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Danone – Bewertungs-Discount zu hoch

Die Danone-Aktie ist trotz der Erholung von den Tiefständen im Branchenvergleich sehr günstig bewertet. Die Aussetzung der Jahresziele ist angesichts des momentan unsteten Konsumverhaltens verständlich und die Corona-Epidemie belastet auch kostenmäßig. Dabei verläuft das Geschäft aber noch immer vergleichsweise stabil. Der Bewertungsabschlag ist grundsätzlich gerechtfertigt, aber deutlich zu hoch. Die niedrigen Erwartungen sind eine Grundlage für positives Überraschungspotenzial.

Vom Gemischtwarenanbieter zum Joghurt-Konzern
Danone hat sich in den vergangenen Jahren vom breiten Nahrungsmittelproduzenten zum Spezialisten entwickelt. Nach dem Verkauf des Bier-, Keks- und Nudelgeschäfts ist das Unternehmen mittlerweile auf drei Segmente fokussiert: »Joghurt«, »Wasser«, »Spezielle Ernährung« (Babynahrung, klinische Ernährung). Das wichtige Joghurtgeschäft sollte langfristig vom Trend zu gesünderer Ernährung, einer steigenden Weltbevölkerung und dem Aufholpotenzial in Schwellenländern profitieren. Das ist aber ein steiniger Weg.

Der Mehrheitserwerb an der russischen Unimilk machte Danone dort zum Marktführer, allerdings ist die momentane Dauerkrise ein Belastungsfaktor.

Mit der Akquisition der niederländischen Numico (2007) ist Danone zum Marktführer für Babynahrung in Europa/Asien aufgestiegen. Das Geschäft ist vergleichsweise konjunkturunabhängig, der Anteil an Handelsmarken ist relativ gering und die Kunden sind loyal gegenüber Markenprodukten. Die »Klinische Ernährung« sollte ursprünglich verkauft werden, inzwischen ist der Bereich mit der Babynahrung zusammengelegt worden.

Der Bereich »Wasser« profitiert in Schwellenländern von der steigenden Nachfrage nach »sicherem« Wasser- und in den entwickelten Märkten nach innovativen Sport- und Lifestyle-Wasserprodukten. Allerdings gibt es hier immer wieder Ärger und Diskussion um die Nutzung der Quellen/Brunnen.

Die (geplanten) Strafsteuern für gezuckerte Lebensmittel/Getränke in einigen Ländern (Indien, Vereinigtes Königreich) dürften auch Danone betreffen, denn in zahlreichen Produkten ist mehr Zucker enthalten, als man angesichts des »Gesundheitsanspruchs« erwarten würde. Das dürfte sich auf die Rezepturen auswirken.

Mit einer Großakquisition in den USA soll das Unternehmen einen Wachstumsimpuls erhalten. Danone zahlte 12,5 Milliarden US-Dollar inklusive Schulden für den Bio- und Soja-Lebensmittelhersteller WhiteWave. Der Kauf war nicht billig, allerdings soll WhiteWave dafür auch ein stärkeres Wachstum mitbringen.

Die Synergien werden ab 2020 auf 300 Millionen Euro p.a. taxiert. Durch die Fremdfinanzierung ist die Akquisition von Anfang an gewinnerhöhend (ca. 3 bis 4 Prozent). Danone wird dadurch aber anfälliger bei einem Zinsanstieg und sollte sich mit dem Schuldenabbau beeilen, was auch gegen deutlich steigende Ausschüttungen spricht.

Chinageschäft nach Rückschlägen wieder in der Spur, aber Corona-Epidemie belastet
In China musste Danone für Preisabsprachen eine Strafe zahlen und deutliche Preissenkungen vornehmen. Auch der Fehlalarm des Milchzulieferers Fonterra hat die Reputation belastet, auch wenn Danone inzwischen Schadenersatz zugesprochen wurde.

Da die chinesischen Kunden den lokalen Anbietern nach den Lebensmittelskandalen in der Vergangenheit noch nicht wieder voll vertrauen, sind Milchpulver-Exporte aus Europa noch immer ein wichtiges Standbein. Allerdings propagiert die chinesische Regierung verstärkt nationale Unternehmen und hat den Regulierungsgrad sowie die Importbedingungen erhöht. Deshalb hat Danone seine lokale Marke Dumex gegen eine Beteiligung beim Partner Mengniu eingebracht. Dies soll den weiteren Marktzugang sichern. Das Geschäft bleibt hier aber auf jeden Fall volatil und die Corona-Epidemie hat im ersten Quartal stark belastet. Die langsame Rückkehr zur Normalität könnte aber wieder Stabilität bringen.

Grafik 1: Wertentwicklung der Danone-Aktie

Q1-Umsatz besser als erwartet, aber Jahresausblick krisenbedingt zurückgezogen
Danone hat den Umsatz im Auftaktquartal 2019 organisch um 3,4 Prozent gesteigert und damit die Markterwartung (+0,8 Prozent) deutlich übertroffen. Drei Viertel davon waren auf ein gestiegenes Absatzvolumen zurückzuführen, der Rest durch Preis-/Produktmixeffekte. Vergleichsweise gut entwickelten sich die Joghurtsparte (+4,6 Prozent) und die Spezialnahrung (+7,9 Prozent), während das Wassergeschäft (–6,8 Prozent) deutlich rückläufig war. In der Tendenz war dies so erwartet worden, alle drei Sparten schnitten aber besser ab als gedacht. Nordamerika und Europa liefen deutlich besser als die anderen Regionen, in China war zumindest die Babynahrung (+10 Prozent) deutlich positiv.

Ende Februar hatte Danone angesichts der sich in China ausbreitenden Epidemie bereits den Jahresausblick für Umsatz (plus 2 bis 4 Prozent) und Marge (>15 Prozent) gesenkt, zusammen mit der Verkündung eines Investitionsprogramms bis 2022 über 2 Milliarden Euro mit Fokus auf Nachhaltigkeit.

Trotz des umsatzseitig besser als erwarteten Auftaktquartals hat das Management den Ausblick aber zurückgezogen. Die Dividendenentscheidung wird mit der Hauptversammlung, die aber spätestens im Juni stattfinden soll, verschoben. Angesichts der anhaltenden Coronakrise ist das Konsumentenverhalten umso schwieriger zu prognostizieren, da sich Hamster-/Panikkäufe mit normaleren Phasen abwechseln sollten. Vom Vorratsaufbau im ersten Quartal dürfte dabei die Spezialnahrung mehr profitiert haben als die weniger lagerfähigen Milch-/Sojaprodukte. Das ist in der momentanen Situation aber ein Luxusproblem im Vergleich zu anderen Branchen, auch wenn Zusatzkosten in der Wertschöpfungskette in beträchtlicher Höhe anfallen.

Die Danone-Aktie ist sowohl im Zeit- als auch im Branchenvergleich sehr günstig bewertet. Das liegt auch an einer lange Zeit unterdurchschnittlichen operativen Entwicklung und enttäuschenden Prognosen. Die gesunkenen Erwartungen sollten mittelfristig wieder Raum für positive Überraschungen geben. Die Corona-Epidemie belastet zwar auch Danone, für den Lebensmittelkonzern dürfte das Geschäft aber voraussichtlich deutlich stabiler verlaufen als für zyklische Unternehmen.

Danone steht in Bezug auf Wachstum und Zuverlässigkeit sicher nicht ganz vorne, mit dem derzeit noch immer deutlichen Bewertungsabschlag bleibt die Aktie unter den Lebensmittelherstellern beim Preis-Leistungs-Verhältnis aber unser bevorzugtes Investment.

Hinweis
Offenlegung möglicher Interessenkonflikte:
12. Die Commerzbank ist Market Maker in den Finanzinstrumenten von Danone S.A.

Weitere Informationen hierzu finden Sie hier.

Anlageidee: OPTIONSSCHEINE UND ZERTIFIKATE AUF DANONE

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Capped Bonus-Zertifikate

WKN

Basiswert

Bonuslevel/Cap

Barriere

Bonusrendite p.a.

Abstand zur Barriere

Bewertungstag

Geld-/Briefkurs

CU2 JE2

Danone

74,00 EUR

50,00 EUR

25,42 %

18,85 %

18.09.2020

68,70/66,74 EUR

CU2 JE4

Danone

75,00 EUR

50,00 EUR

20,29 %

18,83 %

18.12.2020

65,86/65,90 EUR

Discount-Zertifikate

WKN

Basiswert

Cap

Discount

Max. Rendite p.a.

Bewertungstag

Geld-/Briefkurs

CL8 R16

Danone

50,00 EUR

21,43 %

4,81 %

18.12.2020

48,39/48,41 EUR

CL8 H3E

Danone

55,00 EUR

15,17 %

7,74 %

18.12.2020

52,22/52,24 EUR

CL8 H3A

Danone

60,00 EUR

10,00 %

11,97 %

18.12.2020

55,45/55,47 EUR

CL1 750

Danone

65,00 EUR

6,12 %

18,06 %

18.12.2020

57,86/57,88 EUR

CL1 Z1E

Danone

70,00 EUR

3,70 %

26,22 %

18.12.2020

59,35/59,37 EUR

BEST Turbo-Optionsscheine

WKN

Basiswert

Typ

Basispreis/Knock- Out-Barriere

Hebel

Laufzeit

Geld-/Briefkurs

CL9 P39

Danone

Call

46,19 EUR

3,9

Unbegrenzt

1,56/1,57 EUR

CL9 P38

Danone

Call

51,17 EUR

5,7

Unbegrenzt

1,07/1,08 EUR

CL9 P36

Danone

Call

56,17 EUR

10,6

Unbegrenzt

0,58/0,59 EUR

CL9 P1F

Danone

Put

79,46 EUR

3,4

Unbegrenzt

1,80/1,81 EUR

CL0 NWY

Danone

Put

74,48 EUR

6,3

Unbegrenzt

1,01/1,02 EUR

CL9 P1H

Danone

Put

68,48 EUR

8,8

Unbegrenzt

0,69/0,70 EUR

Stand: 23. April 2020; Quelle: Société Générale
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform. Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN. Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern, den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere, um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.