Märkte

Commerzbank Analysen

Abnehmender monetärer Rückenwind belastet DAX-Ausblick

Das global abnehmende Wachstum der M1-Geldmenge, der starke Anstieg der Rendite für zweijährige US-Anleihen und die flacher werdende US-Zinsstrukturkurve signalisieren, dass die Aktienmärkte zunehmend anfälliger werden für Risikoereignisse. So konnten die Aktienmärkte 2016 die unerwarteten Risikoereignisse Brexit und Trump-Wahl relativ robust wegstecken, da die monetäre Unterstützung damals sehr stark war. Wir werten die stetige Eintrübung der monetären Indikatoren nun jedoch als Warnsignal, dass neue Risikoereignisse – zum Beispiel eine Eskalation des Handelskriegs zwischen den USA und China oder die Krise in der Türkei – die Aktienmärkte nun deutlich stärker und nachhaltiger treffen könnten.

Der monetäre Rückenwind für die Aktienmärkte hat sich in den vergangenen Monaten weiter abgeschwächt. Zwar wächst die M1-Geldmenge im Euroraum immer noch recht stark mit 7 Prozent. Doch in den USA ist das Wachstum der Geldmenge mit 4 Prozent bereits unter den langjährigen Durchschnitt von 6 Prozent gefallen (Grafik 1). Und auch in China notiert das Wachstum mit 7 Prozent mittlerweile deutlich unter dem 20-Jahres-Durchschnitt von 15 Prozent.

Grafik 1: Wachstum der US-Geldmenge nur noch bei 4 Prozent

USA: Wachstum der M1-Geldmenge gegenüber Vorjahr

Grafik 1: Wachstum der US-Geldmenge nur noch bei 4 Prozent
Stand: August 2018; Quelle: Datastream, Commerzbank AG

Zudem liegt zwar in Deutschland die Rendite der zehnjähri-gen Bundesanleihe mit 0,4 Prozent immer noch 100 Basispunkte über der Rendite zweijähriger deutscher Papiere mit minus 0,6 Prozent. Doch in den USA beträgt dieser Renditeunterschied nur noch 30 Basispunkte – die US-Zinsstrukturkurve ist damit bereits relativ flach. Und die Renditen für zweijährige US-Anleihen liegen mit 2,6 Prozent mittlerweile auch wieder über der Dividendenrendite des S&P 500 mit 2,4 Prozent (Grafik 2).

 

Grafik 2: Rendite für zweijährige US-Papiere springt hoch

USA: S&P 500-Dividenden, zweijährige US-Anleihen, Rendite

Grafik 2: Rendite für zweijährige US-Papiere springt hoch
Stand: August 2018; Quelle: Datastream, Commerzbank AG
Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung

In den vergangenen Jahren konnten die Aktienmärkte Risikoereignisse wie das Brexit-Votum und die Trump-Wahl relativ robust wegstecken. So lag 2016 das Geldmengenwachstum bei 7 bis 9 Prozent im Euroraum, bei 6 bis 8 Prozent in den USA und bei über 20 Prozent in China. Zudem lag 2016 die zweijährige US-Staatsanleihenrendite mit 1 Prozent immer noch 80 Basispunkte unter der Rendite der zehnjährigen US-Rendite und 150 Basispunkte unter der Dividendenrendite des S&P 500. Die jüngste Eintrübung der monetären Trends werten wir jedoch nun als Warnsignale, dass die Aktienmärkte zunehmend empfindlicher und nachhaltiger auf Risikoereignisse reagieren könnten. Zumal die DAX-Gewinnsaison für das zweite Quartal ein relativ durchwachsenes Bild abgegeben hat. Im vergangenen Quartal sind für 17 der 30 DAX-Unternehmen die Gewinnerwartungen für das Geschäftsjahr 2018 nach unten angepasst worden (Tabelle 1).

Tabelle 1: Für 17 der 30 DAX-Unternehmen wurden die Gewinnerwartungen zuletzt reduziert

Veränderung der Markterwartungen für den Gewinn je Aktie 2018 im vergangenen Quartal in Prozent

Aktie

Kurs

Gewinnerwartungen 2018 je Aktie in Euro

aktuell

vor drei Monaten

Veränderung in %

Vonovia

42,7

3,45

2,96

16,6

Covestro

78,6

10,73

10,12

6,1

Linde

172,7

8,82

8,36

5,4

RWE

20,9

1,50

1,43

4,5

Infineon

22,0

0,97

0,93

4,3

Münchener Rück

183,7

16,95

16,67

1,7

SAP

100,1

4,37

4,30

1,6

Allianz

186,7

17,57

17,33

1,4

Deutsche Telekom

14,0

0,95

0,94

0,9

Fresenius

65,0

3,43

3,41

0,6

BASF

78,8

6,55

6,52

0,5

Beiersdorf

98,2

3,44

3,43

0,3

Deutsche Börse

113,7

5,31

5,32

–0,1

Henkel Vz.

108,6

6,09

6,09

–0,1

BMW

83,3

11,33

11,34

–0,1

E.ON

9,3

0,66

0,66

–0,4

adidas

208,4

8,13

8,18

–0,6

Continental

187,5

16,28

16,50

–1,4

Fresenius Medical Care

84,1

4,30

4,40

–2,3

Deutsche Lufthansa

22,9

4,36

4,47

–2,5

Siemens

110,3

7,38

7,61

–3,1

Volkswagen Vz.

144,0

25,53

26,79

–4,7

Bayer

83,7

6,25

6,56

–4,7

HeidelbergCement

69,9

6,32

6,69

–5,6

thyssenkrupp

20,3

1,34

1,43

–6,4

Merck

89,1

5,26

5,68

–7,4

Daimler

57,2

8,70

9,42

–7,7

Deutsche Post

30,8

1,82

2,28

–20,4

Deutsche Bank

10,1

0,44

0,59

–26,1

Stand: 13. August 2018; Quelle: Factset Markterwartungen, Commerzbank AG

Prognosen sind kein Indikator für die künftige Entwicklung.

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Discount-Zertifikate

WKN

Basiswert

Cap

Discount

Max. Rendite p.a.

Bewertungstag

Geld-/Briefkurs

CV7 476

DAX

11.100 Pkt.

11,69 %

2,86 %

15.02.2019

109,40/109,41 EUR

CV7 47D

DAX

11.450 Pkt.

9,35 %

3,86 %

15.02.2019

112,29/112,30 EUR

CV7 47G

DAX

11.600 Pkt.

8,38 %

4,38 %

15.02.2019

113,47/113,48 EUR

CV7 47N

DAX

11.900 Pkt.

6,58 %

5,61 %

15.02.2019

115,70/115,71 EUR

CV7 47U

DAX

12.200 Pkt.

4,94 %

7,19 %

15.02.2019

117,69/117,70 EUR

Unlimited Turbo-Optionsscheine

WKN

Basiswert

Typ

Basispreis/ Knock-Out-Barriere

Hebel

Laufzeit

Geld-/Briefkurs

CA9 Y59

DAX

Call

10.263,75/10.430,00 Pkt.

5,8

Unbegrenzt

21,30/21,31 EUR

CA9 Y9M

DAX

Call

10.798,63/10.970,00 Pkt.

7,8

Unbegrenzt

15,94/15,95 EUR

CA9 2SS

DAX

Call

11.223,67/11.380,00 Pkt.

10,6

Unbegrenzt

11,70/11,71 EUR

CA2 4XH

DAX

Put

14.094,51/13.900,00 Pkt.

7,3

Unbegrenzt

17,01/17,02 EUR

CV7 M3D

DAX

Put

13.570,09/13.390,00 Pkt.

10,5

Unbegrenzt

11,76/11,77 EUR

CA9 XX6

DAX

Put

13.164,10/12.990,00 Pkt.

16,1

Unbegrenzt

7,71/7,72 EUR

Stand: 21. August 2018; Quelle: Commerzbank AG

Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform. Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung.