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Discount-Optionsscheine – Teil 2

In der vorherigen Ausgabe des ideas-Magazins hatten wir uns mit den Grundzügen und der Funktionsweise von Discount-Optionsscheinen beschäftigt. Aufbauend darauf stellen wir Ihnen in der vorliegenden Ausgabe mögliche Strategien vor und erläutern Ihnen die Einflussfaktoren, die den Preis eines Discount-Optionsscheins beeinflussen.

Kurz zur Erinnerung
Beim Discount-Optionsschein verzichten Anleger auf die volle Kurschance eines klassischen Optionsscheins, erhalten im Gegenzug aber einen »Preisnachlass« (Discount) beim Kauf. Dieser Discount sorgt dafür, dass bei moderaten Kursbewegungen des Basiswerts in der Regel deutlich höhere Gewinne erzielt werden können als mit der klassischen Variante. Zudem sind auch Szenarien denkbar, in denen der Basiswert eigentlich in die »falsche« Richtung läuft, der Discount-Optionsschein dem Anleger aber trotzdem noch einen Gewinn beschert.

Strategien
Mit Discount-Optionsscheinen können verschiedene Strategien umgesetzt werden. Entscheidende Stellschraube ist dabei die Wahl des Caps in Bezug zum aktuellen Kurs des Basiswerts. Grundsätzlich gilt für Discount Calls, dass Gewinnchance und Risiko steigen, je höher der Cap angesetzt wird. Bei Discount Puts ist es genau umgekehrt. Hier steigen Chance und Risiko, je tiefer der Cap angesetzt wird.

Die nebenstehende Übersicht (Tabelle 1) zeigt am Beispiel von Discount Call Optionsscheinen auf den ABC-Index, wie sich das Chance-Risiko-Profil in Abhängigkeit von der Wahl unterschiedlicher Caps verändert:

Tabelle 1: Strategien mit Discount Call Optionsscheinen im Vergleich*

Strategie

Offensiv

Neutral

Defensiv

ABC-Index-Stand

6.160

6.160

6.160

Cap

6.800

6.400

6.000

Basispreis

6.300

5.900

5.500

Preis

2,07 EUR

2,92 EUR

3,60 EUR

Höchstbetrag

5,00 EUR

5,00 EUR

5,00 EUR

Max. Gewinn in EUR

2,93 EUR

2,08 EUR

1,40 EUR

Max. Gewinn in %

141,5 %

71,2 %

38,9 %

Maximalgewinn wird erreicht bei einer Indexveränderung von

+10,4 %

+3,9 %

–2,6 %

Vergleich des Anlageerfolgs bei verschiedenen Indexständen zum Laufzeitende

7.000

141,5 %

71,2 %

38,9 %

6.750

117,4 %

71,2 %

38,9 %

6.500

–3,4 %

71,2 %

38,9 %

6.250

–100,0 %

19,9 %

38,9 %

6.160

–100,0 %

–11,0 %

38,9 %

6.000

–100,0 %

–65,8 %

38,9 %

5.750

–100,0 %

–100,0 %

–30,6 %

5.500

–100,0 %

–100,0 %

–100,0 %

*Beispiel anhand von Optionsscheinen mit einer Restlaufzeit von fünf Monaten bei einem anfänglichen Indexstand von 6.160 Punkten

a) Offensive Strategie: Bei Discount Call Optionsscheinen, deren Basispreis oberhalb des aktuellen Indexstands liegt, muss der Index in jedem Fall zulegen, damit der Anleger überhaupt in die Gewinnzone kommt. Dafür bleibt nach oben beträchtliches Ertragspotenzial.

b) Neutrale Strategie: Bei Discount Call Optionsscheinen, die so gewählt sind, dass der aktuelle Indexstand des Basiswerts zwischen Basispreis und Cap liegt, ergibt sich ein ausgewogenes Chance-Risiko-Profil. Um den immer noch relativ hohen Maximalertrag zu erreichen, genügt dann in der Regel schon ein kleines Indexplus.

c) Defensive Strategie: Bei Discount Call Optionsscheinen, deren Cap unterhalb des aktuellen Indexstands liegt, ist das Gewinnpotenzial am geringsten. Dafür wird der Höchstbetrag aber auch dann erreicht, wenn der Index bis zur Fälligkeit nicht weiter steigt oder er sogar leicht nachgibt.

Einflussfaktoren auf den Discount-Optionsscheinpreis
Grundsätzlich wirken während der Laufzeit dieselben Faktoren auf den Preis von Discount-Optionsscheinen ein wie bei klassischen Optionsscheinen. Hierzu zählen in erster Linie die Kursbewegungen des Basiswerts, die Restlaufzeit und die implizite Volatilität. Art und Stärke dieser Auswirkungen können aber von den klassischen Optionsscheinen abweichen und sich während der Laufzeit verändern.

  • Kurs des Basiswerts: Je höher der Kurs des zugrunde liegenden Basiswerts, desto höher (geringer) ist der Preis des Discount Calls (Puts). Basispreis: Bei gleichem Abstand zwischen Basispreis und Cap gilt in der Regel, je höher der Basispreis, umso billiger (teurer) ist der Call (Put).
  • Volatilität: Der Einfluss der Volatilität fällt bei Discount-Optionsscheinen je nach Ausgestaltung unterschiedlich aus. In der Regel wirkt sich ein Anstieg der Volatilität, anders als bei klassischen Optionsscheinen, eher preismindernd aus. Eine Ausnahme sind Discount Calls mit offensiver Ausprägung. Ihr Kursverhalten ähnelt dem eines klassischen Optionsscheins.
  • Laufzeit: Der Laufzeiteinfluss kann ebenso unterschiedlich ausfallen. Bei einer defensiven Ausrichtung gilt in der Regel, dass der Wert des Discount Calls mit abnehmender Laufzeit (bei sonst gleichbleibenden Bedingungen) zunimmt. Bei einer offensiven Strategie gilt hingegen, dass der Preis mit abnehmender Laufzeit zurückgeht (solange der Basispreis des Discount Calls weiter über dem aktuellen Kurs des Basiswerts liegt).
  •  

Tabelle 2: Discount-Optionsscheine

WKN

Basiswert

Typ

Basispreis

Cap

Bewertungstag

Fälligkeit

Geld-/Briefkurs

CU6 EB5

DAX

Call

11.700,00 Pkt.

12.200,00 Pkt.

17.01.2020

24.01.2020

3,87/3,88 EUR

CU6 EC9

DAX

Put

13.400,00 Pkt.

12.900,00 Pkt.

17.01.2020

24.01.2020

3,77/3,78 EUR

CU4 MAS

Oil Brent Future

Call

46,00 USD

51,00 USD

28.01.2020

04.02.2020

3,94/4,01 EUR

CU4 MBY

Oil Brent Future

Put

76,00 USD

71,00 USD

28.01.2020

04.02.2020

3,95/4,03 EUR

Stand: 20. September 2019; Quelle: Commerzbank AG; Höchstbetrag: 5,00 Euro; Bezugsverhältnis: 100:1 bzw. 10:1
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform. Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN. Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.