Märkte

Marktbericht

Ölpreis unter Druck!

Der drohende Handelskonflikt zwischen den USA und China zieht auch die Rohstoffmärkte in ihren Bann. Seit Mitte Mai verlor der Ölpreis der Nordseesorte Brent rund 11 Prozent an Wert, nachdem dieser zuvor stark gestiegen war. Fast wie an der Schnur gezogen entwickelte sich der Ölpreis seit Mitte 2017 von 45 US-Dollar auf das jetzige Niveau von knapp über 70 US-Dollar. Zwar hat sich der Ölpreis damit von seinen Tiefstkursen von rund 27 US-Dollar erholt, ist aber in gleichem Maß noch weit entfernt von den alten Höchstständen bei knapp 150 US-Dollar.

Anleger können indirekt in Öl investieren. Über Zertifikate ist es möglich, auf die aktuelle Entwicklung des Ölpreises zu setzen und davon zu profitieren. Die Commerzbank bietet beispielsweise Discount-Zertifikate auf den Ölpreis* an. Damit können Anleger auch dann einen Gewinn erzielen, wenn der Ölpreis fällt. Dies gilt natürlich nicht für alle Discount-Zertifikate. In einem Beispiel soll anhand von verschiedenen Produkten die Funktionsweise verdeutlicht werden. Betrachtet werden in diesem Beispiel Discount-Zertifikate mit dem Bewertungstag 28. Oktober 2019. Außerdem sind die hier vorgestellten Discount-Zertifikate alle mit einer Währungsabsicherung ausgestattet. Das bedeutet, dass der Wechselkurs zwischen Euro und US-Dollar fest bei 1:1 liegt. Eine Währungsumrechnung entfällt somit und Währungsschwankungen können den Preis des Zertifikats nicht direkt beeinflussen. Dieses Merkmal wird als »Quanto« bezeichnet.

Ein wichtiger Bestandteil eines jeden Discount-Zertifikats ist der Cap. Er beschreibt den Betrag, der maximal am Ende der Laufzeit ausgezahlt werden kann. Es kommt immer dann zu einer maximalen Auszahlung, wenn der Basiswert, in diesem Beispiel der Ölpreis, am Laufzeitende auf oder über dem Cap liegt. Dieses Merkmal kann mit einer Gewinnbegrenzung verglichen werden. Wenn der Ölpreis den Cap am Laufzeitende unterschreitet, erhält der Anleger dagegen den Ölpreis (1:1 in Euro aufgrund der Währungsabsicherung) ausgezahlt.

Beim ersten Zertifikat in der Tabelle (WKN: CV5 JTV) handelt es sich um ein Discount-Zertifikat auf Öl mit einem Cap von 76 US-Dollar. Das bedeutet, dass der Ölpreis, der momentan bei rund 71 US-Dollar notiert, noch rund 7 Prozent steigen muss, damit der Maximalbetrag in Höhe von 76 Euro (76 US-Dollar = 76 Euro, aufgrund der Währungsabsicherung) zur Auszahlung kommt. Aufgrund dieser Gewinnbegrenzung liegt der Kaufpreis für dieses Zertifikat nicht auf dem Niveau des derzeitigen Ölpreises, sondern darunter. In diesem Beispiel bei rund 66 Euro. Wenn der Ölpreis bis zur Fälligkeit des Zertifikats um mindestens 7 Prozent zulegt, erzielt der Anleger eine Rendite von rund 12 Prozent.

Tabelle 1: Discount-Zertifikate; Bewertungstag 28. Oktober 2019, Basiswert: Brent Crude Oil Future Dezember 2019

WKN

Cap

Maximale Rendite p.a.

Schlechteste Ölpreisentwicklung*

Discount

Währungsgesichert (Quanto)

Briefkurs

CV5 JTV

76,00 EUR

12,0 %

7 %

–7 %

Ja

66,26 EUR

CV5 JTS

70,00 EUR

9,0 %

–1 %

–11 %

Ja

63,37 EUR

CV5 JTQ

66,00 EUR

6,7 %

–7 %

–14 %

Ja

60,96 EUR

CV5 JTM

60,00 EUR

4,4 %

–15 %

–20 %

Ja

56,87 EUR

CV5 JTJ

54,00 EUR

2,6 %

–24 %

–26 %

Ja

52,29 EUR

Stand: 13. August 2018; Quelle: Commerzbank AG

Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform. Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. * Schlechteste Ölpreisentwicklung, bei der trotzdem die maximale Rendite des Discount-Zertifikats erreicht werden kann.

Sollte der Ölpreis auf dem derzeitigen Niveau verbleiben, erzielt der Anleger zwar nicht den Maximalbetrag, jedoch liegt auch in diesem Szenario die Rendite im positiven Bereich. Wenn der Ölpreis unterhalb des Cap eines Discount-Zertifikats am Laufzeitende liegt, erhält der Anleger den Ölpreis, in diesem Beispiel 71 Euro. Bei einem Kaufpreis von 66 Euro ergibt sich eine Rendite von immerhin noch rund 7 Prozent.

Sinkt der Ölpreis, im Vergleich zu den aktuellen Notierungen, bedeutet das für den Discount-Zertifikate-Inhaber auch jetzt nicht zwangsläufig einen Verlust. Erst wenn der Ölpreis in diesem Beispiel mindestens 7 Prozent nachgibt, erleidet der Anleger den ersten »Cent«-Verlust. Angenommen, der Ölpreis sinkt um 20 Prozent auf etwa 57 US-Dollar. Die Auszahlung des Zertifikats beträgt dann 57 Euro. Bei einem Einstand von 66 Euro beträgt der Verlust dann rund 14 Prozent. Fällt der Ölpreis sogar um 40 Prozent, dann liegt das Minus bei rund 35 Prozent. Der günstige Einstieg bei einem Discount-Zertifikat sorgt dafür, dass der Anleger nahezu immer weniger Verlust macht als der Basiswert, in diesem Beispiel der Ölpreis.

Bei der Betrachtung des letzten Zertifikats in der Tabelle (WKN: CV5 JTJ) liegt die maximale Rendite bei »nur« 2,6 Prozent. Um diese Rendite zu erzielen, kann der Ölpreis sogar rund 24 Prozent an Wert verlieren. Anleger, die dieses Discount-Zertifikat kaufen, erzielen erst einen Verlust, wenn der Ölpreis mehr als 26 Prozent nachgibt. Sollte der Ölpreis somit um 20 Prozent zurückgehen, liegt die Rendite hier immer noch auf dem Maximalniveau von 2,6 Prozent. Wenn der Ölpreis sogar 40 Prozent verliert, liegt der Verlust bei »nur« 19 Prozent.

Anleger können mit Discount-Zertifikaten einen Einstieg in den Markt für Öl wählen, auch wenn sie von fallenden Notierungen ausgehen. Eine aktuelle Übersicht aller Discount-Zertifikate auf Öl finden Anleger im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de/product-search.

* Zertifikate beziehen sich in der Regel indirekt auf den Ölpreis. Das bedeutet, dass der zugrunde liegende Basiswert nicht direkt der Ölpreis ist, sondern der jeweilige Ölpreis-Future. Dieser ist ein Terminkontrakt und wird mit monatlichen Fälligkeiten gehandelt. Durch den Bezug auf einen Future können bei Zertifikaten Roll-Effekte entstehen. Das betrifft aber nur Zertifikate ohne Laufzeitbegrenzung. Bei Discount-Zertifikaten existiert zum Beispiel kein Roll-Effekt, da sich der Basiswert an der Fälligkeit des Discount-Zertifikats orientiert.

Grafik 1: Ölpreis (Brent Crude Oil Future, rollierend)
Grafik 1: Ölpreis (Brent Crude Oil Future, rollierend)
Stand: 14. August 2018; Quelle: Bloomberg