Märkte

Die schwedische Krone wird etwas empfindlicher

Die schwedische Krone war einer der großen Gewinner der verbesserten Risikostimmung an den Finanzmärkten. Es ist aber bereits sehr viel Positives eingepreist, sodass nur noch wenig zusätzliches Aufwertungspotenzial besteht. Wie in den vergangenen Wochen dürfte die schwedische Krone außerdem auf steigende Risikoaversion besonders empfindlich reagieren.

And the winner is ... die schwedische Krone!
Zu den größten Gewinnern nach der Coronakrise im Frühjahr zählt die schwedische Krone. Sie kommt als High-Beta-Währung in Phasen steigender Risikoaversion in der Regel unter Druck, kann aber auch entsprechend von Stimmungsaufhellungen an den Finanzmärkten profitieren. Zwar musste die schwedische Krone im März zur Hochphase der Coronakrise erhebliche Verluste einstecken, hat aber danach überproportional von der allmählichen Beruhigung an den Finanzmärkten profitiert. Lediglich im September hat sie wieder wegen der steigenden Risikoaversion an den Märkten Federn gelassen. Angesichts der schon überzogenen Gewinne der schwedischen Krone nach dem Coronaschock verwundert es allerdings nicht, dass sie bei erhöhter Risikoaversion wieder verstärkt unter Druck gerät und besonders empfindlich reagiert. Das dürfte auch so bleiben.

Tabelle 1: SEK-Wechselkursprognosen (Monatsendstände)

 

Dez 2020

Mrz 2021

Jun 2021

Sep 2021

Dez 2021

EUR/SEK

10,30

10,25

10,30

10,35

10,35

USD/SEK

8,51

8,47

8,44

8,41

8,35

Stand: 13. Oktober 2020; Quelle: Commerzbank Research
Prognosen sind kein Indikator für die künftige Entwicklung.

Schwedens Sonderweg schützt die Wirtschaft nicht
Die schwedische Krone konnte aber nicht nur von der Stimmungsaufhellung an den Märkten profitieren, sondern auch davon, dass viele schwedische Konjunkturdaten im ersten Halbjahr positiv überraschten. Das schürte Hoffnungen, dass trotz der engen Handelsbeziehungen mit der Eurozone, die sich im Frühjahr im Lockdown befand, der Sonderweg Schwedens in der Coronakrise Schlimmeres verhindern konnte.

Hat sich das Wachstum im ersten Quartal noch im positiven Bereich gehalten, so traf die Wucht des Coronaschocks das BIP im zweiten Quartal mit einem Einbruch von –8,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Die offene und exportorientierte schwedische Wirtschaft konnte sich dem Wachstumseinbruch in Europa nicht entziehen. Allerdings haben die Konjunkturzahlen in Schweden in den vergangenen Wochen erneut positiv überrascht und nicht die schlimmsten Befürchtungen bestätigt, was für eine zügige Erholung nach dem Einbruch spricht. Deshalb halten wir an unserem Basisszenario einer schnellen wirtschaftlichen Belebung im weiteren Jahresverlauf fest.

Die auf den Weg gebrachten geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen sollten dabei helfen, die langfristigen wirtschaftlichen Folgen abzumildern. Dennoch dürften die Folgen des Wirtschaftseinbruchs wie in den meisten Ländern noch jahrelang zu spüren sein.

Grafik 1: Schwedische Wirtschaft bricht ein

BIP, Veränderung gegenüber Vorquartal und Vorjahr

Geld- und fiskalpolitische Reaktionen auf die Coronakrise
Im Kampf gegen die wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronapandemie haben Regierung und Zentralbank starke Geschütze aufgefahren: Die Regierung hat unter anderem ein Krisenpaket zur Sicherung von Unternehmen und Arbeitsplätzen auf den Weg gebracht. Die schwedische Zentralbank setzt im Kampf gegen die Corona-Auswirkungen auf unkonventionelle Maßnahmen. Neben zusätzlicher Liquidität für Banken zur Vergabe günstiger Darlehen an Kleinunternehmer und Mittelstand stellt sie zum Beispiel über eine Swap-Linie mit der Fed Fremdwährung zur Verfügung und kauft in großem Stil Staats-, Kommunal- und seit September Unternehmensanleihen. Im Juli hat sie ihr Anleihekaufprogramm von 300 Milliarden auf 500 Milliarden schwedische Kronen bis Ende Juni 2021 aufgestockt. Außerdem senkte sie den Ausleihesatz für Banken und verlängerte die Laufzeit der Kredite an die Banken. Wiederholt betonte Zentralbank-Chef Stefan Ingves, weiteren Handlungsspielraum zu haben. Auch eine Senkung des Leitzinses stellt für die Riksbank weiterhin eine Option dar, sollte sie das als wirksames Mittel betrachten. Unseres Erachtens würde die Zentralbank jedoch nur im äußersten Notfall die Leitzinsen wieder senken, denn sie sieht Zinssenkungen weiterhin nicht als adäquates Mittel zur Bekämpfung der Krise. Daher behielt sie die Leitzinsen bislang unverändert bei 0 Prozent, nachdem sie diese erst im Dezember 2019 nach fünf Jahren wieder auf Nullzinsniveau angehoben hatte. Nach dem Coronaschock sind die Inflationszahlen derzeit mit einer gewissen Vorsicht zu genießen (Erhebungsmöglichkeiten, Engpässe, Verwerfungen etc.). Dennoch dürfte die Riksbank mittelfristig genau beobachten, ob sich die Inflation wieder nachhaltig von der Nulllinie lösen wird. Aber auch die Inflationserwartungen wird die Riksbank im Auge behalten. Sollten sie wieder beginnen, zu fallen, steigt die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung merklich.

Tabelle 2: Makroprognosen (in Prozent, ab 2020 Prognosen)

 

 

2019

2020

2021

BIP real

Durchschnitt

1,3

–3,5

3,0

Gegenüber Vorjahr

Q4

0,7

–2,5

2,5

CPI

Durchschnitt

1,8

0,6

1,3

Gegenüber Vorjahr

Dezember

1,5

0,5

1,2

Leitzinsen

Dezember

0,0

0,0

0,0

Stand: 13. Oktober 2020; Quelle: Commerzbank Research
Prognosen sind kein Indikator für die künftige Entwicklung.

Überzogene Gewinne machen die schwedische Krone anfällig
Die Gewinne, die die schwedische Krone in den vergangenen Monaten gesehen hat, schienen überzogen. Denn weder die Konjunkturdaten noch der Wirtschaftsausblick oder die Geldpolitik sprechen für eine deutliche Aufwertung gegenüber dem Euro. Schließlich bleibt noch offen, wie schnell sich die Wirtschaft aus der Krise herausarbeiten wird, Sonderweg hin oder her. Kurse unter 10,20 beim Wechselkurs Euro/schwedische Krone sind für uns nach wie vor nicht gerechtfertigt.

Grafik 2: Inflation deutlich unter dem Inflationsziel

Verbraucherpreise (CPI) und mit konstanten Hypothekenzinsen (CPIF), Riksbank Zielwert

Im September hat sich die Marktstimmung wieder eingetrübt. Aufgrund der zuvor überzogenen Gewinne musste die schwedische Krone jetzt entsprechend Federn lassen. Sie wird auch weiterhin empfindlich gegenüber Eintrübungen im Marktsentiment reagieren.

Grafik 3: Inflationserwartungen in Schweden hinken hinterher

Inflationserwartungen für einen in fünf Jahren beginnenden 5-Jahres-Zeitraum

Verschlechtern sich außerdem die Inflationserwartungen, wird der Markt zusehends auf eine Zinssenkung setzen, was die schwedische Krone belasten würde. Bei einer Aufhellung der Marktstimmung – beispielsweise bei Bekanntwerden eines Impfstoffs – kann der Wechselkurs Euro/schwedische Krone noch einmal unter 10,30 fallen, aber die schwedische Krone hat kaum noch stärkeres Aufwertungspotenzial. Letztlich dürfte sich der Wechselkurs in den kommenden Quartalen im Bereich von 10,30 bis 10,35 einpendeln. Außerdem sind Rückschläge in der schwedischen Krone jederzeit möglich, sollte die Risikoaversion an den Finanzmärkten wieder steigen.

Anlageidee: Optionsscheine auf den Wechselkurs Euro/Schwedische Krone

Sie möchten von der künftigen Wertentwicklung des Wechselkurses Euro/schwedische Krone profitieren? Mit Optionsscheinen von Société Générale haben Sie die Möglichkeit, überproportional an Kursveränderungen zu partizipieren. Ein Überblick über das gesamte Spektrum an Produkten auf Währungen steht Ihnen im Internet unter www.sg-zertifikate.de zur Verfügung.

BEST Turbo-Optionsscheine

WKN

Basiswert

Typ

Basispreis/Knock- Out-Barriere

Hebel

Laufzeit

Geld-/Briefkurs

SB9 28Q

EUR/SEK

Call

8,2663 SEK

4,9

Unbegrenzt

20,37/20,41 EUR

CU9 1AJ

EUR/SEK

Call

8,6860 SEK

6,1

Unbegrenzt

16,37/16,42 EUR

CJ1 D8V

EUR/SEK

Call

8,9882 SEK

7,4

Unbegrenzt

13,41/13,46 EUR

CJ4 VPE

EUR/SEK

Call

9,2930 SEK

9,5

Unbegrenzt

10,48/10,53 EUR

CJ4 VPG

EUR/SEK

Call

9,4930 SEK

11,6

Unbegrenzt

8,53/8,58 EUR

CJ4 VPJ

EUR/SEK

Call

9,6930 SEK

15,0

Unbegrenzt

6,60/6,65 EUR

CJ4 VPL

EUR/SEK

Call

9,8931 SEK

21,2

Unbegrenzt

4,67/4,72 EUR

CL9 QKX

EUR/SEK

Put

12,9926 SEK

3,9

Unbegrenzt

25,38/25,43 EUR

CU8 XW9

EUR/SEK

Put

12,4955 SEK

4,8

Unbegrenzt

20,59/20,64 EUR

CJ4 VQF

EUR/SEK

Put

11,7345 SEK

7,5

Unbegrenzt

13,27/13,32 EUR

CJ4 VQC

EUR/SEK

Put

11,4345 SEK

9,6

Unbegrenzt

10,37/10,42 EUR

CL7 W9J

EUR/SEK

Put

11,1381 SEK

13,2

Unbegrenzt

7,51/7,56 EUR

CL7 W9G

EUR/SEK

Put

10,9383 SEK

17,8

Unbegrenzt

5,59/5,63 EUR

CL8 1YT

EUR/SEK

Put

10,8407 SEK

21,3

Unbegrenzt

4,64/4,69 EUR

Stand: 23. Oktober 2020; Quelle: Société Générale

Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform. Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.sg-zertifikate.de zur Verfügung.

Den Basisprospekt sowie die endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN. Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern, den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere, um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.