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DDV-Trend-Umfrage: No-Deal-Brexit scheint bereits eingepreist

Deutschlands Privatanleger gehen mehrheitlich davon aus, dass die kommenden Monate an den Kapitalmärkten im Wesentlichen von zwei Faktoren beeinflusst werden: die anstehende Wahl des US-amerikanischen Präsidenten und den weiteren Verlauf der Coronapandemie. Insgesamt 77,5 Prozent der abgegebenen Stimmen fielen auf die beiden Faktoren. Lediglich 14,6 Prozent der Teilnehmer meinen, geldpolitische Entscheidungen der Notenbanken werden die stärksten Auswirkungen auf das Marktgeschehen haben. Aufschlussreich ist, dass die Mehrheit der Anleger einen No-Deal-Brexit offenbar für erwartbar hält und davon ausgeht, dass die Marktpreise diesen bereits berücksichtigen. Zumindest antworteten lediglich 7,9 Prozent, eine Nicht-Einigung zwischen der Europäischen Union und Großbritannien werde die Börsen im letzten Quartal des laufenden Jahres am stärksten beeinflussen.

Grafik 1: Welche Faktoren werden den Börsenverlauf im vierten Quartal 2020 am stärksten beeinflussen?

»Auch wenn eine alte Börsenweisheit besagt, dass politische Börsen kurze Beine haben, also diese Phasen nicht sonderlich lange anhalten, so spielt die US-Wahl aus Sicht der Privatanleger doch eine herausragende Rolle. Keine Frage allerdings, dass der Verlauf der zweiten Welle der weltweiten Pandemie zu den prägenden Ereignissen zählen wird. Etwas erstaunlich ist die Einschätzung, dass die Märkte das Scheitern der Verhandlungen zwischen EU und Großbritannien offenbar bereits in den Kursen eingepreist haben«, sagt Lars Brandau, Geschäftsführer des Deutschen Derivate Verbands.