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Apple wieder spitze

Lange Zeit konnte Apple den Titel des wertvollsten börsennotierten Unternehmens der Welt verteidigen. Das änderte sich jedoch im Dezember 2019 schlagartig, als Saudi Aramco an die Börse ging und mit rund 1,6 Billionen Euro Börsenwert die Spitzenposition übernahm. Damals lag die Bewertung von Apple noch bei rund 1,2 Billionen Euro. Nach den Turbulenzen infolge der Coronakrise erholte sich der Aktienkurs von Apple schnell wieder und erreichte sogar immer neue Höchststände. Da der Kurs von Saudi Aramco zur gleichen Zeit unter Druck geraten war, konnte sich Apple schon im Juli 2020 die Krone als wertvollstes börsennotiertes Unternehmen der Welt zurückerobern. Mit rund 1,5 Billionen Euro ist der Konzern aus Cupertino nicht nur wertvoller als Saudi Aramco, Apple kann auch große Indizes deutlich hinter sich lassen. So liegt der DAX momentan mit gerade mal 1,2 Billionen Euro deutlich hinter Apple und der größte Wert im Index, SAP, liegt zurzeit rund 165 Milliarden Euro weit abgeschlagen dahinter (siehe Grafik 1).

Grafik 1: Entwicklung der Marktkapitalisierung

Wer glaubt, nur Apple und Saudi Aramco seien derzeit mehr wert als der DAX, irrt. Neben dem iPhone-Hersteller und dem Ölkonzern weisen mittlerweile auch Microsoft und Amazon eine höhere Marktkapitalisierung auf als die 30 größten deutschen börsennotierten Firmen zusammen.

Die Dominanz der Tech-Konzerne aus den USA wird auch bei einem Blick auf den Nasdaq 100 deutlich. Während der DAX noch immer mit dem Indexstand vor dem Ausbruch der Coronakrise kämpft, ist der Nasdaq 100 längst weitergezogen und erreicht ein neues Allzeithoch nach dem anderen. Kein Wunder, da die großen »Big Five« den Index dominieren. Alphabet, Amazon, Apple, Microsoft und Facebook bringen es zusammen auf ein Indexgewicht von rund 47 Prozent. Auf Platz 6 ist mittlerweile der Autobauer Tesla aufgestiegen. Rechnet man die 3 Prozent von Tesla hinzu, bilden die sechs Unternehmen 50 Prozent des Index ab. Auch Tesla hat zuletzt einen Superlativ nach dem anderen aufgestellt. Unter anderem sorgte die Ankündigung über einen Aktiensplit im August für Begeisterung. Neben Tesla kündigte auch Apple einen Aktiensplit an, der ebenfalls Ende August umgesetzt wird.

Grafik 2: Momentane Marktkapitalisierung

Aktiensplits sind nicht ungewöhnlich. Ganz grundsätzlich wirkt sich ein Aktiensplit weder positiv noch negativ auf den Wert eines Unternehmens aus. Lediglich die Anzahl der Aktien steigt bei gleichzeitig sinkendem Aktienkurs. Hintergrund einer solchen Maßnahme ist in erster Linie, den Aktienkurs zu senken, um ihn leichter handelbar zu machen. So musste man bei Apple bisher rund 450 US-Dollar für eine Aktie ausgeben. Nach dem Aktiensplit werden es nur noch rund 120 US-Dollar sein.

Was für Aktionäre gilt, gilt auch für Inhaber von Zertifikaten und Optionsscheinen. Grundsätzlich wird bei diesen Wertpapieren nicht die Anzahl der Stücke im Depot erhöht, sondern das Bezugsverhältnis entsprechend angepasst. Das Bezugsverhältnis gibt an, wie viele Optionsscheine ein Anleger kaufen muss, damit sich das Investment auf eine Aktie bezieht. Bei einem Bezugsverhältnis von 1:1 beispielsweise benötigen Anleger lediglich einen Optionsschein, um die Aktie einmal abzubilden. Bei einem Bezugsverhältnis von 10:1 dagegen müssen schon zehn Optionsscheine gekauft werden, um eine Aktie abzubilden. Der Preis eines Optionsscheins mit dem Bezugsverhältnis von 10:1 ist allerdings auch um den Faktor 10 geringer. Mit dem Bezugsverhältnis von 10:1 soll, ähnlich wie bei einem Aktiensplit, der Preis der Wertpapiere gesenkt werden, um sie leichter handelbar zu machen.

Viele Zertifikate und Optionsscheine auf Apple oder auch Tesla sind vor dem Split mit einem Bezugsverhältnis von 100:1 ausgestattet. Nach dem Split wird das neue Bezugsverhältnis im Fall von Apple bei 25:1 und im Fall von Tesla bei 20:1 liegen. Jetzt reichen schon 25 bzw. 20 Optionsscheine aus, um einmal die Aktie widerzuspiegeln. Die Anpassung des Bezugsverhältnisses führt dazu, dass sich der Preis des Optionsscheins nicht ändert, obwohl der neue Aktienkurs von Apple oder Tesla viel niedriger liegen wird.

Neben dem Bezugsverhältnis wird ebenfalls der Basispreis und gegebenenfalls die Knock-Out-Barriere angepasst, da der Aktienkurs nach dem Split auch nur noch ein Viertel oder ein Fünftel so hoch sein wird wie vorher. War der Abstand zwischen Aktienkurs und Basispreis vor dem Split 20 Prozent, dann beträgt die Differenz auch nach dem Split noch 20 Prozent.

Inhaber von Zertifikaten und Optionsscheinen werden folglich bei einem Split mit Aktionären gleichgestellt. Die Anpassung der Produkte erfolgt für Anleger wertneutral. Wer zurzeit Zertifikate oder Optionsscheine bezogen auf eine Aktie von Apple oder Tesla im Bestand hat, kann sich bei weiteren Fragen gerne an unser Expertenteam entweder per E-Mail unter service.zertifikate@sgcib.com oder börsentäglich von 8.00 bis 18.00 Uhr unter 069 717 4663 telefonisch oder per Chat auf www.sg-zertifikate.de wenden.