Märkte

Anlegerstimmung von panisch zu optimistisch

Die massiven Anleihekäufe der EZB und der US-Notenbank, die Rendite von nahezu 0 Prozent für zweijährige US-Staatsanleihen und der lange Weg des Anlegersentiments von Panik Mitte März zurück zu Optimismus Mitte Juni sind entscheidende Gründe für die unerwartet starke Erholung der Aktienkurse. Für das dritte Quartal erwarten wir eine Konsolidierung der Aktienmärkte.

Unser Ansatz, anhand der Faktoren Konjunktur, Unternehmensgewinne, Bewertung und Anlegersentiment die DAX-Entwicklung einzuschätzen, hat im ersten Halbjahr 2020 nicht gut funktioniert. Zwar stehen die Erwartungen für die Unternehmensgewinne der DAX-Aktien weiter unter Druck: Im vergangenen Quartal sind für alle 30 DAX-Unternehmen die Gewinnerwartungen für das Geschäftsjahr 2021 gefallen (siehe Tabelle 1). Doch die Aktienmärkte haben sich dennoch sehr gut entwickelt. Wir haben in den vergangenen Wochen drei Trends unterschätzt:

Erstens haben wir unterschätzt, welche Kräfte die Ankündigung unlimitierter Anleihekäufe durch die US-Notenbank freisetzt. So ist die Bilanz der US-Notenbank seit Mitte März bereits um 3.000 Milliarden US-Dollar gewachsen. Im gleichen Zeitraum hat auch die Marktkapitalisierung des S&P 500 um 3.000 Milliarden US-Dollar zugelegt. Starke monetäre Indikatoren wie das Wachstum der M1-Geldmenge in den USA von 33 Prozent (siehe Grafik 1) sind ein wichtiger Grund, warum die Kurs-Gewinn-Verhältnisse an den Aktienmärkten zuletzt so gestiegen sind.

Grafik 1: US-Geldmenge wächst um 33 Prozent

USA: Wachstum der M1-Geldmenge gegenüber dem Vorjahr

Zweitens haben wir unterschätzt, dass mit dem Senken des Fed-Leitzinses auf praktisch null vielen Anlegern ein sicherer Renditehafen verloren gegangen ist, da mittlerweile auch zweijährige US-Staatsanleihen nur noch eine Rendite von knapp über 0 Prozent bieten. Daher werden Investoren weltweit in mehr Risiko gedrängt, was die Aktienmärkte antreibt.

Und drittens haben wir unterschätzt, wie lange es gedauert hat, bis Indikatoren zum Anlegersentiment wieder Optimismus statt Panik anzeigen. So ist das Verhältnis zwischen Verkaufs- und Kaufoptionen in den USA erstmals seit Januar wieder auf ein Niveau gefallen, das häufig vor einer Korrektur am Aktienmarkt zu beobachten war (siehe Grafik 2).

Grafik 2: Investoren wieder optimistisch

USA: Verhältnis von Aktienverkaufs- zu Aktienkaufoptionen

Jedoch bewegen sich die impliziten Volatilitäten VDAX und VIX mit über 30 weiterhin auf einem relativ hohen Niveau. Sollte der VDAX in den nächsten Wochen unter 30 fallen, würden wir unsere Einschätzung für das Anlegersentiment auf »negativ« ändern. In den vergangenen Jahren korrigierte der DAX regelmäßig um 10 bis 20 Prozent, wenn das Anlegersentiment zu optimistisch wurde.

Tabelle 1: Alle 30 DAX-Unternehmen haben fallende Gewinnerwartungen für 2021

Entwicklung der Markterwartungen für den Gewinn je Aktie der DAX-Unternehmen, Geschäftsjahr 2021

Aktie

Kurs in Euro

Gewinnerwartung 2021 je Aktie in Euro

Aktuell

Vor drei Monaten

Veränderung in Prozent

Bayer

65,20

7,95

8,09

–1,7

E.ON

9,70

0,71

0,74

–4,3

Fresenius Medical Care

74,20

4,95

5,13

–3,5

Fresenius

42,20

3,70

3,86

–4,1

Deutsche Börse

149,50

6,73

7,08

–5,0

Wirecard

92,10

7,33

7,76

–5,6

Merck

101,30

6,62

7,00

–5,5

Münchener Rück

224,70

20,27

21,58

–6,1

Linde

178,70

7,71

8,27

–6,7

SAP

115,30

5,76

6,22

–7,3

Allianz

178,10

19,93

21,72

–8,2

Deutsche Telekom

14,60

1,13

1,20

–5,7

Deutsche Post

30,20

2,43

2,61

–6,7

RWE

29,70

2,02

2,17

–7,0

Henkel Vz.

81,80

4,96

5,32

–6,9

Beiersdorf

98,20

3,50

3,87

–9,7

Infineon

19,50

0,90

1,01

–10,8

Siemens

98,60

6,48

8,15

–20,6

BASF

51,10

3,52

4,35

–19,1

HeidelbergCement

45,60

5,39

7,05

–23,5

Vonovia

53,10

2,28

3,12

–27,1

adidas

230,10

8,95

11,39

–21,4

Volkswagen Vz.

134,00

21,92

30,51

–28,2

Continental

86,30

7,86

10,52

–25,3

Daimler

36,00

3,77

5,63

–33,0

BMW

56,20

6,52

9,82

–33,7

MTU

155,90

7,36

11,76

–37,4

Covestro

32,70

1,51

2,78

–45,5

Deutsche Bank

8,30

0,18

0,45

–60,1

Deutsche Lufthansa

10,50

–0,32

3,72

–108,7

Stand: 12. Juni 2020; Quelle: FactSet, Commerzbank Research Prognosen sind kein Indikator für die künftige Entwicklung.

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WKN

Basiswert

Cap

Discount

Max. Rendite p.a.

Bewertungstag

Geld-/Briefkurs

CL8 VX6

DAX

8.250,00 Pkt.

35,51 %

2,90 %

19.03.2021

80,72/80,73 EUR

SB0 C4M

DAX

12.750,00 Pkt.

7,71 %

13,77 %

19.03.2021

115,48/115,49 EUR

CL8 EKW

Bayer

59,00 EUR

20,43 %

7,86 %

19.03.2021

55,67/55,69 EUR

CL8 FL9

E.ON

8,90 EUR

15,78 %

5,90 %

19.03.2021

8,51/8,52 EUR

CL8 FTJ

Fresenius Medical Care

70,00 EUR

13,93 %

7,30 %

19.03.2021

66,31/66,34 EUR

CL8 FU7

Fresenius

39,50 EUR

19,10 %

7,43 %

19.03.2021

37,38/37,40 EUR

CL8 E8X

Deutsche Börse

135,00 EUR

20,13 %

5,97 %

19.03.2021

129,12/129,17 EUR

Faktor-Zertifikate

WKN

Basiswert

Strategie

Faktor

Laufzeit

Geld-/Briefkurs

CJ8 GXE

Bayer

Long

3

Unbegrenzt

8,32/8,33 EUR

CJ8 J5B

Bayer

Short

–3

Unbegrenzt

0,39/0,40 EUR

CJ2 307

E.ON

Long

3

Unbegrenzt

7,04/7,06 EUR

CJ8 J5L

E.ON

Short

–3

Unbegrenzt

0,67/0,68 EUR

CJ2 308

Fresenius Medical Care

Long

3

Unbegrenzt

1,86/1,87 EUR

CJ2 3U1

Fresenius Medical Care

Short

–3

Unbegrenzt

2,63/2,64 EUR

CJ7 QYG

Fresenius

Long

3

Unbegrenzt

7,48/7,49 EUR

CJ2 197

Fresenius

Short

–3

Unbegrenzt

2,33/2,34 EUR

SB0 B1K

Deutsche Börse

Long

3

Unbegrenzt

12,30/12,33 EUR

CJ2 193

Deutsche Börse

Short

–3

Unbegrenzt

0,62/0,63 EUR

Stand: 23. Juni 2020; Quelle: Société Générale

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