Titelthema

Start in ein neues Jahrzehnt – Die Trends für 2020

Dass das Börsenjahr 2019 so erfolgreich werden wird, daran haben nach dem desaströsen Dezember 2018 wohl die wenigsten geglaubt. Doch DAX & Co haben geliefert. Der MDAX konnte sogar ein neues Allzeithoch markieren, genauso wie der Dow Jones. Dabei waren die Rahmenbedingungen auch 2019 nicht optimal, wenn doch besser: Der Handelsstreit zwischen den USA und China ist zwar noch weit von einer Lösung entfernt, aber immerhin gab es immer wieder Annäherungen zwischen den beiden Parteien. Vor allem Donald Trump zeigte sich zuletzt erstaunlich einsichtig, auch wenn das nichts zu heißen hat. Zu oft schon dachten viele Marktteilnehmer, eine Lösung im Handelsstreit sei gefunden, nur um kurze Zeit später festzustellen – nicht selten durch ein Twitter-Posting – dass man sich wohl doch zu früh gefreut hat.

2020 sieht die Sache allerdings etwas anders aus. Denn es steht die nächste Präsidentschaftswahl an. Und eine schlechte Wirtschaftslage, Rezession oder fallende US-Börsen verkaufen sich im Wahlkampf natürlich gar nicht gut. Daher bleibt es spannend, wie sich US-Präsident Donald Trump im Wahljahr verhält.

Auch bei der zweiten großen Baustelle, dem Brexit, wird es im neuen Jahr interessant. Denn trotz des ursprünglichen Termins am 29. März 2019 ist Großbritannien nach jetzigem Stand noch immer Mitglied der EU. Im nicht enden zu scheinenden Ringen um einen Kompromiss, der den Brexit in geordnete Bahnen führen soll, gab schließlich im Juni die damalige Premierministerin Theresa May auf und trat zurück. Ihr Nachfolger Boris Johnson konnte das Brexit-Chaos bisher auch nicht lösen. Doch nun hat Boris Johnson mit einem unerwartet klaren Sieg bei den Parlamentswahlen am 12. Dezember 2019 den Weg für einen EU-Austritt Großbritanniens Ende Januar geebnet. Mit einer klaren Mehrheit im Rücken wird es für Boris Johnson wohl kein Problem sein, den mit der EU ausgehandelten Austrittsvertrag durch das Parlament zu bringen – zumal er nach dem Rauswurf vieler Brexit-Gegner aus der konservativen Fraktion kaum noch Widersacher in den eigenen Reihen hat. Großbritannien wird somit wahrscheinlich die EU Ende Januar 2020 geordnet verlassen.

Aber auch in Deutschland könnte es im neuen Jahr zu Veränderungen kommen. Mit der Wahl von Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans stehen nun zwei Groko-Kritiker an der Spitze der Sozialdemokraten, und so könnte es schon deutlich vor Oktober 2021 zu Bundestagswahlen kommen.

Ein Punkt, der sich allerdings nicht geändert hat ist, dass es für klassische Sparer wieder ein enttäuschendes Jahr war. Die EZB beließ den Leitzins bei 0,00 Prozent. Die Fed beschloss 2019 gleich dreimal eine Zinssenkung. Seit Anfang November liegen nun alle Augen auf Christine Lagarde, der neuen Präsidentin der Europäischen Zentralbank. Wird sie den Kurs ihres Vorgängers Mario Draghi fortführen oder eigene Akzente setzen? Und wie sieht es mit ihrem Pendant bei der Fed, Jerome Powell, aus? Wird er sich dem Druck von Präsident Trump widersetzen, der gerne noch weitere Zinssenkungen sehen würde?

Eins ist sicher: Mit klassischen Sparformen wird auch künftig keine vernünftige Rendite zu erwirtschaften sein. Es ist also höchste Zeit, sich auch einmal an den Aktienmärkten umzuschauen. Und damit Sie für das kommende Börsenjahr gut gerüstet sind, stellen wir Ihnen auf den Folgeseiten die wichtigsten Trends an den Kapitalmärkten vor. Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen und gute Anlageentscheidungen im Jahr 2020.

Titelthema

20 Trends für 2020

Nach dem überraschend starken Börsenjahr 2019 erwarten wir für 2020 nur einen leichten DAX-Anstieg. Denn wir gehen davon aus, dass das für 2020 erwartete DAX-Gewinnwachstum enttäuschen wird, und ein weiterer nachhaltiger Anstieg des Kurs-Gewinn-Verhältnisses für den DAX ist trotz der anhaltenden Suche nach Dividendenrenditen unwahrscheinlich. Denn angesichts einer wohl nur blutarmen Erholung der Konjunktur dürften die DAX-Gewinn- und Dividendenerwartungen weiter fallen, was gegen eine höhere Bewertung spricht. In unserem Szenario werden 20 Trends das Börsenjahr 2020 prägen.

Trend 1: Die US-Wirtschaft wächst 2020 nominal mit fast 4 Prozent
Dank der drei Leitzinssenkungen der US-Notenbank wird die US-Wirtschaft auch 2020 stetig wachsen. Vor allem der Konsum profitiert stark von den niedrigeren Zinsen und bleibt damit die Wachstumslokomotive. Wir erwarten ein reales Wachstum von 1,7 Prozent für 2020, und die Preise werden um 2,2 Prozent steigen. Damit wächst die US-Wirtschaft mit nominal 3,9 Prozent fast genau so stark wie 2019. Die USA bleiben 2020 ein wichtiger Wachstumsmarkt für die DAX-Unternehmen.

Tabelle 1: Commerzbank Prognosen für Bruttoinlandsprodukt und Inflation

Wachstum BIP im Quartalsvergleich in Prozent

BIP im Jahresvergleich in Prozent

Inflation in Prozent

Q4 19

Q1 20

Q2 20

Q3 20

Q4 20

Q1 01

Q2 01

Q3 01

Q4 01

2019

2020

2021

2019

2020

2021

Deutschland

0,0

0,1

0,2

0,2

0,2

0,2

0,2

0,2

0,2

0,5

0,8

0,8

1,4

1,4

1,7

Euroraum

0,1

0,2

0,2

0,2

0,2

0,2

0,2

0,2

0,2

1,2

0,9

1,1

1,2

1,2

1,4

USA

0,4

0,4

0,4

0,4

0,4

0,5

0,5

0,5

0,5

2,3

1,7

1,8

1,8

2,2

2,3

China (Vorjahr)

6,0

5,9

5,8

5,7

5,6

5,6

5,5

5,5

5,4

6,2

5,8

5,5

2,8

2,5

2,3

Stand: 11. Dezember 2019; Quelle: Commerzbank Prognosen. Prognosen sind kein Indikator für die künftige Entwicklung.

Trend 2: Das Wachstum im Euroraum bleibt 2020 mit 0,9 Prozent enttäuschend niedrig
Die EZB hat 2019 den Leitzins weiter gesenkt und ihre Anleihenkäufe wieder aufgenommen. Doch im Gegensatz zur US-Notenbank kann die EZB mit ihrer Politik kaum noch Wachstumsimpulse setzen, sodass das Wirtschaftswachstum 2020 mit 0,9 Prozent enttäuschend niedrig bleiben wird. Auch die Inflation verharrt mit 1,2 Prozent weiterhin deutlich unter der 2-Prozent-Zielmarke der europäischen Notenbank. Nominal wächst die Wirtschaft im Euroraum damit nur um knapp 2 Prozent.

Trend 3: Die deutsche Wirtschaft bleibt 2020 mit einem Wachstum von 0,8 Prozent ein Sorgenkind
Mit einem Wachstum von nur 0,5 Prozent war die deutsche Wirtschaft 2019 eine der größten Enttäuschungen. Und auch für 2020 erwarten wir keine Wachstumsbeschleunigung. Die deutsche Wirtschaft leidet weiterhin unter dem Wirtschaftsabschwung in China und dem anhaltenden Gegenwind im Autosektor. Bei einem nominalen Wachstum von 2,2 Prozent bekommen die DAX-Unternehmen kaum Rückenwind vom deutschen Heimatmarkt.

Trend 4: Chinas Wachstum wird sich 2020 weiter auf 5,8 Prozent abschwächen
Chinas Wirtschaft leidet 2020 weiterhin unter der hohen Verschuldung im Unternehmenssektor, sodass die expansive Geld- und Fiskalpolitik nicht mehr so stark ihre Wirkung entfalten kann. Für 2020 erwarten wir eine weitere Verlangsamung des realen Wachstums von 6,2 Prozent auf 5,8 Prozent. Nominal wächst die Wirtschaft aber immer noch mit gut 8 Prozent, sodass für einige DAX-Unternehmen China ein Wachstumsmarkt bleiben wird.

Trend 5: Auch 2020 bleibt die Inflation weltweit niedrig
In den USA liegt die Arbeitslosenquote auf einem 50-Jahres-Tief, und die Stundenlöhne wachsen so stark wie seit zehn Jahren nicht mehr. Dennoch erwarten wir auch für 2020 mit 2,2 Prozent eine anhaltend moderate Inflation in den USA, da beispielsweise die Preistransparenz durch das Internet die Preisentwicklung in Schach hält. Auch im Euroraum bleibt die Inflation trotz Niedrigzinsen mit 1,2 Prozent sehr niedrig. Dank der niedrigen Inflation werden 2020 die Notenbanken weltweit ihre expansive Geldpolitik fortsetzen.

Tabelle 2: Commerzbank Prognosen für Leitzinsen und Bondrenditen in Prozent

Prognosen für Quartalsende in Prozent

Q1 2020

Q2 2020

Q3 2020

Q4 2020

EZB-Leitzins

–0,50

–0,50

–0,50

–0,50

Euribor 3 Monate

–0,38

–0,40

–0,41

–0,41

Rendite deutsche Staatsanleihen 10 Jahre

–0,20

–0,30

–0,40

–0,50

Fed-Leitzins

1,75

1,50

1,50

1,50

Dollar-Libor 3 Monate

1,90

1,60

1,60

1,55

Rendite US-Staatsanleihen 10 Jahre

1,90

1,65

1,50

1,40

US-Dollar je Euro

1,14

1,16

1,17

1,18

Japanischer Yen je US-Dollar

104,00

102,00

101,00

100,00

Stand: 11. Dezember 2019; Quelle: Commerzbank Prognosen. Prognosen sind kein Indikator für die künftige Entwicklung.

Trend 6: Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe fällt 2020 überraschend auf –0,5 Prozent
Die anhaltend niedrige Inflation und das schwache Wachstum der Wirtschaft im Euroraum wird auch 2020 die große Trendwende an den europäischen Rentenmärkten verhindern. Die EZB wird zwar ihren Leitzins im Jahr 2020 unverändert bei –0,5 Prozent belassen, doch ihre Anleihenkäufe wird die Notenbank stetig fortsetzen. Diese anhaltend sehr expansive Geldpolitik der EZB bleibt daher der entscheidende Trend, warum die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe im Jahresverlauf 2020 stetig auf –0,5 Prozent fallen wird.

Trend 7: Die US-Notenbank überrascht 2020 mit einer weiteren Leitzinssenkung
Vor dem Hintergrund einer Arbeitslosenquote auf einem 50-Jahres-Tief und eines Lohnwachstums auf einem 10-Jahres-Hoch in den USA waren die drei Leitzinssenkungen der US-Notenbank eine der größten Überraschungen des Börsenjahres 2019. Für 2020 erwarten wir eine weitere Leitzinssenkung von 1,75 Prozent auf 1,50 Prozent, da sich die Inflation in den USA mit 2,2 Prozent auf einem überraschend niedrigen Niveau stabilisieren wird.

Grafik 1: DAX-Gewinnerwartungen für die Geschäftsjahre fallen stetig
Grafik 1: DAX-Gewinnerwartungen für die Geschäftsjahre fallen stetig
Stand: 12. Dezember 2019; Quelle: FactSet, Commerzbank AG

Trend 8: Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen fällt 2020 auf 1,40 Prozent
Hoffnungen auf einen vorläufigen Handelsdeal zwischen den USA und China haben im vierten Quartal 2019 zu einem deutlichen Renditeanstieg geführt. Wir sind jedoch der Meinung, dass selbst bei einem Handelsdeal eine Konjunkturbeschleunigung ausbleiben wird, da nach elf Jahren Wirtschaftsaufschwung die USA nur noch ein schwaches Trendwachstum haben. Daher erwarten wir einen Rückgang der zehnjährigen US-Rendite auf 1,40 Prozent bis Ende 2020.

Trend 9: Der Euro steigt auf 1,18 US-Dollar, da die US-Notenbank 2020 noch expansiver wird
Für viele Investoren wird es ein Rätsel bleiben, warum der US-Dollar 2019 so stark geblieben ist, obwohl die US-Notenbank überraschend dreimal den Leitzins gesenkt hat. Doch die durch den Handelskrieg ausgelöste latente Unsicherheit hat dem US-Dollar 2019 Rückenwind gegeben. 2020 sollte der US-Dollar jedoch gegenüber dem Euro auf 1,18 US-Dollar abwerten. Zum einen wird es 2020 zu einer Entspannung im Handelskrieg kommen, und zum anderen wird 2020 die nochmals expansivere Geldpolitik der US-Notenbank den US-Dollar schwächen.

Trend 10: Das für 2020 erwartete DAX-Gewinnwachstum wird von derzeit 11 Prozent auf 2 Prozent fallen
Wie so häufig in den vergangenen Jahren erwarten die Unternehmensanalysten zum Jahresbeginn im Durchschnitt ein zweistelliges Gewinnwachstum von 11 Prozent für das Geschäftsjahr 2020. Doch nach elf Jahren Wachstum der globalen Konjunktur ist ein zweistelliges Gewinnwachstum nicht mehr möglich, da vor allem die Kosten mittlerweile deutlich steigen. So lagen die Löhne in Deutschland im dritten Quartal 2019 4 Prozent höher als vor einem Jahr, was das größte Lohnwachstum seit zehn Jahren bedeutete. Wir prognostizieren daher, dass die DAX-Unternehmen ihre Gewinne im Geschäftsjahr 2020 nur leicht um 2 Prozent steigern können.

Trend 11: Das DAX-KGV bewegt sich 2020 seitwärts im Bereich von 14
Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für den DAX für das Geschäftsjahr 2020 ist im Jahr 2019 dynamisch von 10 auf 14 gestiegen. Die anhaltende Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank treibt aus Mangel an Anlagealternativen die Investoren zunehmend in die Aktienanlage, was zu höheren Aktienbewertungen führt. Jedoch leiden auch mehr und mehr DAX-Unternehmen unter der trägen Wirtschaftsentwicklung, sodass für viele Unternehmen die Gewinn- und Dividendenerwartungen mittelfristig weiter fallen werden. Dieser recht trübe Wachstumsausblick spricht daher in unserem Szenario gegen einen weiteren Anstieg des DAX-KGV, sodass wir für die Bewertungskennzahl 2020 einen Seitwärtstrend im Bereich von 14 erwarten.

Trend 12: Der DAX beendet das Jahr 2020 nur leicht höher bei 13.700 Punkten
Unser Szenario einer »fairen« KGV-Bewertung von 14 und einem erwarteten Gewinnwachstum von 2 Prozent entspricht einem DAX-Kursziel von 13.700 Punkten für 2020. Wir sind daher der Meinung, dass sich der momentane Bullenmarkt, der bereits vor knapp elf Jahren im März 2009 startete, 2020 fortsetzen wird. Die Kurssteigerungen werden jedoch 2020 nur relativ moderat ausfallen (siehe Tabelle 3).

Tabelle 3: Commerzbank Kursziele für die Aktienmärkte (KBV = Kurs-Buchwert-Verhältnis, ROE = Eigenkapitalrendite)

Aktuell

Kursziel 2020

Kursspanne bis Ende 2020

KBV-Historie

Index

KBV

ROE %

Index

KGV

Tief

KBV

Hoch

KBV

Mittel 10J

Hoch

Tief

DAX

13.147

1,53

10,8

13.700

1,55

11.800

1,40

14.400

1,60

1,45

1,87

0,95

MDAX

27.351

1,80

8,5

28.400

1,80

25.000

1,65

29.400

1,85

1,78

2,37

1,22

Euro STOXX 50

3.687

1,72

11,7

3.800

1,70

3.400

1,60

3.900

1,75

1,52

1,90

1,02

STOXX Europe 50

3.330

1,97

13,4

3.450

1,95

3.100

1,85

3.550

2,00

1,75

2,10

1,23

STOXX Europe 600

406

1,77

11,9

420

1,75

380

1,65

430

1,80

1,59

1,92

1,11

S&P 500

3.142

3,28

18,4

3.300

3,20

2.800

3,00

3.400

3,30

2,48

3,32

1,64

Nasdaq 100

8.403

5,62

25,3

8.800

5,50

7.400

5,00

9.200

5,60

3,84

5,66

2,48

Stand: 12. Dezember 2019; Quelle: Commerzbank Prognosen. Prognosen sind kein Indikator für die künftige Entwicklung.

Trend 13: Der DAX wird sich 2020 zwischen 11.800 Punkten und 14.400 Punkten bewegen
Die Verabschiedung eines Handelsabkommens zwischen den USA und China, eine leichte Erholung der konjunkturellen Frühindikatoren und die anhaltende Suche nach Dividendenaktien könnten den DAX in den ersten Monaten des Jahres 2020 noch weiter nach oben treiben. Doch ein trotz Handelsdeal nur leichtes Wirtschaftswachstum, insbesondere in China, und politische Risikofaktoren wie die US-Wahlen werden 2020 regelmäßig DAX-Konsolidierungen auslösen.

Trend 14: Investoren sollten 2020 Aktienpositionen aufstocken, wenn der VDAX auf 20 bis 25 steigt
Wir empfehlen Investoren, nur in nervösen Marktphasen mit einem VDAX zwischen 20 bis 25 Positionen im DAX auszubauen. Zudem sollten Investoren genau in diesen Phasen Investments in DAX-Zykliker aus den Sektoren Auto, Chemie und Industrie in Erwägung ziehen. Gleichzeitig sollten in diesen Phasen Positionen in defensiven DAX-Aktien aus den Sektoren Versorger und Versicherungen reduziert werden.

Trend 15: Investoren sollten 2020 Aktienpositionen abbauen, wenn der VDAX auf 12 bis 14 fällt
In einem Umfeld mit einer gelassenen Anlegerstimmung sollten Investoren dagegen Positionen im DAX abbauen. Zudem eignen sich diese Phasen, um Kursgewinne in zyklischen DAX-Aktien aus den Sektoren Auto, Chemie und Industrie teilweise zu sichern. Die durch Gewinnmitnahmen frei werdenden Mittel können stattdessen in »defensivere« Positionen wie DAX-Versorger oder DAX-Versicherungen investiert werden – bis der VDAX wieder auf über 20 steigt.

Trend 16: 18 DAX-Unternehmen heben 2020 ihre Dividende an
Obwohl viele DAX-Unternehmen für das Geschäftsjahr 2019 einen Gewinnrückgang verkraften müssen, werden wahrscheinlich 18 DAX-Unternehmen ihre Dividende anheben. In Zeiten, in denen mehr und mehr Investoren nach attraktiven Dividendenaktien Ausschau halten, werden sich viele DAX-Unternehmen entschließen, ihre Ausschüttungsquote anzuheben. Damit fließt ein steigender Anteil der von den DAX-Unternehmen erwirtschafteten Gewinne per Dividende an die Aktionäre (siehe Tabelle 4).

Tabelle 4: DAX-Dividendenerwartungen für das Geschäftsjahr 2019

Aktie

Preis in Euro

Dividende in Euro

Dividende GJ 2019 in Euro

HV-Termin 2020

GJ 2016

GJ 2017

GJ 2018

GJ 2019

Rendite in %

adidas

278,40

2,00

2,60

3,35

3,80

1,36

14.05.2020

Allianz

216,10

7,60

8,00

9,00

9,40

4,35

06.05.2020

BASF

67,60

3,00

3,10

3,20

3,30

4,89

30.04.2020

BMW

74,20

3,50

4,00

3,50

3,00

4,04

14.05.2020

Bayer

69,10

2,70

2,80

2,80

2,80

4,05

28.04.2020

Beiersdorf

103,90

0,70

0,70

0,70

0,70

0,67

16.04.2020

Continental

117,00

4,25

4,50

4,75

3,50

2,99

30.04.2020

Covestro

41,80

1,35

2,20

2,40

2,40

5,75

17.04.2020

Daimler

49,50

3,25

3,65

3,25

1,90

3,84

01.04.2020

Deutsche Bank

6,60

0,19

0,11

0,11

0,00

0,00

20.05.2020

Deutsche Börse

138,20

2,35

2,45

2,70

2,90

2,10

07.05.2020

Deutsche Post

34,30

1,05

1,15

1,15

1,15

3,36

13.05.2020

Deutsche Telekom

14,90

0,60

0,65

0,70

0,60

4,03

26.03.2020

E.ON

9,40

0,21

0,30

0,43

0,46

4,90

13.05.2020

Fresenius

50,00

0,62

0,75

0,80

0,90

1,80

16.05.2020

Fresenius Medical Care

65,10

0,96

1,06

1,17

1,30

2,00

19.05.2020

HeidelbergCement

67,30

1,60

1,90

2,10

2,20

3,27

08.05.2020

Henkel Vz.

94,30

1,62

1,79

1,85

2,00

2,12

20.04.2020

Infineon

20,20

0,22

0,25

0,27

0,27

1,34

20.02.2020

Linde

185,80

3,70

3,9/3,1

3,04

3,22

1,73

25.07.2020

Lufthansa

16,50

0,50

0,80

0,80

0,80

4,84

05.05.2020

Merck

102,90

1,20

1,25

1,25

1,30

1,26

24.04.2020

MTU

261,60

1,90

2,30

2,85

3,30

1,26

07.05.2020

Münchener Rück

261,50

8,60

8,60

9,25

10,00

3,82

29.04.2020

RWE

26,50

0,00

0,5/1,0

0,70

0,80

3,02

28.04.2020

SAP

121,40

1,25

1,40

1,50

1,50

1,24

20.05.2020

Siemens

117,20

3,60

3,70

3,80

3,90

3,33

05.02.2020

Volkswagen Vz.

178,20

2,06

3,96

4,86

6,56

3,68

13.05.2020

Vonovia

47,00

1,12

1,32

1,44

1,57

3,34

15.05.2020

Wirecard

104,00

0,16

0,18

0,20

0,30

0,29

17.06.2020

Stand: 12. Dezember 2019; Quelle: Commerzbank Schätzungen, Datastream. Prognosen sind kein Indikator für die künftige Entwicklung.

Trend 17: 5 DAX-Unternehmen werden 2020 ihre Dividende senken
Es gibt aber auch eine Reihe von Unternehmen, deren Ausschüttungsquote relativ stabil bleibt. Bei diesen Unternehmen »atmet« die Dividende im Gleichklang mit der Entwicklung des Konzerngewinns. Daher werden manche Unternehmen mit deutlichen Gewinnrückgängen wie BMW und Daimler ihre Dividendenzahlung für 2020 deutlich nach unten anpassen.

Trend 18: Die DAX-Dividendensumme stagniert 2020 bereits das dritte Jahr in Folge
Obwohl 18 DAX-Unternehmen ihre Dividende anheben und nur fünf Unternehmen ihre Dividende reduzieren werden, wird die DAX-Dividendensumme 2020 um 1 Prozent von 38,2 Milliarden Euro auf 37,7 Milliarden Euro fallen (siehe Grafik 2). Damit stagniert die Summe der von den DAX-Unternehmen gezahlten Dividenden bereits das dritte Jahr in Folge. Steigende Dividendenausschüttungen von Volkswagen (plus 850 Millionen Euro), E.ON (plus 250 Millionen Euro) und Bayer (plus 200 Millionen Euro) können insbesondere die stark fallenden Dividendenausschüttungen von Daimler (minus 1.450 Millionen Euro) und Deutsche Telekom (minus 500 Millionen Euro) nicht ausgleichen.

Grafik 2: DAX-Dividendensumme stagniert bereits das dritte Jahr in Folge
Grafik 2: DAX-Dividendensumme stagniert bereits das dritte Jahr in  Folge
Stand: 12. Dezember 2019; Quelle: Commerzbank Prognosen, DAX-Geschäftsberichte
Prognosen sind kein Indikator für die künftige Entwicklung.

Trend 19: S&P 500 entwickelt sich 2020 besser als der EURO STOXX 50
Wir erwarten, dass sich die Aktienmärkte in den USA 2020 besser entwickeln werden als in Europa. So wird der S&P 500 auf ein neues Rekordhoch von 3.300 Punkten steigen, getrieben von einem weiteren guten Jahr der großen US-Technologieaktien. Der EURO STOXX 50 leidet dagegen weiterhin an einem Mangel an Technologieaktien und einem hohen Gewicht an Finanzwerten, die weiterhin mit der anhaltenden Niedrigzinspolitik der EZB klarkommen müssen. Wir erwarten den EURO STOXX 50 Ende 2020 mit 3.800 Punkten nur leicht höher als zum Jahresende 2019.

Trend 20: Unerwarteter Absturz der chinesischen Wirtschaft das größte Risiko des Börsenjahres 2020
In unserem Szenario für 2020 erwarten wir eine anhaltende Wachstumsabschwächung in China, aber keine Krise in China. Doch die Warnsignale für China haben zuletzt weiter zugenommen. So fallen mittlerweile viele Unternehmensanleihen von chinesischen Unternehmen aus. Die Leerstandsquote auf dem Büromarkt in China hat mit 22 Prozent ein besorgniserregendes 10-Jahres-Hoch erreicht. Und auf dem chinesischen Automarkt ist die erhoffte Erholung im zweiten Halbjahr 2019 ausgeblieben. Investoren sollten daher 2020 ein genaues Auge auf die weitere Entwicklung in China haben. Sollten sich die Trends 2020 in China weiter eintrüben, raten wir 2020 den Lesern des ideas-Magazins rechtzeitig zum aggressiven Abbau von Aktienpositionen.

Anlageidee: Partizipieren Sie an der Entwicklung ausgewählter Aktien und Indizes

Nutzen Sie die Einschätzungen unserer Experten und partizipieren Sie an der Entwicklung ausgewählter Aktien und Indizes. Ein Überblick über das gesamte Produktspektrum an Optionsscheinen und Zertifikaten steht Ihnen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung.

Index-Zertifikate

WKN

Basiswert

Bezugsverhältnis

Laufzeit

Geld-/Briefkurs

CJ8 M7K

DAX

100:1

Unbegrenzt

133,00/133,02 EUR

CJ8 V3Z

EURO STOXX 50 Return

100:1

Unbegrenzt

79,65/79,72 EUR

CU0 F01

S&P 500

100:1

Unbegrenzt

28,64/28,66 EUR

Capped Bonus-Zertifikate

WKN

Basiswert

Cap/Bonusbetrag

Barriere

Abstand zur Barriere

Max. Rendite p.a.

Bewertungstag

Geld-/Briefkurs

CU2 WUN

Allianz

250,00 EUR

184,00 EUR

17,34 %

10,42 %

18.12.2020

225,56/225,74 EUR

CU3 UEW

BASF

78,00 EUR

55,00 EUR

18,83 %

13,19 %

18.12.2020

68,59/68,65 EUR

CU6 V1U

BMW

87,00 EUR

62,00 EUR

17,46 %

14,20 %

18.12.2020

75,80/75,86 EUR

CU6 V1G

Bayer

83,00 EUR

56,00 EUR

20,63 %

16,17 %

18.12.2020

71,07/71,13 EUR

CU3 XHJ

Covestro

50,50 EUR

30,00 EUR

28,59 %

16,44 %

18.12.2020

43,16/43,20 EUR

CU5 43P

Daimler

58,50 EUR

40,00 EUR

21,64 %

13,29 %

18.12.2020

51,41/51,45 EUR

CU6 V22

E.ON

10,50 EUR

7,60 EUR

21,34 %

9,19 %

18.12.2020

9,58/9,59 EUR

CL1 V3G

Deutsche Telekom

16,50 EUR

12,50 EUR

16,21 %

9,54 %

18.12.2020

15,01/15,02 EUR

CU3 UQ2

Lufthansa

20,40 EUR

12,50 EUR

26,15 %

15,40 %

18.12.2020

17,58/17,60 EUR

Faktor-Zertifikate

WKN

Basiswert

Strategie

Faktor

Laufzeit

Geld-/Briefkurs

CJ7 R00

DAX-Future

Long

5

Unbegrenzt

22,86/22,89 EUR

CJ2 80L

EURO STOXX 50-Future

Long

5

Unbegrenzt

11,52/11,55 EUR

CU0 CQ8

S&P 500-Future

Long

6

Unbegrenzt

17,62/17,73 EUR

CJ2 651

Nasdaq-Future

Long

6

Unbegrenzt

11,94/12,02 EUR

CJ8 GYH

Allianz

Long

5

Unbegrenzt

28,65/28,73 EUR

CJ8 GYJ

BASF

Long

5

Unbegrenzt

10,48/10,51 EUR

CJ8 GYM

BMW

Long

5

Unbegrenzt

10,51/10,54 EUR

CJ8 GYK

Bayer

Long

5

Unbegrenzt

7,54/7,56 EUR

CJ7 QYY

Covestro

Long

5

Unbegrenzt

3,05/3,08 EUR

CJ8 GYP

Daimler

Long

5

Unbegrenzt

8,05/8,07 EUR

CU0 CYS

E.ON

Long

5

Unbegrenzt

9,72/9,74 EUR

CU0 B1P

Deutsche Telekom

Long

5

Unbegrenzt

13,30/13,34 EUR

CU4 1KA

Lufthansa

Long

5

Unbegrenzt

14,26/14,31 EUR

Stand: 17. Dezember 2019; Quelle: Commerzbank AG

Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform. Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN. Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern, den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere, um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.