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Der Aktiensplit

Bei einem Aktiensplit handelt es sich um eine von den Aktionären auf der Hauptversammlung beschlossene Umwandlung von bereits existierenden Aktien in eine größere Anzahl neuer Aktien mit einem geringeren Nominalwert. Beim Aktiensplit ändert sich zunächst nichts an den Beteiligungsverhältnissen oder am Eigenkapital des Unternehmens, auch der Unternehmenswert wird nicht beeinflusst. Lediglich der Preis der einzelnen Aktien verringert sich, dafür wird der Aktionär mit einer entsprechenden Anzahl neuer Aktien »entschädigt«.

So nutzen beispielsweise Unternehmen, deren Aktienkurse in der Vergangenheit stark gestiegen sind, die Möglichkeit, der Hauptversammlung einen Aktiensplit vorzuschlagen, um den Aktienkurs optisch zu verbilligen. Insbesondere Kleinanlegern wird dadurch die Gelegenheit gegeben, auch mit relativ geringen Beträgen in die Aktie zu investieren. Wie ein Aktiensplit funktioniert, zeigt das folgende Beispiel.

Beispiel
Apple hat am 30. Juli 2020 im Rahmen der Präsentation der Ergebnisse des dritten Quartals 2020 einen Aktiensplit in Höhe von 1:4 bekannt gegeben. Für jede alte Aktie erhalten Aktionäre 4 neue Aktien. Dadurch wird die Anzahl der Aktien von bisher 4.275.634.000 auf 17.102.536.000 Stück erhöht. Die Umstellung an der Nasdaq erfolgte mit Wirkung zum 31. August 2020. Das Grundkapital des Unternehmens bleibt unverändert und ist nun in 17.102.536.000 Aktien aufgeteilt. Das Anteilspapier von Apple wurde mit dem Schlusskurs am 28. August 2020 angepasst: von 516,16 US-Dollar auf 129,04 US-Dollar. Ihr Wert hat sich also durch den Aktiensplit geviertelt.

Die Altaktionäre haben keinen finanziellen Vor- oder Nachteil durch diese Transaktion. Allerdings bemerken nicht nur Aktionäre eine Änderung in ihrem Depot, auch Optionsscheine und Zertifikate, die sich auf die Apple-Aktie beziehen, sind von der Kapitalmaßnahme betroffen. Um die Besitzer dieser Derivate nicht zu benachteiligen, passt der Emittent der Wertpapiere seine Produkte entsprechend an. Der Aktiensplit erfolgt also auch für die Zertifikatebesitzer wertneutral. Um dies zu erreichen, wird zunächst der Anpassungsfaktor, auch R-Faktor genannt, ermittelt. Im Falle des Aktiensplits ist er sehr leicht zu errechnen, indem die Anzahl der alten Aktien durch die Anzahl der neuen Aktien dividiert wird. Dies ergibt für unser Beispiel von Apple den Wert 0,25. Der R-Faktor wird auch von der jeweiligen maßgeblichen Terminbörse veröffentlicht, die ihn ebenfalls für die Anpassung ihrer Optionen und Kontrakte benötigt.

Im zweiten Schritt erfolgt die konkrete Anpassung der entsprechenden Derivate. Je nach Optionsschein- oder Zertifikatetyp kann es hier zu unterschiedlichen Vorgehensweisen kommen. Wir wollen beispielhaft wieder den Fall von Apple betrachten. Der Basispreis eines Optionsscheins, der Basispreis einer Aktienanleihe, der Cap eines Discount-Zertifikats und das Bonuslevel bzw. die Barriere eines Bonus-Zertifikats werden mit dem R-Faktor multipliziert, während das Bezugsverhältnis jeweils durch den R-Faktor dividiert wird.

Tabelle 1 verdeutlicht anhand von Beispielen, wie die einzelnen Produkttypen von Société Générale infolge des Aktiensplits von Apple vom 31. August 2020 angepasst wurden.

Das Gegenteil eines Aktiensplits ist der Reverse-Aktiensplit, bei dem  die Anzahl der ausgegebenen Aktien verringert wird, wodurch der Börsenkurs der verbleibenden Aktien steigt. Auch der Reverse-Aktiensplit wird von der Hauptversammlung beschlossen. Gründe können rein psychologischer Natur sein, da sich an den Beteiligungsverhältnissen und dem Wert der Aktiengesellschaft auch hier nichts ändert. Allerdings kann ein Reverse-Split auch nötig werden. Denn wenn beispielsweise der Aktienkurs unter dem Nennwert der Aktie notiert, dürfen nach deutschem Aktiengesetz keine neuen Aktien ausgegeben werden. Ein Reverse-Aktiensplit wird auch durchgeführt, um eine Aktie optisch teurer zu machen. Dies war häufig im Zeitraum nach der Finanzkrise 2008/2009 zu beobachten, als viele bekannte Aktientitel stark an Wert verloren hatten.

Um die Anpassung der von Société Générale emittierten Produkte durchzuführen, wird auch hier analog zum Aktiensplit im ersten Schritt der R-Faktor (Anzahl alte Aktien/Anzahl neue Aktien) ermittelt.

Tabelle 1: Anpassung der Produkte auf Apple

WKN

Typ

Cap alt

Cap neu

Bonuslevel alt

Bonuslevel neu

Barriere alt

Barriere neu

Bezugsverhältnis alt

Bezugsverhältnis neu

SB4 B61

Discount-Zertifikat

520,00

130,00

1:1

1:4

SB3 ZDN

Capped Bonus-Zertifikat

474,00

118,50

474,0

118,5

260

65

1:1

1:4

WKN

Typ

Basispreis alt

Basispreis neu

Knock-Out-Schwelle alt

Knock-Out-Schwelle neu

Bezugsverhältnis alt

Bezugsverhältnis neu

SB0 ZNT

Unlimited Turbo-Optionsschein Call

228,50565

57,126412

235,489

58,87225

100:1

25:1

B8 F1N

Unlimited Turbo-Optionsschein Put

593,78279

148,445698

576,960

144,24000

100:1

25:1

CU6 8CU

Klassischer Optionsschein Call

350,00000

87,500000

100:1

25:1

Quelle: Société Générale