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Schweizer Franken: Hoffnungen auf eine Normalisierung schwinden

Keine Rückkehr zur 1,20-Marke absehbar
Die Spannungen im Euroraum im Zuge der Wahlen in Italien vergangenes Jahr hatten dem Aufwärtstrend des Euro/Schweizer Franken-Kurses ein jähes Ende bereitet. Es zeichnet sich nun zunehmend ab, dass sich der Wechselkurs der 1,20-Marke vorerst nicht erneut annähern wird. Grund hierfür sind insbesondere Euroraum-spezifische Risiken, die aufgrund des jüngsten wirtschaftlichen Abschwungs wohl wieder verstärkt in den Vordergrund treten werden. So hatte ein solides Wirtschaftswachstum die Währungsunion in den vergangenen Jahren stabilisiert und Hoffnungen aufkommen lassen, die EZB werde die Geldpolitik normalisieren. Diese Hoffnungen hatten sowohl zu einer Aufwertung des Euro als auch einer Abwertung des Schweizer Franken geführt, der dann weniger als sicherer Hafen gefragt war. Aufgrund der jüngsten deutlichen Konjunkturschwäche dürfte die EZB ihre Normalisierungspläne nun allerdings vorerst auf Eis legen.

Zwar dürften sich die Ängste in Bezug auf die Wirtschaft zum Teil als übertrieben erweisen. So gehen wir nicht davon aus, dass der Euroraum in eine Rezession rutscht. Sobald sich eine Stabilisierung der Wirtschaft abzeichnet, dürfte der Abwärtsdruck auf den Euro/Schweizer Franken-Kurs daher etwas abnehmen. Dennoch haben sich die Wirtschaft und die Inflation schwächer entwickelt, als von der EZB erwartet, weshalb sie mit einer Zinserhöhung noch deutlich länger warten wird, als ursprünglich geplant. Wir rechnen weder für dieses noch für nächstes Jahr mit einem Zinsschritt der EZB. Dem Euro fehlen damit auf absehbare Zeit die Impulse für einen neuerlichen Aufwertungstrend.

Grafik 1: Konsumentenpreisinflation Schweiz

Veränderung in Prozent gegenüber Vorjahr

Grafik 1: Konsumentenpreisinflation Schweiz
Stand: 8. März 2019; Quelle: Statistikamt Schweiz, Schweizerische Nationalbank

Die SNB dürfte den Euro/Schweizer Franken-Kurs nach unten im Bereich 1,10 begrenzen
Da die Schweizerische Nationalbank (SNB) ihre Geldpolitik am Euro/Schweizer Franken-Wechselkurs und damit an der Geldpolitik der EZB ausrichtet, rücken damit Zinserhöhungen in der Schweiz ebenso weiter in die Zukunft. Schließlich wird die SNB vermeiden, ihre Zinsen vor der EZB anzuheben, da dies zu einer deutlichen Aufwertung des Schweizer Franken gegenüber dem Euro führen könnte. Dies ist vor allem deshalb nicht in ihrem Interesse, da sich der Inflationstrend in der Schweiz jüngst abgeschwächt hat und ein starker Franken die Importpreise derart stark dämpfen könnte, dass die Inflation zurück in den negativen Bereich fällt. Die SNB wird aus diesem Grund an ihrem Mantra festhalten, falls nötig am Devisenmarkt einzugreifen, um eine scharfe Aufwertung des Schweizer Franken und damit eine Rückkehr in die Deflation zu verhindern. Wir sehen daher den Euro/Schweizer Franken-Kurs grundsätzlich nach unten begrenzt. Zuletzt hatte die SNB umfangreicher am Devisenmarkt interveniert, als der Kurs im Bereich unter/nahe 1,10 gehandelt wurde. Aus diesem Grund erachten wir dies als kritisches Niveau.

Politik birgt Risiko eines Euro/Schweizer Franken-Absturzes
Ein Test könnte der SNB vor allem dann bevorstehen, wenn die politischen Spannungen im Euroraum erneut zunehmen würden. Dies ist tatsächlich kein vernachlässigbares Risiko. Denn das schwächere Wirtschaftswachstum dürfte die Haushalte der Euroländer belasten, was nicht nur zu innenpolitischen, sondern aufgrund der EU-Defizitregelungen auch zu Konflikten auf europäischer Ebene führen könnte. In diesem Umfeld wäre der Schweizer Franken wieder verstärkt als sicherer Hafen gefragt.

Auch im Falle eines ungeordneten Brexits wäre ein Absturz des Euro/Schweizer Franken-Kurses in Richtung 1,10 wahrscheinlich.

Die größte Gefahr besteht darin, dass die politischen Spannungen in der EU bzw. im Euroraum anhaltenden Aufwertungsdruck auf den Schweizer Franken ausüben, was die SNB zu kontinuierlichen Devisenmarktinterventionen zwingen würde. In diesem Fall würden wohl erneut Spekulationen aufkommen, dass die SNB den Schweizer Franken nicht unbegrenzt schwächen würde. Dies hat sie nicht zuletzt mit der Aufgabe des Euro/Schweizer Franken-Mindestkurses im Jahr 2015 bereits bewiesen. Der spekulative Druck würde sie am Ende erneut zu einer Aufgabe zwingen, woraufhin ein erneuter Aufwertungsschock drohen würde.

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Faktor-Zertifikate

WKN

Basiswert

Strategie

Faktor

Laufzeit

Geld-/Briefkurs

CD9 1Q4

EUR/CHF

Long

1

Unbegrenzt

10,39/10,41 EUR

CD9 1QA

EUR/CHF

Long

5

Unbegrenzt

11,06/11,17 EUR

CD9 1QC

EUR/CHF

Long

10

Unbegrenzt

10,44/10,65 EUR

CD9 1Q5

EUR/CHF

Short

–1

Unbegrenzt

9,48/9,50 EUR

CD9 1QB

EUR/CHF

Short

–5

Unbegrenzt

7,06/7,13 EUR

CD9 1QD

EUR/CHF

Short

–10

Unbegrenzt

4,20/4,28 EUR

BEST Turbo-Optionsscheine

WKN

Basiswert

Typ

Basispreis/Knock-Out-Barriere

Hebel

Laufzeit

Geld-/Briefkurs

CU1 SNF

EUR/CHF

Call

1,0204 CHF

10,6

Unbegrenzt

9,43/9,46 EUR

CU1 SNG

EUR/CHF

Call

1,0604 CHF

16,9

Unbegrenzt

5,86/5,89 EUR

CU1 SNL

EUR/CHF

Put

1,2480 CHF

9,1

Unbegrenzt

10,93/10,97 EUR

CU1 SNK

EUR/CHF

Put

1,2070 CHF

13,6

Unbegrenzt

7,30/7,33 EUR

Stand: 22. März 2019; Quelle: Commerzbank AG

Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform. Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung.