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Commerzbank Analysen

Riksbank: Zinserhöhung im Dezember durchaus möglich

Die Riksbank ziert sich noch, dem Markt deutlich zu signalisieren, ob dieses Jahr schon der Leitzins steigt oder erst nächstes. Der Markt ist sich noch nicht sicher, was den Dezember anbelangt. Aber eine erste Zinsanhebung vor Jahresende ist in Anbetracht der Fundamentaldaten immer noch möglich. Sollten die Sorgen rund um den italienischen Haushalt aber die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass die EZB später als derzeit signalisiert die Geldpolitik normalisiert, könnte die Riksbank ihrerseits auch noch zögern. Unabhängig vom genauen Timing der ersten Zinserhöhung dürfte die schwedische Krone dennoch gegenüber dem Euro aufwerten.

Die Riksbank gab auf ihrer Sitzung im Oktober keinen klaren Hinweis darauf, ob sie schon im Dezember oder erst im Februar den Leitzins anheben wird, was den Markt enttäuschte. Ihre Entscheidung für den genauen Zeitpunkt dürfte von der Datenlage und der allgemeinen Marktstimmung, aber zum Großteil von den Entwicklungen in der Eurozone in den nächsten Wochen abhängen.

Aus zwei Gründen signalisiert die Riksbank bislang einen nur vorsichtigen Zinserhöhungspfad:

(1) Sie möchte einen nachhaltigen Aufwärtstrend der Inflation sicherstellen.

(2) Die schwedische Krone darf nicht zu stark aufwerten, um keinen Abwärtsdruck auf die Inflation auszuüben.

Das Trauma der jahrelangen Deflation in Schweden sitzt bei der Riksbank einfach sehr tief. Das heißt: Je mehr die schwedische Krone aufwertet, desto vorsichtiger wird die Riksbank sein und in Richtung Februar tendieren. Führen die Sorgen rund um den italienischen Haushalt und die Renditen außerdem dazu, dass die Wahrscheinlichkeit steigt, dass die EZB später als derzeit signalisiert ihre Geldpolitik normalisiert, könnte die Riksbank ebenfalls zögern. Denn bliebe die Riksbank in diesem Fall mit der Normalisierung deutlich vor der EZB, würde sie gerade dann eine Aufwertung der schwedischen Krone riskieren. Deshalb würde sie wohl ein Vorpreschen in diesem Fall vermeiden und bis Februar – oder sogar darüber hinaus – warten.

Wir sehen trotzdem die Möglichkeit für eine Erhöhung im Dezember, selbst wenn die Sitzung im Oktober die letzte offizielle Chance für die Riksbank war, diese »anzukündigen«, da es vor Dezember keine Zinssitzung mehr gibt. Schließlich ist das Inflationsziel erreicht. Sowohl die Kerninflation als auch die Gesamtrate liegen komfortabel über dem Inflationsziel von 2 Prozent, außerdem sieht der unterliegende Inflationstrend sehr positiv aus (siehe Grafik 1). Die Wirtschaft brummt und die Löhne ziehen allmählich an.

Grafik 1: Inflationstrend beschleunigt sich

Kerninflation mit konstanten Hypothekenzinsen (CPIF), saisonbereinigt, EWMA, gegenüber Vormonat

Stand: September 2018; Quelle: Commerzbank Research

Richtungsweisend könnten die Kommentare einiger Ratsmitglieder in den kommenden Wochen sein. Im Gegensatz zur EZB sprechen die Ratsmitglieder der Riksbank immer nur für sich selbst. Zinsentscheidungen sind eine simple Abstimmung im Rat und keine gemeinsame Konsensfindung wie bei der EZB. Wenn einige Ratsmitglieder in den nächsten Wochen etwas falkenhafter klingen, kann das daher heißen, dass die Chancen für eine Zinserhöhung im Dezember gut stehen. Immerhin haben sich bereits zwei (Martin Flodén und Henry Ohlsson) der sechs Mitglieder im Rat schon mehrfach für eine Erhöhung ausgesprochen. Es fehlen also »nur« noch zwei weitere Stimmen oder die von Notenbankchef Stefan Ingves selbst, um für eine Erhöhung zu stimmen, da bei einem Patt im Rat seine Stimme entscheidend ist. Kerstin Af Jochnick, die Stellvertreterin Ingves, hat in einer Rede Anfang November bereits angedeutet, die Haushalte könnten höhere Zinsen verkraften und die Riksbank könne eine von der EZB unabhängige Geldpolitik führen. Notenbankchef Ingves zeigte sich zuletzt vor dem Parlament ebenfalls optimistischer, was eine baldige Zinsanhebung anbelangt. Dezember ist also durchaus möglich.

Der Markt ist sich noch nicht ganz sicher, was eine Zinserhöhung im Dezember angeht, tendiert aber seit den Aussagen von Af Jochnick und Ingves mehr zu Dezember, woraufhin die schwedische Krone schon aufgewertet hat. Steigen die Chancen hierfür weiter, wird sie gegenüber dem Euro auch weiter zulegen. Aber nicht zu stark, denn dann würde aufgrund der Aufwertung der schwedischen Krone im gleichen Zug die Wahrscheinlichkeit für Dezember wieder sinken. Verschiebt die EZB ihre erste Zinserhöhung nach hinten, könnte die Riksbank dies ebenfalls tun, sodass sich hieraus kein zusätzliches Aufwärtspotenzial für die schwedische Krone ergeben würde. Legen sich die Sorgen in der Eurozone rund um Italien, sodass die EZB bei ihrem ersten Zinsschritt im Herbst 2019 bleibt, dürfte die Riksbank schon im Dezember den Leitzins anheben, da die Fundamentaldaten einen ersten Zinsschritt hergeben. Allerdings wird die Riksbank auch danach nur ganz allmählich den Leitzins anheben und dies eindeutig signalisieren. Lediglich eine Beschleunigung des Zinszyklus, die äußerst unwahrscheinlich ist, würde zu mehr Aufwärtspotenzial in der schwedischen Krone führen. Unterm Strich bleibt also trotz der Unsicherheit rund um das genaue Timing des ersten Zinsschritts festzuhalten: Der graduelle Zinsanhebungspfad der Riksbank spricht für eine graduelle Aufwertung der schwedischen Krone gegenüber dem Euro (siehe Tabelle 1).

Tabelle 1: Graduelle Aufwertung der schwedischen Krone erwartet

Prognosen der Commerzbank, Quartalsendstände

Euro/schwedische Krone-Wechselkurs

US-Dollar/schwedische Krone-Wechselkurs

Dezember 2018

10,30

8,90

März 2019

10,25

8,70

Juni 2019

10,20

8,50

September 2019

10,10

8,20

Dezember 2019

10,00

7,95

März 2020

9,90

7,75

Juni 2020

9,90

7,60

September 2020

9,85

7,50

Dezember 2020

9,85

7,46

Quelle: Commerzbank Research. Prognosen sind kein Indikator für die künftige Entwicklung.

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Faktor-Zertifikate

WKN

Basiswert

Strategie

Faktor

FXopt

Laufzeit

Geld-/Briefkurs

CD8 ZKN

EUR/SEK

Long

1

Ja

Unbegrenzt

10,64/10,66 EUR

CV0 V4B

EUR/SEK

Long

2

Ja

Unbegrenzt

11,49/11,54 EUR

CV0 V4C

EUR/SEK

Long

5

Ja

Unbegrenzt

13,12/13,25 EUR

CV0 V4D

EUR/SEK

Short

–1

Ja

Unbegrenzt

9,26/9,28 EUR

CV0 V4E

EUR/SEK

Short

–2

Ja

Unbegrenzt

8,50/8,53 EUR

CV0 V4F

EUR/SEK

Short

–5

Ja

Unbegrenzt

6,20/6,26 EUR

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WKN

Basiswert

Typ

Basispreis/Knock-Out-Barriere

Hebel

Laufzeit

Geld-/Briefkurs

CJ4 VPJ

EUR/SEK

Call

9,0182 SEK

7,7

Unbegrenzt

12,88/12,93 EUR

CJ4 VPS

EUR/SEK

Call

9,8183 SEK

19,3

Unbegrenzt

5,14/5,19 EUR

CJ4 VP7

EUR/SEK

Put

11,4727 SEK

9,0

Unbegrenzt

11,02/11,07 EUR

CJ4 VP0

EUR/SEK

Put

10,7728 SEK

23,3

Unbegrenzt

4,25/4,30 EUR

Stand: 21. November 2018; Quelle: Commerzbank AG

Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform. Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung.