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Marktbericht

Steht die Zinswende vor der Tür?

In den USA ticken die Uhren anders. Das gilt nicht nur für den Twitter-Account des Präsidenten. Vielmehr haben sich die Zinsen in den USA von der Entwicklung in Deutschland abgekoppelt. Während beispielsweise die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen bei 0,5 Prozent liegt, setzen die US-Staatsanleihen wieder zum Höhenflug an. Wobei das derzeitige Renditeniveau von mehr als 3 Prozent immer noch als Tiefflug angesehen werden kann.

Im 5-Jahres-Vergleich veränderte sich der Zinsunterschied zwischen deutschen und amerikanischen Anleihen deutlich. Der Unterschied betrug noch im Jahr 2013 rund 0,7 Prozent und wuchs bis heute auf rund 2,6 Prozent an (siehe Grafik 1). Damit normalisiert sich das Zinsniveau in den USA wieder, ganz im Gegensatz zu den Entwicklungen in Deutschland. Zwar liegen die Zinsen hier nicht mehr im negativen Bereich, aber das Niveau ist trotzdem nahe der Nulllinie.

Grafik 1: Rendite 10-jähriger Staatsanleihen (Vergleich Deutschland und USA)
Grafik 1: Rendite 10-jähriger Staatsanleihen (Vergleich Deutschland und USA)
Stand: 16. Oktober €2018; Quelle: Commerzbank AG
Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Anleger können unterschiedlich auf diese Situation reagieren. Beispielsweise ist es möglich, auf den Verlauf der Anleihenpreise zu setzen. Diese bewegen sich genau umgekehrt zur Entwicklung bei den Zinsen (siehe Grafik 2). Das bedeutet, steigen die Zinsen, dann fallen die Anleihenkurse und vice versa. Somit können Anleger auf steigende Zinsen setzen, indem sie beispielsweise Wertpapiere kaufen, die sich auf fallende Anleihenpreise beziehen. Somit erzielt der Anleger einen Gewinn, wenn die Zinsen steigen.

Grafik 2: Anleihen-Futures im Vergleich (Deutschland versus USA)
Grafik 2: Anleihen-Futures im Vergleich (Deutschland versus USA)
Standƒ: 16. Oktober… 2018; Quelle: ƒCommerzbank AG
Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Die Commerzbank bietet beispielsweise Zertifikate und Optionsscheine auf Anleihen-Futures verschiedener Staaten an. Am beliebtesten sind Deutschland und die USA. Für eine 10-jährige deutsche Staatsanleihe steht stellvertretend der Euro-Bund-Future, der als Terminkontrakt gehandelt wird und die Anleihe mit einem Kupon von 6 Prozent abbildet. Kauft ein Anleger beispielsweise einen Turbo-Optionsschein Put auf den Euro-Bund-Future, dann profitiert er von fallenden Anleihenkursen in Deutschland. Zu beachten gilt dabei vor allem die Knock-Out-Barriere, die in diesem Beispiel oberhalb des aktuellen Preises des Bund-Future notiert. Wenn die Markterwartung von fallenden Notierungen nicht eintritt, kann der Anleger maximal seinen Kapitaleinsatz verlieren, wenn die Knock-Out-Barriere berührt wird. Aus diesem Grund sollten Anleger Turbo-Optionsscheine mit Bedacht wählen.

Eine weitere beliebte Gruppe von Hebelprodukten stellen die Faktor-Zertifikate dar. Hier können Anleger beispielsweise auch auf den Anleihen-Future für US-Staatsanleihen setzen. Auch hier gilt, steigen die Zinsen, fallen die Anleihenpreise und umgekehrt. Wer auf steigende Zinsen setzen möchte, kann dementsprechend ein Faktor-Zertifikat Short auf den 10-Year U.S. Treasury Note Future kaufen. Allerdings sind Faktor-Zertifikate im Gegensatz zu Turbo-Optionsscheinen mit einem täglich festen Hebel ausgestattet. Somit kann der Anlageerfolg größer ausfallen, wenn die Markterwartung eintritt. Demgegenüber steht aber die Funktionsweise des täglichen Hebels. Damit können bei Faktor-Zertifikaten auch dann Verluste entstehen, wenn sich der Basiswert seitwärts entwickelt. Je stärker die Schwankung, desto stärker kann sich dieser Effekt ausprägen. Ganz grundsätzlich sind Faktor-Zertifikate nicht mit einer Knock-Out-Barriere ausgestattet. Allerdings können sich Verluste gemessen am Hebel stark im Kurs des Zertifikats widerspiegeln, sodass der Anleger auch bei diesen Hebelprodukten seinen vollständigen Kapitaleinsatz verlieren kann. Momentan bietet die Commerzbank rund 1.000 Turbo-Optionsscheine auf Anleihen an und rund 100 Faktor-Zertifikate.

Tabelle 1: BEST Turbo-Optionsscheine auf Anleihen-Futures

WKN

Basiswert

Typ

Basispreis/Knock-Out-Barriere

Hebel

Laufzeit

Geld-/Briefkurs

CA2 ZVU

Euro-Bund-Future

Put

195,145

4,4

Unbegrenzt

36,17/36,18 EUR

CV6 P1G

Euro-Bund-Future

Call

138,006

7,5

Unbegrenzt

21,16/21,17 EUR

Tabelle 2: Faktor-Zertifikate auf Anleihen-Futures mit unbegrenzter Laufzeit

WKN

Basiswert

Strategie

Faktor

Laufzeit

Geld-/Briefkurs

CE8 T90

Euro-Bund-Future

Short

–10

Unbegrenzt

6,46/6,48 EUR

CE8 T8Q

Euro-Bund-Future

Long

10

Unbegrenzt

11,18/11,23 EUR

CE8 SGK

10-Year U.S. Treasury Note Future

Short

–10

Unbegrenzt

12,63/12,76 EUR

CE8 SG9

10-Year U.S. Treasury Note Future

Long

10

Unbegrenzt

4,88/4,93 EUR

Stand: 18. Oktober 2018; Quelle: Commerzbank AG

Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform. Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung.