Märkte

Märkte im Ausnahmezustand – Volatilität erreicht neuen Rekord

In der vorherigen ideas-Ausgabe haben wir uns noch mit den immer neuen Rekorden am Aktienmarkt beschäftigt. Apple war das erste Mal in der Geschichte mehr wert als der DAX, und dieser hatte selbst noch am 17. Februar 2020 seinen Allzeithöchststand be 13.795,24 Punkten erreicht. Gemessen an diesem Höchststand folgte eine Rekordfahrt im negativen Sinne. So rutschte der DAX bis zum Redaktionsschluss in der Spitze um rund 40 Prozent nach unten ab (siehe Grafik 1).

Grafik 1: Wertentwicklung des DAX

Im gleichen Zug schoss die Volatilität (implizit) nach oben und übertraf sogar das Niveau der Finanzkrise aus dem Jahr 2008 (siehe Grafik 2).

Grafik 2: VDAX-NEW Volatilitätsindex

Diese starken Schwankungen sorgen nicht nur bei Anlegern für Unruhe. Im Zertifikatebereich hat die gestiegene Volatilität einen unterschiedlichen Einfluss auf die jeweiligen Produktkategorien. Vor allem im Bereich der Standard-Optionsscheine spielt die implizite Volatilität eine besondere Rolle. Der Preis eines Optionsscheins wird nicht nur vom Preis des Basiswerts beeinflusst, sondern auch von der Höhe der impliziten Volatilität. Bei sonst unveränderten Marktbedingungen wirkt sich der Einfluss der impliziten Volatilität sowohl auf Calls als auch auf Puts in gleichem Maß aus. Ganz grundsätzlich steigen Preise von Optionsscheinen, wenn die Volatilität steigt und umgekehrt.

Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass es nicht »eine« Volatilität am Markt gibt, die die Preise beeinflusst. Volatilität lässt sich auf verschiedene Wege zum Beispiel historisch berechnen. Diese historische Volatilität findet bei der Preisfindung von Optionsscheinen jedoch keine Anwendung. Bei Optionsscheinen sprechen Experten von impliziter Volatilität. Diese kann aus den Optionspreisen errechnet werden, die zum Beispiel an einer Optionsbörse (Eurex oder CBOE) gehandelt werden. Auf dieser Basis wird auch der VDAX-NEW der Deutschen Börse berechnet. Hier werden verschiedene Optionen am Markt betrachtet und daraus wird der Wert des VDAX-NEW errechnet. Somit kann der VDAX-NEW als grobe Indikation für das momentane Niveau der impliziten Volatilität für Optionsscheine herangezogen werden. Jedoch kann je nach Laufzeit und Basispreis eines Optionsscheins die implizite Volatilität manchmal sogar deutlich vom VDAX-NEW abweichen. Wie zu Beginn erwähnt, gibt es für jeden Optionsschein eine eigene implizite Volatilität.

Insbesondere in der derzeitigen Situation ist die implizite Volatilität auf ein Rekordniveau gestiegen. Das bedeutet auch für die meisten Optionsscheine, dass der Preis nur allein deswegen gestiegen ist, weil die implizite Volatilität gestiegen ist. Vor allem macht sich das bei Put Optionsscheinen bemerkbar. Hier wirken sich zwei Effekte positiv auf den Preis aus: zum einen der gesunkene Aktienpreis und zum anderen die gestiegene implizite Volatilität. Wer demzufolge heute über eine Depotabsicherung nachdenkt, der wird feststellen, dass die Preise für Put Optionsscheine sehr stark gestiegen sind.

In der Vergangenheit hat man oft festgestellt, dass die Volatilität steigt, wenn die Aktienkurse fallen und umgekehrt. So verhält es sich auch im Moment. Das könnte vor allem für Inhaber von Call Optionsscheinen von Bedeutung sein. Denn die Steigerung der impliziten Volatilität hatte ebenfalls einen positiven Einfluss auf den Preis von Call Optionsscheinen. Sollten die Märkte jedoch wieder in ruhigeres Fahrwasser übergehen, könnten die Preise von Call Optionsscheinen unter bestimmten Bedingungen sogar fallen, obwohl die Aktien steigen. Das liegt dann voraussichtlich an der impliziten Volatilität, die stark gesunken ist und den positiven Effekt der gestiegenen Aktienkurse überkompensiert.

Meistgehandelte Standard-Optionsscheine auf den DAX

WKN

Basiswert

Typ

Basispreis

Bewertungstag

1

CU2 PLF

DAX

Put

12.000 Pkt.

19.06.2020

2

CJ7 VXT

DAX

Put

11.500 Pkt.

19.06.2020

3

CL1 3NJ

DAX

Put

12.600 Pkt.

18.12.2020

4

CL1 3NG

DAX

Put

12.500 Pkt.

18.12.2020

5

CL1 3NN

DAX

Put

12.800 Pkt.

18.12.2020

1

CL1 3K0

DAX

Call

13.350 Pkt.

18.12.2020

2

CU5 VDD

DAX

Call

12.400 Pkt.

18.09.2020

3

CJ7 WB1

DAX

Call

12.000 Pkt.

19.06.2020

4

CU5 VBP

DAX

Call

9.500 Pkt.

18.09.2020

5

CU5 VCF

DAX

Call

10.800 Pkt.

18.09.2020

Stand: 16. März 2020; Quelle: Commerzbank

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