Märkte

Marktbericht – Discount-Zertifikate

Interessante Alternative zwischen Anleihe und Aktie

Kennen Sie noch »Günther Schild«, das putzige Maskottchen der Finanzagentur in Form einer Schildkröte? In den Jahren 2008 bis 2012 war es Günther Schild, der den deutschen Privatanlegern eine Investition in Bundeswertpapiere schmackhaft machen sollte. Dazu wurde eigens eine Schildkröte neben Bulle und Bär auf dem Vorplatz der Börse in Frankfurt aufgestellt. Doch die Zinsentwicklung machte der Finanzagentur einen Strich durch die Rechnung und so musste sich Günther Schild nach nur vier Jahren wieder verabschieden. Mittlerweile werden Bundeswertpapiere nicht mehr dezidiert für Privatanleger angeboten. Die letzte Bundesanleihe wurde mit einer Laufzeit von 30 Jahren und einem Kupon in Höhe von 0 Prozent auf den Markt gebracht. Kein Wunder, dass diese Anlageklasse zum Vermögensaufbau nicht mehr geeignet scheint.

In einem Werbespot von damals kritisiert die Schildkröte Günther das Auf und Ab an der Börse und wirbt für den »ruhigen« Vermögensaufbau mit Bundeswertpapieren. Heute, rund sieben Jahre nach dem Ende der Finanzagentur, führt für viele Anleger kaum ein Weg an der Börse vorbei. Zumindest in den vergangenen zehn Jahren war dies in der Regel ein ertragreiches Unterfangen. Vor allem, wenn man neben deutschen auch amerikanische Werte im Depot hatte. Doch wer heute investieren möchte, der sieht sich mit Höchstkursen an den Aktienmärkten konfrontiert. Der DAX hat es zwar noch nicht ganz geschafft, aber Indizes wie der Dow Jones, der S&P 500 oder der Nasdaq 100 haben im Jahr 2019 neue Allzeithöchststände erreicht.

Wer demzufolge heute investiert, hat es ungleich schwerer als noch vor Jahren. Vor allem die Anleger, die momentan von nicht mehr weiter steigenden Kursen ausgehen, müssen sich nach Alternativen umschauen. Wer zum Beispiel Zertifikate einsetzt, kann das Risiko eines Investments gegenüber der Direktanlage deutlich reduzieren. Es ist auch dann möglich, einen Gewinn zu erzielen, wenn die Aktienkurse fallen. Möglich wird dies durch den Einsatz von Discount-Zertifikaten. Sie beziehen sich in aller Regel auf eine Aktie und sind mit einer Gewinnbegrenzung ausgestattet, dem Cap. Für diesen Nachteil (Gewinnbegrenzung) sinkt der Kaufpreis des Zertifikats (Discount). Dadurch wird es möglich, wenn die Aktie zum Beispiel leicht fällt, einen Gewinn zu erzielen.

Im Zertifikatebereich der Commerzbank sind derzeit Discount-Zertifikate auf Aktien aus dem DAX sehr beliebt. Allerdings weichen die Konditionen nicht nur aufgrund der unterschiedlichen Dividendenhöhe voneinander ab. In der Tabelle unten weisen alle Discount-Zertifikate in etwa einen Discount in Höhe von 15 Prozent auf. Die maximale Rendite p.a. reicht allerdings von 3,2 Prozent bis 26,7 Prozent. Der Unterschied ergibt sich hauptsächlich aus der Volatilität. Die Aktie von Wirecard ist dabei ein besonderes Beispiel. Im DAX weist diese Aktie momentan die mit Abstand höchste Volatilität auf (historisch, 260 Tage). Diese liegt mit 68 Prozent sehr hoch. Zum Vergleich: Die Deutsche Bank belegt zurzeit Platz 2 mit einer Volatilität in Höhe von 38 Prozent. Damit liegt sie 40 Prozentpunkte niedriger. Die hohe Volatilität spricht für eine sehr risikoreiche Aktie. Somit ist das Erzielen der maximalen Rendite tendenziell unwahrscheinlicher als beispielsweise beim Discount-Zertifikat auf die Deutsche Telekom. Die Volatilität der Telekom liegt zurzeit bei nur 13 Prozent. Dafür liegt die maximale Rendite p.a. auch »nur« bei 3,2 Prozent.

Demzufolge sollten Anleger nicht nur auf die mögliche Rendite von Discount-Zertifikaten achten. Schließlich werden Inhaber von Discount-Zertifikaten zu Aktionären, wenn die Aktie am Bewertungstag unterhalb des Caps notiert. In diesem Fall ist der ursprüngliche Kaufpreis des Zertifikats der Einstandskurs für die Aktien. Man erhält für jedes Zertifikat je eine Aktie. Somit entscheidet am Ende der Kaufpreis des Zertifikats über den Erfolg eines Investments in Discount-Zertifikate.

Anlageidee: Discount-Zertifikate auf ausgewählte Einzelaktien

Discount-Zertifikate Classic (Bewertungstag: 18. Dezember 2020)

WKN

Basiswert

Aktienkurs

Cap

Briefkurs

Max. Rendite p.a.

Discount

Volatilität (hist. 260 Tage)

Dividendenrendite

CA4 4KD

Deutsche Telekom

14,85 EUR

13,00 EUR

12,58 EUR

3,2 %

15 %

13 %

4,7 %

CJ8 UEY

Vonovia

47,02 EUR

41,50 EUR

39,87 EUR

3,9 %

15 %

20 %

3,1 %

CL1 DUL

adidas

279,65 EUR

255,00 EUR

237,37 EUR

7,1 %

15 %

26 %

1,2 %

CA3 E6U

Lufthansa

16,66 EUR

16,00 EUR

14,36 EUR

10,8 %

15 %

30 %

4,8 %

CA3 FB6

Infineon

20,83 EUR

20,00 EUR

17,59 EUR

13,1 %

15 %

35 %

1,3 %

CU1 T1A

Wirecard

105,87 EUR

115,00 EUR

89,86 EUR

26,7 %

15 %

68 %

0,2 %

Stand: 12. Dezember 2019; Quelle: Commerzbank AG, Bloomberg

Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform. Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN. Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern, den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere, um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.