Titelthema

Ausblick 2021 – 20 Trends für das neue Börsenjahr

Das Börsenjahr 2020 wird wohl in die Geschichtsbücher eingehen. Als es Anfang des Jahres die Meldung über ein neuartiges Virus gab, das auf einem Markt im chinesischen Wuhan ausgebrochen war, ließ das die Märkte weitestgehend kalt. Als allerdings im Februar immer klarer wurde, dass dieses SARS-Virus, anders als 2002/2003, die restliche Welt mit voller Wucht treffen würde, ging es abwärts an den internationalen Börsen.

Und wie – hatte der DAX im Februar 2020 noch ein neues Allzeithoch markieren können, ging es von dort aus nur noch steil abwärts. An einem Tag im März waren es sogar über 12 Prozent, der zweitgrößte Verlust innerhalb eines Tages in der Geschichte. Und auch jenseits des Atlantiks sah es nicht besser aus: Tagesverluste von über 1.000 Punkten im Dow Jones waren zu diesem Zeitpunkt keine Seltenheit. Viele Marktteilnehmer fragten sich, wie tief die Kurse noch fallen könnten.

Doch zur Überraschung vieler kam die Abwärtsbewegung Mitte März zum Stoppen und die Märkte drehten wieder in die andere Richtung. Das schnelle Eingreifen der Politik und der internationalen Notenbanken mit Hilfspaketen sorgte für Optimismus. Und so passierte in den kommenden Monaten etwas, mit dem Ende Februar wahrscheinlich die wenigsten gerechnet hatten: Viele Indizes, vor allem in den USA, konnten neue Höchststände markieren. Dabei kannten besonders die Tech-Werte kein Halten. Nachdem die Party an den Märkten im Herbst erst einmal vorbei zu sein schien, gab es Anfang November neue positive Impulse, als BioNTech zusammen mit seinem Partner, dem US-Konzern Pfizer, vermeldet hatte, einen hochwirksamen Impfstoff gegen das SARS-CoV-2-Virus entwickelt zu haben. Kurz darauf gab es auch von Moderna die Nachricht, ihr Impfstoff habe sehr gute Resultate in den klinischen Studien erzielt. Bereits Anfang Dezember 2020 wurden in Großbritannien die ersten Menschen geimpft und auch in Deutschland soll die Verimpfung des BioNTech-Vakzins zum Jahreswechsel starten. Allerdings werden wir auch nach Beginn der Impfungen nicht schlagartig wieder zurück zur Normalität kehren können und es bleibt abzuwarten, wieweit die Impfstoffeuphorie die Märkte noch trägt.

Klar ist allerdings, dass die Zeit des billigen Geldes der Zentralbanken noch lange nicht vorbei ist. Viele sagen, es sei nur eine Frage der Zeit, bis sich die Geldflut von Fed und EZB auch in der Inflation niederschlägt. Gleichzeitig bleiben die Leitzinsen sowohl in Europa als auch in den USA auf niedrigem bzw. sogar negativem Niveau. Diese Kombination ist der Worst Case für klassische Sparformen wie Sparbuch oder Tagesgeld. Während sich das Geld wegen mangelnder Zinsen nicht vermehrt, wird es real durch die Inflation sogar entwertet.

Grund genug, sich auch einmal mit den Aktienmärkten zu beschäftigen. Denn es ist auch 2021 sicher, dass sich Rendite nur noch unter Eingehen gewisser Risiken erzielen lässt. Damit Sie für das kommende Börsenjahr gut gerüstet sind, stellen wir Ihnen auf den Folgeseiten die wichtigsten Trends an den Kapitalmärkten vor. Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen und gute Anlageentscheidungen im Jahr 2021.

20 Trends für 2021: Von Impfstoff-Euphorie zur Stimulus-Enttäuschung

Im Jahr 2020 schwanke der DAX dramatisch. Auch für 2021 erwarten wir eine hohe Volatilität, da Aktien teuer sind und das Anlegersentiment bereits sehr optimistisch ist. Im ersten Halbjahr könnte eine Impfstoff-Euphorie den DAX kurzzeitig über die Marke von 15.000 Punkten treiben.

Doch in der zweiten Jahreshälfte drohen Rückschläge, da die Aktienmärkte zunehmend weniger Rückenwind von der Fiskal- und Geldpolitik bekommen werden. Wir erwarten den DAX Ende 2021 bei 14.200 Indexpunkten und prognostizieren folgende 20 Trends für das Börsenjahr 2021.

Trend 1: Die deutsche Wirtschaft erholt sich 2021 kräftig um 4,5 Prozent
Im ersten Quartal 2021 leidet die deutsche Wirtschaft zunächst noch unter den Folgen des weiter anhaltenden Lockdowns. Doch mit der Ausbreitung der Corona-Impfstoffe führt das Auslaufen der Lockdowns zu einem sehr starken Wachstum der deutschen Wirtschaft von 2,5 Prozent im zweiten, 3,0 Prozent im dritten und 2,0 Prozent im vierten Quartal 2021. Der stark von der Weltkonjunktur abhängenden deutsche Konjunktur winkt ein »goldener Herbst«, falls die Impfstoffe die hohen Erwartungen erfüllen (siehe Tabelle 1).

Tabelle 1: Commerzbank-Prognosen für Bruttoinlandsprodukt und Inflation

Wachstum BIP im Quartalsvergleich in Prozent

BIP im Jahresvergleich in Prozent

Inflation in Prozent

Q4 20

Q1 21

Q2 21

Q3 21

Q4 21

Q1 22

Q2 22

Q3 22

Q4 22

2020

2021

2022

2020

2021

2022

Deutschland

–1,0

–0,5

2,5

3,0

2,0

0,5

0,3

0,3

0,2

–5,2

4,5

4,5

0,5

2,5

1,8

Euroraum

–2,7

–0,4

3,4

2,9

1,9

0,8

0,4

0,3

0,2

–7,3

5,0

5,0

0,3

0,9

1,1

USA

1,2

0,5

0,6

1,2

1,2

1,0

0,6

0,5

0,5

–3,5

4,0

3,5

1,2

2,0

2,0

China (Vorjahr)

5,5

17,2

6,3

4,8

3,7

5,1

5,0

5,1

4,9

1,7

8,0

5,0

2,5

1,4

2,3

Stand: 17. Dezember 2020; Quelle: Commerzbank-Prognosen. Prognosen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Trend 2: Die Erholung im Euroraum ist 2021 mit 5 Prozent sogar höher als in Deutschland
Ähnlich wie die deutsche Wirtschaft folgt auch im Euroraum auf ein nochmals schwieriges erstes Quartal 2021 eine fulminante Erholung bis zum Jahresende. Für das Gesamtjahr 2021 liegt das Wachstum von 5,0 Prozent sogar über dem deutschen Wachstum von 4,5 Prozent, da der Einbruch des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2020 im Euroraum mit 7,3 Prozent auch viel stärker als in Deutschland mit 5,2 Prozent war.

Trend 3: Die US-Wirtschaft wächst 2021 wieder stark um 4,0 Prozent
Im Gegensatz zum Euroraum setzt die US-Wirtschaft bereits im ersten Quartal 2021 ihre Erholung fort, da die USA mit vergleichsweise moderaten Lockdowns auf die zweite Coronawelle reagiert hat. Im dritten und vierten Quartal wächst die US-Wirtschaft jeweils kräftig um 1,2 Prozent dank des wieder stark anspringenden US-Konsums, da die Konsumenten ihr »Angstsparen« zunehmend beenden.

Trend 4: China bleibt mit einem Wachstum von 8,0 Prozent 2021 der globale Konjunkturmotor
Die DAX-Gewinnsaison für das dritte Quartal war deutlich besser als befürchtet, da viele DAX-Unternehmen einen unerwartet starken Rückenwind aus China bekommen haben. Im Gegensatz zum Euroraum und den USA ist den Chinesen eine zweite Coronawelle mit neuen Lockdowns erspart geblieben, sodass die Wirtschaft sehr schnell zur alten Stärke zurückgefunden hat. Für 2021 erwarten wir ein hohes Wachstum von 8,0 Prozent.

Trend 5: Die deutsche Inflation steigt auf 2,5 Prozent, während die Inflation im Euroraum unter einem Prozent verharrt
Die deutsche Inflation legt von 0,5 Prozent für das Jahr 2020 deutlich auf 2,5 Prozent für das Jahr 2021 zu. Doch dieser Preisanstieg ist größtenteils auf die wieder auf 19 Prozent erhöhte Mehrwertsteuer zurückzuführen. Der allgemein weiterhin nur moderate Preisdruck wird sichtbar in der Inflation für den Euroraum, die mit 0,9 Prozent unter 1 Prozent verharrt. Damit bleibt die Inflation weiterhin deutlich unter der Zielmarke von 2,0 Prozent der europäischen Notenbank.

Trend 6: Anstieg der US-Inflation auf 2,0 Prozent könnte kurzzeitig Inflationsdiskussionen auslösen
Auf der Suche nach Risikofaktoren für die Aktienmärkte im Jahr 2021 sollten Investoren ein Auge auf die Inflation in den USA haben. Denn die Inflation dort beschleunigt sich 2021 von 1,2 Prozent auf 2,0 Prozent, da das Zusammenspiel einer sehr expansiven Geldpolitik mit einer sehr ausgabefreudigen Fiskalpolitik die Konsumnachfrage anheizen wird. Damit rückt die Inflation in den Bereich der Zielmarke der US-Notenbank, und Inflationssorgen werden die Aktienmärkte zwischenzeitlich unter Druck setzen. Damit drohen insbesondere US-Technologieaktien zwischenzeitliche Korrekturen, da deren Bewertung stark vom Umfeld niedriger Inflation und Zinsen profitiert hat.

Trend 7: Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe notiert auch Ende 2021 bei –0,5 Prozent
Im ersten Halbjahr steigt die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe auf –0,3 Prozent, da die Kapitalmärkte frühzeitig das starke Wachstum der Weltwirtschaft antizipieren werden. Dennoch liegt die Rendite zum Jahresende wieder bei –0,5 Prozent, da die Inflation im Euroraum trotz der starken Konjunktur 2021 auf dem niedrigen Niveau von 0,9 Prozent bleiben wird. Zudem preist der Rentenmarkt im zweiten Halbjahr ein, dass die Wirtschaft im Euroraum nach dem durch das Ende der Lockdowns ausgelösten Strohfeuer mittelfristig weiterhin nur moderat wächst (siehe Tabelle 2).

Tabelle 2: Commerzbank-Prognosen für Leitzinsen und Bondrenditen in Prozent

Prognosen für Quartalsende in Prozent

Q1 2021

Q2 2021

Q3 2021

Q4 2021

EZB-Leitzins

–0,50

–0,50

–0,50

–0,50

Rendite deutsche Staatsanleihen 10 Jahre

–0,40

–0,30

–0,40

–0,50

Fed-Leitzins

0,25

0,25

0,25

0,25

Rendite US-Staatsanleihen 10 Jahre

1,00

1,30

1,00

0,80

US-Dollar je Euro

1,21

1,22

1,23

1,24

Japanischer Yen je US-Dollar

104

103

103

102

Stand: 11. Dezember 2020; Quelle: Commerzbank-Prognosen. Prognosen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Trend 8: Mitte 2021 bietet sich eine Kaufgelegenheit für US-Staatsanleihen
Ähnlich wie im Euroraum führt die Impfstoff-Euphorie auch in den USA im ersten Halbjahr zu steigenden Zinsen, und die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen notiert Mitte 2021 bei 1,3 Prozent. Mitte 2021 belasten Inflationssorgen zwischenzeitlich die Kapitalmärkte. Doch im zweiten Halbjahr 2021 wird auch in den USA deutlich, dass mittelfristig das Wachstumspotenzial und auch die Inflationsrisiken dort begrenzt sind. Daher notiert die Rendite für US-Staatsanleihen Ende 2021 wieder bei 0,8 Prozent.

Trend 9: Die EZB und die US-Notenbank lassen ihre Leitzinsen 2021 unverändert
Das energische Eingreifen der Notenbanken im zweiten Quartal 2020 war ein entscheidender Grund, warum sich die Aktienmärkte so schnell während der anhaltenden Coronakrise erholen konnten. Für die Notenbanken ist 2021 ein deutlich ruhigeres Jahr, da sich die Weltkonjunktur mit dem Auslaufen der Lockdowns stetig erholt. Daher belässt die EZB ihren Leitzins 2021 bei –0,5 Prozent, und in den USA verharrt der Leitzins bei 0,25 Prozent.

Trend 10: Der Euro wertet 2021 weiter auf und steigt auf 1,24 US-Dollar
Mit der erfolgreichen Entwicklung, Genehmigung und Anwendung von Corona-Impfstoffen verliert das Coronavirus 2021 nach und nach als Risikofaktor für die Kapitalmärkte an Kraft. Im Fahrwasser der wieder steigenden Risikobereitschaft an den Kapitalmärkten schwächt sich der US-Dollar auch 2021 stetig ab. Der Euro steigt gegenüber dem US-Dollar auf 1,24 US-Dollar, und diese Eurostärke entwickelt sich zu einem Gegenwind für die Gewinnperspektiven vieler exportabhängiger DAX-Unternehmen.

Trend 11: Der Trend der DAX-Gewinnerwartungen steigt 2021 um 11 Prozent auf 950 Indexpunkte
Derzeit liegen die Markterwartungen für die DAX-Unternehmensgewinne bei 876 Indexpunkten für das Geschäftsjahr 2021 (Gewinnwachstum 30 Prozent) und bei 1.009 Indexpunkten für das Geschäftsjahr 2022 (Gewinnwachstum 15 Prozent). Dank der ab dem zweiten Quartal 2021 einsetzenden kräftigen Konjunkturerholung stabilisieren sich die DAX-Gewinnerwartungen auf dem momentan recht hohen Niveau. Der Trend der DAX-Gewinnerwartungen für die kommenden zwölf Monate steigt daher in unserem Szenario im Jahr 2021 um 11 Prozent von zurzeit 850 auf 950 Indexpunkte (siehe Grafik 1).

Grafik 1: DAX-Gewinnerwartungen stabilisieren sich 2021 auf hohem Niveau

Trend 12: Das DAX-KGV steigt im ersten Halbjahr 2021 von 15 auf 18, um zum Jahresende wieder auf 15 zu fallen
Der DAX startet mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 15 in das Börsenjahr 2021 und damit 20 Prozent höher als der 10-Jahres-Durchschnitt von 12,5. Die anhaltende Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank treibt aus Mangel an Anlagealternativen die Investoren weiterhin in die Aktienanlage, was zu höheren Aktienbewertungen führt. Im ersten Halbjahr steigt das DAX-KGV sogar zwischenzeitlich auf 18, angetrieben von einer Euphorie über erfolgreiche Impfstoffe und wieder auslaufenden Lockdowns. Im zweiten Halbjahr fällt das KGV dann jedoch wieder auf 15 zurück, da die boomende Weltkonjunktur Mitte 2021 eine weniger expansive globale Geld- und Fiskalpolitik auslösen wird (siehe Grafik 2).

Grafik 2: Entwicklung des DAX-KGV seit 1988

Trend 13: Der DAX beendet das Jahr 2021 nur leicht höher bei 14.200 Indexpunkten
Die Kombination unserer zwei Prognosen, dass der DAX-Gewinntrend 2021 um 11 Prozent von 859 auf 950 Indexpunkte steigt und das KGV Ende 2021 im Bereich von 15 notiert, führt zu einem DAX-Kursziel von 14.200 Indexpunkten. Damit liegt unser Kursziel weniger als 1.000 Indexpunkte über dem DAX-Niveau von Anfang Dezember 2020. Der entscheidende Grund für diesen nur »vorsichtigen« Optimismus ist, dass Aktien bereits mit einer relativ hohen Bewertung in das Börsenjahr 2021 starten (siehe Tabelle 3).

Tabelle 3: Commerzbank-Kursziele für die Aktienmärkte (KBV = Kurs-Buchwert-Verhältnis, ROE = Eigenkapitalrendite)

Aktuell

Kursziel 2021

Kursspanne bis Ende 2021

KBV-Historie

Index

KBV

ROE %

Index

KBV

Tief

KBV

Hoch

KBV

Mittel 10J

Hoch

Tief

DAX

13.340

1,55

10,1

14.200

1,60

11.800

1,40

15.400

1,75

1,54

2,00

1,02

MDAX

29.621

2,24

7,5

31.000

2,30

26.200

2,00

33.000

2,50

1,78

2,36

1,03

EURO STOXX 50

3.529

1,90

10,0

3.700

1,95

3.100

1,70

4.000

2,05

1,56

1,94

1,01

STOXX Europe 50

3.102

2,22

12,6

3.200

2,20

2.800

2,00

3.500

2,40

1,90

2,27

1,34

STOXX Europe 600

395

1,83

9,9

410

1,95

360

1,65

440

2,00

1,61

1,93

1,12

S&P 500

3.673

3,79

17,0

3.900

3,80

3.300

3,40

4.100

4,00

2,63

3,79

1,60

Nasdaq 100

12.365

7,64

24,9

13.200

7,40

10.800

6,50

13.800

8,00

4,23

7,84

2,50

Stand: 9. Dezember 2020; Quelle: Commerzbank-Prognosen. Prognosen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Trend 14: Der DAX steigt im ersten Halbjahr 2021 auf über 15.000 Indexpunkte
Die Notenbanken und Regierungen haben weltweit mit sehr expansiven Maßnahmen auf die Coronakrise reagiert, und die Kapitalmärkte werden derzeit von einer Welle an Liquidität überschwemmt. Dies wird sichtbar im Wachstum der sogenannten M1-Geldmenge, die in den USA im vergangenen Jahr um beeindruckende 42 Prozent gewachsen ist. Wir sind überzeugt, dass diese Geldflut die Bewertung an den Aktienmärkten im ersten Halbjahr nochmals nach oben treibt, sobald die Lockdowns nach und nach auslaufen. Daher halten wir DAX-Niveaus von über 15.000 Punkten im ersten Halbjahr für möglich.

Trend 15: Im zweiten Halbjahr 2021 erlebt der DAX eine Achterbahnfahrt
Das Auslaufen der Lockdowns wird vor dem Hintergrund der extrem expansiven Geld- und Fiskalpolitik zur Jahresmitte eine Konjunktureuphorie auslösen. Investoren sollten diese Phase des (zu) großen Anlegeroptimismus nutzen, um im Sommer 2021 Aktienpositionen nach und nach abzubauen. Zunehmende Diskussionen und Ängste, dass die Notenbanken nun langsam eine weniger expansive Geldpolitik machen müssen, führen im zweiten Halbjahr zu enormen Kursschwankungen am deutschen Aktienmarkt.

Trend 16: Im ersten Halbjahr 2021 auf die Sektoren Auto, Chemie, Transport setzen, im zweiten Halbjahr auf Telekommunikation, Versicherungen und Versorger
Seit der Veröffentlichung der Studienergebnisse von BioNTech und Pfizer, ihr Impfstoff sei sicher und sehr wirksam, haben sich die zyklischen Sektoren an den Aktienmärkten deutlich erholt. Die durchschnittlichen Analystenerwartungen für den Gewinn je Aktie im Jahr 2021 sind zuletzt für zyklische Sektoren wie Auto, Chemie und Transport stetig nach oben angepasst worden, sodass die Erholung der DAX-Zykliker bis Mitte 2021 weiterlaufen wird (siehe Tabelle 4). Mitte des Jahres sollten Investoren dann die Favoriten wechseln und »langweilige« Sektoren wie Telekommunikation, Versicherungen und Versorger übergewichten, sobald sichtbar wird, dass die Notenbanken weniger expansiv werden müssen.

Tabelle 4: Positive Gewinnrevisionen für DAX-Autobauer und Chemiewerte

DAX: Veränderung der durchschnittlichen Analystenerwartungen für den Gewinn je Aktie für 2021 in Prozent

Aktie

Kurs in Euro

Gewinnerwartungen je Aktie für das Geschäftsjahr 2021 in Euro

Aktuell

Vor drei Monaten

Veränderung in Prozent

KGV

Covestro

49,80

2,67

1,78

50,2

18,7

Deutsche Bank

9,30

0,37

0,26

42,7

25,2

Daimler

57,50

5,89

4,29

37,1

9,8

BMW

73,10

8,32

6,87

21,2

8,8

HeidelbergCement

59,70

6,92

5,86

18,1

8,6

Vonovia

55,90

2,66

2,35

13,2

21,0

Continental

114,10

8,20

7,38

11,1

13,9

Deutsche Post

39,30

2,68

2,49

7,6

14,6

Infineon

29,70

0,96

0,89

6,9

31,1

BASF

63,40

3,61

3,41

5,9

17,6

Merck KGaA

135,60

6,79

6,55

3,7

20,0

Volkswagen Vz.

147,40

22,07

21,34

3,4

6,7

Linde

206,10

7,62

7,45

2,3

27,0

Deutsche Wohnen

42,10

1,95

1,92

1,2

21,6

Henkel Vz.

89,30

4,76

4,75

0,1

18,8

adidas

285,00

8,70

8,69

0,1

32,8

Allianz

197,30

19,65

19,91

–1,3

10,0

Siemens

113,90

5,96

6,05

–1,4

19,1

Fresenius Medical Care

68,30

4,79

4,87

–1,8

14,3

Deutsche Börse

137,40

6,57

6,71

–2,0

20,9

RWE

33,70

1,95

1,99

–2,2

17,3

MTU

208,30

6,65

6,86

–3,1

31,3

Fresenius

38,00

3,53

3,66

–3,4

10,7

Beiersdorf

91,40

3,18

3,29

–3,5

28,8

Münchener Rück

240,00

20,22

20,96

–3,5

11,9

E.ON

9,20

0,68

0,71

–4,4

13,6

Deutsche Telekom

15,10

1,10

1,18

–7,1

13,7

Bayer

47,40

6,26

7,22

–13,3

7,6

SAP

102,10

4,92

5,73

–14,0

20,7

Delivery Hero

105,10

–2,63

–2,20

–19,8

NA

Stand: 9. Dezember 2020; Quelle: FactSet Markterwartungen. Prognosen sind kein Indikator für die künftige Entwicklung. e = erwartet

Trend 17: Investoren sollten 2021 Aktienpositionen erhöhen, wenn der VDAX über 30 steigt
Der VDAX (Volatilitätsindex) wird den Investoren auch 2021 wertvolle Signale geben, wann gute Phasen sind, Aktienpositionen zu erhöhen. Wieder zunehmende Inflationsängste oder vereinzelte Rückschläge bei der Entwicklung, Zulassung und Anwendung von Corona-Impfstoffen könnten an den hoch bewerteten Aktienmärkten zwischenzeitlich Rückschläge auslösen. Phasen, in denen der VDAX über 30 steigt, sollten Investoren zum stetigen Ausbau von Aktienpositionen nutzen.

Trend 18: Investoren sollten 2021 vorsichtiger werden, wenn der VDAX unter 20 fällt
Die anhaltende Geldflut der Notenbanken, die zunehmende Zuversicht durch Corona-Impfstoffe und das stetige Auslaufen von Lockdowns führen 2021 regelmäßig zu Phasen mit einem hohen Anlegeroptimismus und niedrigen impliziten Volatilitäten. Wir empfehlen, in diesen optimistischen Marktphasen mit einem VDAX unter 20 stetig Aktienpositionen abzubauen, um wieder »Pulver« für Aktienkäufe in nervöseren Marktphasen zu haben.

Trend 19: Auch der EURO STOXX 50 und der S&P 500 werden 2021 zulegen
Der jüngste Beschluss der europäischen Notenbank, ihr Anleihekaufprogramm um 500 Milliarden Euro auf 1.850 Milliarden Euro auszudehnen, führt 2021 zu einer anhaltend hohen Bewertung der Aktien im Euroraum. Der EURO STOXX 50 steigt bis Ende 2021 auf 3.700 Indexpunkte. Auch in den USA geht die Aktienrally weiter, und der S&P 500 notiert 2021 erstmals über der Marke von 4.000 Indexpunkten. Ende 2021 liegt der S&P 500 bei 3.900 Indexpunkten, da eine wieder weniger expansive US-Notenbank den US-Aktienmarkt im zweiten Halbjahr 2021 bremsen wird.

Trend 20: Ein unerwartet kräftiger Anstieg der Inflation ist der größte Risikofaktor für 2021
Wir erwarten für 2021 eine zwischenzeitliche Rückkehr von Inflationsängsten, aber die tatsächliche Inflation bleibt mit 0,9 Prozent im Euroraum und 2,0 Prozent in den USA auf einem niedrigen Niveau. Sollte jedoch die Kombination aus sehr expansiver Geldpolitik, sehr ausgabefreudiger Fiskalpolitik und sehr großer Konsumfreude nach dem Auslaufen der Lockdowns 2021 zu einem unerwarteten Anstieg der Konsumentenpreise führen, würden die Notenbanken 2021 sogar wieder restriktiv werden. In diesem Umfeld fiele die Aktienbewertung deutlich, sodass Aktien 20 bis 30 Prozent korrigieren würden. Zudem würden unerwartete Probleme in der Entwicklung, Zulassung und Anwendung von Corona-Impfstoffen unser positives Aktienmarktszenario infrage stellen, da wir davon ausgehen, dass die Lockdowns ab dem ersten Quartal 2021 weltweit nach und nach auslaufen.

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Da die von Société Générale angebotenen Produkte in Euro notieren, der Handelspreis von US-Basiswerten in US-Dollar, besteht für den Investor hier ein Währungsrisiko. Ein steigender Euro/US-Dollar-Wechselkurs wirkt sich negativ auf den Wert des Produkts aus.

Unlimited Index-Zertifikate

WKN

Basiswert

Bezugsverhältnis

Laufzeit

Geld-/Briefkurs

CJ8 M7K

DAX

100:1

Unbegrenzt

136,48/136,52 EUR

CJ8 V3G

MDAX

100:1

Unbegrenzt

300,53/301,14 EUR

CJ8 V3P

EURO STOXX 50

100:1

Unbegrenzt

35,66/35,69 EUR

CJ8 V3V

STOXX 50

100:1

Unbegrenzt

31,12/31,15 EUR

CU0 F01

S&P 500

100:1

Unbegrenzt

30,38/30,40 EUR

SD1 RB5

Nasdaq 100

100:1

Unbegrenzt

104,07/104,08 EUR

Capped Bonus-Zertifikate

WKN

Basiswert

Cap/Bonusbetrag

Barriere

Abstand zur Barriere

Max. Rendite p.a.

Bewertungstag

Geld-/Briefkurs

SD0 B0H

Covestro

57,00 EUR

38,00 EUR

24,91 %

15,56 %

18.06.2021

52,67/52,70 EUR

SD0 B0W

Daimler

63,00 EUR

43,00 EUR

26,95 %

15,06 %

18.06.2021

58,38/58,41 EUR

SB5 S9P

BMW

80,00 EUR

54,00 EUR

27,67 %

11,91 %

18.06.2021

75,29/75,32 EUR

SD0 B0A

Continental

130,00 EUR

85,00 EUR

27,67 %

16,37 %

18.06.2021

119,70/119,76 EUR

SB3 ZUU

Deutsche Post

48,00 EUR

31,00 EUR

25,47 %

10,91 %

18.06.2021

45,40/45,43 EUR

BEST Turbo-Optionsscheine

WKN

Basiswert

Typ

Basispreis/Knock-Out-Barriere

Hebel

Laufzeit

Geld-/Briefkurs

SB7 VTT

DAX

Call

11.639,45 Pkt.

6,6

Unbegrenzt

20,83/20,84 EUR

CJ1 PPB

DAX

Put

14.881,11 Pkt.

11,4

Unbegrenzt

12,03/12,04 EUR

SB7 UZJ

MDAX

Call

26.211,66 Pkt.

7,3

Unbegrenzt

4,08/4,12 EUR

CU8 AAT

MDAX

Put

33.225,24 Pkt.

9,5

Unbegrenzt

3,13/3,17 EUR

SB9 1K6

EURO STOXX 50

Call

3.096,55 Pkt.

7,4

Unbegrenzt

4,82/4,83 EUR

CL9 WPP

EURO STOXX 50

Put

3.946,22 Pkt.

9,4

Unbegrenzt

3,78/3,79 EUR

SD0 22D

S&P 500

Call

3.249,30 Pkt.

7,8

Unbegrenzt

3,88/3,89 EUR

CL0 K3L

S&P 500

Put

4.110,29 Pkt.

9,3

Unbegrenzt

3,24/3,25 EUR

SB7 A9M

Nasdaq 100

Call

10.917,50 Pkt.

6,9

Unbegrenzt

15,07/15,08 EUR

SB2 LTF

Nasdaq 100

Put

13.904,74 Pkt.

10,7

Unbegrenzt

9,72/9,73 EUR

SB2 ENN

EUR/USD

Call

1,0642 USD

7,6

Unbegrenzt

13,14/13,15 EUR

CJ4 U24

EUR/USD

Put

1,3657 USD

8,7

Unbegrenzt

11,49/11,50 EUR

CJ2 09R

Euro Bund Future

Call

167,268 EUR

16,5

Unbegrenzt

10,79/10,80 EUR

CU1 V5K

Euro Bund Future

Put

189,701 EUR

14,8

Unbegrenzt

12,00/12,01 EUR

CU2 25G

10-Year U.S. Treasury Note Future

Call

129,150 USD

15,3

Unbegrenzt

7,38/7,39 EUR

CL3 1K5

10-Year U.S. Treasury Note Future

Put

146,702 USD

15,7

Unbegrenzt

7,15/7,16 EUR

Stand: 17. Dezember 2020; Quelle: Société Générale

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