Titelthema

200 Ausgaben ideas

Seit über 16 Jahren Anlageideen für Selbstentscheider

Borussia Dortmund wird deutscher Fußballmeister und Jacques Chirac gewinnt die zweite Runde der französischen Präsidentschaftswahl gegen den rechtsextremen Jean-Marie Le Pen. Dies sind nur zwei Ereignisse aus dem Mai 2002. Ein weiteres war die erste Ausgabe des ideas-Magazins. Heute, 199 Ausgaben später, blicken wir auf die vergangenen 16 Jahre zurück.

Die erste Ausgabe
Als die erste Ausgabe des ideas-Magazins im Mai 2002 erschien, war der Zusammenbruch des Neuen Marktes in vollem Gange. Dieses neue Segment resultierte 1997 aus dem Plan der Deutschen Börse, eine Art Nasdaq für Deutschland einzuführen. Infolge dessen drängten zahlreiche Unternehmen an die Börse, um neues Kapital von Investoren einzusammeln.

Ist heute ein Börsengang etwas Besonderes, gab es damals Wochen, in denen es gleich drei Stück gab. Alle wollten dabei sein. Oft, wenn das Geld auf dem Depotverrechnungskonto nicht reichte, auch mit einem Kredit. Zu verlockend war die Chance auf eine Kursverdopplung am ersten Handelstag und man wollte in der Nachbarschaft oder im Tennisklub nicht der Einzige sein, der nicht dabei war.

Am 1. Juli 1999 startete die Deutsche Börse einen neuen Index für die 50 größten Unternehmen des Neuen Marktes: Der NEMAX 50 war geboren. Als Basis wurden der 30. Dezember 1997 und ein Stand von 1.000 Punkten festgelegt. Ende 1999 notierte er bei 5.089 Punkten, im März 2000 bereits bei 9.000 Punkten.

Doch kurz darauf begann die Euphorie zu bröckeln und nach den ersten Gewinnwarnungen die Talfahrt des NEMAX 50 – der Neue Markt wurde im Juni 2003 wieder geschlossen. Bilanz: über 90 Prozent Verlust seit den Höchstständen im Jahr 2000.

Kein Wunder also, dass das erste ideas-Magazin als Titelthema defensive Discount-Zertifikate in den Mittelpunkt stellte. Außerdem konnten Leser sich schon damals auf technische Analysen von Achim Matzke freuen. Erster Interviewpartner der ideas-Geschichte war übrigens der Wirtschaftsjournalist Raimund Brichta. Mit seiner langfristigen DAX-Prognose bis zum Ende des Jahrzehnts war er mit 17.000 Punkten allerdings etwas zu optimistisch.

Die Geburtsstunde von ComStage
Im Jahr 1988 ermöglichte die Commerzbank-Tochter CB German Index Fund Company es institutionellen Investoren in Deutschland erstmals, auf einen Index zu setzen. 20 Jahre später, im September 2008, gründete die Commerzbank die ETF-Marke ComStage.

Dieses Ereignis wurde natürlich auch in der Oktober-Ausgabe des ideas-Magazins ausführlich beleuchtet. Auf dem Cover: Michael Ballack. Damals Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft und Gesicht der ersten ComStage-Kampagne. Unter dem Slogan »ETF-Freunde sollt Ihr sein« wurde den ideas-Lesern die Funktionsweise von Exchange Traded Funds nähergebracht.

Die ComStage-Palette startete mit 27 ETFs. Heute, fast genau zehn Jahre später, sind es über 100 Produkte, mit denen Anleger an der Entwicklung von internationalen Leitindizes, Branchenindizes, aber auch gehebelten oder auch Short-Indizes teilhaben können. Von nun an bekamen Leser nicht nur Informationen zu Zertifikaten und Optionsscheinen, sondern auch zu ETFs. Bis im Sommer 2011 das erste OnStage-Magazin herauskam. Es erscheint seitdem quartalsweise und informiert interessierte Leser über aktuelle Trends am ETF-Markt.
Sind auch Sie interessiert? Unter www.onstage-magazin.de erfahren Sie mehr.

ideas auch im World Wide Web
Seit November 2015 steht das Magazin auch via Web-App zur Verfügung. Interessierte Leser können seitdem von jedem mobilen Endgerät oder von ihrem stationären PC aus über ihren Internetbrowser auf das Magazin zugreifen. Die zur Verfügung gestellten Inhalte der App sind dabei natürlich an die Print-Ausgabe angelehnt.

Das Konzept überzeugte nicht nur die Leser, sondern auch beim German Design Award 2017, wo das ideas-Magazin vom Rat für Formgebung mit dem Prädikat »Special Mention« ausgezeichnet wurde. Mit diesem Prädikat werden Arbeiten gewürdigt, deren Design besonders gelungene Teilaspekte oder Lösungen aufweist. Das ideas-Online-Magazin fiel besonders durch sein unaufdringliches und klar strukturiertes Screendesign auf.

Was wäre wenn ...
... Sie beim Erscheinen des ersten ideas-Magazins vor die Wahl gestellt worden wären, ob Sie 10.000 Euro entweder in den DAX, den STOXX Europe 600 oder den S&P 500 investieren möchten? Worauf wäre Ihre Wahl gefallen? So viel vorneweg, schlecht gefahren wären Sie mit keiner Entscheidung. Damit der Vergleich fair bleibt, wird in Grafik 1 der S&P 500 und STOXX Europe 600 jeweils als Total- bzw. Gross-Return-Variante dargestellt. Denn anders als beim DAX werden diese Indizes normalerweise als Kursindex, das heißt ohne die Berücksichtigung von Dividenden, berechnet. Da die sogenannte Dividendenrendite allerdings einen nicht zu vernachlässigenden Teil der Rendite ausmacht, wird sie für diesen Vergleich mit einbezogen.

Grafik 1: Vergleich – Wertentwicklung der großen Indizes
Grafik 1: Vergleich – Wertentwicklung der großen Indizes
Stand: 21. November 2018; Quelle: Reuters
Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung

Nach mehr als 16 Jahren hat der S&P 500 (Total Return) mit einem Plus von über 170 Prozent deutlich die Nase vorn – und dies aus Sicht eines Euroanlegers. Blickt man auf die Entwicklung in der Heimatwährung US-Dollar, so beläuft sich das Plus sogar auf über 240 Prozent. Dagegen stehen der DAX mit einer Rendite von 121 Prozent und der STOXX Europe 600 (Gross Return) mit 110 Prozent. Einen besonderen Turbo hat der S&P 500 nach der Wahl Donald Trumps gezündet. Mögen er und seine Tweets auch sehr umstritten sein, dem amerikanischen Aktienmarkt hat dies bislang nicht geschadet – im Gegenteil.

Insgesamt zeigt das Ergebnis aber, dass über lange Zeit die Rendite am Aktienmarkt fast nicht zu schlagen ist. Denn auch wenn Anleger in diesem Zeitraum durch den Zusammenbruch des Neuen Marktes und während der Finanzkrise mit deutlichen Verlusten konfrontiert wurden, haben sich nach 16 Jahren alle Indizes mindestens verdoppelt.

Politik im Fokus
Neben Produkttrends und Analysen rund um Branchen und Einzelaktien stand in den vergangenen Ausgaben auch immer wieder das aktuelle politische Weltgeschehen im Fokus. Sind es doch die Entwicklungen auf der politischen Bühne, die sich auch auf die Geschehnisse an den internationalen Märkten auswirken.

Im Dezember 2012 wurden die Wiederwahl von Barack Obama und die Herausforderungen einer zweiten Amtszeit genauso analysiert wie vier Jahre später, welche Weichenstellung die Wahl »Clinton vs. Trump« für die US-Energiepolitik hat.

Anfang 2017 blickte die Welt auf Frankreich – die Sorge vor einem Rechtsruck war groß. Denn im ersten Wahlgang Ende April lag der spätere Sieger Emmanuel Macron mit 24,0 Prozent fast gleichauf mit Marine Le Pen vom rechtspopulistischen Front National (21,3 Prozent). Erst im zweiten Wahlgang konnte sich Macron mit einer Zweidrittelmehrheit durchsetzen. In der Juni-Ausgabe war deshalb auch im Titelthema der Fokus auf Europa und wie sich die Impulse des neuen Präsidenten auswirken sollten.

Als das erste halbe Amtsjahr von Donald Trump alles andere als reibungslos verlief und es immer wieder zu Skandalen kam, wie beispielsweise nach der Entlassung des FBI-Chefs James Comey, fragte die Juli-Ausgabe 2017 »War’s das schon, Mr Trump?«. Denn zu diesem Zeitpunkt stand tatsächlich im Raum, dass die Amtszeit schon nach kurzer Zeit durch ein Amtsenthebungsverfahren beendet wird. Fast zwei Jahre nach der Wahl wissen wir, dass Trump trotz eines sich schnell drehenden Personalkarussells, einer Affäre mit einem Pornostar, einem angezettelten Handelskrieg und politisch unkorrekten Tweets immer noch im Weißen Haus sitzt. Allerdings holten die Demokraten bei den Midterm-Wahlen die Mehrheit im Repräsentantenhaus zurück, was Donald Trump das Durchsetzen von Gesetzen den Rest seiner Amtszeit erschweren wird.

Experten im Interview
Schon seit Ausgabe 1 ist das Experteninterview ein fester Bestandteil des ideas-Magazins. In der September-Ausgabe 2004 stand Friedrich Merz der Redaktion Rede und Antwort. Damals unter der Überschrift »Reformen sind notwendig« – eine Überschrift, die wahrscheinlich auch über einem Interview im Dezember 2018 stehen könnte.

Ein Highlight war sicher auch das Interview mit George Soros. Im Januar 2007 erzählte die Hedgefonds-Legende und Buchautor, dass seine größte Sorge ein unkontrolliertes Platzen der Immobilienblase in den USA sei. Über zehn Jahre später wissen wir, dass diese Sorge nicht unberechtigt war.

Mitten in der Staatsschuldenkrise 2010 plädierte Dr. Theo Waigel, maßgeblich an der Einführung des Euro beteiligt, dafür, dass die Wiedereinführung der D-Mark keine Lösung des Problems sei. Denn die Krise sei keine Krise des Euro, sondern eine Krise der Finanzpolitik der Länder in Europa. Er traute Griechenland damals zu, es aus dem Schuldental zu schaffen. Bis es so weit ist, ist es wohl noch ein langer Weg. Im August 2018 ist das letzte Hilfsprogramm ausgelaufen und Griechenland kann wieder Kredite am Finanzmarkt aufnehmen. Zwar weist Griechenland inzwischen wieder Haushaltsüberschüsse vor, allerdings bleibt die Gesamtverschuldung auf enorm hohem Niveau.

Aber nicht nur Persönlichkeiten aus Börse, Wirtschaft und Politik gehörten zu den Interviewpartnern in der Vergangenheit. So gaben beispielsweise auch Sportstars wie Bastian Schweinsteiger, Oliver Bierhoff, Silvia Neid und Joachim Löw Einblicke in Persönliches und ihre Finanzstrategien.

Wie Sie sehen, war in den vorherigen 199 Ausgaben einiges an Spannung geboten und die ideas-Redaktion freut sich, Sie auch in Zukunft mit spannenden Ideen rund um die Finanzmärkte zu versorgen!