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AT&T – Ein Schwergewicht in der Offensive

Trotz einer unvermindert hohen Wettbewerbsintensität auf dem US-Telekommunikationsmarkt zeigt AT&T zunehmend Stärke vor allem im Mobilfunkgeschäft. Die Einführung von 5G eröffnet weitere Chancen. Die Bewertung ist niedrig und die Megaübernahme des Medienriesen Time Warner bietet trotz Unwägbarkeiten bei der Integration spätestens auf mittelfristige Sicht deutliches Synergiepotenzial. Das hohe Ausschüttungsniveau gilt als weiterer Pluspunkt.

Unternehmensriese mit Potenzial
AT&T ist neben Verizon der zweite große Anbieter auf dem US-Telekommunikationsmarkt. Die hohe Kundenzahl und die Finanzkraft von AT&T sorgen für ein stabiles Geschäftsmodell, wenngleich der Sektor unverändert unter strukturellen Wachstumsproblemen leidet. Im Gegensatz zum Hauptkonkurrenten Verizon hat AT&T aus unserer Sicht den etwas schwächeren Produktmix (mit einem höheren Anteil im seit Jahren von rückläufigen Umsätzen geprägten Festnetzgeschäft).

Gleichzeitig besteht unvermindert hoher Wettbewerbsdruck im einstigen Wachstumsfeld Mobilfunk. Hier sorgt insbesondere die wiedererstarkte Telekom-Tochter T-Mobile US für Furore, die mit aggressiven Angeboten massiv Kunden gewinnen kann. Gleichzeitig forciert AT&T den Netzwerkausbau, und im Rahmen der regelmäßig wiederkehrenden Mobilfunkfrequenzauktionen werden Milliarden in die zukünftigen Netze investiert.

Integration von DirecTV
AT&T hat 2015 für rund 48 Milliarden US-Dollar den Satelliten-TV-Anbieter DirecTV erworben. Das Unternehmen wurde damit zum landesweit größten Anbieter für bezahltes Fernsehen. Anders als zum Beispiel in Deutschland, wo man meist die per Satellit empfangenen TV-Programme kostenfrei nutzen kann, sind in den USA viele Sender nur über einen Satelliten-TV-Anbieter zugänglich. Dieser zahlt Geld an die TV-Sendestationen (bzw. die Inhaltelieferanten) und erhält Abogebühren von den Zuschauern.

Grafik 1: Wertentwicklung AT&T-Aktie
Grafik 1: Wertentwicklung AT&T-Aktie
Stand: 25. April 2019; Quelle: Reuters
Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Neue Ausrichtung und der Blick richtet sich auch nach Lateinamerika
AT&T hat hier insbesondere den Wachstumsmarkt Mexiko im Visier. Im Rahmen der neuen Ausrichtung konnte die mexikanische Lusacell von der Grupo Salinas für 2,5 Milliarden US-Dollar erworben werden. AT&T ist damit Nummer 3 im Mobilfunkmarkt Mexikos, allerdings noch weit abgeschlagen hinter América Móvil und der spanischen Telefónica. Dennoch ergeben sich daraus für AT&T gute Wachstumschancen im Zusammenspiel mit der vor Ort aktiven DirecTV.

In den vergangenen Jahren wurde AT&T strategisch neu ausgerichtet. Das Geschäft ruht nun auf vier Ertragssäulen. Neben dem umsatzstärksten und wichtigsten Segment »Business Solutions« (insbesondere Geschäftskundenaktivitäten) sollen die Segmente »Consumer Mobility« (unter anderem Mobilfunkgeschäft mit Privatkunden) und »Entertainment Group« sowie eine Einheit »International« (insbesondere Lateinamerika-Geschäft) für ein zukunftsgerichtetes und diversifiziertes Geschäftsmodell sorgen.

Einstieg in das Mediengeschäft durch Übernahme von Time Warner
AT&T hat inzwischen den Medienkonzern Time Warner für insgesamt 108,7 Milliarden US-Dollar (inklusive Schulden) übernommen. Mit der Übernahme wagt sich AT&T in das Geschäft mit TV- und Filminhalten vor und folgt einem Branchentrend. Hierbei sollen vor allem mit exklusiven Medieninhalten die eigenen Telekommunikations- und TV-Angebote aufgewertet werden. Das Unternehmen zahlte einen hohen Preis. Die Verschuldung stieg im Rahmen des Erwerbs auf rund 180 Milliarden US-Dollar, während zugleich die letzte große Übernahme (DirecTV) noch nicht ganz verdaut war.

Bei der Megaübernahme endlich am Ziel
Das zuständige US-Gericht hat die Übernahme von Time Warner durch AT&T im Juni 2018 genehmigt und die vom Justizministerium angeführten Wettbewerbsbedenken verworfen. Eine über 18 Monate andauernde Hängepartie war damit endlich beendet.

Die Transaktion, die in Form einer Fusion ausgestaltet wurde, benötigte keine weiteren Abstimmungen und wurde daher im Anschluss schneller abgewickelt als erwartet. Time Warner-Anteilseigner haben je Aktie 1,4 AT&T-Aktien plus eine Zahlung von 53,75 US-Dollar in bar erhalten.

AT&T sieht die möglichen Synergieeffekte inzwischen in einer Größenordnung von jährlich bis zu 2,5 Milliarden US-Dollar (spätestens nach ca. drei Jahren), bereits unmittelbar nach dem Zusammenschluss soll sich die Transaktion schnell positiv auf das Ergebnis und den Cashflow auswirken. Auf der anderen Seite wurde aber auch die bereits angekündigte Kapitalerhöhung durchgeführt. Zudem steigt AT&Ts Verschuldung nochmals deutlich an (mit möglichen negativen Auswirkungen auf das Rating).

Kartellrechtsklage gegen Time Warner-Übernahme scheitert endgültig
Die US-Regierung hat auch das Berufungsverfahren gegen die von AT&T durchgeführte Übernahme von Time Warner verloren. Das Gericht bestätigte seine Entscheidung, dass die Transaktion nicht zu beanstanden sei. Wie erwartet ist damit die technisch längst vollzogene Fusion vollends in trockenen Tüchern. Die von US-Präsident Donald Trump geführte Regierung befürchtete als Folge des Zusammenschlusses höhere Preise und geballte Marktmacht, das juristische Vorgehen gegen AT&T galt aber auch als politisch motiviert.

Bezahlfernsehen in Südamerika steht weiterhin auf dem Prüfstand
Das Unternehmen plant offenbar unvermindert den Verkauf der lateinamerikanischen Pay-TV-Aktivitäten. Ausgenommen hiervon wäre die Sparte in Mexiko, hier wird weiterhin auf Expansion gesetzt. AT&T könnte bei einer erfolgreichen Transaktion rund 8 Milliarden US-Dollar erlösen. Das Geld hätte eine gute Verwendung beim Schuldenabbau.

Analystentag – Wachstum und hohe Synergieeffekte erwartet
Anlässlich eines Analystentags hat AT&T strategische Ziele neu definiert. Vieles davon war aber bereits so erwartet worden. AT&T will vor allem im Mobilfunk und mit der WarnerMedia-Sparte wachsen. Entertainment benötigt mehr Stabilität und die Verluste in Lateinamerika sollen reduziert werden. Demnächst ist die Einführung eines eigenen Streaming-Videodienstes geplant, um sich gegen Netflix und Amazon Prime besser durchzusetzen. Die Gesamtinvestitionen dürften im laufenden Jahr mit 23 Milliarden US-Dollar etwas niedriger als noch im Vorjahr ausfallen. Die Prognosen für Ergebnis und Free Cashflow entsprachen in etwa den Annahmen.

Im Zuge der abgeschlossenen Time Warner-Fusion will AT&T hohe Synergien heben (2019: 0,7 Milliarden US-Dollar; 2020: 2,5 Milliarden US-Dollar; 2021: 2,5 Milliarden US-Dollar). Die Aktie hat Bewertungsspielraum. Das mittelfristige Chance-Risiko-Profil spricht zunehmend für AT&T.

Anspruchsvolles Auftaktquartal – Fortschritte bei Profitabilität und Schuldenabbau
AT&T ist im ersten Quartal mit einem Umsatz von 44,8 Milliarden leicht unterhalb der Konsensusschätzung geblieben. Das Ergebnis je Aktie in Höhe von 0,86 US-Dollar lag hingegen fast exakt auf Höhe der Erwartungen. Der etwas schwächere Umsatz kann teilweise auf negative Währungseffekte zurückgeführt werden. AT&T hat aber erneut viele Video-Abonnements verloren. Dies kam jedoch wenig überraschend, da der Profitabilität Priorität eingeräumt wird und man Kunden mit geringem Ergebnisbeitrag bewusst ziehen lässt, was sich bereits an der verbesserten Profitabilität des Segments ablesen lässt. Das wichtige Mobilfunkgeschäft (Wireless) schnitt etwas besser als angenommen ab.

Die Schulden sollen in den nächsten Monaten um bis zu 20 Milliarden US-Dollar reduziert werden. Ein Baustein ist die Veräußerung von Infrastruktur und Immobilien. Das Hauptquartier der Warner Media-Sparte in Manhattan steht daher zum Verkauf und dürfte 2,2 Milliarden US-Dollar einbringen. AT&T darf den Gebäudekomplex weiterhin nutzen, da mit dem neuen Eigentümer eine langfristige Leasingvereinbarung geschlossen wurde. Das Management prognostiziert ein Ergebnis je Aktie von annähernd 3,60 US-Dollar (Gesamtjahr), was oberhalb der Konsensusschätzung liegt. Temporär belasten noch die hohen Vertragsverluste bei den Videokunden, die Dynamik der Abgänge sollte nun aber nachlassen. Mit einer segmentübergreifenden Stabilisierung der Geschäfte kann im Jahresverlauf gerechnet werden. Ein gesicherter hoher Cashflow sowie die attraktive Dividende sprechen unvermindert für AT&T.

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Aber Achtung: Da die von der Commerzbank angebotenen Produkte in Euro notieren, der Handelspreis der AT&T-Aktie in US-Dollar, besteht für den Investor ein Währungsrisiko. Ein steigender Euro/US-Dollar-Wechselkurs wirkt sich negativ auf den Wert des Zertifikats aus. Um das Wechselkursrisiko für den Anleger auszuschalten, bietet die Commerzbank in der Regel neben einer nicht währungsgesicherten Variante (Non-Quanto) auch eine währungsgesicherte bzw. währungsoptimierte (Quanto) Variante an. Allerdings ist hier zu beachten, dass für die Währungssicherung Kosten anfallen können, die den Wert des Zertifikats mindern. Anleger haben also die Wahl, sollten aber bedenken, dass bei der nicht währungsgesicherten Variante neben dem Risiko natürlich auch die Chance entfällt, mit einem fallenden Euro/US-Dollar-Wechselkurs eine höhere Rendite zu erzielen.

Discount-Zertifikate

WKN

Basiswert

Cap

Discount

Max. Ren-dite p.a.

Bewertungstag

Quanto

Geld-/Briefkurs

CU1 W4E

AT&T

24,00 USD

24,57 %

5,14 %

20.03.2020

Nein

20,55/20,56 EUR

CU1 W4F

AT&T

26,00 USD

19,08 %

6,10 %

20.03.2020

Nein

22,00/22,01 EUR

CU1 W4G

AT&T

28,00 USD

14,46 %

8,64 %

20.03.2020

Nein

23,28/23,29 EUR

CU1 W4H

AT&T

30,00 USD

10,50 %

11,54 %

20.03.2020

Nein

24,34/24,35 EUR

CU1 W4J

AT&T

32,00 USD

7,89 %

15,56 %

20.03.2020

Nein

25,10/25,11 EUR

CU1 W4K

AT&T

34,00 USD

6,06 %

20,89 %

20.03.2020

Nein

25,58/25,59 EUR

CU1 W4L

AT&T

36,00 USD

5,07 %

27,11 %

20.03.2020

Nein

25,84/25,85 EUR

Unlimited Turbo-Optionsscheine

WKN

Basiswert

Typ

Basispreis/Knock-Out-Barriere

Hebel

Laufzeit

Quanto

Geld-/Briefkurs

CJ8 PZ5

AT&T

Call

13,26/13,96 USD

1,8

Unbegrenzt

Nein

1,53/1,54 EUR

CU1 909

AT&T

Call

22,05/23,12 USD

3,6

Unbegrenzt

Nein

0,74/0,75 EUR

CU8 RF5

AT&T

Call

26,20/27,47 USD

7,2

Unbegrenzt

Nein

0,37/0,38 EUR

CU8 RGN

AT&T

Put

48,55/46,12 USD

1,7

Unbegrenzt

Nein

1,62/1,63 EUR

CU1 908

AT&T

Put

44,28/42,07 USD

2,2

Unbegrenzt

Nein

1,24/1,25 EUR

CU1 907

AT&T

Put

38,96/37,01 USD

3,5

Unbegrenzt

Nein

0,76/0,77 EUR

Stand: 25. April 2019; Quelle: Commerzbank AG

Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform. Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung.