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Commerzbank Analysen

Prudential – (Fast) Unvergleichbar in Asien aufgestellt

Wenngleich in Großbritannien beheimatet, sind Asien und die USA viel bedeutender für Prudential. In beiden Märkten besteht deutliches Wachstumspotenzial. In den USA eröffnet sich dies mit Blick auf die Altersvorsorge der sogenannten Babyboomer, in Asien durch wachsenden Wohlstand und eine bisher geringe Produktnutzung. Hier brilliert Prudential durch seine marktführende Stellung in einigen Ländern. Die Bilanz ist bereits solide, die geplante Aufspaltung der Gruppe dürfte der Bewertung helfen.

Strategieänderung – Werterhöhende Aufspaltung
Überraschend kündigte das Management vor einiger Zeit eine neue Organisationsstruktur an. Danach spaltete sich Prudential in mehrere regionale Einheiten auf, die unter einem Holding-Dach (Prudential plc) agieren. Das UK-Geschäft umfasst neben dem Versicherungsbereich auch das Fondsgeschäft. Dieses soll gesamthaft – wahrscheinlich noch 2019 – abgespalten und an die Börse gebracht werden. Weitere regionale Einheiten sind die Ertrags- und Wachstumsperle Asien sowie das US-Geschäft. Letzteres könnte später ebenfalls zur Disposition stehen.

Stärkung des Provisionsgeschäfts
Die dynamische Ergebnisentwicklung in den vergangenen elf Jahren (operativer Ergebniszuwachs pro Jahr durchschnittlich 15 Prozent) ist nicht nur in dem soliden Wachstum des Gesamtgeschäfts begründet, sondern fußt auch auf einem veränderten Ertragsmix. Hatten 2008 provisionsgetriebene Einnahmen knapp 60 Prozent Anteil, machten sie 2018 bereits rund vier Fünftel aller Einnahmen aus. Dabei ist der Mix zwischen technischer Marge (Gewinne aus Risikokosten etc.), Lebensversicherungsgebühren und Einnahmen aus der Vermögensverwaltung breit aufgeteilt.

Grafik 1: Wertentwicklung der Prudential-Aktie
Grafik 1: Wertentwicklung der Prudential-Aktie
Stand: 23. Juli 2019; Quelle: Reuters
Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Gute Produktstruktur in Asien und den USA hilfreich
Das Asien-Geschäft ist relativ unabhängig von konjunkturellen Zyklen. Die meisten Produkte werden durch fortlaufende Prämien bedient. Durch den hohen Absicherungscharakter ist in dieser Region das Versicherungs- und weniger das Anlageergebnis entscheidend für die Profitabilität. Daraus ergibt sich eine stabil hohe und sogar steigende Marge (+15 Prozent 2018 in Asien gesamt). In den USA dagegen wird der Ertrag durch die Produktstruktur unter anderem vom Verlauf der Aktien- bzw. Bondmärkte geprägt. Immerhin gut 50 Prozent des Ertrags werden im kursabhängigen Provisionsgeschäft generiert. Der Rest teilt sich etwa hälftig auf Erträge aus Kapitalanlagen und versicherungstechnische Einnahmen.

Glänzende Position in Asien
Mit der breiten geografischen Aufstellung in wachstumsreichen und damit vielversprechenden Märkten Asiens (14 Länder, 14,6 Millionen Kunden) weist Prudential unter den europäischen Versicherern ein einzigartiges Profil auf. Wichtigste Märkte sind Indonesien, Singapur, die Philippinen sowie Malaysia und Hongkong, aber auch in Indien oder Vietnam ist Prudential führend. In diesen Märkten operiert der Versicherer mit einer großen Anzahl eigener Versicherungsagenten und auch über Bankkooperationen wie zum Beispiel mit der in dieser Region breit aufgestellten Bank Standard Chartered.

Das Management erwartet bis 2020 in Asien einen Bevölkerungszuwachs auf 3,7 Milliarden Menschen. Davon sollen 450 Millionen Menschen ein Einkommen von mehr als 10.000 US-Dollar haben; sie gelten damit als Zielgruppe für die Produkte von Prudential. Prudential betreut in dieser Region derzeit »lediglich« über 14 Millionen Kunden. Damit ist das Geschäftspotenzial gigantisch.

Asien zeichnet sich durch eine geringe Versicherungsdichte (Prämie je Einwohner) und Durchdringung (geringe Produktnutzung) aus. Das Geschäft wird von strukturellen Trends getragen. Dabei bieten eine aufstrebende Mittelschicht und steigender Wohlstand Nährboden für die Produktnachfrage. Der Gewinn aus Asien ist in den vergangenen Jahren deutlich zweistellig gestiegen und trägt mittlerweile erheblich (2017: 35 Prozent) zum operativen Ergebnis bei. Im Neugeschäft ist die Bedeutung des Asien-Geschäfts noch größer, was angesichts der hohen Margen dort für einen weiter steigenden Ergebnisbeitrag spricht.

Die breite Aufstellung in Asien spiegelt die Verteilung des operativen Ergebnisses wider. Die stärksten Märkte sind dabei Indonesien (19 Prozent Ergebnisanteil), Singapur/Malaysia (24 Prozent) und Hongkong/China (27 Prozent). Aber auch die Beiträge aus für Prudential noch kleineren Märkten in Vietnam, Thailand, den Philippinen und Taiwan sind mit 21 Prozent in der Summe nicht unbedeutend.

Hoffnungen setzt das Management auch in den Ausbau des Festlandgeschäfts in China. Dort wurde ein Fifty-fifty-Joint-Venture mit CITIC eingegangen, das eine ausgeprägte Vertriebsbasis an der Ostküste (67 Städte mit 60 Prozent der Bevölkerung und 70 Prozent des Bruttoinlandsprodukts) aufweist. Auch hier sind die Geschäftsaussichten durch wachsenden Wohlstand und niedrige Produktpenetration immens.

Mit der Tochter Eastspring (139 Milliarden britische Pfund) wurde der wachsenden Bedeutung der Vermögensbildung in Asien Rechnung getragen. Die Asien-Tochter berichtet seit geraumer Zeit über Zuflüsse. In den vorherigen fünf Jahren hat sich das Volumen der für Kunden verwalteten Gelder mehr als verdoppelt.

US-Geschäft mit guter Ertragsstruktur
Prudential ist in den USA (operativer Ergebnisanteil 34 Prozent) vor allem bei Rentenversicherungen aktiv. Das Geschäft dürfte von einem robusten Wirtschaftsumfeld in den USA profitieren. Dazu kommen noch strukturelle Impulse über die wachsende Zahl der Babyboomer. Grundsätzlich positiv ist die Aufteilung zwischen provisions- und zinsgetriebenen Einnahmen in den USA. Mittlerweile bestimmen erstere mehr als vier Fünftel des operativen Ergebnisses. Damit wächst im Gegenzug aber auch die Volatilität und die Abhängigkeit von Kapitalmärkten.

Eine hohe Aufmerksamkeit kommt der Kapitalbasis der US-Tochter Jackson zu. Diese ist im Vorjahr deutlich gestiegen. Mit 458 Prozent der regulatorischen Mindestanforderungen gilt Jackson als mittlerweile gut mit Eigenkapital ausgestattet (400 Prozent wird von vielen Anlegern als Untergrenze angesehen).

Prolog zur UK-Abspaltung: Zusammenlegung von Asset-Management und Versicherung, Börsennotiz geplant
In Großbritannien überzeugt Prudential durch eine gelungene Produktfokussierung bei Rentenversicherungen. Das Wachstum in den für Kunden verwalteten Volumina schreitet zwar voran, allerdings ist der Markt als reif zu bezeichnen. Hohe Ertragszuwächse sind unwahrscheinlich. Vielmehr geht es dem Versicherer hier um Effizienzsteigerung und Verringerung der Eigenkapitalbindung.

Das operative Gesamtbild in Großbritannien wird durch die Sparte Asset-Management (M&G; verwaltetes Volumen 2018: 277 Milliarden britische Pfund) ergänzt.

Die Börsenpläne sind weit gediehen und könnten noch 2019 umgesetzt werden. Eine Abspaltung und damit die Fokussierung auf das stärker wachsende Geschäft vor allem in Asien könnte auch der Bewertung der Gruppe und damit der Aktie zuträglich sein.

Eigenkapital und Dividende: Mehr Klarheit und höhere Ausschüttung
Prudential berichtete Ende 2018 über eine Solvabilitätsquote von 232 Prozent mit geringen Sensitivitäten (Einfluss auf die Quote bei gewissen Veränderungen, wie zum Beispiel bei Zinsen, bei Zins-Spreads und an Aktienmärkten). Damit stellt die Eigenmittelbasis eine steigende Ausschüttung dar. Die Cashflow-Entwicklung zeigte sich 2018 zudem solide (durchschnittlicher Zuwachs in den vergangenen elf Jahren: 18 Prozent/Jahr), alle Einheiten trugen zum Aufbau bei. Planmäßig soll die Dividende um 5 Prozent im Jahr gesteigert werden. Dies ist als Untergrenze zu interpretieren.

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Aber Achtung: Da die von der Commerzbank angebotenen Produkte in Euro notieren, der Handelspreis der zugrunde liegenden Aktien in britischen Pfund, besteht für den Investor ein Währungsrisiko. Ein steigender Euro/britisches-Pfund-Wechselkurs wirkt sich negativ auf den Wert des Zertifikats aus. Um das Wechselkursrisiko für den Anleger auszuschalten, bietet die Commerzbank in der Regel neben einer nicht währungsgesicherten Variante (Non-Quanto) auch eine währungsgesicherte bzw. währungsoptimierte (Quanto) Variante an. Allerdings ist hier zu beachten, dass für die Währungssicherung Kosten anfallen können, die den Wert des Zertifikats mindern. Anleger haben also die Wahl, sollten aber bedenken, dass bei der währungsgesicherten Variante neben dem Risiko natürlich auch die Chance entfällt, mit einem fallenden Euro/britisches-Pfund-Wechselkurs eine höhere Rendite zu erzielen.

Discount-Zertifikate

WKN

Basiswert

Cap

Discount

Max. Rendite p.a.

Bewertungstag

Quanto

Geld-/Briefkurs

CU4 RUC

Prudential

14,00 GBP

21,03 %

2,59 %

19.06.2020

Ja

13,66/13,67 EUR

CU4 RUD

Prudential

16,00 GBP

12,58 %

6,11 %

19.06.2020

Ja

15,13/15,14 EUR

CU4 RUE

Prudential

18,00 GBP

6,73 %

12,33 %

19.06.2020

Ja

16,15/16,16 EUR

CU4 RUF

Prudential

20,00 GBP

3,55 %

21,27 %

19.06.2020

Ja

16,69/16,70 EUR

BEST Turbo-Optionsscheine

WKN

Basiswert

Typ

Basispreis/Knock-Out-Barriere

Hebel

Laufzeit

Quanto

Geld-/Briefkurs

CJ6 873

Prudential

Call

14,17/14,17 GBP

5,4

Unbegrenzt

Nein

3,56/3,57 EUR

CJ9 NZB

Prudential

Call

15,17/15,17 GBP

7,8

Unbegrenzt

Nein

2,46/2,47 EUR

CU4 RUH

Prudential

Put

21,77/21,77 GBP

3,9

Unbegrenzt

Nein

4,98/4,99 EUR

CU4 RUG

Prudential

Put

19,78/19,78 GBP

7,0

Unbegrenzt

Nein

2,77/2,78 EUR

Stand: 23. Juli 2019; Quelle: Commerzbank AG
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform. Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
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