Interview

Lockdown als Digitalisierungsturbo

Im Gespräch mit Robert Ulm, CEO der Hello bank!

Die Aktienmärkte sind massiv in Bewegung geraten – wie hat sich das auf das Geschäft ausgewirkt?
Die Volatilität an den Finanzmärkten wirkt als Turbo für Transaktionen von privaten Investoren und für die Bedeutung von persönlichem Finanzwissen. Mit Ende des ersten Halbjahrs 2020 haben wir die Rekordmarke von 1 Million Trades überschritten – so viel hatten wir im gesamten vergangenen Jahr. Im Zuge der derzeitigen Ereignisse verzeichnen wir einen deutlichen Anstieg bei Wertpapierdepoteröffnungen von Neukunden – vor allem auch Jüngere und Frauen entdecken Wertpapiere für den langfristigen Aufbau ihrer finanziellen Zukunft. Zum einen wollen Kunden von der momentanen Volatilität – und den niedrigen Einstiegskursen – an den Börsen profitieren. Zum anderen bemerken wir, dass die Menschen diese Zeit auch dazu nutzen, sich aktiv mit ihrer finanziellen Zukunft zu beschäftigen und sich Finanzwissen anzueignen.

Das bedeutet, die Hello bank! profitiert von der Krise?
Vor allem profitieren unsere Kunden. Denn es geht darum, besonders in einem schwierigen Umfeld die Chancen zu erkennen und die Risiken – des Handelns oder Nichthandelns – abzuwägen. Das Sparbuch hat keine Zukunft. Turbulenzen an den Börsen, wie wir sie derzeit erleben, sind noch nie da gewesen. Aber: Emotionen sind keine guten Ratgeber. Es gilt, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren: den langfristigen Vermögensaufbau und -erhalt. Und dabei hilft es, das Börsengeschehen zu verstehen. Die Hello bank! als Marktführerin und Pionierin im Online-Brokerage in Österreich unterstützt dabei ihre Kunden seit 25 Jahren.

Apropos Marktführer im Online-Brokerage in Österreich: Was sind die neuesten Entwicklungen?
Durch den coronabedingten Lockdown hat die Digitalisierung einen massiven Schub erhalten und bestimmt die »neue Normalität« im Alltag. Auch wenn die Zeiten für Anlageentscheidungen gerade nicht einfach sind – wir bemühen uns seit 25 Jahren und auch weiterhin, Entscheidungen über die finanzielle Vorsorge durch unser Produkt-, Service- und Wissensangebot so einfach wie möglich zu machen. Wir setzen dabei auf den weiteren Ausbau der digitalen Möglichkeiten. Die Depoteröffnung kann vollkommen digital – also auch von zu Hause – durchgeführt werden. Auch Sparpläne kann man online eröffnen und ganz flexibel die Sparraten bei Bedarf anpassen. Die Hello bank! bietet mit rund 1.000 sparplanfähigen Produkten das flexibelste Sparplanangebot in Österreich. Auf unserer Website findet man umfassende Finanzmarktinformationen und Börsenkurse sind größtenteils in Echtzeit kostenlos abrufbar. So können Chancen an den Finanzmärkten zu jeder Zeit und an jedem Ort bequem genutzt werden. Unsere rund 80.000 Kunden sind online-affine Menschen. Zusätzlich zu unseren digitalen Tools und Apps bieten wir aber auch die Möglichkeit, unsere Service- und Trading-Hotlines zu nutzen oder einen persönlichen Termin in einem unserer Kundencenter zu vereinbaren.

Ist es ein besonderes Anliegen der Hello bank!, Finanz- und Börsenfachwissen zu vermitteln?
Ja, denn Wissen gehört in jedes Depot. Unter dem Motto »Börse ist, wo du bist« haben wir anlässlich unseres 25. Jubiläums eine Finanzbildungsinitiative gestartet und bieten ein wertvolles Wissensangebot für alle Interessierten, die sich aktiv mit ihrer finanziellen Zukunft befassen und das Börsengeschehen verstehen wollen. Unter hellobank.at finden Einsteiger ebenso wie Börsenprofis viele wertvolle Impulse, Übersichten über Märkte und Kurse, Expertenmeinungen und Podcasts von Börsenprofis zu aktuellen Themen und vieles mehr. Und mit der Hello bank! Akademie bieten wir ein kostenloses Webinarangebot, das derzeit massiv ausgebaut wird. Das neueste Lernangebot ist der Hello Börsen-Führerschein mit mehr als 100 Online-Lektionen. Wir wollen mit unserer Finanzbildungsinitiative einen wertvollen Beitrag zum Vermögensaufbau der Österreicherinnen und Österreicher leisten.

Wie hat sich der Lockdown auf den Arbeitsalltag ausgewirkt?
Wir hatten innerhalb weniger Tage alle 160 Mitarbeitenden remote arbeitsfähig, selbstverständlich unter Berücksichtigung aller regulatorischen und sicherheitsrelevanten Vorgaben. Mobiles Arbeiten wird bei uns vorbildlich gelebt. Was uns dabei geholfen hat war, dass wir auf mobiles Arbeiten bereits gut vorbereitet waren und die Umstände des Lockdowns die veränderten Arbeitsweisen massiv beschleunigt haben. Gleichzeitig sind wir in ein neues Bürogebäude in Salzburg übersiedelt. Das war, unter Wahrung der physischen Distanz, eine besondere logistische Herausforderung, denn es gab für jeden Mitarbeiter einen persönlichen Einpack- und Auspacktag und danach ging es vorerst wieder ins Homeoffice. Mittlerweile haben wir im Wochenwechsel maximal die Hälfte der Belegschaft im neuen Büro und fühlen uns da schon wie zu Hause.