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DDV-Trend-Umfrage: Teilschutz-Zertifikate erfüllen ihren Zweck

Die Marktstatistik des Deutschen Derivate Verbands weist Teilschutz-Zertifikate als die größte Produktgruppe aus. »Express-Zertifikate, Aktienanleihen, Discount- und Bonus-Zertifikate sind die Klassiker unter den strukturierten Wertpapieren«, sagt Lars Brandau, Geschäftsführer des DDV. »Sie federn Risiken ab, verleihen ein zusätzliches Maß an Sicherheit und sorgen für eine verbesserte Allokation innerhalb des Wertpapierdepots.« Gerade Beratungskunden, die sich nicht täglich mit den Aktienmärkten auseinandersetzen, erhalten durch Teilschutz-Zertifikate die Möglichkeit, bei verminderten Risiken an den Chancen der Aktienanlage zu partizipieren.

Grafik 1: Wenn die Kurse steigen, denken viele Anleger vermehrt über Sicherungsmechanismen nach. Was halten Sie von Teilschutz-Zertifikaten?

Anders sieht das bei tradingaffinen Anlegern und Selbstentscheidern aus, die ihr zum Teil umfangreiches Finanzwissen unter anderem über Finanzportale beziehen und sich kontinuierlich mit den Veränderungen an den Kapitalmärkten auseinandersetzen. Von ihnen nutzen nur 14,5 Prozent Teilschutz-Zertifikate, weitere 9 Prozent denken über einen Einsatz nach. Indes haben zwei Drittel der Teilnehmer noch nie über Produkte mit Sicherungsmechanismus nachgedacht.

Dabei stellt der unterschiedliche Beliebtheitsgrad von Teilschutz-Zertifikaten bei beiden Anlegergruppen nur scheinbar einen Widerspruch dar. »Beratungskunden kommt es darauf an, den Aufwand bei ihren Geldanlagen zu begrenzen. Für Selbstentscheider, die sich täglich mit dem Marktgeschehen auseinandersetzen, erscheinen Produkte, mit denen man für Monate oder Jahre seine Ruhe hat, trotz ihrer Vorzüge wenig interessant. Diese Gruppe setzt auf ihr Geschick, das Depot den Marktveränderungen immer wieder anzupassen. Und das gelingt mit dem direkten Kauf einer bestimmten Aktie, bei der zum Beispiel in der kommenden Woche Geschäftszahlen vorgelegt werden, besser als mit einem Express-Zertifikat auf den EURO STOXX 50«, erklärt Brandau.

Selbstentscheider nutzen zudem weitere Möglichkeiten der Risikoreduzierung. Zu nennen sind hier etwa die Wahl kleiner Positionsgrößen oder auch das Setzen enger Stopp-Loss-Kurse. »Aber sicherlich müssen wir auch attestieren, dass es bei tradingaffinen Anlegern immer noch Aufklärungsbedarf über Teilschutz-Zertifikate gibt«, ergänzt Brandau. »Denn als längerfristige Basisinvestments dürften Produkte mit Sicherungspuffer auch für viele Selbstentscheider von Nutzen sein.«