10 USD

7,6

Unbegrenzt

Nein

2,28/2,30 EUR

SD8 EE4

Alphabet

Put

2.407,11 USD

7,0

Unbegrenzt

Nein

2,49/2,51 EUR

SB2 KBS

Amazon

Call

2.835,28 USD

7,0

Unbegrenzt

Nein

0,38/0,39 EUR

SB9 VQ4

Amazon

Put

3.749,70 USD

7,2

Unbegrenzt

Nein

0,37/0,38 EUR

SD9 FE9

Apple

Call

118,48 USD

12,1

Unbegrenzt

Nein

0,86/0,87 EUR

SB8 PKA

Apple

Put

152,83 USD

5,2

Unbegrenzt

Nein

2,02/2,03 EUR

SB2 KB1

Facebook

Call

232,11 USD

6,8

Unbegrenzt

Nein

0,32/0,33 EUR

SR8 U7X

Facebook

Put

308,22 USD

6,3

Unbegrenzt

Nein

0,34/0,35 EUR

SD9 32V

Microsoft

Call

214,80 USD

8,6

Unbegrenzt

Nein

2,32/2,33 EUR

SD8 AH6

Microsoft

Put

275,93 USD

7,1

Unbegrenzt

Nein

2,83/2,84 EUR

SD9 3DY

Nvidia

Call

515,65 USD

7,7

Unbegrenzt

Nein

0,62/0,63 EUR

SD8 FBW

Nvidia

Put

688,12 USD

5,7

Unbegrenzt

Nein

0,85/0,86 EUR

Stand: 18. Februar 2021; Quelle: Société Générale

Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform. Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.

Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern, den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere, um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.