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Allianz – Gut aufgestellt in einem herausfordernden Umfeld

Das Management der Allianz macht klare Vorgaben zu Ergebniswachstum, Effizienzsteigerung und Ausschüttung und forciert die Durchdringung mit digitalen Angeboten als Antwort auf verändertes Kundenverhalten und das anhaltend niedrige Zinsniveau. Letzteres ist neben der momentanen Corona-Unsicherheit ein Belastungsfaktor. Umso wichtiger ist daher die solide Eigenkapitalposition. Sie sollte auch im nächsten Jahr eine Ausschüttung sichern. Die hohe Qualität des Unternehmens ist nur unzureichend im Kurs gespiegelt.

Solider Unterbau: Sachversicherung ist eine Perle (2019: 40 Prozent operativer Ergebnisanteil)
Das Schaden- und Unfallgeschäft (P&C) – mit führenden Positionen in Deutschland, Italien und Frankreich sowie einer starken Ausrichtung auf private Kunden – ist die Cashcow des Konzerns. Diese Sparte bleibt absehbar die wichtigste Ergebnissäule. Die Aussichten für sie sind moderat positiv. Insgesamt ist mit leicht steigenden Preis- und Volumeneffekten zu rechnen. In den reifen Kernmärkten wird dies zudem noch durch Kostendisziplin unterstützt.

Wegen des anhaltenden Gegenwinds von der Zinsseite kommt der operativen Ergebnisentwicklung eine hohe Bedeutung zu. Für das gesamte Sachversicherungsgeschäft bestätigte das Management eine Schaden-Kostenquote von weniger als 94 Prozent bis Ende 2021 (neun Monate 2020: 94,5 Prozent). Diese zunächst ambitioniert erscheinende Größe wurde im Vorjahr mit 95,5 Prozent wegen höherer Schäden und geringeren Reserveauflösungen verfehlt. Erfreulich zeigte sich allerdings erneut die Entwicklung der Kostenquote, die weiter rückläufig war (27,5 Prozent gegenüber 28 Prozent 2018). Die Kostenseite dürfte auch 2020 unter anderem durch eine stärkere Digitalisierung bei den Abläufen leichten Rückenwind erhalten.

Grafik 1: Wertentwicklung der Allianz-Aktie

Leben-Geschäft (38 Prozent operativer Ergebnisanteil 2019): Fokus auf gering kapitalbindende Produkte
Trotz eines herausfordernden Umfelds glänzt die Allianz im Leben- und Krankenversicherungsgeschäft. Auch hier zeigt sich der Vorteil einer breiten internationalen Aufstellung. Die wichtigsten Ergebnisträger sind der deutsche Markt (24 Prozent Anteil) und das US-Geschäft (24 Prozent) sowie Frankreich (14 Prozent).

Für künftige Ergebnisse lohnt ein Blick auf das Neugeschäft. Der Vertriebsfokus richtet sich dabei auf Produkte, die wegen zum Beispiel fehlender oder flexibler Garantien eine deutliche Kapitalentlastung gegenüber traditionellen Lebensversicherungsprodukten mit Zinsgarantie, deren Bedeutung zurückgeht, bieten. Dadurch erhöht sich die Profitabilität. Zum einen wächst das Neugeschäft ordentlich (+14 Prozent 2019), zum anderen konnte im Vorjahr die bereits solide und über Plan liegende Neugeschäftsmarge (3,2 Prozent) hochgehalten werden.

Investmentmarge trotz gesunkener Zinsen relativ robust
Eine Sorge der Anleger richtet sich auf die Auswirkung lang anhaltender Zinsen auf das Investmentergebnis des Versicherers, insbesondere mit Blick auf die im Lebensversicherungsgeschäft ausgesprochenen Garantien. Die Investmentmarge beschreibt dabei den Teil des Kapitalanlageergebnisses, der – nach Berücksichtigung der Versicherungsnehmer – den Aktionären gutgeschrieben wird. Die Gesamtverzinsung der Allianz im Leben-Geschäft (inklusive Veräußerungsgewinnen) deckt unverändert deutlich die durchschnittlichen Garantiezusagen ab (4,27 gegenüber 1,93 Prozent). Die Investmentmarge (0,86 Prozent) konnte stabil gehalten werden.

Überzeugendes Asset Management (22 Prozent operativer Ergebnisanteil 2019)
Das Asset Management und die dort für Kunden verwalteten Vermögen werden erheblich durch Pimco (verwaltetes Vermögen Ende 2019: 1.329 Milliarden Euro) geprägt, einem führenden US-Fondsanbieter im festverzinslichen Bereich. Lange Zeit litt Pimco wegen zunächst unterdurchschnittlicher Performance und später der Erwartung einer US-Zinswende unter erheblichen Mittelabflüssen. Der Abgang des Mitbegründers Bill Gross beschleunigte dies noch.

Der Ende 2016 begonnene Turnaround setzte sich bis 2019 durchgehend fort. Das Verhältnis von Kosten zu Erträgen lag mit 62,7 Prozent nur leicht über der Zielgröße von 60 Prozent. Pimco konnte von rückläufigen/stagnierenden US-Zinsen, alternativen Angeboten und steigenden Aktienmärkten profitieren. Die Entwicklung beim europäischen Pendant Allianz GI (357 Milliarden Euro) überzeugte auf währungsbereinigter Basis im vergangenen Jahr nicht wie gewohnt.

Kapitalstärke überzeugt, Corona hinterlässt aber Spuren
Besondere Aufmerksamkeit genießt die Eigenkapitalquote nach ökonomischen bzw. Solvency-II-Regeln. Mittlerweile sind die Rahmenbedingungen für diese Quote klar, die Versicherer können sich entsprechend anpassen. Die Allianz hat durch einige Stabilisierungsmaßnahmen wie das Hedging von Aktienpositionen und die Verringerung der Durationslücke zwischen Vermögenswerten und Rückstellungen bereits die Sensibilität der Solvency-II-Quote auf (negative) Zins- und Aktienbewegungen deutlich herabgesetzt.

Das Management hat klare Aussagen zur künftigen Ausschüttungspolitik getroffen. Mindestens 50 Prozent des Netto-Ergebnisses sollen an die Aktionäre in Form von Dividenden zurückgegeben werden, soweit eine Solvenzquote von 160 Prozent nicht unterschritten wird. Auf dem Investorentag Ende 2018 wurde zudem beschlossen, die bisherige Zielspanne (180 bis 220 Prozent) durch eine Mindestquote (>180 Prozent) zu ersetzen.

Zwar ist der ehemals sehr komfortable Puffer (Quote von 212 Prozent Ende 2019) gegenüber den Mindestanforderungen der Ratingagenturen vor allem durch Auswirkungen der Coronapandemie deutlich unter Druck geraten (Quote von 192 Prozent Ende September 2020). Aber noch immer ist dies ein solider Wert und sequenziell zeigte sich im dritten Quartal zudem eine Verbesserung.

Investorentag mit ansprechenden mittelfristigen Zielvorgaben bis 2021
Die Strategievorgaben des vergangenen Investorentags standen unter dem Motto »Simplizität hilft«. Damit sollte unterstrichen werden, dass der Supertanker Allianz eine deutliche Vereinfachung von Strukturen, Prozessen und auch Produktangeboten plant. Dazu gehört neben einer Internationalisierung und damit Skalierung von Produkten auch die Einführung einer Direktversicherungsplattform unter dem Namen Allianz Direkt.

Ergebnisplanung nimmt eine Zwangspause
Die in der mittelfristigen Zielplanung gemachten Vorgaben nehmen eine coronabedingte Zwangspause. Grundsätzlich plant das Management ein deutliches Wachstum des operativen Ergebnisses (+5 Prozent; 4 Prozentpunkte davon organisch) und weitere Impulse durch Aktienrückkäufe und/oder Akquisitionen.

Aktienrückkaufprogramme unterstützten bisher das langfristige Ergebniswachstum je Aktie. In den vergangenen vier Jahren wurden dafür 7,5 Milliarden Euro eingesetzt. Die für das Geschäftsjahr 2020 zunächst vorgesehenen Rückkäufe eigener Anteilsscheine in Höhe von 1,5 Milliarden Euro werden aber nicht komplett realisiert. Über das bis Ende Juni 2020 umgesetzte Programm in Höhe von 0,75 Milliarden Euro sollen keine weiteren Aktien erworben werden. Mittelfristig aber dürften die Programme wieder zur Entfaltung kommen.

Die Coronapandemie wirkt sich damit erwartungsgemäß auf die Zielplanung, das Eigenkapital und die Ausschüttung aus. Immerhin konnte die Allianz in Abstimmung mit der Finanzaufsicht BaFin entgegen einer europäischen Empfehlung eine Dividende für 2019 ausschütten. Eine ansprechende Ausschüttung ist auch für das Geschäftsjahr 2020 realistisch.

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Discount-Zertifikate

WKN

Basiswert

Cap

Discount

Max. Rendite p.a.

Bewertungstag

Geld-/Briefkurs

SD1 BLE

Allianz

210,00 EUR

6,70 %

17,84 %

17.09.2021

182,37/182,44 EUR

SB5 2EK

Allianz

180,00 EUR

13,81 %

8,05 %

17.09.2021

168,48/168,55 EUR

SB5 2EE

Allianz

155,00 EUR

23,20 %

3,70 %

17.09.2021

150,24/150,29 EUR

BEST Turbo-Optionsscheine

WKN

Basiswert

Typ

Basispreis/Knock- Out-Barriere

Hebel

Laufzeit

Geld-/Briefkurs

CL5 M7N

Allianz

Call

99,53 EUR

2,0

Unbegrenzt

9,60/9,61 EUR

SB7 MGJ

Allianz

Call

155,67 EUR

4,9

Unbegrenzt

3,95/3,96 EUR

SB7 TKG

Allianz

Call

173,13 EUR

8,7

Unbegrenzt

2,22/2,23 EUR

SB7 YQD

Allianz

Put

255,28 EUR

3,2

Unbegrenzt

6,03/6,04 EUR

SB9 ECC

Allianz

Put

231,45 EUR

5,3

Unbegrenzt

3,68/3,69 EUR

SR8 6RG

Allianz

Put

214,61 EUR

9,6

Unbegrenzt

2,00/2,01 EUR

Faktor-Optionsscheine

WKN

Basiswert

Strategie

Faktor

Laufzeit

Geld-/Briefkurs

SB0 BT4

Allianz

Long

2

Unbegrenzt

12,86/12,88 EUR

SB0 CLS

Allianz

Long

5

Unbegrenzt

12,86/12,90 EUR

SR8 VUP

Allianz

Short

–2

Unbegrenzt

6,14/6,15 EUR

SR8 WPT

Allianz

Short

–5

Unbegrenzt

1,64/1,65 EUR

Stand: 19. November 2020; Quelle: Société Générale

Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform. Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.

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