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Marktbericht

Brexit sorgt nur kurz für Unruhe

Kommt der Brexit oder kommt er vielleicht doch nicht? Wird es einen Deal geben oder können sich die Briten und die EU nicht einigen? Was passiert an der Grenze zwischen Irland und Nordirland? Fragen über Fragen, die auch wenige Wochen vor dem Ausscheiden Großbritanniens aus der Europäischen Union nicht geklärt sind. Bisher haben die Märkte auf die jüngste Abstimmung im Britischen Unterhaus gelassen reagiert. Richtig weiter wissen die Aktienmärkte jedoch auch nicht. So bewegte sich der DAX beispielsweise seit Jahresbeginn leicht ins Plus und konnte die verlustreiche Zeit am Ende des Jahres 2018 vorerst beenden.

Wie es nun für Anleger weitergeht, ist ähnlich schwierig zu beantworten wie die Fragen zum Brexit. Eine Alternative für unsichere Zeiten können Bonus-Zertifikate darstellen. Diese Produktart bezieht sich in der Regel auf eine Aktie oder einen Aktienindex und ist mit einem »Bonus« ausgestattet. Diesen Bonus gibt es aber nur unter einer Bedingung: Die Barriere wird nicht berührt. Grundsätzlich können Anleger mit dieser Art von Investment-Zertifikaten eine Aktie oder einen Aktienindex abbilden, bei dem die weitere Kursentwicklung nicht ganz klar ist. Die Commerzbank bietet zahlreiche unterschiedliche Bonus-Zertifikate an. In Tabelle 1 werden die am häufigsten verkauften Bonus-Zertifikate in der Zeit vom 15. Dezember 2018 bis zum 14. Januar 2019 bei der Commerzbank aufgeführt. Anhand dieser Beliebtheitsskala sollen die Vor- und Nachteile von Bonus-Zertifikaten erläutert werden. Unter den Top-10-Bonus-Zertifikaten liegen insgesamt vier unterschiedliche Ausgestaltungsvarianten:
1. Classic, 2. Capped, 3. Reverse, 4. Capped Reverse

Tabelle 1: Bonus-Zertifikate

WKN

Produkttyp

Basiswert

Bonuslevel

Barriere

Fälligkeit

Geld-/Briefkurs

1

CJ3 BQ2

Capped

Aixtron

10,90 EUR

5,00 EUR

31.12.2019

8,84/8,85 EUR

2

CJ7 SUH

Capped

BNP Paribas

53,00 EUR

30,00 EUR

26.06.2020

41,94/41,98 EUR

3

CA0 9CY

Reverse Capped

DAX

10.100,00 Pkt.

13.600,00 Pkt.

27.09.2019

97,56/97,59 EUR

4

CA0 9CX

Reverse Capped

DAX

10.150,00 Pkt.

13.650,00 Pkt.

27.09.2019

97,23/97,26 EUR

5

CV8 WLG

Capped

Wirecard

111,00 EUR

52,00 EUR

31.12.2019

109,55/109,58 EUR

6

CJ2 9W1

Reverse

DAX

9.500,00 Pkt.

12.000,00 Pkt.

27.09.2019

113,55/113,64 EUR

7

CJ3 B4H

Capped

METRO

14,30 EUR

9,00 EUR

31.12.2019

13,38/13,39 EUR

8

CJ7 PC3

Classic

Deutsche Telekom

20,00 EUR

10,00 EUR

26.06.2020

18,07/18,12 EUR

9

CJ3 CJF

Capped

Siltronic

105,00 EUR

48,00 EUR

31.12.2019

86,06/86,13 EUR

10

CJ7 RV9

Capped

DAX

11.400,00 Pkt.

8.000,00 Pkt.

31.12.2019

110,51/110,54 EUR

Stand: 22. Januar 2019; Quelle: Commerzbank AG

Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform. Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung.

Die älteste Variante stellen die Bonus-Zertifikate Classic dar. Auf Platz 8 liegt beispielsweise ein Papier, bezogen auf die Aktien der Deutschen Telekom. Die Laufzeit dieses Bonus-Zertifikats endet im Juni 2020 und der Bonusbetrag liegt bei 20 Euro. Außerdem liegt die Barriere bei 10 Euro. Anleger, die dieses Bonus-Zertifikat kaufen, erreichen eine Rendite von 7 Prozent p.a., wenn die Barriere von 10 Euro bis zum Laufzeitende nicht berührt wird. Die Rückzahlung liegt dann bei 20 Euro und das entspricht dem Bonusbetrag. Derzeit kostet das Zertifikat 18 Euro und die Aktie selbst liegt bei 14,60 Euro. Bis zum Laufzeitende wird die Aktie noch zweimal Dividende bezahlen (vermutlich zweimal 0,65 Euro je Aktie), wodurch der Aktienkurs gedrückt werden kann. Als Anleger des Bonus-Zertifikats hat man keinen Anspruch auf die Dividende, diese ist bereits in den Konditionen des Bonus-Zertifikats berücksichtigt.

Im Zusammenhang mit Bonus-Zertifikaten spricht man häufig von einem Aufgeld. Das Aufgeld ist der Betrag, um den das Bonus-Zertifikat teurer ist als die Aktie selbst. In Prozent ausgedrückt liegt das Aufgeld hier bei rund 20 Prozent. Sollte während der Laufzeit des Zertifikats die Barriere berührt werden, verliert der Anleger den Anspruch auf die Zahlung des Bonusbetrags. Am Ende der Laufzeit erhält der Anleger dann die Aktie, in diesem Fall die der Deutschen Telekom. Somit verliert der Anleger nicht nur den Bonusbetrag, sondern auch das Aufgeld. Diese Funktion ist der größte Nachteil eines Bonus-Zertifikats im Vergleich zur Aktie. Grundsätzlich gilt: Je höher das Aufgeld, desto höher der Verlust, wenn die Barriere berührt wird.

Investoren, die das Bonus-Zertifikat Classic auf die Deutsche Telekom kaufen, gehen dementsprechend davon aus, dass die Barriere (10 Euro) innerhalb der nächsten eineinhalb Jahre nicht berührt wird. Dann liegt die Rendite bei mindestens sieben Prozent p.a. Sollte die Aktie sogar über 20 Euro steigen, dann wird der Anleger ebenfalls an den Gewinnen beteiligt. Auch dann erfolgt die Rückzahlung am Laufzeitende in Aktien. Sollte die Deutsche Telekom beispielsweise bei 22 Euro notieren, liegt der Gewinn dann nicht bei 7 Prozent, sondern bei rund 14 Prozent und damit fast doppelt so hoch. Ein Kursgewinn über den Bonusbetrag hinaus stellt für Inhaber von Bonus-Zertifikaten Classic kein Problem dar.

Anders sieht es bei der zweiten Variante von Bonus-Zertifikaten aus. Bonus-Zertifikate Capped unterscheiden sich nur in einem wichtigen Detail. Der Bonusbetrag ist gleichzeitig der Cap und stellt damit eine Gewinnbegrenzung dar. Bezogen auf das Deutsche Telekom-Beispiel würde die maximale Rückzahlung bei 20 Euro liegen. Sollte die Aktie höher notieren, werden keine Aktien geliefert.

Da die Konditionen dieser Zertifikate meist attraktiver sind als bei der klassischen Variante, liegen diese Zertifikate in der Beliebtheit vorne. So liegt die Rendite beim beliebtesten Bonus-Zertifikat Capped auf Aixtron bei 27 Prozent p.a. Das Aufgeld ist in diesem Beispiel mit rund 6 Prozent relativ gering. Dafür erhält der Anleger keine zusätzlichen Erträge, wenn die Aixtron-Aktie auf über 10,90 Euro steigt. Da dieser Wert dem Cap entspricht, kann die Rückzahlung dieses Bonus-Zertifikats bei maximal 10,90 Euro liegen.

Auf Platz 2 der Beliebtheitsskala liegt ebenfalls ein Bonus-Zertifikat Capped. Es bezieht sich auf die französische Großbank BNP Paribas und weist zurzeit eine Rendite von 18 Prozent p.a. aus. Neben Bonus-Zertifikaten Classic und Capped gibt es Produkte, die mit dem Merkmal »Reverse« ausgestattet sind. Hierbei handelt es sich um Bonus-Zertifikate, die sich auf die umgekehrte Kursentwicklung eines Basiswerts beziehen. Demzufolge profitiert man bei diesen Zertifikaten, wenn man beispielsweise mit einem Rückgang des DAX rechnet. Hier liegt die Barriere über dem aktuellen Kurs und darf nicht berührt werden.

Auf Platz 3 in der Tabelle liegt ein Capped Reverse Bonus-Zertifikat auf den DAX. Die Barriere liegt bei 13.600 Punkten und darf nicht berührt werden. Sollte der DAX immer unterhalb dieser Marke notieren, winkt eine Rendite von rund 2 Prozent p.a. Dies entspricht gleichzeitig auch der maximalen Rendite. Wer von weiter fallenden Kursen profitieren möchte, muss ein Bonus-Zertifikat ohne Cap wählen. Auch solch ein Wertpapier hat es in die Topliste geschafft. Auf Platz 6 liegt ein Reverse Bonus-Zertifikat auf den DAX. Sollte der DAX das Bonuslevel von 9.500 Punkten unterschreiten, können hier weitere Gewinne entstehen.

Insgesamt eignen sich Reverse Bonus-Zertifikate für Aktienmärkte, in denen die Kurse unter Druck stehen. Bonus-Zertifikate Classic oder Capped sind für steigende Märkte geeignet. Nur wer an stark steigende Aktienkurse glaubt, sollte ausschließlich auf Bonus-Zertifikate Classic setzen. Für alle Zertifikatstypen gilt, wenn die Märkte sich weder stark in die eine noch in die andere Richtung bewegen, wird in der Regel eine positive Rendite erzielt, die sogar im zweistelligen Prozentbereich liegen kann.

Eine aktuelle Auswahl an Bonus-Zertifikaten steht online zur Verfügung.