Märkte

Marktbericht

Zinsen fallen wie ein Stein

An das Phänomen der negativen Zinsen haben sich viele schon gewöhnt. In Deutschland rutschten beispielsweise die Zinsen für 2-jährige Staatsanleihen im Jahr 2014 das erste Mal ins Minus. Damals glaubte man an ein kurzfristiges Ereignis. Als dann zwei Jahre später die 10-jährigen Staatsanleihen ebenfalls mit einer negativen Rendite gekauft werden konnten, dachte man, dass der Tiefpunkt nun erreicht sei. Und heute, rund drei Jahre später, liegen auch die Renditen für 30-jährige Staatsanleihen im negativen Bereich.

Vor allem im August hat der Rückgang der Zinsen weiter zugenommen. Und das nicht nur in Europa. Auch in den USA fallen die Zinsen wie ein Stein. Dort liegen die 10-jährigen Staatsanleihen zwar immer noch bei rund 1,5 Prozent. Allerdings lagen sie im Juni vergangenen Jahres bei über 3,2 Prozent.

Grafik 1: US-Staatsanleihen – Vergleich zwei und zehn Jahre
Grafik 1: US-Staatsanleihen – Vergleich zwei und zehn Jahre
Stand: 16. August 2019; Quelle: Commerzbank AG
Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftig Wertentwicklung.

Im Gleichschritt mit dem Rückgang der Zinsen nahmen die Sorgen um die weltweite Konjunktur zu. So musste Deutschland für das zweite Quartal sogar einen leichten Rückgang der Wirtschaftsleistung vermelden. Die Sorgen bezüglich des Handelsstreits tun ihr Übriges. Außerdem sorgte nicht nur der Zins selbst, sondern die Zinskurve in den USA für Verunsicherung. Experten sprechen in diesem Zusammenhang von einer inversen Zinsstrukturkurve. Einfach gesagt bedeutet das, dass die Zinsen für beispielsweise zwei Jahre höher liegen als für zehn Jahre. Eigentlich sollten Anleihen mit längerer Laufzeit mehr Zinsen abwerfen als Anleihen mit kurzer Laufzeit. Ist dieses Verhältnis gedreht (invers), dann spricht man von einem Frühindikator für eine Rezession.

Grafik 2: Rendite deutscher Staatsanleihen (2, 10 und 30 Jahre)
Grafik 2: Rendite deutscher Staatsanleihen (2, 10 und 30 Jahre)
Stand: 16. August 2019; Quelle: Commerzbank AG
Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Insgesamt sorgte der August damit für viel Aufregung, nicht zuletzt auch an den Aktienmärkten. Weltweit gingen die Kurse meist aufgrund der Konjunktur- und Handelskriegsorgen zurück, mit teils kräftigen Kursabschlägen.

Für Anleger im Zertifikatebereich stellen diese Märkte nicht zwangsläufig ein Problem dar. So sind beispielsweise Discount-Zertifikate auf Einzelaktien gefragt, bei denen der Cap unterhalb des jeweiligen aktuellen Aktienkurses liegt. Discount-Zertifikate sind grundsätzlich mit einem Cap ausgestattet. Dieser Cap gibt an, wie hoch die maximale Rückzahlung eines Discount-Zertifikats liegen kann. Demgegenüber notiert der Kurs des Zertifikats in der Regel niedriger als der der Aktie.

So gehörte ein Discount-Zertifikat auf Wirecard (WKN: CA1 19P) zu den meistgehandelten Produkten. Der Cap liegt bei 100,00 Euro und die Laufzeit endet im Dezember 2019. Der Preis des Discount-Zertifikats liegt zurzeit bei 97,59 Euro. Das entspricht einer maximalen Rendite von 2,5 Prozent (vier Monate Restlaufzeit). Hochgerechnet auf ein Jahr entspricht das etwa 6,5 Prozent. Dieses Zertifikat wird im Dezember zu 100,00 Euro zurückgezahlt, wenn der Aktienkurs von Wirecard mindestens dort oder darüber notiert. Da der Aktienkurs momentan bei 138,00 Euro liegt, bleibt ein Puffer von rund 38,00 Euro, bis der Wert von 100,00 Euro erreicht wird. Sollte der Schlusskurs von Wirecard am Bewertungstag (20. Dezember 2019) unterhalb von 100,00 Euro liegen, erhält der Inhaber eine Aktie von Wirecard je Zertifikat. Der Einstand für die Aktien entspricht dann genau dem Betrag, den man ursprünglich für ein Zertifikat bezahlt hat. In diesem Beispiel 97,59 Euro. Somit entsteht erst dann ein Verlust, wenn die Aktie von Wirecard unterhalb dieses Einstandskurses notiert. Ganz ohne Risiko kommen demzufolge auch Discount-Zertifikate nicht aus. Allerdings spart sich der Zertifikate-Inhaber für den Fall, dass die Aktie sinkt, einen Verlust von rund 30 Prozent im Gegensatz zum Aktionär, der heute die Aktie kauft. Demgegenüber sind die Gewinnchancen beim Zertifikat auf den Cap begrenzt.

Zurzeit bietet die Commerzbank rund 31.000 unterschiedliche Discount-Zertifikate an. Eine aktuelle Übersicht finden Anleger unter www.zertifikate.commerzbank.de/product-search.

Tabelle 1: Classic Discount-Zertifikate auf Wirecard

WKN

Cap

Kurs Wirecard-Aktie

Bewertungstag

Bezugsverhältnis

Max. Rendite p.a.

Discount

Geld/Briefkurs

CA1 19P

100,00 EUR

138,59 EUR

20.12.2019

1:1

5,63 %

29,33 %

97,31/97,93 EUR

CJ7 FHR

110,00 EUR

138,59 EUR

20.03.2020

1:1

8,97 %

24,74 %

103,64/104,26 EUR

CJ7 HJ7

80,00 EUR

138,59 EUR

18.12.2020

1:1

3,77 %

44,60 %

76,00/76,05 EUR

Stand: 16. August 2019; Quelle: Commerzbank AG
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform. Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN. Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.