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E.ON – Ein Konzern erfindet sich neu

E.ON hat sich in den vergangenen Jahren durch diverse Transaktionen neu aufgestellt und zu einem führenden europäischen Anbieter bei Energienetzen für Strom/Gas sowie Kundenlösungen entwickelt. Die vorgestellte neue Strategie sieht weitere jährliche Milliardeninvestitionen vor allem im Bereich der Netzwerke vor (Megatrend Elektrifizierung). Hierbei können staatlich regulierte und attraktive Erträge generiert werden. E.ON ist damit auch ein Profiteur der Energiewende, da sich durch die verstärkte Nutzung der Erneuerbaren Energien neue Anforderungen und zahlreiche Wachstumschancen bei den Strom- und Gasnetzen ergeben. Ziel des Managements ist es, die Dividende bis 2022 um bis zu 5 Prozent jährlich zu steigern.

E.ON mit strategischem Neustart
Deutschlands größter Energiekonzern hatte das traditionelle Energiegeschäft mit den Geschäftsfeldern konventionelle Erzeugung (Gas- und Kohleerzeugung), den globalen Energiehandel sowie Exploration und Produktion in eine eigenständige neue Gesellschaft mit dem Namen Uniper überführt. Die E.ON-Aktionäre hatten zusätzliche börsennotierte Aktien der Gesellschaft Uniper erhalten. E.ON selbst hat ihren rund 47-Prozent-Anteil an Uniper 2017 angesichts eines Angebots des finnischen Versorgers Fortum für rund 3,8 Milliarden Euro oder 22 Euro je Uniper-Aktie veräußert. E.ON konnte sich seitdem auf das Geschäft mit Erneuerbaren Energien, Netzen und auf Privatkunden fokussieren.

Grafik 1: Wertentwicklung der E.ON-Aktie

Radikale Neuordnung des deutschen Versorgermarktes
Im März 2018 verkündeten E.ON und RWE, diverse Geschäftseinheiten zu tauschen und vollzogen damit eine radikale Neuordnung auf dem deutschen Versorgermarkt. Dabei bekommt E.ON die Verteilnetze und das Vertriebsgeschäft von der RWE-Tochter innogy, Erneuerbare Energien werden zukünftig komplett bei RWE angesiedelt.

RWE zahlte hierfür und für weitere kleinere Assets 1,5 Milliarden Euro und erhielt zunächst 16,67 Prozent der Anteile an der neuen E.ON. Kurz nach Erhalt hat RWE seinen Anteil zum 1. Oktober 2019 auf 15 Prozent reduziert, um sein Finanzportfolio zu optimieren. Pläne für eine weitere kurzfristige Verringerung der Anteile gibt es aktuell nicht. RWE ist es zudem untersagt, das Aktienpaket an E.ON weder aufzustocken noch an einen Konkurrenten zu veräußern.

Das erhebliche Synergiepotenzial durch den Zusammenschluss mit innogy wird sich ab dem Jahr 2022 in den Unternehmensergebnissen von E.ON positiv widerspiegeln. Die »neue« E.ON wird Produkte und Dienstleistungen für mehr als 50 Millionen Kunden in 15 Ländern mit über 79.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern anbieten. Ab April 2021 wird Leonhard Birnbaum Nachfolger des langjährigen Vorstandsvorsitzenden Johannes Teyssen.

Atommüll-Konsens: Zwischen- und Endlagerung geregelt
Die deutschen AKW-Betreiber haben wie geplant 2017 insgesamt 24,1 Milliarden Euro an den staatlichen Atomfonds überwiesen. Damit entledigten sich unter anderem E.ON und RWE ihrer Pflichten für die Zwischen- und Endlagerung des radioaktiven Mülls und bleiben »lediglich« für den Abbau ihrer Atomanlagen verantwortlich. Hierfür wurden jedoch bereits Rückstellungen in Milliardenhöhe gebildet. Die damit verbundenen Aktiva und Lasten verbleiben bei E.ON auf der Bilanz (als Nichtkerngeschäft).

E.ON äußert Zustimmung zum Klimapaket
Zu dem von der Großen Koalition am 20. September 2019 verabschiedeten Klimapaket äußert sich Europas größter Stromverteiler E.ON zustimmend. Die Details des Klimapakets wurden im Dezember fixiert. Im Paket sind Maßnahmen enthalten, die mittelfristig das E.ON-Geschäft unterstützen dürften. Hierzu zählen die Förderung der E-Mobility-Ladeinfrastruktur, die steuerliche Förderung von E-Autos sowie Förderprogramme für Energieeffizienzmaßnahmen wie zum Beispiel für den Austausch alter Heizungen.

In Großbritannien setzt E.ON auf Ökostrom, Regulierung führt Obergrenzen bei Strom- und Gastarifen ein
Im Juli 2019 wurden alle gut 3,3 Millionen Kundenhaushalte ohne Mehrkosten auf 100 Prozent Erneuerbare Energien umgestellt. Für 61 Prozent der Briten, die noch keinen Ökostrom nutzen, ist dies eine Frage des Preises. E.ON ist unter den »Big Six« der erste Anbieter, der im Privatkundengeschäft voll auf Erneuerbare Energien setzt.

Wie erwartet wurden in Großbritannien 11 Millionen private Haushalte bei ihren Energieversorgungskosten entlastet. Die Regulierungsbehörde Ofgem hat Preisobergrenzen für bestimmte Tarife angeordnet. Die festgesetzten »Price Caps« liegen im Durchschnitt allerdings auf einem höheren Niveau als prognostiziert. Mit dieser Maßnahme haben die betroffenen Versorger wie E.ON Mindereinnahmen in einem etwas geringeren Umfang als befürchtet. Allerdings wird Ofgem in den nächsten Jahren die Tarife regelmäßig überprüfen, und weitere intensivere Markteingriffe könnten folgen.

Partnerschaft mit BMW: Bau eines Ladenetzwerks für E-Autos
Eines der größten betrieblichen Ladenetzwerke in Deutschland wird E.ON für BMW mit 4.100 Ladepunkten in Deutschland installieren und auch betreiben. Ein Großteil der Ladepunkte wird in und um München sein, aber auch in Berlin, Leipzig und Regensburg sind Ladepunkte vorgesehen.

Wachsender Strombedarf durch Rechenzentren und 5G-Mobilfunk
Der Energiebedarf von Rechenzentren wird durch die verstärkte Digitalisierung/Internetnutzung und den neuen Mobilfunkstandard 5G drastisch steigen. Nach einer Studie der RWTH Aachen kann durch 5G der Strombedarf in Rechenzentren um bis zu 3,8 Terawattstunden (TWh) bis zum Jahr 2025 zusätzlich erhöht werden. Dies entspricht dem Stromverbrauch aller 2,5 Millionen Menschen der Städte Köln, Düsseldorf und Dortmund für ein Jahr. Digitalisierung bedeutet mehr Daten, vermehrte Rechenkapazität und mehr Rechenzentren. Schätzungen zufolge werden bis 2030 bis zu 13 Prozent des weltweiten Strombedarfs von Rechenzentren benötigt.

9-Monats-Zahlen 2020 leicht über Markterwartung, mittelfristiger Ausblick bestätigt
E.ON hat mit einem operativen Ergebnis von 2,7 Milliarden Euro für die ersten neun Monate die Markterwartungen leicht übertroffen. Das wesentliche Geschäftsmodell der Energienetze zeigt sich in der momentanen Krise relativ widerstandsfähig. Rund die Hälfte der coronabedingten Aufwendungen aus 2020 können aufgrund entsprechender Regulierung in den Folgejahren wieder aufgeholt werden. Aus der innogy-Transaktion soll ab 2022 ein Synergiepotenzial in Höhe von 740 Millionen Euro erzielt werden. Das Unternehmen rechnet zudem damit, dass rund 60 Milliarden Euro der EU-Fördermittel (Green Deal) in für E.ON relevanten Märkten vorgesehen sind und damit das geplante jährliche Wachstum von 4 bis 5 Prozent bei den Stromnetzen unterstützen wird. E.ON bestätigt daher die mittelfristige Prognose und die angekündigte Dividendenpolitik.

Mit dem Fokus auf Energienetze und Kundenlösungen kommt E.ON damit vergleichsweise gut durch die momentane wirtschaftliche Krise. Wir sehen in E.ON einen bisher vom Markt noch unterschätzten Profiteur der Energiewende, der nach erfolgreicher Neuausrichtung überdurchschnittliche Gewinnsteigerungen und eine attraktive Ausschüttung aufweist.

Hinweis
Offenlegung möglicher Interessenkonflikte:
7. Die Commerzbank hat innerhalb der letzten zwölf Monate als Manager oder Co-Manager für E.ON SE eine Emission von Finanzinstrumenten durchgeführt.
8. Die Commerzbank hat innerhalb der letzten zwölf Monate Investmentbanking-Dienstleistungen für E.ON SE erbracht oder vereinbart, solche zu erbringen, für die sie Einkünfte erhalten hat bzw. wird.

Weitere Informationen hierzu finden Sie hier.

Anlageidee: OPTIONSSCHEINE UND ZERTIFIKATE AUF E.ON

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Discount-Zertifikate

WKN

Basiswert

Cap

Discount

Max. Rendite p.a.

Bewertungstag

Geld-/Briefkurs

SD2 G8T

E.ON

7,20 EUR

20,38 %

4,80 %

17.12.2021

6,91/6,92 EUR

SD1 BR8

E.ON

8,60 EUR

10,41 %

12,66 %

17.12.2021

7,76/7,77 EUR

SD1 BSH

E.ON

10,40 EUR

5,10 %

31,25 %

17.12.2021

8,23/8,24 EUR

Capped Bonus-Zertifikate

WKN

Basiswert

Bonuslevel/Cap

Barriere

Bonusrendite p.a.

Abstand zur Barriere

Bewertungstag

Geld-/Briefkurs

SB5 YUP

E.ON

10,60 EUR

5,80 EUR

9,15 %

33,21 %

17.12.2021

9,83/9,84 EUR

SD1 7C0

E.ON

10,20 EUR

6,60 EUR

14,47 %

23,05 %

17.12.2021

9,08/9,09 EUR

SD1 7CP

E.ON

10,60 EUR

7,40 EUR

23,27 %

14,73 %

17.12.2021

8,85/8,86 EUR

Faktor-Optionsscheine

WKN

Basiswert

Strategie

Faktor

Laufzeit

Geld-/Briefkurs

SB0 BUL

E.ON

Long

2

Unbegrenzt

7,67/7,69 EUR

SB0 CL8

E.ON

Long

5

Unbegrenzt

4,02/4,03 EUR

SD3 AN0

E.ON

Long

10

Unbegrenzt

8,19/8,25 EUR

SR8 VU5

E.ON

Short

–2

Unbegrenzt

10,52/10,53 EUR

SR8 WP9

E.ON

Short

–5

Unbegrenzt

9,04/9,07 EUR

SD3 CGM

E.ON

Short

–10

Unbegrenzt

11,39/11,47 EUR

Stand: 19. Februar 2021; Quelle: Société Générale

Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform. Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.

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